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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2025

Eine zarte und poetische Liebesgeschichte

Weil es nicht anders sein kann
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Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es hat mich berührt und emotional auf eine wunderbare Weise abgeholt. Es ist eine leise, fast märchenhaft anmutende Liebesgeschichte, die sich sehr viel Zeit nimmt ...

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es hat mich berührt und emotional auf eine wunderbare Weise abgeholt. Es ist eine leise, fast märchenhaft anmutende Liebesgeschichte, die sich sehr viel Zeit nimmt und dennoch nicht langweilt. Stilistisch wunderbar geschrieben. Die schnell wechselnde Perspektive zwischen den beiden Protagonisten gibt einem das Gefühl, das Leben und Empfinden der beiden parallel verfolgen zu können.

Mit Addie und Sol hat die Autorin zwei ganz besondere Charaktere geschaffen, die sich - vielleicht gerade aufgrund ihrer besonderen Andersartigkeit - gefunden haben. Addie, früh aus der Schule genommen und in der Einsamkeit einer rauen Insel im Einklang mit der Natur aufgewachsen, trifft auf Sol, den Vogelliebhaber aus einem streng religiösen Haushalt. Beide haben ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Elternhaus und es vereint sie der Wunsch nach Freiheit und der Drang, sich aus den Fesseln zu lösen.

Es entspinnen sich fast philosophische Gespräche zu Sprache und Metaphern, zu Glaube, Natur, Freiheit und natürlich Liebe. So liefert einem das Buch viele Denkanstöße und lässt einen ehrlich gesagt auch ein bisschen leiden. Denn das Lieben zu lernen ist mit viel Schmerz verbunden, der mich teilweise etwas ungeduldig zurückgelassen hat.

Für alle Leser, die sich gerne auf ausführliche Naturbeschreibungen, nachdenklich-philosophische Dialoge und eine vielleicht nicht 100%ig authentische, aber sehr tiefe Liebesgeschichte einlassen, auf jeden Fall eine Lektüre wert.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Leise und tiefgründig

Sunbirds
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„Sunbirds“ hat mich mit auf eine Selbstfindungs-Reise genommen und viele Gedankenanstöße mitgeliefert. Und auch, wenn mir die Protagonistin mit ihren Entscheidungen am Ende fremd geblieben ist, hat mich ...

„Sunbirds“ hat mich mit auf eine Selbstfindungs-Reise genommen und viele Gedankenanstöße mitgeliefert. Und auch, wenn mir die Protagonistin mit ihren Entscheidungen am Ende fremd geblieben ist, hat mich das Buch berührt.

Es ist ein Buch, das seine Geschichte leise und bedächtig erzählt. Es geht viel um Schmerz, Verlust, Hoffnung und auch Hoffnungslosigkeit. Aber auch um Mutterschaft, Liebe und Vergebung. In der Umgebung Indiens, die für viele Menschen die Suche nach Freiheit und Erleuchtung symbolisiert, sucht Anne nach ihrem vor sieben Jahren verschollenen Sohn. Es werden verschiedene Lebensgeschichten beleuchtet in diesem schönen Buch - verschiedene Schicksale, die ein unterschiedliches Licht auf das Leben und die Idee von Freiheit werfen.

Mich hat das Buch gepackt und der Stil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ihre Liebe zu und Kenntnis von Indien wird beim Lesen sehr spürbar. Die recht kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven haben nach und nach ein Gesamtbild entblättert.

Konnte ich mich mit den Charakteren identifizieren? Großteils eher nicht. Für mich war es eher eine Reise in die Fremde - sowohl was das Land als auch die Lebensentwürfe anbelangt. Aber gerade das hat auch seinen gewissen Reiz ausgeübt

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Wiedersehen mit den Kriminalistinnen

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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Dieser dritte Band rund um die ersten Frauen, die in Deutschland als Kriminalistinnen ausgebildet wurden, bildet den Abschluss einer tollen Reihe. Eine Reihe, die den Zeitgeist der späten 1960er und frühen ...

Dieser dritte Band rund um die ersten Frauen, die in Deutschland als Kriminalistinnen ausgebildet wurden, bildet den Abschluss einer tollen Reihe. Eine Reihe, die den Zeitgeist der späten 1960er und frühen 1970er aufleben lässt und seinen ganz eigenen Flair versprüht.

Der Autor hat seine ganze Buchreihe sehr vielschichtig aufgebaut. Neben einem Kriminalfall geht es auch sehr intensiv um das Leben und die Rolle der Frau in der damaligen Zeit. Weitere Themen sind der Umgang mit Homosexualität und der Stand der Technik bei Ermittlungsarbeit und Spurensicherung. Die verschiedenen losen Fäden aus den beiden ersten Bänden rund um Protagonistin Lucia wurden hier zu einem guten Abschluss gebracht.

Etwas schade fand ich, dass aus der Truppe der Kriminalistinnen mit Lucia, Ruth und Mieze nur noch drei starke Frauen eine tragende Rolle gespielt haben. Die weitern Charaktere, die auch alle eine sehr spannende Geschichte mitgebracht haben, wurden kaum oder nur am Rande erwähnt.

Auch den Kriminalfall dieses Bandes fand ich verglichen mit denen der anderen Bände deutlich schwächer. Vielleicht hat der Autor sich hier zum Abschluss auch einfach etwas verzettelt mit zwei parallelen Fällen und dem großen Fall rund um Lucias Mutter. So war mir insbesondere die Geschichte rund um das vermisste Mädchen etwas zu schnell und unproblematisch abgehandelt.

Aber alles in allem kann ich diese Trilogie wärmstens empfehlen. Sie besticht durch tolle Charaktere, viel Lokalkolorit und Zeitgeist. Die Bücher haben mir viel Spaß gemacht. Ich lege jedem ans Herz, mit Band 1 zu beginnen, denn auch die Rahmenhandlung rund um Lucia und die anderen Frauen ist es wert, chronologisch gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Etwas weniger wäre mehr gewesen

Alles, was wir niemals sagten
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„Alles, was wir niemals sagten“ ist ein schönes und stellenweise sehr emotionales Buch, das meiner Meinung nach aber im Mittelteil etwas gestrafft hätte werden können. Auch eine etwas weniger „besessene“ ...

„Alles, was wir niemals sagten“ ist ein schönes und stellenweise sehr emotionales Buch, das meiner Meinung nach aber im Mittelteil etwas gestrafft hätte werden können. Auch eine etwas weniger „besessene“ Protagonistin hätte der Geschichte gut getan.

Neve verliert in jungen Jahren ihre erste große Liebe bei einem Autounfall und kann diesen Verlust nie richtig verarbeiten. Dies wird besonders deutlich, als sie Jahre später auf Ash trifft. Er ist charmant, gut aussehend und erinnert Neve in dermaßen vielen Dingen an ihren verstorbenen Freund, dass sie beginnt an Seelenwanderung zu glauben.

Die Thematik ist durchaus sehr interessant, wurde hier meiner Meinung nach aber etwas zu sehr auf die Spitze getrieben und damit überreizt. Die Protagonistin wird einem beim Lesen mehr und mehr lästig und die Geschichte verliert auch an Glaubwürdigkeit. Weniger wäre hier durchaus mehr gewesen und hätte dennoch die Romanidee und auch die Themen Trauerbewältigung, Abschied, neue Liebe gut transportieren können.

Insgesamt hätte das Buch mit einigen Seiten weniger gut auskommen können, denn viele Auflösungen wurden künstlich herausgezögert.

Umso mehr konnte mich der Abschluss des Romans begeistern. Er wurde rundum stimmig und mit viel Gefühl zu Ende gebracht und konnte mich mehr als einmal zu Tränen rühren. Das hat dann doch für einiges entschädigt und dem Buch noch seine 4 Sterne eingebracht.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Kurzweilige Sommerlektüre

Umweg zum Sommer
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Der erfolglose Musiker und Lebenskünstler Martin will nach Portugal zu einem Musikfestival, um seine Karriere noch einmal in Schwung zu bringen. Da kommt ihm sein Neffe Karl eher ungelegen, auf den er ...

Der erfolglose Musiker und Lebenskünstler Martin will nach Portugal zu einem Musikfestival, um seine Karriere noch einmal in Schwung zu bringen. Da kommt ihm sein Neffe Karl eher ungelegen, auf den er während der Ferien aufpassen soll.

So finden sich die zwei ungleichen Persönlichkeiten auf einem verrückten Roadtrip wieder, der sie von einer kuriosen Situation zur nächsten treibt und doch so ganz nebenbei zu Entwicklung und Reifung beiträgt.

Das Buch ist recht komödiantisch angelegt, transportiert aber schon auch grundlegende Gedanken zum Leben und der Persönlichkeit der beiden Protagonisten. So klingen ebenfalls Themen wie Verantwortungsbewusstsein, Liebe, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft an, um nur ein paar zu nennen. Beide merken auf der Reise, dass sie sich doch gar nicht so unähnlich sind und sich auf jeden Fall sehr gut tun. Insbesondere der altkluge Karl ist eine Freude und es macht Spaß seine Entwicklung zu verfolgen.

Das Buch ist locker leichte Unterhaltung und lässt sich auch ebenso lesen. Es ist aus meiner Sicht eine schöne, kurzweilige Sommerlektüre mit witzigen Dialogen. Mir hat es gefallen.

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