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Veröffentlicht am 13.06.2025

Campingurlaub

Die Windvögel - Der verbotene Wald
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Eigentlich hatten sich Ella und Hannes Windvogel auf ein ganz normales, entspanntes Campingwochenende mit ihren Eltern in der idyllischen Brandenburger Natur gefreut. Lagerfeuer, Zelte, Vogelgezwitscher ...

Eigentlich hatten sich Ella und Hannes Windvogel auf ein ganz normales, entspanntes Campingwochenende mit ihren Eltern in der idyllischen Brandenburger Natur gefreut. Lagerfeuer, Zelte, Vogelgezwitscher – einfach mal abschalten und die Ruhe genießen. Doch es kommt ganz anders, als die beiden Geschwister es sich vorgestellt haben. Denn kaum angekommen, geraten sie in ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden.
Schon in der ersten Nacht wird die Idylle durch einen seltsamen Zwischenfall gestört. Und dann ist da auch noch Johnny – der vorlaute und freche Sohn der Kioskverkäuferin. Mit seiner aufmüpfigen Art bringt er vor allem Ella schnell auf die Palme. Erst wirkt er wie ein richtiger Störenfried, der auf Konfrontation aus ist. Doch nach und nach wird klar, dass hinter seinem Verhalten mehr steckt: Vielleicht ist es einfach seine unbeholfene Art, sich Freundschaften zu nähern. Diese Entwicklung fand ich sehr gelungen und authentisch.
Während die Tage auf dem Campingplatz teilweise gemütlich und familiär wirken, zieht im Hintergrund eine spürbare Spannung auf. Denn im nahegelegenen Wald – der eigentlich strikt verboten ist – ereignet sich ein Unglück, das alles verändert. Plötzlich wird aus dem Campingurlaub ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit. Die Kinder müssen Mut, Zusammenhalt und Köpfchen beweisen, um rechtzeitig Hilfe zu holen – und vielleicht sogar ein Leben zu retten.


Der Schreibstil ist gewohnt angenehm und fesselnd. Die Atmosphäre ist toll eingefangen: einerseits die sommerliche Campingplatzidylle, andererseits die düstere, unheimliche Stimmung rund um das verbotene Waldstück. Johnny war mir anfangs sehr unsympathisch, aber seine Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich überrascht und überzeugt. Die Mischung aus Familienurlaub, Kinderfreundschaft und Abenteuer ist gelungen.

Ein spannender und gleichzeitig herzerwärmender Kinderroman, der mit einem wichtigen Thema, authentischen Figuren und einem echten Nervenkitzel punktet.

Veröffentlicht am 13.06.2025

Der Graf

Sagenhaft Eifel! - Abenteuer in einer fantastischen Region
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Im beschaulichen Eifelstädtchen Neuerburg braut sich etwas Unheimliches zusammen: Nachts hallt hämisches Gelächter aus dem nahegelegenen Wald, geheimnisvolles grünes Licht flackert aus der alten Kreuzkapelle, ...

Im beschaulichen Eifelstädtchen Neuerburg braut sich etwas Unheimliches zusammen: Nachts hallt hämisches Gelächter aus dem nahegelegenen Wald, geheimnisvolles grünes Licht flackert aus der alten Kreuzkapelle, und eine ungreifbare Angst legt sich über die Menschen der Region. Wanderer berichten verängstigt von seltsamen Erscheinungen – doch niemand weiß, was wirklich hinter den seltsamen Ereignissen steckt.

Ein Schulausflug führt die Zwillinge Lena und Elias Schäfer genau an diesen mystischen Ort. Schnell merken sie, dass hier mehr im Spiel ist als ein harmloser Streich. Gemeinsam mit ihrem mutigen und cleveren Freund Pikrit begeben sie sich auf Spurensuche – und entdecken Hinweise, die auf uralte Legenden über die Hexen der Südeifel verweisen. Offenbar droht Neuerburg ein großes Unheil – und nur, wenn es den drei Freunden gelingt, die Zusammenhänge rechtzeitig zu entschlüsseln, kann die Stadt gerettet werden.




Der zehnte Band der Reihe „Sagenhaft Eifel“ überzeugt erneut mit einer spannenden Mischung aus Abenteuer, regionaler Mythologie und atmosphärischem Setting. Besonders gelungen finde ich, dass echte Sagen und reale Orte in die Geschichte eingebunden wurden. So wird die Lektüre nicht nur aufregend, sondern auch lehrreich – und macht gleichzeitig neugierig auf die Region.

