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Veröffentlicht am 10.06.2025

Süß

Royal Taste
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"Royal Taste" von Jennieke Cohen ist ein Retelling von My Fair Lady mit einer Slow-Burn-Romance.
In dem Vowort des Buches stellt die Autorin ein Gedankenspiel voran: Was wäre gewesen, wenn Prinzessin Charlotte ...

"Royal Taste" von Jennieke Cohen ist ein Retelling von My Fair Lady mit einer Slow-Burn-Romance.
In dem Vowort des Buches stellt die Autorin ein Gedankenspiel voran: Was wäre gewesen, wenn Prinzessin Charlotte nicht im Kindbett gestorben und zur Königin gekrönt worden wäre?

In dieser Welt leben die Freundinnen Penelope und Helena und gehen auf die Royale Akademie der Kulinarik. Helena ist überaus ehrgeizig und stets Klassenbeste. Deswegen soll auch ihr Abschlussprojekt außerordentlich werden.

Als die beiden den Straßenverkäufer Elijah kennen lernen, der vorzügliche Empanadas verkauft, reift in Helena die Idee, ihn für ihr Abschlussprojekt zum Gentleman-Koch auszubilden.
Penelope hingegen bemerkt, dass sie mehr für Elijah empfindet.

Der Schreibstil ist flüssig und passend zum historischen Setting. Die Liebesgeschichte ist dabei allerdings nicht so stark thematisiert, wie es sich bei dem Untertitel vermuten lässt.

Das Rezept im hinteren Teil des Buches für Schokoladen-Kokosnuss-Empanadas werde ich sehr gerne ausprobieren. Schließlich macht die Handlung von "Royal Taste" des öfteren tatsächlich ordentlich hungrig.

Für LeserInnen, die gerne historische Romane mit einer zarten Liebesgeschichte lesen und dabei noch den Appetit anregen wollen, ist "Royal Taste" die richtige Lektüre für einen gemütlichen Lesetag.







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Veröffentlicht am 10.06.2025

Hat mich mitgerissen

Du bist so schön, sogar der Tod erblasst
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"Du bist so schön, sogar der Tod erblasst" ist ein Buch mit wunderschönem Cover und auffälligem Titel.

Protagonistin Feyi ist jung und schön - und kam schon mit dem Tod durch einen Autounfall in Berührung. ...

"Du bist so schön, sogar der Tod erblasst" ist ein Buch mit wunderschönem Cover und auffälligem Titel.

Protagonistin Feyi ist jung und schön - und kam schon mit dem Tod durch einen Autounfall in Berührung. Ihr Mann Jonah starb, sie überlebte. Tief traumatisiert und mit zerbrochenem Herzen.

Die Handlung setzt fünf Jahre nach diesem Vorfall an. Feyi ist auf einer Party in New York mit ihrer besten Freundin Joy. Das erste Mal lässt sie sich hier wieder auf einen Mann ein. Doch es muss unverbindlich für sie bleiben.

Über ihn lernt sie Nasir kennen, der sie zu einem Traumurlaub auf eine Insel bei seinem Vater Alim einlädt.

Feyi spürt eine Anziehung zu Alim, die nicht sein darf.
Und so verbringt sie Zeit auf dieser Insel, arbeitet dort als Künstlerin, genießt die von Alim zubereiteten Speisen und versucht ihre Gefühle ihm gegenüber zu unterdrücken.

Doch Feyi lebt, sie hat überlebt und ist nicht in diesem Auto gestorben. Und so lässt sie sich öfter zu irrationalen aber auch mutigen Entscheidungen hinreißen.

Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig, verschiedene Figuren sind queer.
Akwaeke Emezi lässt Feyi in dem Buch immer wieder betonen, dass sie bestimmte Entscheidungen trifft, weil sie lebendig ist.
Jonah ist nicht mehr da und ein Teil von ihr scheint mit ihm gegangen. Doch da ist auch noch die Feyi, deren Wunden langsam heilen, deren Herz sich langsam wieder öffnet.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen. Einigen Leser/innen war die Sprache teilweise zu vulgär. Das ist aber natürlich Geschmackssache.

Es werden zudem wichtige Themen angesprochen: Tod, Traumata und wie die Figuren mit diesen Schicksalsschlägen umgehen. Im Gegenzug zu den schweren Themen steht die Kulisse der wunderbaren tropischen Insel, ein Urlaub, der Feyi tolle Sinneseindrücke beschert und ihr hilft, weiter im Leben voranzuschreiten. Sie wird als Mensch mit Fehlern beschrieben, steht aber auch stets für sich ein, wenn es nötig ist.

Im späteren Verlauf des Buches habe ich einige Diskussionen zwischen Feyi und Alim als etwas zäh empfunden. Sie haben sich im Kreis gedreht. Das ist aber der einzige wirkliche Kritikpunkt für mich.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Spannende Göttergeschichte

A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingt
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Ligeia lebt in einem Land, in dem durch einen Fluch immerwährende Nacht herrscht. Ihr größter Wunsch ist es, diesen Fluch eines Tages zu brechen. Doch auch in ihrem alltäglichen Leben hat sie Herausforderungen ...

Ligeia lebt in einem Land, in dem durch einen Fluch immerwährende Nacht herrscht. Ihr größter Wunsch ist es, diesen Fluch eines Tages zu brechen. Doch auch in ihrem alltäglichen Leben hat sie Herausforderungen zu bewältigen: In ihrer eigentlichen Heimatstadt Aethra wird sie nur als Frau geduldet, wenn sie einen männlichen Beistand hat. So musste sie nach dem Tod ihres Vaters die Stadt verlassen und konnte auch nicht an der Akademie der alten Kunst studieren und beruflich später Feldforschung betreiben.
Außerhalb von Aethra findet sie Zuflucht in der Mispel, in der Frauen ihre Dienste anbieten und erforscht die Ruinen in der Umgebung auf eigene Faust. Bei einer dieser Erkundungstouren stößt sie auf das scheinbare Grab eines mysteriösen Gottes. Sie erweckt Apsinthion und erhofft sich einem Wunsch von ihm. Dieser hat jedoch fast sämtliche Erinnerungen an sein Leben verloren und scheinbar die letzten 700 Jahre schlafend und verborgen in den Tiefen der Ruine verbracht. Auch den Zugriff auf seine göttlichen Kräfte hat er verloren. Ligeia bietet an, dem Gott zu helfen, damit er ihr im Gegenzug durch das Wiedererlangen seiner göttlichen Kräfte ihrem Wunsch stattgeben kann.
Sie täuschen eine Verlobung vor, damit Ligeia wieder in die Stadt einreisen und zusammen mit Apsinthion an der Alten Akademie studieren kann, um dort das gesammelte alte Wissen nach hilfreichen Ratschlägen zu durchsuchen.
Doch die Alte Akademie hat sich seit ihrer Kindheit und der Anstellung ihres Vaters dort verändert. Das Regelwerk wird strenger ausgelegt und Ligeia fast feindselig aufgenommen. Nur Dank eines alten Vertraten darf sie an der Akademie bleiben – als diesem etwas zustößt, merkt Ligeia endgültig, dass sie in einen Strudel von Geheimnissen geraten ist, die ihr und dem Gott an ihrer Seite schnell gefährlich werden können …

Die von Emily Bähr erschaffene Welt fand ich wahnsinnig faszinierend. Namen und Beschreibungen waren teilweise an das Römische Reich angelehnt, was ich im Fantasysetting leider kaum lese. Umso besser hat es mir hier gefallen.
Ligeia ist eine Kämpferin, die täglich mit Vorurteilen konfrontiert wird. Eine Frau soll schuld an dem Fluch der immerwährenden Nacht sein, was als Grund für die allgemeine Unterdrückung von Frauen angegeben wird. Nur mit einem Verlobten darf Ligeia ihre geliebte Stadt Aethra wieder betreten. Außerdem ist sie die einzige Frau an der Akademie und wird auch dort beständig unterschätzt und diskriminiert. Das war teilweise bedrückend zu lesen. Umso schöner zu lesen war die Resilienz, mit der Ligeia diese Situation meistert und trotz Rückschlägen weiterkämpft. Tatsächlich ist häufig Apsinthion derjenige, der auf Ligeias Hilfe angewiesen ist – eine Umkehr von der häufig erzählten Geschichte, in der der Gott den dominanteren Part übernimmt. Allerdings ist Apsinthion auch nicht im Besitz seiner Kräfte.
Gestört haben mich besonders im Mittelteil langatmige Stellen. Die Geschichte verlief trotz gelegentlichen Spannungsmomenten eher gemächlich und Fragen wurden erst zum Ende beantwortet.
A Curse so Divine ist eine Göttergeschichte mit interessantem Wordbuilding und einer tollen Protagonistin, hat jedoch auch einige Schwächen im Spannungsaufbau.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Emotional berührend

How To End A Love Story
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Helen Zhang ist erfolgreiche Bestsellerautorin mit Imposter-Syndrom, deren YA-Romane nun für eine TV-Serie adaptiert werden sollen.
Grant Shepard ist Teil des Writers' Room, der ihre Bücher ins Fernsehen ...

Helen Zhang ist erfolgreiche Bestsellerautorin mit Imposter-Syndrom, deren YA-Romane nun für eine TV-Serie adaptiert werden sollen.
Grant Shepard ist Teil des Writers' Room, der ihre Bücher ins Fernsehen bringen soll.

Eigentlich verbindet die beiden ihre gemeinsame Highschool-Zeit vor dreizehn Jahren. Doch nach einem traumatischen Ereignis versucht Helen, Grant so gut wie möglich zu ignorieren.

Als sie nun wieder aufeinandertreffen, ist Helen zutiefst schockiert und drängt Grant sofort dazu, zu kündigen. Doch dieser weigert sich. Und so müssen sich die beiden miteinander arrangieren - und finden langsam heraus, dass sie die Wunden der Vergangenheit vielleicht am besten zusammen verarbeiten können.

"How To End A Love Story" macht mit der wunderschönen Kombination aus Cover und Farbschnitt den Eindruck einer unterhaltsamen RomCom. Doch auch, wenn der Schreibstil mit Witz und Charme durchs Buch führt, spricht die eigentliche Geschichte viele emotionale und berührende Themen an.

Da ist Helen, die seit vielen Jahren mit dem Verlust ihrer kleinen Schwester ringt und nun jeglichen ihrer Erfolge klein redet und mit einer Schreibblockade kämpft. Und dann ist da Grant, der von Panikattacken heimgesucht wird und den die Vergangenheit immer wieder einholt.
Dadurch herrscht in der Geschichte stets ein melancholischer Unterton, der oft in berührenden Szenen endet.

Helen und Grant selbst wurden als vielschichtige und komplexe Charaktere beschrieben. Die Erzählung findet aus der Dual-POV in der dritten Person statt. Wir erfahren im Text selbst jedoch immer wieder die inneren Gedankengänge von Helen oder Grant, die durch kursive Schrift gekennzeichnet wurden. Helen ist manchmal eine unnahbare Figur, deren Handlungsweisen man nicht immer ganz nachvollziehen kann (oder muss).
Das Ende hat mich dann noch mal ganz besonders berührt.

Zudem ist Yulin Kuang, die Autorin von "How To End A Love Story", selbst Drehbuchautorin und so war die Beschreibung des Settings spannend und authentisch zu lesen und hat mir mit am besten gefallen.

