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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2025

Auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit

Kokoro
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Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Selbsthilfebücher gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber hin und wieder verirrt sich das eine oder andere auf meine Leseliste. ...

Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Selbsthilfebücher gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber hin und wieder verirrt sich das eine oder andere auf meine Leseliste. Da es in diesem Buch laut Untertitel um japanische Weisheiten handelte, war meine Neugier geweckt. Seit vielen Jahren schon beschäftige ich mich mit allem Möglichen rund um Japan und hatte auch das Glück auf kurzen Dienstreisen das Land besuchen zu dürfen. Da es noch dazu um Weisheiten für ein gelungenes Leben handelte, machte die Sache nur noch umso interessanter.
Die Ausführungen der Autorin zum Thema japanische Namen und Schriftzeichen hatten für mich persönlich wenig Neues zu berichten. Wie bereits erwähnt, beschäftige ich mich schon länger mit Japan und dazu gehört auch das Erlernen der Sprache. Für Leser und Leserinnen, die bis dato aber noch keine oder kaum Berührungspunkte mit dieser Thematik hatten, sind diese aber sicher äußerst informativ und aufschlussreich, wenn auch ein wenig langatmig und trocken.
Im Vorfeld hatte ich mir ausnahmsweise relativ wenig Gedanken gemacht, was mich bei diesem Buch erwarten wird. Daher kann ich nicht sagen, dass ich von dem Buch enttäuscht bin, überrascht bin ich aber dennoch. Denn so richtig einordnen kann ich auch jetzt noch nicht, worum es sich bei dem Buch wirklich handelt. Natürlich ist es ein Selbsthilfebuch, aber auch ein Sachbuch und ein autobiografischer Roman. Wobei man das Wort Roman in diesem Zusammenhang nicht zu stark betonen darf. Die Autorin Beth Kempton verarbeitet in diesem Buch einige sehr persönliche und einschneidende Erlebnisse in ihrem Leben. Sie selbst ist in der statistischen Mitte ihres Lebens angekommen und erleidet dadurch eine Art Midlife Krise. Dazu kommt, dass sie innerhalb kurzer Zeit sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Mutter begraben musste. Kein Wunder daher, dass sie sich auf die Suche nach einem Erfolgsrezept für ein gelungenes und ausgefülltes Leben begibt. Genauso wenig verwunderlich ist, dass sie sich für diese Suche auf den Weg nach Japan macht, ist sie doch eine studierte Japanologin.
Die Autorin empfiehlt sich ein Notizbuch während des Lesens zur Hand zu nehmen, um darin immer wieder seine Gedanken aufzuschreiben und auch die Fragen, die sie am Ende der Kapitel stellt zu beantworten. Allein schon daran merkt man, dass dies kein Buch für zwischendurch ist, dass man einfach so in einem Rutsch durchliest. Wobei es sicher Menschen geben wird, die dies gemacht haben. Meiner Meinung nach sollte man sich aber wirklich die Zeit nehmen und das Buch immer wieder mal aus der Hand legen und über das Gelesene nachdenken. Nur so hat man wirklich eine Chance dem Kokoro auf die Spur zu kommen und auf den Grund zu gehen.
Das Buch liefert nicht wirklich etwas Neues, abgesehen davon, dass ich den Begriff Kokoro davor noch nicht kannte und die vielen Auslegungsvarianten des Wortes äußerst spannend finde. Die meisten Anregungen, die die Autorin liefert, hat man so oder so ähnlich schon einmal irgendwo gesehen oder gelesen und viele Dinge sind offensichtlich. Trotzdem ist es manchmal nicht schlecht, wenn man dies alles noch einmal und vor allem in geballter Ladung liest. So wird der Blick immer wieder darauf gerichtet und vielleicht verinnerlicht man dadurch einiges besser.
Manche der sogenannten Weisheiten haben einen stark esoterischen Charakter und ich habe das Gefühl, dass sich auch die Autorin stark zu esoterischen Themen hingezogen fühlt. Wer also nichts mit dieser Thematik anfangen kann, sollte besser die Finger von dem Buch lassen. Ist man allerdings offen sein Leben und sich selbst ein wenig zu hinterfragen kann man doch das eine oder andere aus dem Buch mitnehmen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Familiendrama mit Thriller Vibes

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Skandinavische Krimis und Thriller waren vor ein paar Jahren plötzlich extrem beliebt. An dem einen oder anderen Krimi habe ich mich versucht und sie durchaus auch genossen. Um die Thriller habe ich, da ...

Skandinavische Krimis und Thriller waren vor ein paar Jahren plötzlich extrem beliebt. An dem einen oder anderen Krimi habe ich mich versucht und sie durchaus auch genossen. Um die Thriller habe ich, da ich mich selbst, was solche Dinge betrifft, eher als zartbesaitet beschreiben würde, einen großen Bogen gemacht. Auch bei diesem Buch war ich anfangs unsicher, da es aber laut Verlag, im Bereich Belletristik eingeordnet ist, habe ich ihm eine Chance gegeben.
Die schwedische Autorin Malin Stehn hat sich bei diesem Buch entschieden, dass es aus der Ich-Perspektive erzählt werden soll. Damit die Sicht aber nicht zu einseitig wird, lässt sie die Ereignisse abwechselnd von drei Personen erzählen. Somit darf die Leserschaft tiefere Einblicke in das Seelenleben von Lollo, Nina und Frederik nehmen. Ich persönlich bin mit dem regelmäßigen Wechsel der Perspektive sehr gut zurechtgekommen. Wobei ich mir gewünscht hätte, dass man die Geschichte auch aus Sicht von Jennifer oder Smilla erleben hätte dürfen. Dies ist zwar leider nicht der Fall, dafür gibt es aber einige Rückschauen im Buch und somit erfährt man etwas mehr über die Vergangenheit von Jennifer.
Der Schreib- und Erzählstil von Malin Stehn hat mir wirklich gut gefallen. Sie hat es mit wenigen Worten geschafft, mich mit wenigen Worten in eine graue, kalte und triste Silvesternacht zu versetzen. Und dass, obwohl ich das Buch zum wahrscheinlich unpassendsten Zeitpunkt gelesen habe, nämlich bei knapp 30 Grad Außentemperatur und Sonnenschein. Das Setting des Buches hat mich angesprochen und obwohl ich noch nie in Schweden war, konnte ich die Szenarien vor meinem geistigen Auge sehen.
Mit den handelnden Personen hatte ich da eher Schwierigkeiten. Denn einerseits konnte ich ihre Handlungen und Gedanken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, aber war andererseits auch genervt von ihnen. Vor allem Frederik und seine weinerliche Art haben mich fast zur Weißglut getrieben. Sein ständiges Gejammer war für meinen Geschmack ein klein wenig übertrieben. Im krassen Gegensatz zu Lollo und Max, die meiner Meinung nach, das Verschwinden ihrer Tochter fast ein wenig zu leichtgenommen hat. Nina habe ich als das Bindeglied zwischen den beiden empfunden, sowohl was ihre Beziehung als auch ihre Gefühle betrifft.
Obwohl ich die Geschichte im Großen und Ganzen sehr interessant und an vielen Stellen auch spannend fand, hat sie sich doch auch ziemlich gezogen. Es wurde lange um den heißen Brei herumgeredet und falsche Spuren und Fährten gelegt, um dann die Auflösung mit einem Paukenschlag niedersausen zu lassen. Das Ende war ganz okay, hat mich aber nur bedingt zufrieden gestellt.
Wer sich auf einen packenden und vielleicht auch blutrünstigen Skandinavienthriller freut, sollte besser die Finger von dem Buch lassen, wenn man keine Enttäuschung erleben möchte. Fans von Familiendramen sollten diesem Buch aber auf jeden Fall eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Luft nach oben vorhanden

Faebound
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Die Farbkombination des Covers hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und ein kurzer Blick zum Klappentext hat meine Neugier nur geschürt. Aufgrund mangelnder Lesezeit habe ich mich für das Hörbuch entschieden. ...

