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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2025

warmherzig und klug

Der alte Apfelgarten
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Sharon Gosling gehört inzwischen zu den Autorinnen, deren Bücher ich immer lesen möchte, weil sie mich mit einem glücklichen Gefühl zurücklassen. Dabei sind sie zwar leicht aber keineswegs seicht. Diese ...

Sharon Gosling gehört inzwischen zu den Autorinnen, deren Bücher ich immer lesen möchte, weil sie mich mit einem glücklichen Gefühl zurücklassen. Dabei sind sie zwar leicht aber keineswegs seicht. Diese Gratwanderung ist ein Kunststück, dass jetzt auch beim vierten Buch wunderbar gelingt.

Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Der große Altersunterschied und Streitereien in der Jugend haben die beiden entzweit und erst der Tod des Vaters bringt die beiden durch das gemeinsame Erbe wieder zusammen. Der Hof ist mit hohen Schulden belastet und erst, als sie merken, dass sie auch einen Apfelgarten besitzen, der Gewinn bringen könnte, raufen die beiden sich zusammen.

Die Geschichte wird warmherzig und klug erzählt. Man kann sowohl den Ärger der Schwestern aufeinander verstehen, als auch nachvollziehen, wie sie sich langsam auf ihre Familienbande besinnen und zu einer neuen Beziehung finden.

Am Ende ist alles so, wie man es sich als Leser wünscht. Aber man hat nicht das schale Gefühl eines profanen Happy Ends sondern ein glückliches Gefühl, Freundinnen gefunden zu haben.

Veröffentlicht am 08.06.2025

Beeren pflücken

Beeren pflücken
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Das Buch "Beeren pflücken" ist sehr emotional und über weite Strecken eine wirklich traurige Geschichte.

Einer indigenen Familie wird ein kleines Mädchen geraubt. Es wächst bei einer weißen Familie auf. ...

Das Buch "Beeren pflücken" ist sehr emotional und über weite Strecken eine wirklich traurige Geschichte.

Einer indigenen Familie wird ein kleines Mädchen geraubt. Es wächst bei einer weißen Familie auf. Sie fühlt ihr Leben lang, dass etwas falsch ist, dass ihre angeblichen Eltern sich seltsam benehmen. Aber jahrzehnte lang wird ihr die Wahrheit verschwiegen.

Ihre wirkliche Familie leidet schwer unter dem Verlust und der ungewissheit. Vor allem ihr wenig älterer Bruder fühlt sich schuldig und hadert sein Leben lang damit, dass er den Raub nicht verhindern konnte.

Man wünscht sich die ganze Zeit, dass das Mädchen - später die Frau - die Wahrheit erfahren und ihre Familie widerfinden wird. Ich möchte nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht. Ich habe bis zur letzten Seite mit gefiebert und mitgelitten und finde, die Autorin hat eine sehr kluge Art, um die seelischen Verletzungen zu beschreiben. Ich fand es auch gut, dass die falsche Familie nicht als die abgrundtief Bösen dargestellt wurden.

Veröffentlicht am 08.06.2025

toller Liebesroman

Just for the Summer
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Emma und Justin bilden sich beide ein, dass auf ihren Beziehungen ein Fluch lastet. Denn immer, wenn sie eine Beziehung beenden, dann findet der Ex-Partner den richtigen oder die richtige fürs Leben. Nachdem ...

Emma und Justin bilden sich beide ein, dass auf ihren Beziehungen ein Fluch lastet. Denn immer, wenn sie eine Beziehung beenden, dann findet der Ex-Partner den richtigen oder die richtige fürs Leben. Nachdem sie dass beide voneinander feststellen liegt die Idee nahe, dass sie einfach kurz einen "Sommer lang" mal sich gegenseitig daten, um sodann, nach einer einvernehmlichen Trennung auf das langesuchte Pendant zu treffen.

