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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein sommerlicher Road-Trip bis nach Sizilien

Tage wie Salzwasser
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Das sommerliche Cover lädt ein zu einer besonderen Reise für zwei junge, sehr gegensätzliche Frauen. Atlanta, Versicherungsmathematikerin, von Malte ungewollt schwanger, und Enzo, Betreiberin einer Fahrrad-Reparatur-Werkstatt, ...

Das sommerliche Cover lädt ein zu einer besonderen Reise für zwei junge, sehr gegensätzliche Frauen. Atlanta, Versicherungsmathematikerin, von Malte ungewollt schwanger, und Enzo, Betreiberin einer Fahrrad-Reparatur-Werkstatt, stoßen unglücklich aufeinander, jedoch treibt es beide aus unterschiedlichen Gründen nach Noto an der sizilianischen Ostküste. Entlang von vier Adressen aus Maltes Notizbuch gleitet der rote Faden mit einigen abwechslungsreichen Abenteuern über Freiburg, Marseille, Barcelona schließlich nach Noto auf Sizilien. Trauerbewältigung, Rückbesinnungen und die Festigung dieser Freundschaft beider Frauen werden einfühlsam beschrieben. Das ein oder andere Abenteuer mag vielleicht etwas überzogen bis unrealistisch erscheinen, hat aber dennoch Unterhaltungswert. Die Erzählstränge konzentrieren sich unregelmäßig abwechselnd auf jeweils eine der Hauptfiguren, jedoch der Epilog aus der Sicht des noch Ungeborenen bringt schließlich die kurzgefasste Auflösung rund um Maltes plötzlichen Tod.

Ein Sommerroman mit Dynamik und Unterhaltungswert.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Realsatire zum Schmunzeln!

Prima, fein gemacht!
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Schon das Cover verrät den Pudel, der in bereits bekannten Hundekolumnen und auch diesem Buch eine gewichtige Rolle spielt. Aber auch skurrile, teils tiefgründige Interviews mit ungewöhnlichen Gesprächspartnern ...

Schon das Cover verrät den Pudel, der in bereits bekannten Hundekolumnen und auch diesem Buch eine gewichtige Rolle spielt. Aber auch skurrile, teils tiefgründige Interviews mit ungewöhnlichen Gesprächspartnern wie einem Leuchtturm, einer Lebensmittelmotte, einer Schwarzkiefer, einem Fischbrötchen, einer Autobahnbrücke und Ähnlichem treten neben einer breit gefächerten Auswahl an Alltagsthemen wie Gute Unterhosen auf, teils gewürzt durch gemäßigte Gesellschaftskritik. Der Schreibstil unterhält und regt zum Schmunzeln und Kopfnicken an. Diese Sammlung ihrer Beiträge aus diversen Medien greift auch deutsche Begrifflichkeiten auf und zerpflückt sie kreativ.
Ein unterhaltsames Buch.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Der letzte Band einer erfolgreichen französischen Buchserie

Der letzte Malaussène
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Die Szenerie spielt größenteils in Paris rund um die große Familie der Malaussènes mit dem Familienoberhaupt und Ich-Erzähler Benjamin Malaussène, der zurückgezogen im südfranzösischen Vercors lebt. In ...

Die Szenerie spielt größenteils in Paris rund um die große Familie der Malaussènes mit dem Familienoberhaupt und Ich-Erzähler Benjamin Malaussène, der zurückgezogen im südfranzösischen Vercors lebt. In die lebendige bis wirre Handlung um die Entführung des korrupten Industriellen Lapietà, ehemaliger Abgeordneter, und dessen aSohns sind mehrere Gruppen beteiligt: eine Verbrecherbande mit Pépère als Gangsterboss, die Polizei , Personenschutz für einen Enthüllungsautor und Familienmitglieder der Malaussènes nebst Freunde. In diesem Beziehungsgeflecht kann man schnell verloren gehen, kennt der Leser vorige Folgen nicht. Auch wenn im Text zu den Beteiligten ein Link mit Kurzinfos unterlegt ist und ein Stammbaum von Maman die Verwandtschaftsverhältnisse klarstellt, fällt das Verständnis für ernste Themen wie Menschenhandel, Korruption, Wirtschaftskriminalität etc. doch schwer. Diese humorvoll verpackten Anspielungen auf Missstände besonders in der französischen Politik enthalten eine Gesellschaftskritik, die auf der Suche nach viel Wahrheit ist. Die Charaktere sind originell gezeichnet, verpackt in skurrilen Abenteuern in speziellem Erzählstil.
Eine dramatische Krimifarce mit teils absurden Wendungen.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Sehr informative römische Geschichte mit Gegenwartsbezug

Sehr geehrte Frau Ministerin
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In drei Teilen geht es um Frauen mit ihren privaten wie beruflichen Problemen verschiedenster Kategorie und Zeitalter und deren gewalttätigen Söhnen. Zwischen der machtvollen Agrippina, der „Optima mater“, ...

In drei Teilen geht es um Frauen mit ihren privaten wie beruflichen Problemen verschiedenster Kategorie und Zeitalter und deren gewalttätigen Söhnen. Zwischen der machtvollen Agrippina, der „Optima mater“, mit ihrem grausamen Sohn Kaiser Nero während der römischen Antike und unserer Gegenwart mit einer Justizministerin in Berlin, in Essen der Fachverkäuferin Eva Patarak und ihrem nutzlosen, eigenbrötlerischen Sohn Philipp und der Lateinlehrerin Silke Aschauer inmitten ihrer Menstruationsbeschwerden verläuft der nicht chronologisch verlaufende rote Faden. Abstufungen von Gewalt zwischen sprachlicher Unterdrückung, Vergiftung, Mord und Messerangriffen nicht nur gegen diese Frauen werden hinterfragt. Zwei herausragenden Frauen mit Macht, Agrippina und die Justizministerin, stehen zwei eher normale Frauenkarrieren gegenüber, nämlich Verkäuferin und Lehrkraft. Bei allen Frauen geht es um geschlechtsspezifische Rollenerwartungen und ihren Kampf gegen tradierte Ungerechtigkeiten. Ausufernde Beschreibungen wie z.B. das Kranichzählen im Moor, die Geschichte des Doms zu Essen, die Gepflogenheiten zu Hörtests, die Erläuterungen zum Bild ‚Gabrielle d´Estées und eine ihrer Schwestern‘ etc. sind zwar informativ, lenken aber sehr von den thematischen Schwerpunkten ab. Der Roman geht im letzten Teil aus der Frauenproblematik über in tagesaktuelle politische Thematiken wie z.B. das Hinweisgeberschutzgesetz. Insgesamt wirkt die Romanstruktur kompliziert.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Ein erschreckendes Ende.

Es gibt kein Zurück
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Das Cover zeigt ein Nostalgie-Radio in Holzverkleidung, mit zwei Knöpfen für den gewünschten Senderkanal und Lautstärke. Angespielt wird damit auf die Glanzzeit des Radios als wichtiges Medium vergangener ...

Das Cover zeigt ein Nostalgie-Radio in Holzverkleidung, mit zwei Knöpfen für den gewünschten Senderkanal und Lautstärke. Angespielt wird damit auf die Glanzzeit des Radios als wichtiges Medium vergangener Zeiten. Die Hauptfigur Aldus Wieland Mumme, ein bekannter Mann des Radios mit seinen Jahrzehnte langen Beiträgen und abgehobenen Theorien in Richtung Soziologie und Philosophie beim verklausulierten Deutschlandfunk, er beschließt mit dem Erhalt seines Rentenbescheid über magere 1183 € Rente, eine Autobiographie zu schreiben. Ist der Schreibstil anfangs sehr gedankenschwer und gestelzt, folgt man daraufhin einem nostalgischen Roadtrip über Leipzig, Paris bis in die Gegend um Toulon mit Albus auf einem Motorrad antiquierter Bauart. In seinen eingebetteten Rückbesinnungen zu seinem Freund Maik, seinen Eltern und seiner Kindheit finden sich kreative Dialoge mit Sine, Praktikantin in seiner Literatur-Agentur. Seine Lebenskrise basiert wohl auf dem intellektuell fundierten Verlust des Radios an sich und seiner bisher hoch geschätzten Beiträge "Gedanken zur Zeit" in der Medienkultur. Es bekümmert ihn sehr, dass sein Anagramm AWM auch für „Alter weißer Mann“ stehen könnte. Das Ende der Hauptfigur kommt erschreckend überraschend.

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