Die Charaktere sind sympathisch, und man fiebert gerne mit ihnen mit. Der Schreibstil ist klar, bildhaft und fesselnd – ideal für junge Leser:innen, aber auch Erwachsene werden gut unterhalten. Einziger Kritikpunkt: Die Geschichte war für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei. Gerade als die Spannung richtig Fahrt aufnahm, war das Abenteuer auch schon wieder beendet. Ich hätte mir ein paar Seiten mehr gewünscht, um noch tiefer in die Legende einzutauchen.


Ein weiteres gelungenes Kapitel in einer tollen Kinderbuchreihe, die spannend unterhält und gleichzeitig die faszinierende Sagenwelt der Eifel aufgreift. Bei so vielen noch unerzählten Geschichten hoffe ich, dass es mindestens zehn weitere Bände geben wird!

Veröffentlicht am 13.06.2025

Das zweite große Abenteuer beginnt

Operation Falkenstein und die Angst vor dem Unbekannten
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Ein neues, aufregendes Abenteuer erwartet Antonia, Jaron, Emma und Franky, deren Spürsinn auch diesmal wieder ordentlich gefordert wird. Es beginnt mit einem dramatischen Vorfall: Ein Taucher gerät in ...

Ein neues, aufregendes Abenteuer erwartet Antonia, Jaron, Emma und Franky, deren Spürsinn auch diesmal wieder ordentlich gefordert wird. Es beginnt mit einem dramatischen Vorfall: Ein Taucher gerät in große Gefahr, und nur durch das mutige Eingreifen der vier Freunde kann sein Leben gerettet werden. Doch was hat ihn überhaupt in solche Not gebracht? Wonach hat er am Seegrund gesucht – und warum?

Gleichzeitig zieht eine seltsame Familie in das traditionsreiche Schlosshotel am See. Ihr Verhalten wirkt rätselhaft, und bald schon fragen sich die Freunde, ob es hier vielleicht einen Zusammenhang gibt. Während sie versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, erschüttern zudem fremdenfeindliche Vorfälle das Idyll am Wasser. Flüchtlinge, die in der Nähe untergebracht sind, werden Ziel gemeiner Anschläge. Wer steckt dahinter – und kann das Quartett die Täter rechtzeitig entlarven?

Was das Buch so besonders macht, ist seine raffinierte Struktur: Zwei Zeitebenen, ein Ort. In der Gegenwart erleben wir das Abenteuer rund um den Taucher, das Hotel und die Angriffe auf Geflüchtete. Parallel dazu tauchen wir in das Jahr 1933 ein, in dem Kinder von sogenannten Vaterlandsverrätern in einem Heim am See untergebracht werden. Was niemand weiß: Die älteste Schwester unter ihnen ist eine Jüdin, die sich versteckt hält. Zusammen entdecken sie einen geheimen Gang im Keller – doch was sie dort finden, bleibt offen und verspricht im nächsten Band weitere Spannung.





Mir hat der Wechsel zwischen den beiden Zeiten sehr gut gefallen – er verleiht der Geschichte Tiefe und sorgt für eine ganz eigene Dynamik. Beide Erzählstränge sind fesselnd und emotional aufgeladen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten, und man spürt, dass hier noch nicht alles erzählt ist. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und bin gespannt, was sich hinter dem geheimen Gang verbirgt.


Veröffentlicht am 13.06.2025

Märchenhafter Mord

Tee? Kaffee? Mord! Es war einmal ein Mord
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Kaum haben Nathalie Ames und ihre tatkräftige Freundin Louise ihren letzten Fall abgeschlossen, werden sie erneut mit einem mysteriösen Verbrechen konfrontiert – und dieses Mal ist es so makaber wie ungewöhnlich: ...

Kaum haben Nathalie Ames und ihre tatkräftige Freundin Louise ihren letzten Fall abgeschlossen, werden sie erneut mit einem mysteriösen Verbrechen konfrontiert – und dieses Mal ist es so makaber wie ungewöhnlich: Im beliebten Themenpark „Märchenwald“, einem Ort voller Nostalgie, verkleideter Mitarbeiter und familienfreundlicher Illusionen, wird die Besitzerin des märchenhaft gestalteten Restaurants Witch You Were Here tot aufgefunden. Und nicht irgendwo – sondern ausgerechnet in ihrem eigenen Backofen. Schnell ist klar: Das war kein Unfall, sondern ein grausamer Mord.