Die Farbkombination des Covers hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und ein kurzer Blick zum Klappentext hat meine Neugier nur geschürt. Aufgrund mangelnder Lesezeit habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Etwas erstaunt war ich, dass das Buch nur von einer einzigen Sprecherin, nämlich Mona Fischer, gelesen wird, obwohl die Handlung aus der Perspektive von verschiedenen Personen erzählt wird. Meine anfängliche Skepsis hat sich dann aber schnell verflüchtigt, denn Mona Fischer hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Ihre Stimme und vor allem auch ihre Betonung haben mir sehr gut gefallen. Das Sprechtempo war mir allerdings ein wenig zu niedrig. Zum Glück kann man die Geschwindigkeit beim Hören anpassen.
Bereits zu Beginn war mir bewusst, dass es sich hier um den Auftaktband einer Trilogie handelt. Dementsprechend war mir klar, dass es am Ende einen Cliffhanger geben wird und das Buch durchaus seine Längen haben wird. In den meisten Fällen wird gerade im ersten Band viel Zeit darauf verwendet die Welt und die Personen zu beschreiben. In letzterem Punkt hat Autorin Saara El-Arifi mich keinesfalls enttäuscht. Ihre Detailverliebtheit bezüglich der Beschreibung von Kleidung und Frisuren sucht wirklich seinesgleichen. Bei der Welt hingegen hätte ich mir an manchen Stellen mehr Informationen gewünscht. Denn manchmal waren die Beschreibungen der Umgebung so dürftig, dass ich Schwierigkeiten hatte die Orte vor meinem inneren Auge zu sehen. Dies ist mir persönlich aber gerade bei Fantasy Büchern besonders wichtig.
Eine weitere Auffälligkeit des Buches war, dass viele der Personen als genderneutral oder genderfluid dargestellt waren. Mit der Tatsache an sich, dass dies so gemacht wurde, habe ich kein Problem, sondern finde dies als sehr positiv. Denn gerade bei Elfen und Fae hatte ich schon immer das Gefühl, dass sie weder eindeutig männlich noch weiblich sind. Meine Irritation entstand dadurch, dass das englische Pronom "they" verwendet wurde. Gerade bei den ersten Malen, als dies im Hörbuch vorgekommen ist, war ich irritiert, wer jetzt genau gemeint ist, da es für mich akustisch nicht klar verständlich war. Ich habe zuerst gedacht, dass es sich hierbei um einen Namen handelt und nicht gewusst wer da jetzt plötzlich gemeint ist. Erst mit der Zeit ging mir ein Licht auf.
Saara El Arifi hat bei dem Buch definitiv einiges richtig gemacht und die Geschichte konnte mich bis zu einem gewissen Grad in ihren Bann ziehen. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass man deutlich mehr daraus machen hätte können. Momentan bleibe ich aber optimistisch und denke mir, dass in den nächsten beiden Bänden das Potential voll ausschöpfen wird.
Da das Buch vom Verlag als Romantasy, also als Fantasy mit Schwerpunkt Romantik, vermarktet wird, muss ich auch noch ein paar Worte dazu verlieren. Romantik und Liebesgeschichten waren vorhanden, definitiv und an manchen Stellen auch sehr explizit beschrieben. Der Funke ist in dem Punkt bei mir aber nicht übergesprungen. Die Liebespaare waren für meinen Geschmack ein wenig zu konstruiert und die Leidenschaft nicht spürbar. Alles wirkte ein wenig flach und leidenschaftslos, ein Knistern kaum merkbar.
Mit den beiden Schwestern Yeeran und Lettle hat die Autorin zwei interessante Charaktere erschaffen. Ich würde sie beide nicht unbedingt als große Sympathieträgerinnen bezeichnen, aber als spannende und komplexe Figuren. Leider musste ich aber auch hier feststellen, dass die Autorin Potential verschenkt hat. Denn zu Beginn wirkte vor allem Yeeran, immerhin die jüngste Colonel ihres Elfenvolkes, sehr tough. Dieser Eindruck verschwand aber mit der Zeit immer mehr. Gegen Ende hin wirkten beide ziemlich naiv, da die Autorin beschlossen hatte, dass die beiden selbst die offensichtlichsten Dinge erst als letzte verstehen dürfen. Ich verstehe, dass die Autorin dadurch den Spannungsbogen am Leben erhalten wollte, meiner Meinung nach, war dies aber ein gescheitertes Vorgehen.
Das zu Beginn erwartete Loblieb auf das Buch kann ich nach Abschluss zwar leider nicht singen, trotzdem würde ich dieses Buch weiterempfehlen und freue mich bereits auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Eine ziemlich skurrile Mischung

Dem Kroisleitner sein Vater
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Das Cover des Buches ist jetzt nicht unbedingt ein optisches Highlight, trotzdem ist mir der Titel ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext klang interessant und versprach eine ...

