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Veröffentlicht am 05.01.2018

nette Lektüre für zwischendurch

Rockstars küsst man nicht
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Lizzy Rollins' Welt steht Kopf: Mitten im Psychologie-Studium ist sie auf einmal schwanger - von niemand geringerem als Ben Nicholson, dem Bassisten der aktuell erfolgreichsten Rockband der Welt. Dabei ...

Lizzy Rollins' Welt steht Kopf: Mitten im Psychologie-Studium ist sie auf einmal schwanger - von niemand geringerem als Ben Nicholson, dem Bassisten der aktuell erfolgreichsten Rockband der Welt. Dabei haben sie nur eine Nacht miteinander verbracht. Ben gibt sein Bestes, um ihr in der Schwangerschaft beizustehen, doch eins will er auf keinen Fall: sich fest an eine Frau binden. Nur leider ist Lizzy ziemlich in ihn verliebt und auch wenn sie versucht, seinem Wunsch nach einer reinen Freundschaft nachzukommen, muss sie immer wieder feststellen, dass da eigentlich deutlich mehr Gefühle im Spiel sind - auch von Bens Seite...

Eigentlich handelt es sich hierbei um den 4. Band einer Reihe um die Jungs der Band "Stage Dive". Allerdings habe ich eher zufällig (und ohne nachzuschauen) zu diesem Buch gegriffen und muss sagen, dass man es auch gut lesen kann, ohne die Vorgänger zu kennen. Die Angabe der Reihenfolge unten ist deshalb mehr für diejenigen, die Reihen gerne geordnet lesen.

Das Buch liest sich sehr flüssig, lässt sich aber auch gut unterbrechen. Natürlich lässt sich schon früh erahnen, wie die Geschichte ausgeht, aber der Weg dahin ist durchaus lesenswert und hält auch die eine oder andere interessante Wendung und Begegnung bereit. Dass es sich hierbei um eine leichte Lektüre handelt, wird schon beim Cover klar.

Lizzy ist zwar sehr jung (Anfang 20), aber sie weiß, was sie will und ist auch nicht auf den Mund gefallen. Sie wurde in erster Linie von ihrer großen Schwester Anne aufgezogen und wurde auf diese Weise schon früh erwachsen. Dagegen ist Ben eher der mürrisch wirkende Eigenbrödler, der zwar irgendwie immer zur Stelle ist, wenn Lizzy einen Beschützer braucht, sich aber von dem Moment, in dem sie sich kennenlernen an nicht binden will und sie deshalb auf Abstand hält. Beide lernen deshalb in ihrem Tempo und jeder für sich, was es heißt, schwanger zu sein und sich auf die Elternrolle vorzubereiten. Was mich hier allerdings gestört hat, war, wie lange Lizzy mit dem ersten Arztbesuch gewartet hat. Natürlich ist in einem solchen Roman keine Fehlgeburt zu erwarten, aber der erste Arztbesuch trägt ja dazu bei, dass man selbst ein Stück weit realisiert, was da gerade vor sich geht. Doch Lizzy ist da ganz anders und so wissen lange vor dem ersten Arztbesuch schon alle Mitglieder von Stage Dive nebst Anhang von ihrem "Glück". Das muss zwar jeder selbst wissen (und vielleicht gibt es da in den USA auch andere Gepflogenheiten als bei uns), aber nachdem es mir einmal aufgefallen war, hat es mich schon gewundert/gestört. Da mich das Buch ansonsten sehr gut unterhalten konnte und auch die erotischen Szenen ansprechend waren (nicht immer dasselbe, gut geschrieben), vergebe ich hier keinen Abzug.

Fazit: Ein nettes Buch für zwischendurch, das ich nur empfehlen kann, wenn man eine leichte Lektüre sucht. Den Rest der Reihe werde ich vermutlich auch noch lesen =)

Reihenfolge:
1. Kein Rockstar für eine Nacht
2. Wer will schon einen Rockstar?
3. Rockstars bleiben nicht für immer
4. Einen Rockstar küsst man nicht

Veröffentlicht am 05.01.2018

amüsantes Gegenstück zu "Mutter ruft an"

Papa ruft an
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Nachdem Bastian Bielendorfer in "Mutter ruft an" das Beste aus den Telefonaten mit seiner Mutter wiedergegeben hat, berichtet er nun aus den Telefonaten und Begegnungen mit seinem Vater. Kennenlernen konnte ...