Ist ja klar, dass sie eigentlich einander finden. Aber trotz der schienbaren Vorhersehbarkeit ist eine eine wirklich charmante und klug erzählte Geschichte. Die Hauptdarsteller haben beide ein wenig mit vergangenen Schicksalsschlägen zu kämpfen und das ist mit ein Grund, dass sie sich gut verstehen. Ich mochte diese Ernsthaftigkeit die trotz aller Leichtigkeit immer wieder mal durchschimmerte.

Was für ein toller Liebesroman. Diese Autorin muss ich mir merken.

Veröffentlicht am 11.05.2025

toller Roman

Wie Risse in der Erde
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"Wie Risse in der Erde" von Clare Leslie Hall hat mich emotional schon ziemlich durchgeschüttelt. Und ich bin doch eher hart im nehmen. Erzählt wird eine Dreiecksgeschichte, die am Ende mit einem Toten ...

"Wie Risse in der Erde" von Clare Leslie Hall hat mich emotional schon ziemlich durchgeschüttelt. Und ich bin doch eher hart im nehmen. Erzählt wird eine Dreiecksgeschichte, die am Ende mit einem Toten und einem Prozess enden wird. Das ist in Ansätzen schon ziemlich schnell klar, auch wenn man sehr lange nicht weiß, wer ist das Opfer wer der Täter oder die Täterin. Daraus entsteht beim Lesen eine ganz eigene Dynamik. Eine Traurigkeit, weil man weiß, diese Geschichte geht nicht gut aus. Und eine Dramatik, die einen nur so durch die Abschnitte sausen lässt. Das Buch bedient sich auch der Technik, mit kurzen Kapiteln und Cliffhangern zu spielen, wodurch die Spannung stetig anzieht.

Der Erzählstil ist klar und gut lesbar. Der Leserschaft wird zwar ein gewisser Spielraum gelassen, aber die Gefühle der Darsteller werden benannt und kommen gut rüber.

Für mich eine richtige Neuentdeckung und wirklich ein toller Roman.

Veröffentlicht am 09.03.2025

Justizia ist blind

Dunkle Momente
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Ich liebe Romane, in denen Rechtsanwälte eine Hauptrolle spielen und Straffälle und Gerichtsurteile erzählt und beleuchtet werden. Deshalb musste ich hier zugreifen und mein erstes Buch von Elisa Hoven ...

Ich liebe Romane, in denen Rechtsanwälte eine Hauptrolle spielen und Straffälle und Gerichtsurteile erzählt und beleuchtet werden. Deshalb musste ich hier zugreifen und mein erstes Buch von Elisa Hoven lesen. Der Titel "Dunkle Momente" trifft ziemlich gut, worum es geht.

Die Strafverteidigerin Eva Herbergen merkt, dass sie nach vielen Jahren und einigen sehr schweren Gerichtsfällen aus dem Tritt gekommen ist. Der Glaube an die Justiz und das Gesetz sind ins Wanken gekommen. Vor allem neun Verurteilte und ihr Schicksal sind es, die dazu beigetragen haben. In Rückblenden werden diese Fälle erzählt und die dunklen Momente geschildert, die Menschen zu Gewalttätern gemacht haben. Und es wird erzählt, dass Justizia mit ihrer Waage nicht immer das richtige Gleichgewicht zwischen subtilem Gerechtigkeitsempfinden und richterlichem Urteil hält. Denn Justizis ist manchmal blind. Aber was macht das aus den Menschen, die an diesem Prozess der Urteilsfindung beteiligt sind?

Ein Buch, wie es nur jemand schreiben kann, der wie die Autorin tief drin steckt in der Materie und im Dschungel von Recht und Gesetz. Ein Buch, das schaudern macht vor dem, was Menschen Menschen antun aber auch wie dünn die LInie ist vom rechten Weg abzukommen und zum Täter zu werden.

Ich fühlte mich ein wenig an die Bücher von Ferdinand von Schirach erinnert.