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Veröffentlicht am 13.07.2025

Spannende Idee, aber keine fesselnde Geschichte

Gesellschaftsspiel
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Okay, ich schließe nicht aus, dass ich vieles von diesem Buch nicht verstanden habe. Ich habe sogar ganz sicher nicht alles verstanden, aber ich würde behaupten, ich bin nicht die dümmste mögliche Leserin. ...

Okay, ich schließe nicht aus, dass ich vieles von diesem Buch nicht verstanden habe. Ich habe sogar ganz sicher nicht alles verstanden, aber ich würde behaupten, ich bin nicht die dümmste mögliche Leserin. Kann man mir ein Buch nicht so servieren, dass ich es verstehe? Ist das zu viel verlangt?

Am Anfang hat es mir noch gefallen. Da kommt ein verrückter amerikanischer Tech-Milliardär daher und möchte eine eigene Welt erschaffen, eine Oase, ein rechtlicher Freiraum, ein soziales Experiment, in dem es gerecht zugeht, ohne Autos, mit Regeln, die die Bevölkerung selbst festlegt. Von allen Orten auf der Welt sucht er sich Weimar aus, warum habe ich nicht verstanden, wie das gehen soll auch nicht. Jedenfalls darf jeder Weimarer mitmachen und in der eigens dafür entwickelten App Vorschläge einbringen, wie er sich diese neue Welt wünscht. Was mit den Weimarern passieren soll, die nicht mitmachen möchten, habe ich auch nicht verstanden.

Es passiert das Erwartbare: Die einen machen Vorschläge, die anderen stampfen sie in den Boden. Rechtsextreme ereifern sich und werden übergriffig. Die wunderbare neue Welt wird in diesem Buch nie realisiert. Sie ist im Grunde nur das Thema, eine Theorie, um sich weltanschaulich zu ereifern. Das können Isabel und ihre Tante Dagmar besonders gut, sie sind Lehrerinnen und halten ihren Schülern, Studis und uns viele belehrende politische Vorträge. Isabels Schwester Annika kam extra aus Amerika, weil ihre Mutter im sterben liegt, aber auch das scheint nur ein Anlass zu sein. Man hat wohl nicht viel Zeit zu trauern, während eine neue Welt entsteht.

Dieses Buch liefert eine spannende Idee, schafft es aber nicht eine fesselnde Geschichte daraus zu machen. Im Grunde ist es eine Sammlung politischer Vorträge in etwas unentschiedene Handlung verpackt. Meine anfängliche Begeisterung hat sich nach etwa der Hälfte des Buches gelegt.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Eine Geduldsprobe

Die Schrecken der anderen
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Dieses Buch macht es einem nicht leicht. Der Erzählstil ist ganz wunderbar, plastisch, mit feinem Humor und originellen Bildern. Nur wenn man dann auf Seite 100 noch immer nach der Handlung sucht, die ...

Dieses Buch macht es einem nicht leicht. Der Erzählstil ist ganz wunderbar, plastisch, mit feinem Humor und originellen Bildern. Nur wenn man dann auf Seite 100 noch immer nach der Handlung sucht, die sich in allerlei Schlenkern versteckt, dann nagt es schon am Geduldsfaden.

Es wurde eine Leiche im Eis gefunden, die da eigentlich gar nicht sein kann. Der menschenscheue Archivar Schibig wird beauftragt, den Fundort zu bewachen und dann direkt von Rosa, der Alten, die am Ufer in einem Wohnwagen lebt, rekrutiert. Die Alte will wissen, was passiert ist, denn der Tod ist auch immer ein Anfang, der Anfang einer Geschichte.

Dann ist da noch Kern, der Ehe-und Augenprobleme hat. Er ist erfolgreicher Geschäftsmann, aber seine steinalte, bettlägerige Mutter tyrannisiert ihn immer noch. Ein bisschen schräg ist hier jeder. Seine Frau will ein Kind und keine Kreide fressen. Das ist ihr wichtig und das kann gar nicht oft genug betont werden.

Ich war beim Lesen hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Verzweiflung.

„Schibigs Brust wird eng, die kugeligen Alveolen blähen sich auf, die Lungenbläschen füllen sich mit Eisluft und drücken den Sauerstoff voller Eifer in die Blutkapillaren. Der Körper hat zu tun, der Körper kommt kaum hinterher, der Körper tut sein Bestes.“

So etwas ist eine grandios beschriebene Verfolgungsjagd, ambitioniert aber wirklich bewundernswert. Nur folgt danach eine ganze Seite über einen gedeckten Güterzug, die Eisenschlage, woher und wohin, mit Sprühschrift, wie damals im Krieg… eine ganze Seite plastische Beschreibung für die schlichte Tatsache: Ein Zug fährt durch. Nicht nur das. Es tut noch nicht einmal was zur Sache, ob da gerade ein Güterzug fährt oder nicht.

Dieses Buch ist im Grunde ein Krimi, der mehr will und es dabei übertreibt. Meine anfängliche Begeisterung hat sehr bald nachgelassen. Nach etwa der Hälfte war es für mich nur noch eine Geduldsprobe.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Total verrückt

Stadt der Hunde
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Es ist nahezu unmöglich, etwas über dieses Buch zu schreiben ohne zu spoilern. Da ist ein legendärer Gehirnchirurg, der seit 10 Jahren seine verschollene Tochter sucht, aber in Grunde tut das gar nicht ...

Es ist nahezu unmöglich, etwas über dieses Buch zu schreiben ohne zu spoilern. Da ist ein legendärer Gehirnchirurg, der seit 10 Jahren seine verschollene Tochter sucht, aber in Grunde tut das gar nicht viel zur Sache. Dieses Buch ist total verrückt.