Nachdem Bastian Bielendorfer in "Mutter ruft an" das Beste aus den Telefonaten mit seiner Mutter wiedergegeben hat, berichtet er nun aus den Telefonaten und Begegnungen mit seinem Vater. Kennenlernen konnte man diesen schon in den bisher erschienen Büchern von Bastian Bielendorfer als trockenen Allzeit-Lehrer-Typus, der seine Umwelt stets korrigiert und immer alles (besser) weiß. Umso erstaunlicher ist es, dass er Bastian in seinen Telefonaten auch öfter mal um Rat fragt - am liebsten allerdings dann, wenn er schon einiges an Unheil angerichtet hat. Doch in diesem Buch bleibt es nicht bei Papa, der Bastian in den Wahnsinn treibt: Sein Neffe Ludger (12) ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern mindestens genauso anstrengend wie Papa Bielendorfer.

Zwischen den Kapiteln gibt es immer kleine Episoden zwischen Bastian und seiner Freundin Nadja, die regelmäßig im Handgemenge enden, weil eine(r) unbedingt das letzte Wort haben musste. Diese sind durchaus amüsant, allerdings habe ich mich mitunter schon gefragt, warum sie ausgerechnet in einem Buch, das von Bastian und seinem Vater handelt, ihren Platz finden müssen.

Bastian Bielendorfer, das inzwischen durchaus bekannte Lehrerkind, hat das Hörbuch zu seinem neuen Buch "Papa ruft an" wieder selbst eingesprochen. Und das so überzeugend und amüsant, dass ich das Hörbuch ausnahmsweise mal nicht beim Autofahren hören konnte, weil ich zu oft Tränen gelacht habe. Die Situationen erscheinen so absurd und werden von Bastians Papa mit so einer trockenen Lehrerstimme geschildert, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass er z.B. gerade von einer Schaumwelle aus der Waschmaschine durchs Haus getrieben wird oder daran verzweifelt, dass er in sein neues MacBook keine Floppy Disc einlegen kann. Gleichzeitig gibt es viele Episoden aus Bastians Kindheit, in denen einem der Junge nur leid tun kann, dass er mit einem solchen Vater (bzw. solchen Eltern) gestraft wurde, die aber trotzdem einer gewissen Komik nicht entbehren.

Ich habe das Hörbuch immer nur ungern unterbrochen, weil es mich hervorragend unterhalten hat. Gleichzeitig gehört es zu den Hörbüchern, wo es nicht schlimm ist, wenn einem durch Ablenkung mal 1-2 Minuten fehlen, man aber trotzdem zurückspult, weil man einfach nichts verpassen möchte.

Fazit: Wer die bisher erschienen (Hör-)Bücher von Bastian Bielendorfer mochte, dem kann ich "Papa ruft an" nur empfehlen!

Veröffentlicht am 02.12.2017

Mit so einer Geschichte hätte ich nicht gerechnet

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt
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Edie flirtet schon länger immer wieder mit ihrem Arbeitskollegen Jack. Allerdings ist ihr bewusst, dass er eine Freundin hat (die ebenfalls eine Arbeitskollegin von den Beiden ist) und er diese auch bald ...

Edie flirtet schon länger immer wieder mit ihrem Arbeitskollegen Jack. Allerdings ist ihr bewusst, dass er eine Freundin hat (die ebenfalls eine Arbeitskollegin von den Beiden ist) und er diese auch bald heiraten wird. Als er Edie dann noch zu der Hochzeit einlädt, würde sie am liebsten absagen, aber letzten Endes geht sie hin. Als sie vor einer peinlichen Darbietung der Trauzeugin nach draußen flieht, folgt Jack ihr - und küsst sie. Blöderweise werden sie dabei von seiner frisch Angetrauten erwischt, die allerdings nur Edie dafür verantwortlich macht und online und im Büro dafür sorgt, dass Edie sich nirgends mehr blicken lassen kann. Glücklicherweise steht ihr Chef hinter ihr und besorgt ihr einen Auftrag, für den sie von zu Hause aus arbeiten kann - wobei "zu Hause" in diesem Fall heißt, dass sie wieder bei ihrem Vater und ihrer Schwester in Nottingham einziehen muss. Und gerade zu ihrer Schwester hat sie leider auch nicht das Beste Verhältnis...