Gemeinsam mit alten Freunden und neuen Bekanntschaften nehmen Nathalie und Louise die Ermittlungen auf. Doch der Märchenwald entpuppt sich bald als düstere Bühne voller ungelöster Konflikte, heimlicher Abneigungen und lang schwelender Feindschaften. Zwischen Prinzessinnenkleidern, Hexenhüten und Zuckerhäuschen stoßen die Ermittlerinnen auf Intrigen, Eifersucht und einen Konkurrenzkampf, der alles andere als märchenhaft ist.

Als ein weiterer Mitarbeiter des Parks Opfer eines gewaltsamen Angriffs wird, weitet sich der Fall aus. War das erste Verbrechen doch kein persönlicher Racheakt, sondern Teil eines größeren Plans? Versucht jemand gezielt, den gesamten Märchenwald zu sabotieren – vielleicht sogar zu vernichten? Je tiefer Nathalie und Louise graben, desto mehr geraten sie selbst ins Visier jener, die ihre friedliche Fassade um jeden Preis wahren wollen.


Der Fall ist atmosphärisch, spannend und mit dem typischen Augenzwinkern der Reihe erzählt. Besonders gelungen finde ich die Kulisse des Märchenwalds – ein scheinbar idyllischer Ort, hinter dem sich jedoch menschliche Abgründe auftun. Die Mischung aus skurrilem Humor, düsteren Momenten und cleverer Ermittlungsarbeit sorgt für gute Unterhaltung. Die Charaktere sind vertraut, liebenswert und entwickeln sich weiter. Zwar ist der Krimi nicht übermäßig komplex, aber genau das macht ihn zu einer charmanten, leichten Lektüre für zwischendurch. So einen modernen Märchenwald könnte man wirklich gebrauchen, die Märchen werden heute immer mehr vergessen durch die ganzen Neuinterpretationen.

Veröffentlicht am 13.06.2025

Bücherei VS VR-Halle

Herr Heiland und das Geheimnis der vergessenen Bücher
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Als Jenny Jessen, die engagierte Leiterin der Sonntaler Grundschule, durch einen Zufall auf den alten Bestand der längst vergessenen Schulbücherei „Lesegrube“ im verstaubten Keller stößt, ist ihre Neugier ...

Als Jenny Jessen, die engagierte Leiterin der Sonntaler Grundschule, durch einen Zufall auf den alten Bestand der längst vergessenen Schulbücherei „Lesegrube“ im verstaubten Keller stößt, ist ihre Neugier sofort geweckt. Die liebevoll gesammelten Bücher, manche alt, andere fast unberührt, wecken in ihr den Wunsch, diesen besonderen Ort wiederzubeleben – einen Raum für Geschichten, Fantasie und gemeinsames Lesen. Doch ihre Idee stößt nicht überall auf Begeisterung: Bürgermeister Mindenfeld hat andere Pläne. Er träumt von einer modernen Virtual-Reality-Spielhalle und sieht für eine Bücherei keinen Platz im Gemeindehaushalt.
Doch die Ereignisse überschlagen sich, als am örtlichen Campingplatz ein Mann tot aufge-funden wird – offenbar wurde er ermordet. Die Identität des Opfers sorgt für Aufsehen: Es handelt sich um niemand Geringeren als Falko vom Stein, einen gefeierten, aber zurückgezo-gen lebenden Bestsellerautor, der inkognito in Sonntal lebte. Der Mord erschüttert die kleine Gemeinde – und ruft plötzlich ein ungeahntes Interesse an Literatur hervor. Leseratten pilgern an den See, seine Bücher werden neu entdeckt und in Sonntal bricht ein regelrechtes Lesefieber aus.
Während Pfarrer Heiland und Polizist Kern auf ihre ganz eigene, verschrobene Weise zu ermitteln beginnen, geraten Geheimnisse ans Licht, die nicht nur mit dem Opfer, sondern auch mit der kleinen Gemeinde selbst zu tun haben.


Der Kriminalfall ist spannend und gut durchdacht – wie gewohnt mit einem liebevoll-verschrobenen Charme erzählt. Die besondere Atmosphäre von Sonntal, die liebenswert-eigenwilligen Charaktere und die Idee der alten Bücherei haben mir besonders gefallen. Gerade in Zeiten, in denen neue Technik oft als Allheilmittel gilt, wirkt das Konzept einer wiederbelebten Bibliothek herrlich nostalgisch und wohltuend. Eine Spielhalle in Virtual Reality? Für mich kein Vergleich zu einem Ort voller echter Bücher! Zwar haben mich die Werke des verstorbenen Autors inhaltlich nicht so sehr gereizt, doch seine Wirkung auf das Dorf war nicht zu übersehen.