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Veröffentlicht am 09.11.2016

Gelungener Start der Reihe

Phoenix - Tochter der Asche
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Wir befinden uns in einer dystopischen Zukunft, die in unserer Vergangenheit ihren Anfang nahm. Ein Experiment veränderte die Welt und sorgte für das Auftauchen einer Fremden Macht, die die Herrschaft ...

Wir befinden uns in einer dystopischen Zukunft, die in unserer Vergangenheit ihren Anfang nahm. Ein Experiment veränderte die Welt und sorgte für das Auftauchen einer Fremden Macht, die die Herrschaft über Europa übernahm. Ein Experiment, dass lange Zeit immer wieder genannt, aber nicht erklärt wurde. Man liest und liest und will endlich wissen, was da genau passiert ist, aber mehr als Andeutungen erhält man lange Zeit nicht. Aber nicht nur die Frage nach dem Experiment sorgte für Spannung, auch unsere Protagonisten Tavi und Leon hielten mich auf Trab. Besonders mit Leon hatte ich meine Probleme, weil seine Handlungen mich wahnsinnig gemacht haben und ich immer hoffte, dass alles gut wird. Das ist hier bei Leon nicht negativ zu verstehen. Obwohl meine Sympathien für ihn ein Auf und Ab waren, fand ich seinen Charakter interessanter als Tavis. Er entwickelt sich mehr als sie. Neben den beiden gibt es noch Nathan, Tavis "Sohn" und Katharina, eine Hexe. Leider blieb Nathan sehr im Hintergrund, aber dafür ist Katharina ein weiterer sehr interessanter Charakter. Besonders wegen ihrer Gabe, um die ich sie nicht beneide. Die Charakterdarstellung fand ich insgesamt sehr gelungen und ich hatte Lust unsere Protagonisten kennenzulernen.

Der Schreibstil ist angenehm und ich konnte flüssig durch die Geschichte lesen. Erzählt wird aus der Perspektive von Tavi und Leon, was für die Handlung unglaublich wichtig ist. Dabei werden manche Dinge manchmal nicht genannt, um die Spannung zu erhalten. Zum Beispiel wenn Leon einen Plan ausheckt, der Tavi betrifft. Und genauso andersherum.

Die Handlung und das Grundproblem/-frage gefiel mir sehr gut. Unterdrückte Menschen, die in ihren Unterdrückern die Rettung sehen und mysteriöse Wesen aus einer anderen Ebene, die jagt auf übernatürliche Wesen wie Phönixe, Hexen, etc. machen. Und dann die alles entscheidenden Fragen: Was wollen die Saiwalo? Wird Tavi ihnen entkommen? Und können wir Leon vertrauen? Im ersten Band wird allerdings nur eine dieser Fragen beantwortet und viele weitere für die Fortsetzung aufgeworfen.

Fazit

Ein gelunger dystopischer Roman, der in eine Zukunft führt, die ich ganz sicher nicht erleben will. Ich habe die Geschichte um Tavi und Leon verschlungen und freue mich schon darauf, weiterzulesen.

Veröffentlicht am 07.10.2016

Zurück in Kyralia

Sonea 1
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Die Gilde der schwarzen Magier habe ich damals sehr gerne gelesen und war gefesselt von Soneas Geschichte. Jetzt schaffe ich es endlich die Fortsetzung der Trilogie zu lesen. Hier sei gesagt, dass man ...


Die Gilde der schwarzen Magier habe ich damals sehr gerne gelesen und war gefesselt von Soneas Geschichte. Jetzt schaffe ich es endlich die Fortsetzung der Trilogie zu lesen. Hier sei gesagt, dass man die erste Trilogie unbedingt vor dieser lesen sollte, da viele Sachen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Die Sonea-Trilogie spielt zwanzig Jahre nach den Ereignissen der ersten Trilogie und ich bin etwas schwer in die Geschichte reingekommen. Ich hatte beim Lesen immer noch das junge Mädchen im Kopf, obwohl Sonea hier um die 40 Jahre alt sein müsste. Das lag vielleicht auch daran, dass Soneas Aussehen nicht beschrieben wurde. Zum Ende hin hatte ich mich endlich daran gewöhnt.

