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Veröffentlicht am 08.06.2025

Vom Erbe und den Chancen der Nachkriegskinder

Sputnik
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1957 schickt Russland seinen ersten Satelliten ins Weltall und seitdem ist „Sputnik“, so dessen Name, vielen in Erinnerung geblieben. Im selben Jahr kommt ein Junge auf die Welt, der diesen Spitznamen ...

1957 schickt Russland seinen ersten Satelliten ins Weltall und seitdem ist „Sputnik“, so dessen Name, vielen in Erinnerung geblieben. Im selben Jahr kommt ein Junge auf die Welt, der diesen Spitznamen erhält. Und die Leserschaft darf diesen Jungen auf seinem Weg durch sämtliche Höhe und Tiefen der Kindheit und Jugend bis ins frühe Erwachsenenleben begleiten.

Nach seinen ersten beiden erfolgreichen Büchern darf man nun endlich mehr von Christian Berkel erfahren, denn er bezeichnet seinen Roman selbst aus autobiographisch und es liegt nahe, dass er, voller Charme und Selbstironie, aus seinem eigenen Leben erzählt.
Für mich war es auch ein kleiner Ausflug in meine eigene Kindheit und Jugend, ich bin nur wenig später geboren und mein Vater hat mich ebenfalls sehr liebevoll Sputnik genannt.
Was Christian Berkel allerdings erlebt, ist eher ungewöhnlich. Eltern waren damals streng, achteten auf gutes Benehmen, Anstand und eine gute Ausbildung, während Sputnik schon extrem früh jede Menge Freiheiten genießt und sprichwörtlich in Sex and Drugs and Rock ‘n Roll abdriftet. Die Zeit mag so gewesen sein, aber für mich war das stellenweise einfach zu viel, etwas zu grob und auch irgendwie übertrieben. Im großen Gegensatz dazu steht das Erlebnis beim Besuch der Eltern, als er längst Fuß gefasst hatte und sich mit dem Holocaust und den Kriegserlebnissen der Eltern auseinandersetzen muss.
Es ist eine insgesamt spannende Geschichte um das Erwachsenwerden in einer Zeit des Aufschwungs und Aufbruchs, die sehr gut den Zwiespalt dieser Generation widerspiegelt. Mitreißend und bewegend geschrieben, ist dies sicherlich Christian Berkels persönlichstes Buch.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Teuflisch kluge Ermittlerin löst spannende Fälle!

Das Teufelshorn
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Am helllichten Tag wird am Strand ein kleines Mädchen entführt und verschwindet spurlos. Isabel Flores, die nach einer erfolgreichen Karriere bei der Polizei ihren Ausstieg als selbständige Unternehmerin ...

Am helllichten Tag wird am Strand ein kleines Mädchen entführt und verschwindet spurlos. Isabel Flores, die nach einer erfolgreichen Karriere bei der Polizei ihren Ausstieg als selbständige Unternehmerin genießt, wird um Hilfe gebeten. Und natürlich ist Isabels Spürsinn geweckt und sie begibt sich, ohne es zu ahnen, in Gefahr.

Das Cover zeigt die wunderbare Landschaft von Mallorca, eine Insel, auf der Isabel Flores eigentlich ihr Leben genießt und mit ihrem Angestellten Pep eine florierende Touristen-Vermietung betreibt.
Anna Nicholas schreibt extrem lebendig, voller Atmosphäre, unglaublich einfühlsam und sehr, sehr überschwänglich und detailreich. Das Kopfkino springt schon nach wenigen Schilderungen an und man wünscht sich, selbst Gast auf der Insel zu sein.
Mit Isabel Flores ist der Autorin so etwas wie ein Supergirl gelungen. Denn die junge Protagonistin ist nicht nur mit allen Wassern gewaschen, sondern auch klug, unglaublich gebildet und mutig, dabei wendig, einfallsreich und findig, und es gibt einfach nichts, was sie nicht kann. Manchmal sogar so Ungewöhnliches, dass man wirklich schmunzeln muss. Tatsächlich war sie mir in einigen wenigen Situationen beinahe zu allwissend, denn es gab nichts, wo sie nicht hätte mitreden können. Aber ja, sie überzeugt als Ermittlerin, bleibt immer sehr menschlich und empathisch, und der Plot ist spannend und ungemein abwechslungsreich.
Ein toller Krimi, der nicht nur mit Spannung, sondern auch mit sehr viel Gefühl und Atmosphäre punktet. Ein wunderbares Debut, dass unbedingt eine Fortsetzung erfordert!
Valentine Romanski liest mit angenehmer Stimme und verleiht der Protagonistin einen charmanten, mädchenhaften Charakter.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Schwarzer Humor perfekt präsentiert in einem abgründigen Plot

Sonnwendmord
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Sonnwend in der wunderschönen Wachau, doch der Abend endet mit Grauen, denn im Feuer befindet sich eine Frau, Arzthelferin und den meisten Anwesenden bekannt. Keine Frage, dass Horvath und seine Mimi den ...

Sonnwend in der wunderschönen Wachau, doch der Abend endet mit Grauen, denn im Feuer befindet sich eine Frau, Arzthelferin und den meisten Anwesenden bekannt. Keine Frage, dass Horvath und seine Mimi den Grund für diesen furchtbaren Tod herausfinden wollen. Und sich nach und nach ein wahrer Abgrund auftut, mit lebensgefährlichen Folgen.