Das Cover des Buches ist jetzt nicht unbedingt ein optisches Highlight, trotzdem ist mir der Titel ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext klang interessant und versprach eine interessante Mischung aus verschiedensten Genres. Dieses Versprechen wurde auch eingehalten, wenn ich auch sagen muss, dass für meinen Geschmack der kriminalistische Anteil ein wenig zu kurz kam.
Natürlich gibt es den Todesfall und wie es auch der Titel verspricht trifft es eben dem Kroisleiter sein Vater. Und wie es sich für einen Krimi gehört, gibt es die Ermittlungsbeamten und -beamtinnen, die Suche nach Zeugen, Hinweisen und Täter. Doch der Schwerpunkt des Buches liegt eher auf dem mehr oder weniger beschaulichen Örtchen St. Margarethen in der Steiermark und auf seinen Bewohnern und Bewohnerinnen und deren Geheimnisse.
Bei den meisten Krimis und vor allem den Regionalkrimis sind es die Ermittlungsbeamten, die den besonderen Charme ausmachen und das Buch von anderen im gleichen Genre abgrenzen. Zwar ist auch hier der Berliner Kollege Frassek ein ganz besonders spezielles Exemplar, doch sind es die Einwohner und Einwohnerinnen des Dorfes die das Buch von anderen abheben. Eine eingeschworene Gemeinschaft mit ganz vielen Unikaten. Vielleicht ein wenig zu viel, denn ich kann mich an keine einzige "normale" Person erinnern und dass, obwohl der Autor wirklich eine Fülle an Protagonisten auf den Lesenden loslässt.
Das an sich wäre ja noch kein Problem, wenn dazu nicht auch noch unzählige Handlungsstränge kommen würden, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben und doch irgendwie alle zusammenhängen. Da läuft man schon mal Gefahr den Überblick zu verlieren, wenn man nicht wirklich bei der Sache ist. Nach und nach schafft es Autor Martin Schult aber mehr oder weniger alle Fäden miteinander zu verknüpfen. Nur wenige Dinge bleiben offen oder unverständlich. Wobei ich sagen muss, dass mich manche davon wirklich gestört haben. Ohne zu viel vom Inhalt verraten zu wollen, aber es gab den einen oder anderen Handlungsstrang, mit dem ich überhaupt nichts anfangen konnte und auch nicht wusste, welche Relevanz er für die Geschichte hat.
Der Erzählstil des Autors gefällt mir sehr gut und das Tempo ist von Anfang an recht hoch, so dass wenig Zeit bleibt zu verschnaufen oder das Gelesene sacken zu lassen. Die Personen und vor allem auch die Dialoge sind witzig und skurril und haben mich an mancher Stelle erheitert. Obwohl der Autor kein Österreicher ist, finde ich das er die österreichische Seele sehr gut dargestellt hat.
Das Buch hat mich verhältnismäßig gut unterhalten, wenn es auch kein besonders herausragendes Erlebnis war. Eingefleischten Krimifans würde ich dieses Buch aber eher nicht empfehlen, da sie meiner Meinung nach mit diesem Buch nicht glücklich werden würden.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Wird dem Hype nicht ganz gerecht

Great Big Beautiful Life
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Emily Henry war für mich bis dato eine Unbekannte und das, obwohl sie anscheinend in den letzten Jahren zu den ganz Großen im Bereich der Liebesromane zählt. Dies liegt vermutlich daran, dass ich in den ...

