Man entwickelt viel Mitgefühl für die Hauptfigur Lise Mundus.
Vilhelms ZimmerUm eine stürmische, unausgeglichene, ungesunde Beziehung von Eheleuten geht es in diesem Roman, der in der ersten Hälfte etwas wirr wirkt. Beide Hauptfiguren Lise und Vilhelm führen starke emotionale Kämpfe ...
Um eine stürmische, unausgeglichene, ungesunde Beziehung von Eheleuten geht es in diesem Roman, der in der ersten Hälfte etwas wirr wirkt. Beide Hauptfiguren Lise und Vilhelm führen starke emotionale Kämpfe miteinander selbst nach der Trennung aus. Die anhaltende Härte und Bitterkeit in deren Dialogen machen Ängste und Verwirrung der Künstlerin Lise verständlich, zeigen beider Leidensfähigkeit und ihren Hang zu Alkohol und Tabletten. Während Vilhelm als Narziss mit dranghaftem Sexbedarf beschrieben wird, verliert sich die Figur Lise Mundus teils in der Rolle der Ich-Erzählerin, teils in der dritten Person – vielleicht als schweren, inneren Kampf mit sich selbst zu werten. Nicht nur Lises Suizid scheint den eigenen Tod der Autorin vorwegzunehmen, Ihr literarischer Schreibstil beschreibt erschreckend eindeutig ihre tödliche Entscheidung aus Lebensmüdigkeit, aus Einsamkeit. Auch andere fiktionale Ereignisse im Roman scheinen ihrer belastenden Realität entlehnt zu sein.
Der letzte, autofiktionale Roman, den die erfolgreiche dänische Autorin 1975 veröffentlichte.