Profilbild von julemaus94

julemaus94

Lesejury Star
offline

julemaus94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit julemaus94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Wenn Katze und Maus miteinander spielen

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
0

Die Geschichte an sich ist nicht vollkommen neu und spielt mit bekannten Elementen. Trotzdem schafft es Kristen Ciccarelli daraus eine fesselnde und emotionale Geschichte zu stricken.

Rune wächst bei ...

Die Geschichte an sich ist nicht vollkommen neu und spielt mit bekannten Elementen. Trotzdem schafft es Kristen Ciccarelli daraus eine fesselnde und emotionale Geschichte zu stricken.

Rune wächst bei ihrer Hexen-Großmutter auf, bis die Hexenköniginnen gestürzt werden und damit eine Welle der Hexenverfolgungen auslösen, denen auch ihre geliebte Großmutter zum Opfer fällt. Fortan versucht sie, getarnt als Roter Nachtfalter, so viele Hexen wie möglich zu retten, immer unter den Augen der Blutwache, der auch Gideon angehört. Beide ahnen die Geheimnisse des jeweils anderen und versuchen sich gegenseitig zu verführen um sie zu ergründen.

Ich sag ja, es klingt erstmal nicht sonderlich neu, trotzdem hat die Autorin hier eine interessante Welt und ein spannendes Magiesystem aufgebaut. Gepaart mit mutigen Frauenfiguren und einem flüssigen Schreibstil wird daraus ein Buch, das ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe und dessen Fortsetzung ich kaum erwarten kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2025

Leben wie ein Märchen

Frau im Mond
0

Der Titel des Buches liefert einerseits den roten Faden, der sich durch das Buch zieht wie andererseits das Thema, was die Familie el Shami über mehrere Generationen hinweg, vom Libanon bis nach Kanada, ...

Der Titel des Buches liefert einerseits den roten Faden, der sich durch das Buch zieht wie andererseits das Thema, was die Familie el Shami über mehrere Generationen hinweg, vom Libanon bis nach Kanada, begleitet hat: die Raumfahrt.

Die Zwillinge Lilit und Lina wachsen nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Großvater Maroun auf. Der hat schon damals, am Tag ihrer Geburt bereits für Unruhe gesorgt, als er durch das Zünden einer Rakete vom Dach seines Altenheims aus beinahe einen Club in die Luft gejagt hätte. Die Raumfahrt war sein Leben und er gibt diese Leidenschaft weiter, als er Jahre später seiner Enkelin, der Filmemacherin Lilit, von seiner Arbeit bei der Libanesischen Raketensociety erzählt.

Diese kurze Zusammenfassung zeigt eigentlich schon ganz gut die Komplexität des Romans auf. Auch wenn wir "nur" drei Genereationen dieser Familie begleiten, fällt es mir vor allem zu Beginn sehr schwer, jedes Detail zu behalten und in eine Reihenfolge zu bringen.

Auch wenn ich den Schreibstil des Autors grundsätzlich als beinahe märchenhaft beschreiben würde- er findet mitunter ganz zauberhafte Formulierungen und behält trotz der komplexen Inhalte eine schöne Leichtigkeit bei- springt er mit überbordender Lust zwischen den Erzählebenen hin und her. Und das sehr oft ohne große Ankündigung.

Das macht es etwas schwer hinterher zu kommen und die Sprünge nachzuvollziehen. Zumal er oftmals Ereignisse anschneidet, um sie dann mehrere Kapitel weiter erst wieder aufzugreifen. Das bewundernswerte ist, dass er dabei nix vergisst (oder wenn, dann habe ich das nicht mitbekommen), aber es macht es auch schwer, ihm zu folgen.

Nichtsdestotrotz ist das Thema dieses Buches aber so verzaubernd und erinnert an Tausend und eine Nacht, sodass mich der Autor ähnlich wie Sheherazad an sich gefesselt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2025

Überraschung im Wolfspelz

The Serpent and the Wolf
0

Wer den Klappentext liest, erwartet mit Sicherheit ein typisches Romantasyabenteuer, das mit den üblichen Trope-Flaggen geschmückt aus keinem Genre-Regal herausstechen kann. Dabei versteckt sich in diesem ...

Wer den Klappentext liest, erwartet mit Sicherheit ein typisches Romantasyabenteuer, das mit den üblichen Trope-Flaggen geschmückt aus keinem Genre-Regal herausstechen kann. Dabei versteckt sich in diesem Schmacht-Wolfspelz eine überraschend erwachsene, heilsame und überzeugende Fantasystory.

