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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Gefährliche Aura

We Burn Daylight
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Eigentlich ist Lamb "nur" ein Landschaftsgärtner, aber er besitzt die Gabe, Menschen von sich und seinen Ideologien zu überzeugen, so dass es immer mehr Menschen nach Waco zieht, wo er über die Prophezeiungen ...

Eigentlich ist Lamb "nur" ein Landschaftsgärtner, aber er besitzt die Gabe, Menschen von sich und seinen Ideologien zu überzeugen, so dass es immer mehr Menschen nach Waco zieht, wo er über die Prophezeiungen Gottes für die letzten Tage der Menschen predigt. Unter ihnen ist die Teenagerin Jay mit ihrer Mutter. Nach einer Begegnung mit dem gleichaltrigen Sheriffs-John Roy fühlt sich Jay zu ihm hingezogen und versucht sich aus den Fängen der Gemeinschaft zu lösen, muss dafür aber auch ihre Mutter überzeugen, oder sie verlassen. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und für die junge Liebe scheint es nur wenig Hoffnung zu geben...

Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Autor Bret Anthony Johnston hat sich in seinem neuen Roman mit den dramatischen Begebenheiten der Branch Davidians im Jahre 1993 auseinandergesetzt. Ich habe die vielen guten Bewertungen seines Debüt-Romans "Justins Heimkehr" gelesen und bin mit einer hohen Erwartungshaltung in das Buch gestartet. Er erzählt die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führt. Aus meiner Sicht gelingt es ihm dabei sehr gut die besondere und rational nur schwer nachvollziehbare Faszination um den Sektenführer in eine bewegende Leibesgeschichte einzubetten. Die historischen Fakten um dieses Sektendrama wirken sehr gut recherchiert und sorgen mit dem realen Hintergrund für noch mehr Betroffenheit. Aufgrund der vergeblichen Versuche seitens des FBI für eine Deeskalation zu sorgen, scheint die junge Verbindung der beiden Teenager die einzige wirkliche Waffe gegen das sich anbahnende Fiasko zu sein.

Insgesamt ist "We burrn daylight" ein für mich gelungener Roman mit einem sehr gut aufbereiteten und immer wieder aktuellen Thema des Fanatismus und einem entsprechenden Umgang damit. Bret Anthony Johnstons Erzähltalent hat mich dabei in den Bann gezogen und die dramatische Vergangenheit noch einmal aufleben lassen. Ein lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Wenn Luxus zum Problem wird

The Island - Auf der Flucht
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Die Hotelmanagerin Lola hat in Hongkong ein schweres Problem, welches sich anders löst als sie gehofft hat. Für sie gilt es die Flucht zu ergreifen und an einem anderen Ort einen Neustart zu versuchen. ...

Die Hotelmanagerin Lola hat in Hongkong ein schweres Problem, welches sich anders löst als sie gehofft hat. Für sie gilt es die Flucht zu ergreifen und an einem anderen Ort einen Neustart zu versuchen. Ihr Freund Moxham kann da aushelfen und lädt sie auf Keeper Island ein, die Trauminsel für die ganz Reichen, auf der jeder Wunsch erfüllt wird. Das vermeintliche neue Glück stellt sich aber schnell als Alptraum dar, als die Leiche von Moxham im Meer gefunden wird. Lola glaubt den Vermutungen, dass es sich um einen Unfall handeln sollte, nicht und macht sich auf die Suche nach den Geheimnissen auf der Insel, ohne zu ahnen, auf welche menschlichen Abgründe sie dabei stößt...

Die prämierte amerikanische Autorin Nicola Martin hat mit "The Island - Auf der Flucht" einen aus meiner Sicht spannenden Thriller veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem leicht zugängigen und flüssig zu lesenden Schreibstil und arbeitet viel mit der direkten Rede. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod des Ressource-Chefs gut aufgebaut und kann dann nach anfänglichen Schwierigkeiten auf einem guten Niveau gehalten werden. Gerade die erste Hälfte des Buches zog sich aufgrund vieler Protagonisten und vermeintlicher Nichtigkeiten ein wenig in die Länge, während das Tempo danach deutlich angezogen wurde und die Spannung somit auch deutlich in die Höhe ging. Das Ganze bleibt ein wenig verworren und die vielen Optionen laden zum Miträtseln bezüglich Täter und Tathintergründe ein. das fulminante Finale rundet das Buch mit einer nachvollziehbaren Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist "The Island - Auf der Flucht" für mich ein ordentlicher Thriller, der mir einige spannende Lesestunden bescherte. Die Autorin Nicola Martin kann mit einem ordentlichen tempo und einer komplex konstruierten Geschichte überzeugen. Ich empfehle den Spannungsroman daher gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Leichter und unterhaltsamer Kriminalroman

Das Teufelshorn
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Isabel Flores ist auf das heimische Mallorca zurückgekehrt, da sie ihr letzter Fall als spanische Kommissarin emotional zu sehr in Beschlag genommen hat. Sie genießt die malerische Umgebung und leitet ...

Isabel Flores ist auf das heimische Mallorca zurückgekehrt, da sie ihr letzter Fall als spanische Kommissarin emotional zu sehr in Beschlag genommen hat. Sie genießt die malerische Umgebung und leitet eine Ferienhausvermittlung. Eines Tages verschwindet aber ein sechsjähriges Mädchen spurlos und die Ermittler bitten Isabel aufgrund ihrer gemachten Erfahrung bei der Suche zu helfen. Obwohl sie dies eigentlich nicht mehr wollte, holt sie ihr Ehrgeiz wieder ein und beginnt mit den Recherchen. Kurze Zeit später wird ein älterer Mann auf der Insel ermordet und wo sie gerade einmal ermittelt, versucht sie auch hier zu unterstützen. Stehen die beiden Fälle vielleicht sogar in Verbindung?

Die britische Autorin Anna Nicholas hat mit "Das Teufelshorn" aus meiner Sicht einen spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman in malerischer Kulisse veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem leicht zugängigen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell auf die spanische Insel entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem vermissten Mädchen gut aufgebaut und über die immer komplexer werdenden Ermittlungsarbeiten auf einem für mich hohen Niveau gehalten. Die ermittelnde Hauptprotagonistin wird interessant und sehr sympathisch charakterisiert, so dass es Spaß macht, sie auf ihrer Suche nach dem kleinen Mädchen und dem Mörder des älteren Mannes zu begleiten. Geschickt bindet Anna Nicholas die herausragende Kulisse, in der sie mittlerweile selber wohnt, in die Story ein, was dem Buch auch seinen Charme verleiht. Das Ganze konnte mich bis zum spannenden Finale in den Bann ziehen und die gut nachvollziehbare Auflösung rundet alles gut ab.

Insgesamt ist "Das Teufelshorn" ein aus meiner Sicht gelungener Regionalkrimi, der sich idealerweise als Urlaubslektüre anbietet. Das Buch konnte mich mit einer durchdachten Story, einer mehr als charmanten Ermittlerin und einem wohldosierten Lokalkolorit überzeugen, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Spannung am Gardasee

Was am Ufer lauert
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Nachdem ihr Vater gerade erst wieder zurückgekehrt ist, will die Journalistin Gianna Pitti die Bitte ihres Vaters nicht ablehnen, geheime Informationen in Empfang zu nehmen. Zur Übergabe kommt es aber ...

Nachdem ihr Vater gerade erst wieder zurückgekehrt ist, will die Journalistin Gianna Pitti die Bitte ihres Vaters nicht ablehnen, geheime Informationen in Empfang zu nehmen. Zur Übergabe kommt es aber nicht, stattdessen findet Gianna die Leiche einer älteren Frau im Meer. Bei ihr entdeckt sie die Hülle einer CD-Rom mit der Beschriftung "Die Geheimnisse Winston Churchills". Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Onkel macht sie sich nun auf die Suche nach dem Täter und der Vergangenheit Churchills, die mit der Gardasee-Region anscheinend zusammenhängt...

Der erfolgreiche Autor Lenz Koppelstätter konnte mich bereits mit seinen Kriminalromanen um den sympathischen Ermittler Commisario Grauner begeistern, so dass ich nun sehr gespannt auf sein neues Projekt vom Gardasee war. "Was am Ufer lauert" ist bereits der zweite Band aus der Reihe, aber ich hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme, so dass das Buch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Koppelstäätter erzählt die Geschichte in seinem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, mit dem er den Leser schnell in die Gardasee-Region entführt. Der Spannungsbogen wird mit der toten Frau und dem Geheimnis um Churchills Vergangenheit sehr gut aufgebaut und über die anschließenden Ermittlungen auf einem guten Niveau gehalten. Die Story wirkt gut durchdacht und konnte mich bis zum Finale, welches den fall mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung abrundet, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Was am Ufer lauert" ein gelungener Regionalkrimi, der mit einer guten Mischung aus Lokalkolorit und Spannung überzeugen kann, aber aus meiner Sicht nicht ganz an das Niveau der Südtirol-Kriminalromane um Commisario Grauner heranreichen kann. Ich empfehle das vorliegende Buch durchaus als soliden Kriminalroman und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Die eigene Vergangenheit

Die Schanze
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Obwohl sie eigentlich nie wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren wollte, beschließt Ellen nach einer gescheiterten Beziehung genau an dem Ort einen Neuanfang zu wagen. Die praktizierende Ärztin nutzt die ...

Obwohl sie eigentlich nie wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren wollte, beschließt Ellen nach einer gescheiterten Beziehung genau an dem Ort einen Neuanfang zu wagen. Die praktizierende Ärztin nutzt die Chance, eine Praxis zu übernehmen wobei der Start ganz anders verläuft, als gewollt. Durch Zufall wird sie mit dem Tod eines jungen Mannes konfrontiert, der sie gleichzeitig in ein vergessen geglaubtes Trauma stürzt. Sie erkennt, dass sie nur eine Chance hat, hier Fuß zu fassen, wenn sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellt und die Geheimnisse von damals ans Tageslicht holt...

Der deutsche Autor Lars Menz hat mit "Die Schanze" ein aus meiner Sicht ordentliches Debüt veröffentlicht. Er erzählt die Geschichte in einem äußerst temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der das Buch schnell zu einem Page-Turner macht. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der ersten Leiche und der geheimnisvollen Vergangenheit direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches auf einem ordentlichen Niveau gehalten. Die Protagonisten hätten für mich noch intensiver und ausführlicher gezeichnet werden dürfen, so dass dem Thriller ein wenig Tiefgang fehlt. Die Story ist aber clever konzipiert und sehr spannend aufgebaut, was mich bis zum fulminanten Finale, in dem eine gut nachvollziehbare Auflösung alles gelungen abrundet, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Die Schanze" ein aus meiner Sicht verheißungsvolles Thriller-Debüt, welches Lust auf mehr aus der Feder von Lars Menz macht. Die Kombination aus Spannung, hohem Lesetempo und raffinierter Storyline konnte mich überzeugen, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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