Nach dem Überfall der Sachakaner in der ersten Trilogie hat sich die Gilde für alle magisch begabten Kinder geöffnet. Sonea freut sich darüber, hat aber weiterhin mit Problemen zu kämpfen. So ist es zum einen schwierig die Gesetzgebung dahingehend anzupassen, dass Magier nicht mit "Kriminiellen" Umgang pflegen dürfen, wenn doch die Novizen aus den Hüttenvierteln in solchen Verhältnissen aufwachsen. Des Weiteren hat sich die Droge Feuel wie ein Lauffeuer verbreitet und Sonea muss mit erschrecken feststellen, dass magische Heilkräfte anscheinend nicht gegen die Sucht helfen. Und dann ist da noch der Jäger der Diebe, der ihrem besten Freund Cery, selbst ein Dieb, zu schaffen macht.
Soneas Sohn Lorkin reist währenddessen als Gehilfe des neuen Botschafters Dannyl nach Sachaka und obwohl er hofft, dass die Tatsache, dass seine Mutter Schwarzmagierin ist, ihn vor Rache schützt, befindet er sich bald auf der Flucht und soll für ein Versprechen gerade stehen, was sein Vater Akkarin vor langer Zeit gebrochen hat.

Die Geschichte wird aus vier Sichtweisen erzählt: Sonea, Cery, Lorkin und Dannyl. Dadurch können wir als Leser die wichtigsten Handlungen nachverfolgen und müssen nicht im Dunkeln tappen, wie es bei einer eingeschränkten Erzählperspektive der Fall wäre. Die Charaktere sind zwar älter und erfahrener über den Zeitsprung geworden, aber sie sind trotzdem noch die gleichen wie in der ersten Trilogie. Bis auf Regin. Der wird euch überraschen. Neue Charaktere wie Lorkin, Achati oder Tyvara sind gut beschrieben, und es ist schön, neue Personen kennenzulernen, wenn man von den anderen schon so viel weiß.

Die Geschichte hat sich zeitweise gezogen, auch wenn ich nicht sagen will. dass sie langweilig war. Aber ein schnelleres Tempo hätte ich mir ab und zu gewünscht. Jeder erzählender Charakter hat eine oder mehrere Suchen bzw. Aufgaben und trifft auf Widerstände und Probleme. Mich hat ja besonders Dannyls Suche nach der wahren Geschichte über den Krieg zwischen Sachaka und Kyralia interessiert. Und ich hoffe, dass im nächsten Band mehr davon zu lesen ist als in diesem.

Alles in allem ein würdiger Anschluss an die erste Trilogie.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Musi, Gestaltwandler und ein großes Geheimnis

Straßensymphonie
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Handlung
Eine Band aus Gestaltwandlern und ein Mädchen, das aus Trauer ihre Musik verloren hat. Eine Liebesgeschichte zwischen Katze und Hund. Das klingt doch nach einer interessanten Geschichte und dann ...

Handlung
Eine Band aus Gestaltwandlern und ein Mädchen, das aus Trauer ihre Musik verloren hat. Eine Liebesgeschichte zwischen Katze und Hund. Das klingt doch nach einer interessanten Geschichte und dann stellte sich noch überraschend heraus, dass es eine Märchenadaption ist. Kann ja eigentlich nur gut werden.

Die Band Night Circus, bestehend aus Levi, Micah und Lizzy, braucht dringend eine neue Sängerin, weil sie bei einem Bandcontest antreten wollen. In einer Bar treffen sie die Kellerin Kat, die eine unglaubliche Stimme hat und Levi setzt sich zum Ziel, Kat in die Band zu holen. Das Kat eine Katze ist und Hunde nicht leiden kann, macht es ihm etwas schwer. Aber Vorurteile kann man beheben und Kat merkt schnell, dass Hunde und Katzen sich auch mögen können.
Die Handlung nimmt zu Beginn schnell an Fahrt auf und ehe man sich versieht touren die vier durch kleinere Clubs auf dem Weg zum Contest. Kats schnelles Vertrauen in drei völlig Fremde kam mir persönlich etwas zu schnell. Zumindest dafür, dass sie mit denen quer durch Deutschland fährt, aber sobald ich das akzeptiert hatte, fand ich die Gruppendynamik sehr toll. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Lizzy ist mein Liebling geworden, auch wenn es hauptsächlich um Levi und Kat ging. Aber Alexandra hat verlauten lassen, dass ein mögliche Fortsetzung aus Lizzys Sicht geschrieben wird. Das gefällt mir doch.
Neben der Musik und einer schönen Liebesgeschichte gibt es noch ein ganz anderes Problem. Die Band wird angegriffen und deckt daraufhin ein sehr gut gehütetes Geheimnis auf. Ein alter, schon fast vergessener Konflikt droht wieder auszubrechen und die vier versuchen herauszufinden, wer hinter allem steckt und wem sie überhaupt vertrauen können. Am Ende kommt alles ganz anders als gedacht und Alexandra konnte mich mit dieser Wendung wirklich überraschen.
Im Laufe der Geschichte ist die Musik etwas aus dem Fokus gerutscht und ich hätte mir allgemein mehr Details gewünscht. Kats Gefühlsleben lag zwar offen vor mir, aber andere Dinge, wie Bandproben oder die Arbeit an neuen Texten wurden nur in Nebensätzen erwähnt. Da hätte ich gerne über die Schulter geschaut.