"How To End A Love Story" ist eine Rom-Com, die mit gewitztem Schreibstil und einer Prise Spice die typische Leichtigkeit dieses Genres vertritt und dabei doch auch Themen anspricht wie Trauerbewältigung, mentale Gesundheit und (gemeinsames) Verzeihen und Heilen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Voller schöner Momente

101 Places for Heartbroken People
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Die junge Journalistin Maeve arbeitet bei einem Klatschmagazin und soll dort über Stars und Sternchen berichten. Ihre wahre Leidenschaft ist allerdings ihr Reiseblog, der bereits eine treue Fangemeinde ...

Die junge Journalistin Maeve arbeitet bei einem Klatschmagazin und soll dort über Stars und Sternchen berichten. Ihre wahre Leidenschaft ist allerdings ihr Reiseblog, der bereits eine treue Fangemeinde hat. Am liebsten würde sie zukünftig als Reisebloggerin arbeiten und dieser Traum rückt in greifbare Nähe, als sie das Angebot bekommt, für einen Reiseführer quer durch Europa zu reisen. Von London aus soll sie sich auf eine Reise begeben, die sie durch Frankreich, Italien, Spanien und Portugal führt. In jedem Land ist sie auf der Suche nach tragisch-schönen Liebesgeschichten, etwa der von Dante und Beatrice, von Tristan und Isolde oder natürlich der wohl bekanntesten der Weltliteratur: Romeo und Julia.

Dabei ahnt sie jedoch nicht, dass Callum sie als Fotograf begleiten wird. Seit Jahren haben die beiden sich nicht gesehen, denn ein Unfall hat alles zwischen ihnen verändert. Callum saß einige Jahre im Gefängnis, während Maeve versucht, die Geschehnisse der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Umso schockierter ist sie, dass Callum plötzlich wieder vor ihr steht und sie sogar für ein gemeinsames Projekt eng zusammenarbeiten müssen. Können die beiden zusammen aufarbeiten, was damals geschehen ist, oder wird die Vergangenheit für immer zwischen ihnen stehen?

Das Buch ist aus der Dual-POV geschrieben und so bekommen wir tiefe Einsichten in die Gedankenwelt von Maeve und Callum. Beide fühlen sich auf verschiedenen Arten verloren im Leben. Maeve war nur einmal je verliebt, doch das Schicksal hat es nicht gut mit ihr und Callum gemeint. Seit dem Tod ihres Vaters klammert sich ihre Mutter an sie und es fällt ihr schwer, ihren eigenen Weg zu finden.
Callum hingegen saß fünf Jahre im Gefängnis und möchte nun einen Neuanfang wagen, obwohl er noch immer leidet und Angst hat, verurteilt zu werden. Das Reiseführer-Projekt ist nun seine Chance, als Fotograf Fuß zu fassen und nicht als Koch arbeiten zu müssen. Als er Maeve wiedertrifft stehen so viele Dinge zwischen ihnen – und die Tour in Callums Camper entwickelt sich auch zu einer Reise, in denen die beiden sich auf die Spuren ihrer eigenen bittersüßen Liebesgeschichte machen müssen.

Die Idee, die Geschichte von Maeve mit der anderer (berühmter) Paare mit besonderen Liebesgeschichten zu verbinden und einen Roadtrip durch mehrere Länder daraus zu machen, hat mir sehr gefallen. Das Setting war dadurch abwechslungsreich und hat selbst Lust aufs Reisen gemacht -Worte, die „TravelBug“ Maeve vermutlich sehr freuen würden.
Der Ton der Handlung schwankt zwischen melancholisch und schön. Beide Charaktere suchen ihren Weg in einem Leben, in dem sie durch einen tragischen Vorfall miteinander verbunden sind und dadurch gleichzeitig getrennt worden. Die Leichtigkeit des Buches wird durch den Wunsch der beiden, ihre Träume zu verwirklichen, aber stets aufrechterhalten.
„101 Places for Heartbroken People“ ist ein Buch, das jeder lesen sollte, der Fan von den bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur ist und diese in Verbindung von Callums und Maeves ganz eigener Erzählung lesen möchte.

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