Edie ist eine starke Frau - wie stark, merkt man erst im Verlauf der Geschichte, aber schon zu Beginn wird deutlich, dass sie kein kleines Mäuschen ist. Klar will sie sich nach der ganzen Geschichte erst mal verkriechen (ein Übermensch ist sie auch nicht), aber als ihr Chef ihr dann das Angebot macht, weiter für ihn zu arbeiten, nimmt sie es an, obwohl auch das kein einfacher Auftrag ist. Sie stellt sich ihrer Schwester, dem Shitstorm (so gut man sich so etwas eben stellen kann) und auch wenn es nicht leicht ist, sorgt sie für sich und ihr Wohlbefinden. Ihr Glück ist es, dass zum selben Zeiten auch ihre beiden besten Freunde aus Schulzeiten wieder in der alten Heimat aufschlagen und sie sich gemeinsam Halt geben können.

Edies neuer Auftrag hat nämlich damit zu tun, die Biographie eines Serienstars zu schreiben, der aber schon ihre Vorgängerin gefeuert hat und die Arbeit an der Biographie eigentlich aufkündigen wollte. Edie gibt ihr Bestes - aber ob das genug ist?

Mir hat sehr gut gefallen, dass alle Charaktere vom Leben geschliffen wurden, Ecken, Kanten und Macken haben, aber bei allen mit der Zeit auch aufgedeckt wird, woher diese kommen. Bei allen sind es Geschichten, die das Leben schreibt und die nicht sonderlich weit hergeholt sind, was dazu führt, dass ich auch für Edies Schwester mit der Zeit Sympathie entwickelt habe. Es ist ein Roman, der zeigt, dass es doch möglich ist, dass die Fiesen am Ende auch ihre Strafe bekommen.

Leider hat der Roman einige Längen und Stellen, an denen ich überlegt habe, was wohl noch alles kommen mag, weil ich dachte, dass der Roman jetzt eigentlich ein gutes Ende gefunden hätte. Das Ende, wie es dann stattfindet, war mir persönlich zu offen. Natürlich kann ich mir meinen Teil denken und das Ende so gestalten, wie es mir gefällt, aber leider bleibt auch eine komplett andere Möglichkeit, die mir so gar nicht gefallen würde...

Fazit: Trotz einiger Längen ein sehr guter und fesselnder Roman über das Leben und warum man nicht aufgeben sollte.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Hinter den Kulissen

Landliebe
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Ellie ist ziemlich verschuldet, doch ihre beste Freundin hat eine Idee, wie sie schnell an Geld kommen kann: Sie nimmt an der Kuppelshow "Landliebe" teil. Ähnlich geht es Tom, der zusammen mit seinem Bruder ...

Ellie ist ziemlich verschuldet, doch ihre beste Freundin hat eine Idee, wie sie schnell an Geld kommen kann: Sie nimmt an der Kuppelshow "Landliebe" teil. Ähnlich geht es Tom, der zusammen mit seinem Bruder Eric um die Zukunft des gemeinsamen Weinguts bangen muss. Dass in einer solchen Show die Dinge und Personen gerne etwas anders überspitzt dargestellt werden, ist beiden klar, aber was dann auf sie zukommt, damit hatte keiner von ihnen gerechnet. Dazu kommt, dass gerade Weinlese ist, die existenziell wichtig für Toms Weingut ist - und die Beiden auf einmal feststellen, dass so ein gemeinsames Zusammenleben doch anziehender wirken kann, als einem lieb ist.

"Landliebe" liest sich sehr flüssig, spannend und witzig, ich habe es nur ungern zur Seite gelegt. Auch wenn ich nur ziemlich selten mal "Bauer sucht Frau" und Konsorten schaue, fand ich den Blick hinter die Kulissen sehr spannend, aber auch durchaus gruselig. Auf der einen Seite erklärte es manches, was man so im Fernsehen geboten bekommt, auf der anderen Seite hoffe ich doch sehr, dass dieser Einblick überspitzt ist.