Emily Henry war für mich bis dato eine Unbekannte und das, obwohl sie anscheinend in den letzten Jahren zu den ganz Großen im Bereich der Liebesromane zählt. Dies liegt vermutlich daran, dass ich in den letzten Jahren eher wenige Neuerscheinungen gelesen habe, daher bleibt der meist unvermeidliche Vergleich mit anderen Werken von ihr aus.
Das Cover ist überhaupt nicht mein Fall, da es für meinen Geschmack zu nichtssagend ist. Daher hätte ich das Buch ignoriert, wenn ich nicht einige Empfehlungen dafür gelesen hätte. Allerdings habe ich auch feststellen müssen, dass diese Art von Cover gerade bei neueren Romanen dieses Genres äußerst beliebt ist.
Benjamin Stevenson erörtert in seinem Roman "Die mörderischen Cunninghams - Jeder im Zug ist verdächtig" das es eine Art Checkliste gibt, die man abarbeiten muss, wenn man einen guten Kriminalroman schreiben möchte. Ich denke, diese Art von Liste gibt es für wahrscheinlich fast alle Arten von Romanen und bei Emily Henry habe ich das Gefühl, dass sie sehr darauf geachtet hat auch keines der Häkchen auszulassen. Wobei es doch einen Punkt gibt, an dem die Autorin mich überrascht hat. Denn das Hörbuch wird nur von einer einzigen weiblichen Stimme gelesen. Ich bin es gewohnt, dass diese Art von Büchern von zwei Stimmen, einer weiblichen und einer männlichen, gelesen werden. Im ersten Augenblick war ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll, allerdings muss ich sagen, dass Christiane Marx dies hervorragend gemacht hat und ich mir an keiner Stelle einen zweiten Sprecher gewünscht hätte. Die Stimme von Christiane Marx gefällt mir in all ihren Facetten sehr gut und ich mag vor allem ihre Sprachmelodie. Ich bin bereits dabei die Augen offen zu halten, ob ich noch weitere Hörbücher mit ihr als Sprecherin entdecke.
Das Buch vereint im Prinzip zwei Geschichten in einem. Da gibt es einerseits die Gegenwart und die unvermeidliche Liebesgeschichte zwischen Alice und Hayden und andererseits die Lebens- und Liebesgeschichte von Margaret Ives. Letzteres hat mir ehrlich gesagt besser gefallen als das Geplänkel zwischen Alice und Hayden. Dies liegt vor allem daran, dass da viel mehr Überraschungen versteckt waren und die Liebesgeschichte glaubwürdiger war. Auch wenn es natürlich einige Irrungen und Wirrungen zwischen den beiden Journalisten gab, war es doch im Großen und Ganzen vorhersehbar, wie es enden wird. Margaret Ives Lebensgeschichte, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte, vor allem, weil sie ja nicht nur ihre eigene, sondern die Geschichte ihrer Familie erzählt war da eindeutig fesselnder. Trotzdem muss ich auch sagen, dass mich die Emily Henry manchmal mit den handelnden Personen verwirrt hat. Dies liegt vor allem daran, dass jedes Mitglied der Familie Ives mehrere Namen hat, den richtigen Namen und den einen oder anderen Spitz- und Rufnamen. Daher musste ich mich oft konzentrieren, um der Geschichte noch folgen zu können.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Leider konnte ich das Knistern zwischen Alice und Hayden nicht spüren und mir ging die Geschichte zwischen den beiden auch ein wenig zu schnell. Dies finde ich sehr schade, denn dies ist eigentlich mein einziger großer Kritikpunkt an diesem Buch. Ich mochte die Protagonisten gerne und auch den Kleinstadt- oder eigentlich eher Kleininsel-Charme von Little Crescent. Die klassische Rollenverteilung Alice der keine Sonnenschein und Hayden der Brummbär war auch in Ordnung. Wobei ich mir hier mal einen Rollentausch wünschen würde.
Für mich persönlich ist eine glaubwürdige und nachvollziehbare Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten eines der wichtigsten Bewertungskriterien. Da Autorin Emily Henry mich in diesem Bereich leider nicht zufriedenstellen konnte, bleibt mir nichts anderes über, als das Buch nur mittelmäßig zu bewerten.

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