Vaasa wird von ihrer intriganten Familie als Chamäleon großgezogen, viele Sprachen sprechend lauscht sie bei Verhandlungen und erhascht für sie Geheimnisse und politische Vorteile. Bis ihre Eltern ums Leben kommen und ihre Bruder sie an den nächstbesten verfeindeten Herrscher verschachert, in der Hoffnung eine möglichst profitable Ehe zu arrangieren. Stattdessen bekommt Vaasa mit Reid einen ebenbürtigen mann an die Seite gestellt, der ihr die Möglichkeit bietet, mehr über ihre Magie und ihre familiäre Vergangenheit zu erfahren.

Der Weltenbau bietet vermutlich das für Fantasy übliche Schema: verfeindete Königreiche, kämpferische Auseinandersetzungen und politische Intrigen (viele davon konnten mich als Leserin tatsächlich sogar überraschen!).

Das wirklich wundervolle an diesem buch sind jedoch die beiden Hauptfiguren. Natürlich gibt es Spannung zwischen den beiden, die sowohl durch antrainiertes Misstrauen und gegenseitige Anziehung hervorgerufen wird. Dabei kann Vaasa aber tatsächlich mal eine starke Frauenfigur bleiben, während Reid mehr als nur der grummelige, geheimniskrämerische, gutaussehende Mann im Hintergrund bleiben darf. Er wartet tatsächlich auf ihr Einverständnis in allen DIngen und behandelt sie wie eine Gleichgestellte!

Das ist wirklich mal etwas Herausragendes und macht dieses Buch zu einem Reihenauftakt, dessen Fortsetzung ich kaum erwarten kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2025

Ein Kanal als Kulisse

Der große Riss
0

Panama ist für mich ein weit entferntes Land, das in mir kaum ein Vorstellung auslöst, der um 1900 erbaute Kanal ein fernes Band ohne große Bedeutung.
Das hat sich nun dank diesem Buch geändert.

Christina ...

Panama ist für mich ein weit entferntes Land, das in mir kaum ein Vorstellung auslöst, der um 1900 erbaute Kanal ein fernes Band ohne große Bedeutung.
Das hat sich nun dank diesem Buch geändert.

Christina Henriquez berichtet über den Bau des Panama-Kanals nicht anhand historischer Fakten. Sie lässt die Menschen zu Wort kommen; die Einheimischen ebenso wie die einwandernden Arbeiter und Wissenschaftler, aber auch die Amerikaner, die sich selbst als Befreier der Landbevölkerung sehen, ohne dabei zu merken, welchen Schaden sie auch verursachen.

Der Kanal selbst bleibt dabei eine blasse Kulisse im Hintergrund, der als Bühne für die vielen Figuren dient, die hier zu Wort kommen. Sie verleihen dem Ganzen emotionale Tiefe, auch wenn es zu viele Figuren sind, um jeder einzelnen Komplexität zu geben.

Insgesamt hätte ich mir vielleicht mehr Fakten gewünscht und Hintergrundinformationen, aber die menschliche Annäherung an das Thema ist auch eine interessante Herangehensweise.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2025

Das Schicksal der Frauen

Coast Road
0

In Irland, vor gerade einmal dreißig Jahren, erhalten wir Einblick in das Leben eines Dorfes, beschaulich an der Küste gelegen. Dolores, Colette und Izzy führen drei scheinbar vollkommen unterschiedliche ...

In Irland, vor gerade einmal dreißig Jahren, erhalten wir Einblick in das Leben eines Dorfes, beschaulich an der Küste gelegen. Dolores, Colette und Izzy führen drei scheinbar vollkommen unterschiedliche Leben und doch haben sie so einiges gemeinsam. Alle drei sind unglücklich in ihrer Ehe gefangen und alle drei leiden unter dem, worüber die Politik und ganz Irland Mitte der 90er diskutiert: die Legalisierung der Ehe.

Für mich persönlich ist es kaum vorstellbar, dass es noch gar nicht so lange her sein soll, dass es Ehepartnern nicht möglich gewesen sein soll, aus einer unglücklichen Partnerschaft auszutreten.
Nun ja, wenn man mal ehrlich ist, gibt es auch heutzutage noch genügend Hindernisse, die (oftmals) Frauen daran hindert, ihre Männer und toxischen Beziehungen zu verlassen.

Alan Murrin zeichnet hier ein wunderbar authentisches Gesellschaftsbild, unterlegt mit einigem Lokalkolorit und trotzdem so nahbar, dass man die Wut und Emotion förmlich am eigenen Leib spürt.

Zumindest ich habe sehr mit Colette, Dolores und Izzy gefiebert, gehofft und gewütet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere