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Veröffentlicht am 21.07.2025

Wiedersehen mit den Kriminalistinnen

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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Dieser dritte Band rund um die ersten Frauen, die in Deutschland als Kriminalistinnen ausgebildet wurden, bildet den Abschluss einer tollen Reihe. Eine Reihe, die den Zeitgeist der späten 1960er und frühen ...

Dieser dritte Band rund um die ersten Frauen, die in Deutschland als Kriminalistinnen ausgebildet wurden, bildet den Abschluss einer tollen Reihe. Eine Reihe, die den Zeitgeist der späten 1960er und frühen 1970er aufleben lässt und seinen ganz eigenen Flair versprüht.

Der Autor hat seine ganze Buchreihe sehr vielschichtig aufgebaut. Neben einem Kriminalfall geht es auch sehr intensiv um das Leben und die Rolle der Frau in der damaligen Zeit. Weitere Themen sind der Umgang mit Homosexualität und der Stand der Technik bei Ermittlungsarbeit und Spurensicherung. Die verschiedenen losen Fäden aus den beiden ersten Bänden rund um Protagonistin Lucia wurden hier zu einem guten Abschluss gebracht.

Etwas schade fand ich, dass aus der Truppe der Kriminalistinnen mit Lucia, Ruth und Mieze nur noch drei starke Frauen eine tragende Rolle gespielt haben. Die weitern Charaktere, die auch alle eine sehr spannende Geschichte mitgebracht haben, wurden kaum oder nur am Rande erwähnt.

Auch den Kriminalfall dieses Bandes fand ich verglichen mit denen der anderen Bände deutlich schwächer. Vielleicht hat der Autor sich hier zum Abschluss auch einfach etwas verzettelt mit zwei parallelen Fällen und dem großen Fall rund um Lucias Mutter. So war mir insbesondere die Geschichte rund um das vermisste Mädchen etwas zu schnell und unproblematisch abgehandelt.

Aber alles in allem kann ich diese Trilogie wärmstens empfehlen. Sie besticht durch tolle Charaktere, viel Lokalkolorit und Zeitgeist. Die Bücher haben mir viel Spaß gemacht. Ich lege jedem ans Herz, mit Band 1 zu beginnen, denn auch die Rahmenhandlung rund um Lucia und die anderen Frauen ist es wert, chronologisch gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Etwas weniger wäre mehr gewesen

Alles, was wir niemals sagten
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„Alles, was wir niemals sagten“ ist ein schönes und stellenweise sehr emotionales Buch, das meiner Meinung nach aber im Mittelteil etwas gestrafft hätte werden können. Auch eine etwas weniger „besessene“ ...

„Alles, was wir niemals sagten“ ist ein schönes und stellenweise sehr emotionales Buch, das meiner Meinung nach aber im Mittelteil etwas gestrafft hätte werden können. Auch eine etwas weniger „besessene“ Protagonistin hätte der Geschichte gut getan.

Neve verliert in jungen Jahren ihre erste große Liebe bei einem Autounfall und kann diesen Verlust nie richtig verarbeiten. Dies wird besonders deutlich, als sie Jahre später auf Ash trifft. Er ist charmant, gut aussehend und erinnert Neve in dermaßen vielen Dingen an ihren verstorbenen Freund, dass sie beginnt an Seelenwanderung zu glauben.

Die Thematik ist durchaus sehr interessant, wurde hier meiner Meinung nach aber etwas zu sehr auf die Spitze getrieben und damit überreizt. Die Protagonistin wird einem beim Lesen mehr und mehr lästig und die Geschichte verliert auch an Glaubwürdigkeit. Weniger wäre hier durchaus mehr gewesen und hätte dennoch die Romanidee und auch die Themen Trauerbewältigung, Abschied, neue Liebe gut transportieren können.

Insgesamt hätte das Buch mit einigen Seiten weniger gut auskommen können, denn viele Auflösungen wurden künstlich herausgezögert.

Umso mehr konnte mich der Abschluss des Romans begeistern. Er wurde rundum stimmig und mit viel Gefühl zu Ende gebracht und konnte mich mehr als einmal zu Tränen rühren. Das hat dann doch für einiges entschädigt und dem Buch noch seine 4 Sterne eingebracht.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Kurzweilige Sommerlektüre

Umweg zum Sommer
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Der erfolglose Musiker und Lebenskünstler Martin will nach Portugal zu einem Musikfestival, um seine Karriere noch einmal in Schwung zu bringen. Da kommt ihm sein Neffe Karl eher ungelegen, auf den er ...

Der erfolglose Musiker und Lebenskünstler Martin will nach Portugal zu einem Musikfestival, um seine Karriere noch einmal in Schwung zu bringen. Da kommt ihm sein Neffe Karl eher ungelegen, auf den er während der Ferien aufpassen soll.

So finden sich die zwei ungleichen Persönlichkeiten auf einem verrückten Roadtrip wieder, der sie von einer kuriosen Situation zur nächsten treibt und doch so ganz nebenbei zu Entwicklung und Reifung beiträgt.

Das Buch ist recht komödiantisch angelegt, transportiert aber schon auch grundlegende Gedanken zum Leben und der Persönlichkeit der beiden Protagonisten. So klingen ebenfalls Themen wie Verantwortungsbewusstsein, Liebe, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft an, um nur ein paar zu nennen. Beide merken auf der Reise, dass sie sich doch gar nicht so unähnlich sind und sich auf jeden Fall sehr gut tun. Insbesondere der altkluge Karl ist eine Freude und es macht Spaß seine Entwicklung zu verfolgen.

Das Buch ist locker leichte Unterhaltung und lässt sich auch ebenso lesen. Es ist aus meiner Sicht eine schöne, kurzweilige Sommerlektüre mit witzigen Dialogen. Mir hat es gefallen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Originell und überraschend anders

The Deer and the Dragon
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„The Deer and the Dragon“ war ganz anders als erwartet. Ein besonderes und originelles Buch - mir hat es gefallen.

Marlow wächst in Armut und in einer religiös fanatischen Familie einsam und mit der ...


„The Deer and the Dragon“ war ganz anders als erwartet. Ein besonderes und originelles Buch - mir hat es gefallen.

Marlow wächst in Armut und in einer religiös fanatischen Familie einsam und mit der Erfahrung seelischer und körperlicher Gewalt aber auch der Gabe der Hellsichtigkeit auf. Halt gibt ihr ihr scheinbar „imaginärer Freund“ Caliban, der sich mit der Zeit als erstaunlich real und dann auch noch als Prinz der Hölle erweist.

Die Autorin hat hier eine fantastische Welt zwischen Erde, Himmel und Hölle geschaffen und diese Welten auf eine originelle Weise miteinander verknüpft. Protagonistin Marlow ist herrlich menschlich und tappst von einer Katastrophe in die andere während ihre übersinnlichen Freunde - allen voran Fauna - die Geschichte mit liebenswürdigem Witz aufladen.

In dem Auftakt einer Dilogie schwingen verschiedene Themen mit, die der Autorin , wie sie selbst im Vorwort deutlich macht, sehr wichtig sind: Mentale Gesundheit, die Entstigmatisierung von Sexarbeit und queere Liebe finden ihren Platz in ihrem besonderen Roman.

Der Stil der Autorin ist irgendwie besonders, lässt sich aber sehr gut lesen. Ihr ist es gelungen mich zu fesseln und der Geschichte mit Begeisterung zu folgen, auch wenn sie etwas braucht um in Sachen Spannung in die Gänge zu kommen. Mir hat es aber gefallen, wie Marlow, ihr Leben und die geschaffene Welt mit vielen Details eingeführt werden. Ich bin froh, das Buch entdeckt zu haben und freue mich auf Band 2.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Umfangreich recherchiert

Verbrannte Wörter
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Dieses Buch lohnt sich für alle, die achtsam mit unserer Sprache umgehen wollen und sich für die Geschichte der Wörter interessieren. Die hier getroffene Auswahl wurde sehr detailliert recherchiert und ...

Dieses Buch lohnt sich für alle, die achtsam mit unserer Sprache umgehen wollen und sich für die Geschichte der Wörter interessieren. Die hier getroffene Auswahl wurde sehr detailliert recherchiert und anhand zahlreicher historischer Quellen belegt.

Zustandegekommen ist so ein Werk, das in alphabetischer Reihenfolge zahlreiche Wörter unter die Lupe nimmt, die zurecht und teilweise auch unrecht eng mit dem NS-Regime verknüpft werden. So finden sich hier sowohl eindeutig problematische Begriffe, als auch der ein oder andere überraschende Terminus. Auf jeden Fall kann man einiges lernen über die Entstehung und historische Verwendung von Wörtern und Redewendungen. Das Buch ist somit allemal einen genaueren Blick wert.

Am Ende jeden Abschnitts gibt es eine kurze, sehr objektive Empfehlung des Autors, die teils kolumnenartig daher kommt, aber beim nachschlagen zumindest eine schnelle Einordnung erlaubt.

Etwas schwierig finde ich den Umgang mit dem Buch. Es ist zu faktenreich, um es von vorne nach hinten zu lesen (zumindest wenn man den Anspruch hat das Gelesene auch zu behalten). Vermutlich aber auch nicht vollständig genug, um es tatsächlich als Nachschlagewerk zu verwenden. Aber wenn man sich immer mal ein Wort vornimmt kann man hier viel mitnehmen.

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