Jaap Hollander ist wieder in Israel, wie jedes Jahr, als er aus heiterem Himmel gebeten wird, eine arabische Prinzessin zu operieren, die einen schrecklichen Hirntumor hat. Niemand außer Jaap ist dazu in der Lage, Geld spielt keine Rolle. Und mit ausreichend Geld könnte Jaap doch nochmal die Negev Wüste durchsieben. Vielleicht finden sich nach 10 Jahren doch noch Spuren. Kann ja sein.

Wir erfahren viel über Jaaps Leben, insbesondere sein Liebesleben, bei dem blaue Pillen eine entscheidende Rolle spielen, immerhin ist er Rentner und kommt noch immer an keiner Frau vorbei. Sein Gedächtnis ist nicht immer das Beste.

Und während man sich noch fragt, worum es hier denn nun eigentlich geht, taucht ein sprechender Hund auf und die Geschichte dreht vollends durch. Ja, es gibt noch eine Überraschung und einen Erklärungsversuch, gut möglich, dass das Ganze Tiefen hat, die mir entgangen sind, nur kann ich damit leider nichts anfangen.

Für mich hatte dieses Buch einen gewissen Unterhaltungswert, der im letzten Drittel im Chaos unterging.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Grausiges Spektakel in hübscher Sprache

Das Buch Anderswo
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Ich wusste nicht, was BRZRKR -Comics sind und habe das Stichwort in der Buchbeschreibung gar nicht beachtet. Aber wahrscheinlich ist das ein guter Anhaltspunkt, ob man für dieses Buch geeignet ist, meine ...

Ich wusste nicht, was BRZRKR -Comics sind und habe das Stichwort in der Buchbeschreibung gar nicht beachtet. Aber wahrscheinlich ist das ein guter Anhaltspunkt, ob man für dieses Buch geeignet ist, meine Welt ist es definitiv nicht.

Den Anfang habe ich drei Mal gehört und dann beschlossen, dass ich einfach weiterhöre, ohne zu verstehen, worum es geht. Man landet mitten im Gemetzel zwischen Trümmern und Körperteilen und da ist der Mann und der Andere, tot oder verletzt, oder war er tot und ist es nicht mehr? Es ist schrecklich in nahezu jeder Hinsicht. Der Erzählstil ist sehr geschliffen, alles andere ein Chaos.
So geht es dann weiter. Irgendwie geht es um Unute, der unsterblich ist, der schon Jahrtausende auf der Welt ist, gelegentlich in einen Berserkerrausch verfällt und alles niedermetzelt, was ihm begegnet. Eine obskure Organisation möchte ihn erforschen, vernichten, als Waffe benutzen oder ein wenig von allem. Und über die Jahrtausende hinweg verfolgt ihn ein unsterblicher Hirscheber, ein Schwein, mit dem man dann direkt noch Tierversuche anstellen kann, wenn man es erwischt. Das ist alles so absurd und blutig wie es klingt, wenn auch hübsch erzählt. In Rückblenden erfährt man ein wenig aus Unutes Vergangenheit, zum Gesamtverständnis trägt das aber wenig bei.

Dieses Hörbuch ist schön erzählt und wird von wechselnden Sprechern toll gelesen, leider habe ich so gut wie gar nichts verstanden. Für mich war es ein grausiges Spektakel mit viel Blut, undurchsichtiger Mystik, undurchsichtigen Machenschaften und einem Kampfschwein. Es dauert 14 Stunden und 12 Minuten.

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Pädagogisch wertvoll

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Kinder lieben fantasievolle Geschichten, Abenteuer, Rätsel, Spaß und das auch gerne mit etwas Spannung gewürzt. All das findet man in diesem Buch nicht. Im Grunde ist es ein Kinderbuch für Erwachsene, ...

Kinder lieben fantasievolle Geschichten, Abenteuer, Rätsel, Spaß und das auch gerne mit etwas Spannung gewürzt. All das findet man in diesem Buch nicht. Im Grunde ist es ein Kinderbuch für Erwachsene, das planvoll in gut verdaulichen Dosen pädagogisch wertvolle Botschaften anbringt.

Da ist Elli, die immer alles mit ihrem besten Freund Jaro (Jaroslaw,

Migrationshintergrund) zusammen macht (

FREUNDSCHAFT durch dick und dünn). Sie lebt mit ihren beiden Müttern (

LGBTQ-Verweis) in einem Mehrfamilienhaus (

Nachbarschaftshilfe). Ihr Vater wohnt nur ein paar Straßen weiter (

glückliche Patchworkfamilie) Die beiden möchten sich ihren Ängsten stellen, damit sie bei der Klassenfahrt nicht dumm dastehen (

Mutmachen

Außenseiter

Selbsthilfe) Sie versuchen es als Projekt zu betrachten: Weg mit dem Bammel (benutzen Jugendliche heute eigentlich noch dieses Wort?) (

Jugendforscht

Selbstoptimierung

Selbsbewusstsein fördern).
Damit ich nicht alles von der eh sparsamen Handlung verrate, kommen jetzt nur noch die Hashtags:

Tierliebe

Katzenrettung

Mama bekommt ein Baby

große Schwester

neue Freunde

ehrlich währt am Längsten

Fehler zugeben können…

Das alles ist verfasst in einer munter putzigen Sprache, die kleinen Kindern sicher Spaß macht, aber die sind hier nicht die Zielgruppe. Ich nehme an, 10jährige langweilen sich mit diesem Buch genau wie ich. Mit so einem Buch lernen Kinder, dass Lesen mühsam und langweilig ist, dabei sollten sie doch gerade in dem Alter den Spaß am Lesen entdecken dürfen.

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