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Veröffentlicht am 21.06.2025

Ein etwas anderer Sommerroman

Noch fünfzig Sommer mehr
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Der Roman Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury erscheint im Ullstein Verlag.

Eleni lebt seit ihrer Kindheit bei ihren Großeltern in der Bretagne, im Garten und am Meer verlebte sie eine wunderbare ...

Der Roman Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury erscheint im Ullstein Verlag.

Eleni lebt seit ihrer Kindheit bei ihren Großeltern in der Bretagne, im Garten und am Meer verlebte sie eine wunderbare Kindheit in der Natur. Jahre später sind ihre Großeltern verstorben und Eleni hat den Verlust ihrer großen Liebe Théo zu verkraften. Seitdem verlässt sie nicht mehr das Haus und umgibt sich nur mit ihrem Kaninchen Anemone. Als sie vor ihrer Tür eine Blume mit einem mysteriösen Brief findet, fragt sie sich, von wem das wohl kommen könnte? Da die kleinen Nachrichten der unbekannten Person nicht aufhören, versucht Eleni herauszufinden, wer die Person ist. Sie muss sich dazu aber ihrer Vergangenheit stellen und langsam öffnet sie sich wieder dem Leben.



Avril Maury erzählt die Geschichte von Eleni, die durch die Trauer um ihren geliebten Théo wie erstarrt ist und sich isoliert. Das ändert sich als sie die Blumen und Briefe bekommt. Doch ganz so hoffnungsvoll und emotional wie erwartet hat sich der Roman leider nicht entwickelt.

Bei dieser Geschichte hat mich zu Beginn der wunderbare, atmosphärische Erzählstil begeistert, der Emotionen, Settings und Erlebnisse sehr schön sichtbar macht. Leider verliert sich dieser Effekt im Laufe der Handlung immer mehr.

Zu den Figuren muss ich sagen, dass sie für mich leider nicht sehr greifbar waren, gerade zu Eleni in ihrer depressiven Stimmung fand ich keinen näheren Zugang. Dabei hatte sie einige Schicksalsschläge zu verkraften und auch ihre Ängste vor Gewittern und dem Meer haben einen bestimmten Grund. Doch bis man die Hintergründe erfährt, dauert es etwas. In diesem Roman geht es mehr um Trauerbewältigung als um eine romantische Liebesgeschichte.

Die Handlung konnte mich nicht gänzlich fesselnd, in Rückblenden wird zu unterschiedlichen Erinnerungen in Elenis Kindheit und Jugend zurückgesprungen. Diese Zeitsprünge konnte ich zeitlich nicht gut einordnen und sie unterbrachen die Handlung auf merkwürdige Weise und damit auch meinen Lesefluss.

Dann wird das traumatische Erlebnis beschrieben, das bei Eleni Ängste ausgelöst hat. Obwohl ich erfuhr, was sie erlebt hat und ihre Gedanken dazu thematisiert werden, konnte ich nicht richtig mitfühlen und es berührte mich auch nicht in dem Maße wie erhofft.

"Noch fünfzig Sommer mehr" ist ein ruhiger, etwas melancholisch wirkender Roman, der von einer zweiten Chance erzählt und von der Kraft und der Schönheit der Natur.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Alte Liebe rostet nicht

Das Versprechen eines Sommertags
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Der Roman "Das Versprechen eines Sommertags" von Elena Sonnberg (Adriana Popescu) aus dem Goldmann Verlag spielt im sommerlichen Mallorca.

In den Sommerferien reist Isabelle gemeinsam mit ihrem Mann ...

Der Roman "Das Versprechen eines Sommertags" von Elena Sonnberg (Adriana Popescu) aus dem Goldmann Verlag spielt im sommerlichen Mallorca.

In den Sommerferien reist Isabelle gemeinsam mit ihrem Mann Stefan und den beiden Kindern nach Mallorca, ihre Eltern haben sie eingeladen und besitzen dort eine Finca. Seit ihrer Jugend verbindet Isabelle mit der Insel wunderbare Erinnerungen mit Strandfreuden und Glücksgefühlen. Doch jetzt sieht sie der Reise mit Bauchschmerzen entgegen, in ihrer Ehe kriselt es, Stefan wünscht sich eine Beziehungspause und das Familienleben mit zwei Kindern stresst sie ungemein.