Charaktere
Kat ist eindeutig eine Katze. Sie kann süß und niedlich sein, aber auch ihre Krallen ausfahren. Sie braucht Freiraum, aber auch Personen, die ihr Zuhause sind. Zudem ist sie Kaffeesüchtig und ein absoluter Morgenmuffel. Am Anfang schien sie mir etwas naiv. Ich meine nach zwei Wochen mit drei völlig Fremden loszufahren, scheint sehr unüberlegt. Aber sie beweist im Laufe der Geschichte eine gute Menschenkenntnis und hat mich mit ihrer Art für sich eingenommen. In einigen Situationen habe ich sie allerdings nicht verstanden. Da reagiert sie total übertrieben und impulsiv. Genau wie Levi in anderen Situationen. Ich hatte nicht nicht das Gefühl, dass das wirklich zu den beiden passt.
Levi sieht richtig süß und zum Knuddeln aus. Seine Rasse, der Elchhund, war mir unbekannt und so musste ich erstmal Google befragen. Erinnert mich an einen Husky. Er hat eindeutig einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und will seine Band (sein Rudel) vor Gefahren beschützen.

Schreibstil
Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, aber er gefiel mir. Da Kat die Geschichte erzählt, tauchen wir in ihre Gedankenwelt ein, die manchmal sehr sprunghaft sein kann. Aber ich bin super mitgekommen. Es war humorvoll geschrieben, Sarkasmus wurde im ganzen Buch eingesetzt und ich habe mich immer gefreut, wenn ein Film oder Buch oder sonstiger Vergleich kam, den ich kannte und auch so unterschreiben konnte. Auch die Überschriften sind wundervoll und witzig.

Und was ich noch erwähnen möchte: Die Printausgabe enthält Zeichnungen, die ebook Ausgabe nicht. Und es sind sehr schöne Zeichnungen!

Straßensymphonie ist eine sehr gelungene Geschichte mit wunderbaren Protagonisten. Es ist zwar an ein Märchen angelehnt, aber geht über das eigentliche Märchen hinaus und kann mit tollen Ideen punkten. Allerdings hätte ich mir manchmal eine Drosselung des Tempos gewünscht und mehr Details.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Neue Liebe, neue Probleme, neue Feinde

Das Flüstern des Blutes
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Das Flüstern des Blutes ist der 24. Band der Karpathianer Legenden. Ich habe mit 15 Jahren den dritten Band auf einem Flohmarkt gefunden und nach dem Lesen mit der Reihe begonnen. Vor zwei Jahren habe ...

Das Flüstern des Blutes ist der 24. Band der Karpathianer Legenden. Ich habe mit 15 Jahren den dritten Band auf einem Flohmarkt gefunden und nach dem Lesen mit der Reihe begonnen. Vor zwei Jahren habe ich dann aufgehört zu lesen, weil ich einfach eine Pause brauchte. Trotzdem wusste ich schon damals, dass ich weiterlesen würde, einfach weil es noch so viele Männer und Frauen gibt, deren Geschichte ich lesen will. Seid dem siebten Band fiebere ich zum Beispiel der Geschichte von Skyler entgegen (Band 25).

