Éléonora verdient etwas mehr Glück
Ein Sommer in SalernoDie Protagonistin Éléonora ist von ihren Gefühle hin- und hergerissen, als Putzfrau verdient sie zu wenig, um sich und den Kindern ein himmlisches Leben zu ermöglichen, obwohl sie im himmlischen Salerno ...
Die Protagonistin Éléonora ist von ihren Gefühle hin- und hergerissen, als Putzfrau verdient sie zu wenig, um sich und den Kindern ein himmlisches Leben zu ermöglichen, obwohl sie im himmlischen Salerno lebt. Warum sie "nur" als Putzfrau arbeitet, weiß ich nicht genau, aber dass sie außer Liebeskummer noch andere Talente hat, das merkt man bald. Das Verhältnis zu ihren Kindern könnte so manchen neidisch machen, der glaubt, Kinder brauchen nur ihre tägliche Ration Geschenke, um glücklich zu sein. Dass sie sich der jungen Laura, einer Freundin ihrer Zwillinge, annimmt, obwohl sie selbst in Tränen zerfließt wegen ihrer gescheiterten Liebesbeziehung, das finde ich ganz wunderbar. Genauso bezaubernd ist die kleine Freundschaft zur alten Kundin Geraldina, die sogar auf die Kinder überspringt. Das hat mich berührt, besonders, weil die echten Großeltern von Éléonoras Seite überhaupt kein Interesse an einer Begegnung hatten oder haben. Éléonora ist trotzdem in Liebesdingen recht unbedarft, ihr geschiedener Mann sticht als guter Mensch aus der Masse heraus, aber sie erwählt einen verheirateten Mann und verzehrt sich unsinnig und ewig nach ihm trotz der von ihr initiierten Trennung. Aus Fehlern lernt sie leider nicht so schnell. Dass Éléonoras Kunden auch nicht alle ein edles Verhalten an den Tag legen und eine Putzfrau so mancher als Putzlappen ansieht, ist die negative Seite ihrer Berufstätigkeit. Manch einer oder einem hätte sie vielleicht ganz gern mal den Lappen um die Ohren gehauen, aber sie trägts mit Fassung und hat sogar noch kleine Erziehungserfolge zu vermelden..
Ich hatte einen etwas fröhlicheren Sommerroman aus Salerno erwartet, in diesem flossen mir zu viele vergebliche Tränen. Aber schon Kurt Tucholsky schrieb "Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt." - deshalb verrate ich über den Verlauf und das Ende der Geschichte auch nicht noch mehr.
Fazit: ein kleiner Roman, der sich schnell liest und der mit einer sehr zu Herzen gehenden Danksagung endet.