Aber ihren Eltern zuliebe verschweigt sie ihre Probleme und versucht den Aufenthalt auf der Urlaubsinsel zu genießen. Das gelingt ihr nur solange, bis ihr Bruder einen alten Freund mitbringt, der alte Erinnerungen aufwirbelt. Denn mit Ben hat Isabelle hier auf Mallorca den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht.

"Es gibt verschiedene Versionen eines Happy Ends. Vielleicht ist ein Neuanfang ja meines." Zitat S. 421

Dieser Roman beschreibt Isabelles Geschichte, die in einer Beziehungskrise gefangen ist, was durch das Erscheinen von ihrem Jugendfreund umso schwieriger wird. Sie macht auf Mallorca eine Entwicklung durch und erkennt, dass es Zeit ist, loszulassen von ihrer Ehe und sich selber neu entdecken und frei fühlen für eine neue Beziehung.

Die Geschichte ist nicht so sommerlich leicht, wie ich anhand des Covers angenommen habe. Es geht um alte Gefühle, eine Ehe in der Krise und um eine Familie, die zusammen bleiben möchte.

Das Familientreffen findet auf Mallorca statt, es geht an den Strand, zum Schnorcheln und sie fahren Boot, doch das mallorquinische Feeling bleibt leider auf einen Ausflugsort und Freizeitaktivitäten beschränkt. Da hatte ich mir mehr Inselflair gewünscht. Als Neuanfangsroman hatte ich mir knisternde Romantik und die sommerliche Leichtigkeit eines Familienurlaubs erhofft, dafür gibt es lange Beziehungsgespräche und ein paar Probleme mit den Eltern, die aufgrund ihres Alters nicht mehr ganz gesund und fit sind.

Die Zeichnung ihrer Figuren ist Elena Sonnberg gut gelungen, alle Personen wirken lebendig und authentisch und man kann sie sich gut vorstellen. Dabei sind mir besonders die Eltern von Isabelle ans Herz gewachsen, sie zeigen, dass eine Liebe auch viele Jahre überdauern kann.

Die Geschichte hat mich gut unterhalten, aber irgendwie nicht so recht berührt. Dennoch ist die Botschaft angekommen, es gibt immer eine zweite Chance für alte und neue Lieben.

Unterhaltsamer, aber etwas vorhersehbarer Sommerroman mit Trennung, der Probleme von Beziehungen aufzeigt, aber auch Hoffnung macht, dass ein Neubeginn möglich ist oder eine lange Ehe voller Liebe.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Wenn eine Lebensperle fehlt!

Perlen
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Im Dumont Verlag erscheint das Romandebüt Perlen von Siân Hughes.

Mariannes Mutter verschwand, als sie gerade mal acht Jahre alt war und ließ sie, ihren kleinen Bruder Joe und ihren Vater zurück. Dieser ...

Im Dumont Verlag erscheint das Romandebüt Perlen von Siân Hughes.

Mariannes Mutter verschwand, als sie gerade mal acht Jahre alt war und ließ sie, ihren kleinen Bruder Joe und ihren Vater zurück. Dieser Verlust prägte Mariannes Leben und begleitet sie bis als Erwachsene und Mutter einer Tochter. Sie erinnert sich bruchstückhaft an Lieder und Spiele, die sie mit der Liebe ihrer Mutter verband, doch die große Frage, warum ihre Mutter gegangen ist, drängt sich ihr immer noch auf.

Die Geschichte handelt vom Verlust der Mutter, von Trauer und Selbstfindung. Der Roman schildert die Gedanken Mariannes, die den Verlust ihrer Mutter nie ganz überwunden hat und als Erwachsene darüber nachdenkt. Sie lässt uns in ihr Leben schauen, ihr Denken und Fühlen wird feinfühlig und berührend erzählt, man kann das Buch durch den eingängigen Erzählstil gut lesen. Aber die Figur der Marianne kam mir nie ganz nahe, ich konnte sie irgendwie nicht fassen, denn die Erzählung sprang in Episoden in Mariannes Leben hin und her, die sich mir nicht als Ganzes erschlossen haben. Geblieben ist für mich nur der Eindruck vom Aussöhnen mit der Vergangenheit und dem Abschiednehmen von der eigenen Mutter.