Was sind Karpathianer?
Karpathianer sind "gute Vampire". Sie leben hunderte von Jahren und trinken Blut, aber sie töten dabei nicht. Nach ca. 200 Jahren verlieren die Männer die Fähigkeit Gefühle zu spüren und Farben zu sehen. Und sind der Gefahr ausgesetzt ihre Seele aufzugeben für kurze Gefühlsrausche. Dabei werden sie dann zu blutrünstigen Vampiren. Die Karpathianer vernichten Vampire und sind auf der Suche nach ihrer Seelengefährtin. Nur durch diese können sie wieder Gefühle haben und Farben sehen. Und sind sicher vorm Vampirdasein.
In den letzten Bänden sind noch weitere "Wesen" aufgetaucht: Leopardenmenschen, Lykaner und Magier.

Jedes Buch der Reihe erzählt die Geschichte von einem Karpathianer und wie er seine Seelengefährtin findet. Dabei haben sie immer Gegner, die versuchen einen von beiden zu töten und dann muss die Seelengefährtin, die in den meisten Bänden ein unwissender Mensch ist, noch davon überzeugt werden, dass sie zum jeweiligen Karpathianer gehört. Durch die Bände hinweg entwickelt sich eine größere Verschwörung. In jedem Band wird Neues aufgedeckt und endet in irgendeinem Band im großen Finale.

Das Flüstern des Blutes erzählt die Liebesgeschichte von Tatijana und Fenris. Tatijana lernte man in einem vorhergehendem Band kennen. Sie ist die Tochter von einem sehr bösen Magier, der sie und ihre Schwester Branislava hunderte Jahre im Eis gefangen hielt. Nach ihrer Befreiung trifft sie auf Fenris Dalka, einem Karpathianer, dessen Blut mit Lykanerblut gemischt ist und der sich deswegen von seiner Spezies fernhält. Die Lykaner töten jeden Mischling und Fenris hat Angst davor, wie die Karpathianer reagieren werden, wenn sie von seinem gemischten Blut erfahren. Und mit dieser Problematik hat die Autorin das nächste Grundproblem für die folgenden Bände aufgeworfen.
Während Fenris und Tatijana sich kennenlernen und ineinander verlieben, haben sie mit weiteren Problemen zu kämpfen. Zwei "Sange Rau" (Vampir-Werwolf-Mischling) und ihr riesiges Werwolfrudel (böse Lykaner) machen Jagd auf sie und den karpathianischen Prinzen. Des Weiteren sind die Elitekämpfer der Lykaner eingetroffen, welche dem Werwolfrudel gefolgt sind und Fenris sofort töten würden, wenn sie die Wahrheit über ihn erfahren. Genug Probleme für eine spannende Story.
Fenris ist etwas anders als die karpathianischen Männern und zählt zu meinen Lieblingen. Er ist im Gegensatz zu anderen etwas weniger machohaft und sein Beschützerinstinkt gegenüber Tatijana ist zwar stark, aber nicht so überaus nervtötend wie bei anderen. Was bei mir schon mal direkt Pluspunkte gab. Tatijana ist gebürtige Karpathianerin und eine Kämpfernatur. Sie ist von ihren Erlebnissen traumatisiert, aber ist eine starke Persönlichkeit, die sich ihrem Trauma stellt, um ihren Seelengefährten und andere zu retten. Sie zählt zwar nicht zu meinen Lieblingsfrauen, aber ich mochte sie.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön. Sie beschreibt Landschaften und Personen sehr genau, sodass man sich alles sehr gut bildhaft vorstellen kann. Was mir nicht gefiel, waren die ständigen Liebeserklärungen, die immer das gleiche beinhalteten. Sie verdeutlichen die Gefühle zwar sehr gut, aber irgendwann nervt es dann doch. Die sehr ausführlichen beschriebenen Liebesnächte waren im Gegensatz zu den ersten Bänden seltener zu finden. Wenn ich richtig gezählt habe fünf Stück. Was für mich positiv war. In den ersten Bänden las man dies in fast jedem Kapitel. Also prüde sollte man als Leser nicht sein.
Und auch in diesem Band lernt man weitere Karpathianer bzw. Karpathianerinnnen kennen, die einen auf ihre Geschichte neugierig machen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schöner und gelungener HighFantasy Roman

Das Licht hinter den Wolken
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Das Licht hinter den Wolken habe ich im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und ich muss gestehen, dass ich ohne diese Leserunde wohl gar nicht darauf aufmerksam geworden wäre. Zumindest habe ...

Das Licht hinter den Wolken habe ich im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und ich muss gestehen, dass ich ohne diese Leserunde wohl gar nicht darauf aufmerksam geworden wäre. Zumindest habe ich das Buch noch nie in meiner Lieblingsbuchhandlung gesehen. Ein Grund warum ich so gerne in Buchcommunitys stöbere: Man entdeckt immer wieder neue Schätze. Oliver Plaschka hat so einen Schatz geschrieben und zu meiner Freude auch veröffentlicht.

Die Geschichte enthält drei Handlungsstränge, die die jeweiligen Wege der vier Hauptpersonen erzählen. Ab und zu kreuzen sich diese Wege, bis am Ende alle Fäden zusammenlaufen und es zum großen Finale kommt.

Zuerst lernt man April kennen. Sie wächst bei ihrem Vater auf, der ständig betrunken ist und ihr keine Liebe entgegen bringt. April ist anders als andere Kinder. Sie spürt/sieht seit ihrer Geburt ein Licht, "die andere Sonne", welches sie zu rufen scheint. Irgendwann hat sie genug davon, wie eine Aussätzige behandelt zu werden, und macht sich auch die Suche nach diesem Licht. Auf ihrem Weg trifft sie Janner, einen Söldner, der seinen Vater sucht. Sie ziehen gemeinsam weiter und ihr Wunsch berühmt und berüchtigt zu werden, wird bald Realität und gefällt so einigen der Orbigkeiten nicht.
Der zweite Handlungsstrang verfolgt den Weg von Sarik, einem Magier, der 800 Jahre lang geschlafen hat. Er hat einen Großteil seiner Erinnerung verloren und erkennt bald, dass er zu den letzten noch lebenden Magiern gehört. Da die Magie zu versiegen droht, macht er sich zusammen mit einem Irrlicht auf den Weg, seine Erinnerung wiederzufinden, seinen Eid gegenüber seinem Orden einzuhalten und zu versuchen, die Magie wieder in die Welt zu lassen.
Cassiopeia ist die Hauptperson des dritten Handlungsstrangs. Geboren als Senatorentochter lässt sie sich nach schrecklichen Ereignissen zur Kriegerin ausbilden und folgt dem Weg der Rache.
Neben der Gegenwart sind auch immer wieder Rückblenden zu finden und Sagen aus dem Reich, die wichtige Hinweise für das Zukünftige liefern, wenn man sie aufmerksam liest.

Von den Personen gefiel mir Cassiopeia am besten. Auch wenn ich einige ihrer Entscheidungen nicht mittragen konnte, habe ich am meisten mit ihr mitgefühlt. Sie hat ein Ziel vor Augen und tut alles um dieses zu erreichen. Dabei geht sie aber nicht skrupellos vor, sondern versucht es erst auf friedlichem bzw. dem wenigsten schmerzhaften Weg. Was sie mir total sympathisch gemacht hat, trotz ihrer Fehler. Zu Janner und April konnte ich nicht so den Zugang finden. Beide haben für mich zu unreflektiert gehandelt. Bei April entschuldigt das vielleicht ihr Alter (17), aber Janner hat so viel hinter sich. Da hat der Alkohol wohl ein paar Gehirnzellen zu viel geschmolzen. Sarik tat mir leid. 800 Jahre seines Lebens verschlafen. Dafür findet er sich in der neuen Welt erstaunlich gut zurecht, obwohl er die meiste Zeit auf mich einen sehr abwesenden Eindruck gemacht hat.

An die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird, musste ich mich erst gewöhnen, aber danach konnte ich sie genießen. Es ist sehr anspruchsvoll geschrieben und wie ich selbst erlebt habe, sollte man es nicht müde lesen. Wie ein Puzzle setzen sich die einzelnen Handlungen zusammen. Dinge, die im ersten Augenblick unwichtig wirkten oder die ich nicht direkt einordnen konnte, werden ein paar Kapitel weiter wieder aufgegriffen und es kommt zum Aha-Effekt. Trotz der Häppchen, die einem immer wieder zugeworfen werden, überrascht die Geschichte ständig mit Wendungen und Dingen, die ganz anders sind als von mir geahnt. Ich habe mich immer riesig gefreut, wenn ich dann doch mal den richtigen Riecher hatte. Die Auflösung am Schluss konnte mich noch einmal komplett überraschen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Alles in allem ist Das Licht hinter den Wolken ein sehr schöner und gelungener High Fantasy Roman, der mit gelungenen Charakteren und viel Spannung aufwartet.