Die Charaktere sind jeder für sich sehr sympathisch, auch wenn gerade Tom erst mal darauf angelegt ist, den mürrischen Winzer zu geben, der von seinem Bruder zur Teilnahme an der Show gedrängt wurde (besagter Bruder ist verheiratet und fällt daher aus). Dass er in Wahrheit ein großes Herz hat, erfährt man erst mit der Zeit, wobei man es schon früh vermuten kann. Ellie ist da das genaue Gegenteil: Sie nimmt zwar nicht an der Show teil, um sich zu verlieben und ist von der Story, die ihr angehängt wird, ziemlich genervt, aber sie ist nett und offen und gewillt, das Beste aus der Situation zu machen. So hilft sie Tom sogar bei der Arbeit im Weinberg, um ihm zu zeigen, dass sie ihm nicht im Weg sein will. Im Endeffekt haben beide das Herz am rechten Fleck, nur leider ist Tom ein ziemlicher Zweifler...

Sehr gut gefallen haben mir auch die Landschaftsbeschreibungen. Ich war schon öfter an der Mosel und hatte sofort ein Bild vor Augen und das Verlangen, dort mal wieder durch die Weinberge zu spazieren, anschließend ein Glas Wein zu trinken,...

Fazit: Ein toller Wohlfühlroman, der hoffen lässt, dass Jana Lukas ihm noch einige andere folgen lässt.

Veröffentlicht am 09.10.2017

rätselhafter Amoklauf

Das Nebelhaus
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Leonie, Yasmin, Philipp und Timo waren vor vielen Jahren beste Freunde, die sich in der Aktivistenszene kennengelernt haben. Inzwischen haben sich ihre Wege getrennt, jeder ist beruflich wie privat seinen ...

Leonie, Yasmin, Philipp und Timo waren vor vielen Jahren beste Freunde, die sich in der Aktivistenszene kennengelernt haben. Inzwischen haben sich ihre Wege getrennt, jeder ist beruflich wie privat seinen Weg gegangen: Leonie ist Erzieherin, Yasmin besitzt einen Esoterikladen und spielt in der Fußgängerzone Panflöte, Philipp ist erfolgreicher Architekt und Timo versucht, sich als Schriftsteller über Wasser zu halten. Über das Internet kommen sie wieder in Kontakt und Philipp lädt die ganze Clique zu sich nach Hiddensee ein. Doch dann geschieht eine Tragödie...

Zwei Jahre später untersucht die Journalistin Doro Kagel den Fall der "Blutnacht von Hiddensee", um eine große Reportage darüber zu schreiben. Doch schon bald stößt sie auf jede Menge Ungereimtheiten...

Das war mal wieder ein Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Er beginnt relativ ruhig, doch schon früh merkt man, dass eine gewisse Spannung in der Luft liegt. Die Freunde sind sich fremd geworden und wundern sich, was aus den Anderen geworden ist - was umso deutlicher wird, da sie sogar gemeinsam mit einem Auto anreisen und dann eben alle bei Philipp und dessen Familie wohnen.

Die Kapitel behandeln abwechselnd das Jahr 2010, als die Clique auf Hiddensee ist und das Jahr 2012, in dem Doro Kagel ihre Reportage schreiben soll. Einige Kapitel, vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, enden mit fiesen Cliffhangern, so dass man gar nicht aufhören kann zu lesen. Insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig - auch da, wo es eher ruhig zugeht, liest es sich ganz locker weg. Die Spannung baut sich von Anfang an auf, man merkt förmlich, dass etwas in der Luft liegt, dazu das abgelegene Haus auf der Insel, wo es schon mal eher neblig wird...

Die Charaktere sind alle so dargestellt, dass man sie quasi vor sich sieht. Dass manche etwas blass und ungreifbar wirken, ist so gewollt. Vor allem Leonie ist so jemand, die man die ganze Zeit als komisch empfindet. Man merkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt, aber man kann nicht sagen, ob sie einfach mit ihrem Leben unzufrieden ist, vor etwas Angst hat oder ob mehr dahinter steckt.

Bis zu dem - ziemlich überraschenden Ende - hat mich das Buch gefesselt. Ich hatte einige Theorien, wer es gewesen sein könnte, aber da auch bis kurz vor Ende nicht ganz klar ist, wer in dieser Nacht gestorben ist und wer nicht, fehlt einem die Basis für Überlegungen. Das macht es noch reizvoller, finde ich. Auf den Täter/die Täterin (will ja hier nix verraten) wäre ich auch nicht gekommen - obwohl es eigentlich ziemlich naheliegend ist.

Fazit: Sehr zu empfehlen! Zumal ich bisher nichts herausgefunden habe, dass er Teil einer Reihe wäre... =)