Anfangs wirkt die bildhaft und ruhig erzählte Geschichte eindringlich und hat mich mitgezogen. Mariannes Gedanken werden berührend geschildert und mit traurigen und dramatischen Erlebnissen aus der Vergangenheit gefüllt, doch je weiter sie sich uns öffnen will, umso mehr verliert sich der rote Faden der Geschichte. Es ergibt sich eine ungeordnete Aneinanderreihung von Szenen, so wie einzelne Perlen auf einer Kette, die kein großes Ganzes ergeben. Trotz intensiver Gedanken Mariannes blieb sie mir merkwürdig fremd.

Es gibt wertvolle und billige Perlen, gute und schlechte und genauso verhält es sich mit diesem Roman, der eine Aneinanderrreihung von Perlen ist, die mal schön sind, mal nahe gehen und berühren, mal traurig und auch verwirren, weil sie irgendwie nicht zu den anderen Perlen passen.

Trotz des berührenden Themas über den Verlust einer Mutter konnte mich die Geschichte nicht ganz erreichen.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Hat mich leider nicht so gepackt wie erhofft!

Umweg zum Sommer
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Stefan Kuhlmanns Roadtrip Umweg zum Sommer erscheint im Rowohlt Verlag.

Der abgerockte Musiker Martin plant einen Auftritt auf einem Musikfestival in Portugal und rechnet sich gute Chancen auf einen ...

Stefan Kuhlmanns Roadtrip Umweg zum Sommer erscheint im Rowohlt Verlag.

Der abgerockte Musiker Martin plant einen Auftritt auf einem Musikfestival in Portugal und rechnet sich gute Chancen auf einen musikalischen Durchbruch aus. Leider war sein letztes One-Hit-Wonder bereits vor 20 Jahren und nun hofft er auf sein Comeback.
Doch dann muss seine Schwester zu einer Reha und bittet Martin, für ihren Sohn Karl zu sorgen. Das passt Martin gar nicht und er bringt Karl zur Oma. Er startet in Richtung Süden und kann es kaum fassen, der blinde Passagier an Bord ist Karl. Der möchte seine Ferien nicht bei Oma verbringen, sondern viel lieber ans Meer nach Portugal.

Anfangs mag man es gar nicht glauben, doch die beiden ungleichen Weggefährten Martin und Karl wachsen auf ihrer Reise zusammen. Der 49-jährige Martin ist ein Kindskopf, ein Lebenskünstler, er glaubt allen Ernstes noch daran, eine erfolgreiche Musikerkarriere zu starten, dabei läuft sein einziger Erfolgshit "You Don’t Know Me" inzwischen unter den Oldies im Radio. Er fühlt sich immer noch als Rockstar und denkt, seine beste Zeit liege noch vor ihm. Ist das wirklich so? Martin kommen auf der Reise Zweifel, besonders weil sein nerviger Neffe das Leben anscheinend besser versteht als er.

Karl ist für diese Reise der beste Begleiter, er schwimmt total gerne und möchte ans Meer. Außerdem ist die Tiefsee sein Steckenpferd und er weiß alle möglichen Dinge, von denen sein Onkel Martin nicht einmal gehört hat, wie die Benthosökologie. Im Grunde findet er Martin ziemlich peinlich, denn der glaubt wirklich immer noch daran, als Rockstar durchzustarten. Genauso peinlich ist aber auch Karls Plüschtier, ein Orca, der überall mit muss. Mit diesem Sommer kommt aber auch Karl in die Pubertät und diese Entwicklung versteht Martin recht gut.

Auf ihrer Reise kommen Onkel und Neffe wegen knapper Kasse bei verschiedenen Verflossenen von Martin unter, mal gut, mal eher nicht. Sie begehen Ladendiebstahl, lassen sich von alten Bekannten Martins aushalten und helfen einem Flüchtling.

Die Geschichte ist locker erzählt, sehr unterhaltsam und hat einige schöne Szenen, über die ich schmunzeln konnte, vieles war aber vorhersehbar. Martin ist kein Mann, den ich bewundern würde. Er ignoriert die Zeichen der Zeit und denkt immer noch, er wäre ein echter Rockstar. Das erkennt auch Karl, der zwar sehr intelligent ist, aber auch recht altklug, womit er nicht nur Martin auf den Geist ging, sondern auch mir. Doch mit seiner charmanten Art hat er Erfolg und setzt seine Wünsche durch. Es war für mich interessant, was beide erleben und wie sie sich auf der Reise arrangieren und wie Martin die Realität erkennt.

