Platzhalter für Profilbild

Ullap

Lesejury Star
offline

Ullap ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ullap über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2025

Ein "todsicheres" Geschäft

SKATRUNDE
0

Drei gutsituierte Freunde einer Skatrunde - Notar, Makler und Apotheker -  haben ein Geschäftsmodell entwickelt, mit dem sie bei Immobilienkäufen kleine Leute um ihr Geld bringen. Dieses Methode hat ihnen ...

Drei gutsituierte Freunde einer Skatrunde - Notar, Makler und Apotheker -  haben ein Geschäftsmodell entwickelt, mit dem sie bei Immobilienkäufen kleine Leute um ihr Geld bringen. Dieses Methode hat ihnen bereits Millionen eingebracht, bis sie eines Tages von einer Angestellten des Notars erpresst werden, die den Betrug entdeckt hat. Da hilft nur eins: Die Dame muss sterben! Als kurz darauf die Erpressung weitergeht, kommt Unruhe in die Skatrunde...

Diesen Krimi der etwas anderen Art habe ich sehr gerne gelesen. Er ist witzig-spritzig, mit leichtem, aber nicht überzogenen, mystisch-psychologischem Hintergrund,  und die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Wir erleben drei sehr unterschiedliche Hauptcharaktere, die jeder für sich mit der neuen Situation umzugehen wissen. Kann man sich im Leben überhaupt auf die vermeintlichen Freunde verlassen? Wer ist überhaupt Freund, wer ist Feind? Auch wenn man irgendwann ahnen konnte, wer hinter dem Ganzen steckt, fand ich die Geschichte doch raffiniert und spannend aufgezogen, ich hatte sehr unterhaltsame Stunden mit diesem empfehlenswerten Krimi!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2025

Zurück zu den Wurzeln

Das Licht in den Wellen
0

Die fast hunderjährige Inge will noch einmal von ihrer Heimat, der Insel Föhr, nach New York reisen, der Ort, wo sie lange Jahre ihres Lebens Glück und Leid erlebt hat, bevor sie wieder auf die Insel zurückkehrte. ...

Die fast hunderjährige Inge will noch einmal von ihrer Heimat, der Insel Föhr, nach New York reisen, der Ort, wo sie lange Jahre ihres Lebens Glück und Leid erlebt hat, bevor sie wieder auf die Insel zurückkehrte. Gegen den entschiedenen Wiederstand ihres Sohnes tritt sie die lange Reise in Begleitung ihrer Enkelin Swantje per Schiff an.

Inges Leben in der Vergangenheit steht hier im Mittelpunkt der Geschichte, sie "erzählt" es ihrer Enkelin quasi in den Tagen der Überfahrt, buchtechnisch eine tolle Idee! Hierbei erfahren wir, was sie dazu veranlasst hat, als junge Frau ihre Heimat zu verlassen und warum sie später zurückgekehrt ist. Vom Tellerwäscher zum Millionär, dieses Motto ist so typisch für die USA, und auch für Inge galt zeitlebens, dass man es mit Fleiss und Geschick zu etwas bringen kann, man aber auch nicht alles immer selbst in der Hand hat.

Die alte Dame, die auf ihr ereignisreiches Leben zurückblickt, hat mich hier sehr berührt, eine tolle Frau, die auch am Ende nie mit ihrem Schicksal hadert sondern sich den Herausforderungen des Lebens stellt.

Gerne habe ich diesen Roman, der eine leichtgängige Mischung aus Familiengeschichte und Historie darstellt, gelesen. Wegen einiger Längen einen Punkt Abzug, aber dennoch eine absolute Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2025

Freundschaft über Generationen

Neuanfang in Notting Hill
0

Nachdem ihr Freund sie um ihr Geld und auch alle Illusionen gebracht hat, zieht die junge Jess zur Untermiete bei der älteren Joan ein, die sich sehr aus dem Leben zurückgezogen hat. Auch sie hat mit ihrer ...

Nachdem ihr Freund sie um ihr Geld und auch alle Illusionen gebracht hat, zieht die junge Jess zur Untermiete bei der älteren Joan ein, die sich sehr aus dem Leben zurückgezogen hat. Auch sie hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Beide vereinbaren, ein wenig die Rollen zu tauschen, Jess will für einige Zeit offline gehen, Joan wird erstmals aktiv mit Handy und Internet.

Diese herzerwärmende Geschichte habe ich sehr gerne gelesen. Die Kapitel sind jeweils abwechselnd aus der Sicht von Jess und Joan geschrieben, zwei Frauen, die sich trotz des großen Altersunterschieds schnell nahe kommen und eine ganz besondere Freundschaft aufbauen. Dabei kann jede jeweils von der anderen profitieren. Durch den leichtgängigen Schreibstil war das Lesen eine wahre Freude, flott konnte ich durch die Zeilen fliegen. Dennoch wohnt dieser Geschichte neben einer großen Portion Romantik auch eine gewisse Tiefe inne, sie erzählt neben verschiedenen tollen Freundschaften auch von der Möglichkeit der zweiten Chancen. Dabei waren mir alle Charaktere, auch die Nebenfiguren, sehr sympathisch, dennoch ist mir die Geschichte der älteren Dame Joan am Meisten ans Herz gegangen.
Ein leichter und empfehlenswerter Roman!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2025

Zwei junge Frauen auf dem Weg in den Süden

Tage wie Salzwasser
0

Die schwangere Atlanta wartet am Bahnhof auf ihren Freund Malte, als sie die Nachricht erreicht, dass dieser tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. In seinem Notizbuch findet sie ihr unbekannte Adressen ...

Die schwangere Atlanta wartet am Bahnhof auf ihren Freund Malte, als sie die Nachricht erreicht, dass dieser tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. In seinem Notizbuch findet sie ihr unbekannte Adressen im Süden Europas. Die junge Enza wird mit der Krebserkrankung ihrer Mutter konfrontiert und von der Mutter auf den Weg nach Italien geschickt, um die dort lebende Tante zu kontaktieren. Durch einen kleinen Unfall treffen die beiden Frauen aufeinander und beschiessen, sich gemeinsam auf den Weg auf den Spuren ihrer Liebsten zu machen.

Mich hat die Geschichte dieser doch so unterschiedlichen Frauen sehr berührt und auch mitgenommen. Eine spannende Reise quer durch Südeuropa lässt einen kaum zu Atem kommen, die Frauen verlieren sich zwischendurch, um sich dann später doch wiederzufinden, treffen unterwegs auf weitere interessante, nicht immer ungefährliche Charaktere. Manchmal fand ich sie etwas kopflos, im Laufe der Geschcihte sind sie jedoch gewachsen. Es handelt sich hierbei nicht um einen reinen Wohlfühlroman, wie ich zunächst vermutet hatte, der Geschichte wohnt schon eine gewisse Tiefe inne. Immer habe ich jedoch mit den beiden Frauen mitgelitten und ein bisschen auch mit auf dem Motorrad geseen, und sie auf ihrer Reise begleitet.

Ein empfehlenswerter Roman für den Sommer!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2025

Zwei Leben

Beeren pflücken
0

In den frühen 60er Jahren kommt eine indianische Familie regelmäßig im Sommer nach Maine, um dort als Beerenpflücker ihren Unterhalt zu bestreiten. Eines Tages verschwindet die 4jährige Tochter Ruthie ...

In den frühen 60er Jahren kommt eine indianische Familie regelmäßig im Sommer nach Maine, um dort als Beerenpflücker ihren Unterhalt zu bestreiten. Eines Tages verschwindet die 4jährige Tochter Ruthie spurlos, ihr einige Jahre älter Bruder Joe hatte sie zuletzt gesehen. Ruthie taucht nie wieder auf, die Familie muss mit diesem Schicksal leben, Joe macht sich lebenslang Vorwürfe und verlässt nach einem Vorfall seine Familie, um rastlos durch die USA zu ziehen.
Die Geschichte wird aus zwei Sichtweisen erzählt: Der Joes und der Normas, eines Mädchens, das überbehütet bei seinen Eltern aufwächst und zeitlebens nach seinen Wurzeln sucht. Auch wenn man bald ahnt, was es mit Norma auf sich hat, dauert es doch sehr lange, bis nicht nur der Leser, sondern auch Norma selbst Gewissheit hat.
Die Autorin hat uns sehr einfühlsam die Geschichte einer Familie erzählt, die stellvertretend für die indigene Bevölkerung Amerikas steht, für die Probleme einer Bevölkerungsgruppe, aber auch mit ihrem höchstpersönlichen Schicksal zu kämpfen hat. Die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren wurde für mich sehr gut herausgearbeitet, ebenso aber auch der große Zusammenhalt einer Familie, in der jeder sein Schicksal anders verarbeitet.
Zwischendurch hatte für mich die Geschichte von Joe einige Längen und die "Auflösung" über Normas Leben hatte ich mir persönlich etwas spektakulärer vorgestellt. Es ist dennoch ein sehr lesenswertes Buch, das ich gerne empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere