Zwischen Lavendelfeldern, der großen Liebe und den eigenen Gedankenspiralen
Fleur de Lavande (Band 1) - Wie du liebst"Fleur de Lavande" erzählt die Geschichte von Viola und Luc, die sich aus Kindheitstagen kennen und damals noch recht viel Abstand voneinander hielten, doch in diesem Sommer können sie sich nicht mehr ...
"Fleur de Lavande" erzählt die Geschichte von Viola und Luc, die sich aus Kindheitstagen kennen und damals noch recht viel Abstand voneinander hielten, doch in diesem Sommer können sie sich nicht mehr ausweichen. Viole, die gerade ihre Buch-Reihe beendet hat und deren Beziehung geendet ist, braucht eine Auszeit. Nicht nur hat ihr Ex kurz nach der Trennung mit ihrer Schwester geschlafen, auch sonst plagen sie Selbstzweifel und viele Unsicherheiten. Luc wiederum hat eigene Dämonen, die im Buch nach und nach aufgedeckt werden. Hierbei wird ein Thema angesprochen, von dem ich in der Buchwelt vorher noch nicht gelesen habe und das dahingehend sensibilisiert.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt intensiv und emotional. Da inhaltlich sehr oft Violas Gedankenspiralen und Zweifel behandelt werden, doppelten sich einzelne Aussagen mit der Zeit. Hier ging die Handlung über weite Strecken eher weniger voran und Viola trat auf der Stelle, konnte sich von ihren Ängsten nicht lösen. Das mag in all seiner Detailliertheit realitätsnah sein, beim Lesen verlor sich für mich mit der Zeit aber sowohl das Knistern zwischen den Protagonisten, als auch die Spannung im Buch generell.
Inhaltlich gab es vieles, was aufgearbeitet hätte werden müssen: Die Beziehung der Schwester zueinander, Violas weitere Arbeit als Schriftstellerin, Lucas und Jules Familienangelegenheiten, toxische Freundschaften, ... Das alles wurde inhaltlich abgeschlossen, aber ich hätte mir mehr Raum für diese Themen gewünscht. Stattdessen gab es ausschweifende Monologe in den Köpfen der Charaktere, die viel Platz einnahmen. Es gibt außerdem viele Anspielungen auf die Helden aus Violas eigenen Romanen und warum diese sich jetzt ganz anders verhalten würden.
So ganz konnten mich Viola und Luc als Protagonisten daher nicht überzeugen, auch wenn beide auf ihre Art sympathisch waren, blieben sie etwas blass. Das kam für mich daher, dass es auch nicht allzu viele Dialoge gab, in denen die beiden ihr wahres Ich hätten zeigen können. Während das bei Viola noch teilweise gelingt, da sie Listen schreibt, bleibt dies bei Lucas aus. Auf Jules als nachfolgende Protagonistin freue ich mich wiederum sehr, sie war eine tolle Freundin für Viola.