Ich finde, mit diesem Cover hat sich der emons:-Verlag wirklich selbst übertroffen! Es ist ein echter Hingucker! Und genauso explosiv ist der Inhalt, für den Fanny Svoboda zeichnet. Es ist ihr zweiter Horvath-und-Mimi-Krimi, der in der Wachau rund um Krems spielt, und wer die Gegend kennt, wird von der Atmosphäre begeistert sein.
Auch der Fall hat es wieder in sich. Allerdings muss man sich schon auf den Stil der Autorin einlassen und so manche Szene mit einem Augenzwinkern und breitem Lächeln nehmen. Ihr Stil ist lebendig, sehr detailreich und voller Humor, der natürlich manchmal überzogen oder skurril wirkt. Umso mehr amüsiert man sich über Horvaths Einfälle, Mimis unerschütterlichem Glauben an das Gute und den illustren Kreis ihrer Freunde bzw. Familie. Das der Fall gut konstruiert und schlüssig ist und mit reichlich überraschenden Wendungen einhergeht, macht die Story spannend und ausgesprochen unterhaltsam. Ein wunderbar schwarz-humoriger Krimi, der mir sehr gut gefallen hat!

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein liebenswertes Team ermittelt in schönster Umgebung!

Was am Ufer lauert
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Polizeireporterin Gianna stößt am Ufer des malerischen Gardasees auf eine entstellte Frauenleiche. Ganz klar, dass hier sofort die Familie samt ihrer Chefin die Ermittlungen aufnimmt. Aber dabei gerät ...

Polizeireporterin Gianna stößt am Ufer des malerischen Gardasees auf eine entstellte Frauenleiche. Ganz klar, dass hier sofort die Familie samt ihrer Chefin die Ermittlungen aufnimmt. Aber dabei gerät allerdings nicht nur der eigensinnige Onkel Francesco in Gefahr!

Es ist der zweite Fall für Gianna Pitti und ich bin auf jeden Fall wieder gefangen von dem wunderschönen Cover, das den malerischen Gardasee zeigt. Auch die Story war wieder wunderbar unterhaltsam.
Lenz Koppelstätter hat einen ganz eigenen Stil, manchmal etwas verschachtelt, aber lebendig und daher erstklassig in die Szenerie passend. Seine Protagonisten sind richtige Unikume, ganz besonders Onkel Francesco hat es mir wieder angetan. Seine Lebenseinstellung, seine Aktionen und insbesondere sein großes Genießerherz haben mich sehr oft zum Schmunzeln und schwelgen gebracht. Allerdings war der Plot für mich diesmal nicht so hundertprozentig überzeugend, dafür aber abwechslungsreich und unterhaltsam. Stellenweise hat mir die Spannung gefehlt, während es zum Ende hin auf einmal sehr schnell ging und die Details erst im Nachgang enthüllt wurden. Nichtsdestotrotz ein atmosphärischer, sehr unterhaltsamer Krimi mit Cosy-Note!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Die Selbstdarstellung eines Autors, geschickt verpackt in einer raffinierten Story!

In einem Zug
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Das Cover ist wie ein Gemälde wunderschön gestaltet und passt ganz ausgezeichnet zum Titel des Buches! Denn der berühmte Schriftsteller Eduard Brünhofer reist im Zug von Wien nach München, um einen unerfreulichen ...

Das Cover ist wie ein Gemälde wunderschön gestaltet und passt ganz ausgezeichnet zum Titel des Buches! Denn der berühmte Schriftsteller Eduard Brünhofer reist im Zug von Wien nach München, um einen unerfreulichen Termin in seinem Verlag wahrzunehmen. In seinem Abteil befindet sich eine Frau, die es erstklassig versteht, Brünhofer in ein zunächst ungewolltes, dann aber zunehmend faszinierendes Gespräch zu verwickeln.

Daniel Glattauer inszeniert eine Begegnung zwischen einem erfolgreichen Autor und einer reizenden Frau, die aufgrund der Reisedauer zeitlich begrenzt ist. Brünhofer erzählt selbst und verzettelt sich in Selbstbetrachtungen, die manchmal etwas langatmig und selbstgefällig erscheinen, aber mit zunehmender Gesprächsbereitschaft auch spannender werden. Catrin Meyr zeigt Empathie und Interesse, zufällige Ereignisse sorgen auch für Schmunzelmomente, aber im Fokus bleibt stets das Gespräch der beiden, welches sich immer offener und tiefgründiger gestaltet. Wenn man dann nach Salzburg und Rosenheim schon beinahe vermutet, dass nichts Neues mehr ans Licht kommt, wird man doch von Daniel Glattauer sehr angenehm überrascht. Eine Wendung, die dieser Geschichte noch richtig pepp gibt, überzeugt und hat Klasse.
Christian Berkel aber ist das wahre Highlight in diesem Hörbuch. Er kann unglaublich gut erzählen, ja man denkt eigentlich, er ist selbst Brünhofer, der von egozentrisch bis süffisant jede erdenkliche Stimm- und Stimmungslage hervorragend interpretiert! Chapeau!

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