Ein unterhaltsamer, humorvoller Roadtrip mit zwei speziellen Charakteren, die sich einander annähern und zum Zusammenwachsen der Familie sorgen!

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Keine leichte Kost, aber ein Debüt, das nachhallt!

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Das Debüt "Mit dir da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" von Sarah Lorenz erscheint bei Rowohlt Polaris.

Wir begleiten wir Elisa auf dem Weg zum Erwachsenwerden und erfahren, wie sie sich durch ihr ...

Das Debüt "Mit dir da möchte ich im Himmel Kaffee trinken" von Sarah Lorenz erscheint bei Rowohlt Polaris.

Wir begleiten wir Elisa auf dem Weg zum Erwachsenwerden und erfahren, wie sie sich durch ihr Leben kämpft und dabei in Mascha Kalékos Gedichten die Antwort auf ihre Lebensfragen sucht. Sie hält Zwiesprache mit Mascha, wohl wissend, dass nur sie selbst ihr Leben leben muss. Jedes Kapitel wird mit einem Gedicht von Mascha eingeleitet.

«Ich habe verschiedene Diagnosen erhalten: Borderline - natürlich, alle lauten, stark fühlenden, leidenschaftlichen und impulsiven Frauen erhalten irgendwann in ihrem Leben eine Borderline-Diagnose.» Zitat

Bei diesem Roman hatte ich Bedenken, dass es problematisch würde, mich mit der Figur der Elisa zu arrangieren. Denn in Sarah Lorenz persönliche Vorstellung ihres Buches auf der Buchmesse in Leipzig wusste ich einiges über den Inhalt der Geschichte. Darin krempelt die Ich-Erzählerin Elisa ihr Innerstes nach außen und lässt neunundzwanzig Jahres ihres Lebens seit der Trennung der Eltern Revue passieren. Es folgten Monate im Heim, ein Punk-Leben mit Dosenbier, Obdachlosigkeit, später Heimat finden in Hamburg und der Tod des Vaters in Eckernförde. Auch von ihrer großen Liebe erzählt sie, die sie vor besondere Schwierigkeiten stellt.

Mit dieser Geschichte kommt Elisa mir als Leserin sehr nah, indem sie gnadenlos offen von den Schattenseiten ihres Lebens erzählt, von Fremdeinflüssen, den eigenen Fehlern und Süchten, aber auch von ihren glücklichen und Halt bringenden Erlebnissen berichtet, die ihr Hoffnung gaben. Ihr Leben wurde durch die fehlende Liebe der Mutter geprägt, was man erst im Laufe der Erzählung wirklich genau begreifen kann und auch bei Elisa zu etwas mehr Verständnis führt. Ihre Einsamkeit versucht sie mit Inhalt zu füllen, sie taucht ein in die Welt der Bücher, Freunde muss sie erst gewinnen, findet öfter den falschen Umgang, greift zu Alkohol und Drogen und sucht in Männerbekanntschaften das kurze Glück. Häufig gerät sie auch da an Typen, die ihr nicht gut tun, da macht sie sich etwas vor und lässt sich in vieler Hinsicht zum Opfer machen.

Es ist schon harter Tobak und war nicht gerade leicht, sich mit Elisas Leben zu beschäftigen, doch die Erzählung hat es mir einfach gemacht, indem die Sprache mich einfach mitgenommen hat auf diese unheilvollen Begegnungen mit den dunklen Seiten des Lebens.
Die Themenbreite umfasst fehlenden Halt in der Kindheit, psychische Probleme, das Ausbrechen aus einem bürgerlichen Leben, sexuelle Übergriffe, falsche Beziehungen, Suizid, die Krebserkrankung ihres Mannes. Diese schwierigen Themen werden wie in einer Aufzählung nacheinander aufgelistet, in die Tiefe gegangen wird leider kaum.
Und über allem schweben die wunderbaren Gedichte von Mascha Kaleko, die nicht immer zum jeweiligen Kapitel passen, ich habe sie dennoch gerne gelesen. Doch hier geht es nicht um einen Gedichtband, es geht um Elisas Gefühle, ihre Hoffnung auf Liebe und ihre Erfahrungen.

Ein bewegendes und schonungslos erzähltes Buch, das man aushalten können muss, Triggerwarnungen gibt es genug!


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