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Veröffentlicht am 20.09.2025

Ein wichtiger Roman

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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In „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ zeichnet Susanne Abel das Porträt der beiden Waisenkinder Margret und Hartmut, die in der Nachkriegszeit aufwachsen. Sie begegnen sich in einem katholischen ...

In „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ zeichnet Susanne Abel das Porträt der beiden Waisenkinder Margret und Hartmut, die in der Nachkriegszeit aufwachsen. Sie begegnen sich in einem katholischen Kinderheim, in dem sie unfassbar schreckliche Dinge erleben und sich gegenseitig stützen.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt einerseits die Geschichte von Margret und Hartmut und andererseits die der Urenkelin Emily. Diese versucht Jahrzehnte später das zu verstehen, was über Generationen hinweg verschwiegen, verdrängt und nie wirklich verarbeitet wurde.

Die Autorin hat einen wunderbaren und berührenden Schreibstil. Allerdings war das Gelesene für mich zeitweise schwer auszuhalten, denn sie schreibt schonungslos über die systematische Gewalt, die den beiden Waisenkindern widerfahren ist. Aber genau das ist nötig, um sich der Tragweite dieses wichtigen Themas zu stellen.

Trotz der düsteren Thematik gelingt es der Autorin Hoffnung durchscheinen zu lassen. Es ist ein Buch, das mich nicht nur absolut berührt hat, sondern auch nachhallt. Besonders spannend war zu sehen, wie ein Trauma auch noch Jahre später die nachfolgenden Generationen beeinflusst.

Fazit: Ein schonungsloser, emotionsstarker und wichtiger Roman über generationenübergreifende Traumata und über die Kraft der Zuneigung: 4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Band 2 kann auch überzeugen

Schlag auf Schlag - Myron Bolitar ermittelt
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„Schlag auf Schlag“ von Harlan Coben, erschienen bei Goldmann, Übersetzung von Gunnar Kwisinski ᵁⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ, ᴿᵉᶻᵉⁿˢⁱᵒⁿˢᵉˣᵉᵐᵖˡᵃʳ

Kaum hatte ich Band 1 der Myron Bolitar-Reihe aus der Hand gelegt, ...

„Schlag auf Schlag“ von Harlan Coben, erschienen bei Goldmann, Übersetzung von Gunnar Kwisinski ᵁⁿᵇᵉᶻᵃʰˡᵗᵉ ᵂᵉʳᵇᵘⁿᵍ, ᴿᵉᶻᵉⁿˢⁱᵒⁿˢᵉˣᵉᵐᵖˡᵃʳ

Kaum hatte ich Band 1 der Myron Bolitar-Reihe aus der Hand gelegt, habe ich mit dem 29 Jahre alten zweiten Band „Schlag auf Schlag“ den nächsten Fall des Sportagenten-Detektivs verschlungen, ebenfalls in der Neuausstattung.

Diesmal spielt der Thriller im Tennis-Milieu und wieder wird ein Mandant von Myron Bolitar in einem Mordfall verdächtigt. Da auch das Opfer seine Klientin werden wollte, fühlt sich unser Protagonist besonders verpflichtet, in diesem Fall zu recherchieren und vor allem die Vergangenheit des Opfers näher zu untersuchen. Valerie Simpson war als Teenager ein Tennis-Star, stürzte dann ab und verschwand für Jahre von der Bildfläche. Ausgerechnet als sie auf der Suche nach Bolitar ist, wird sie während der US Open erschossen. Myron Bolitar trifft auf massive Widerstände bei seiner Recherche – weder Polizei, noch Politik und Mafia wollen, dass er in der Vergangenheit wühlt.

Der Plot ist wieder abwechslungsreich, bietet zahlreiche Wendungen und falsche Fährten. Wobei mich der Plottwist am Ende nicht überraschen konnte und ich ihn hatte kommen sehen, war es ein großer Lesespaß und ein echter Pageturner.

Wie schon in Band 1 haben mich Sprachstil und -witz bestens unterhalten und die Story hat mich in ihren Bann gezogen, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Leider wiederholt sich der Wermutstropfen aus Band 1 mit einigen Zeichensetzungsfehlern und wird sogar noch gesteigert durch die inkonsistente Schreibweise des Namens von Valeries Mutter (Helen/Hellen).

Auch Band 2 erhält 4,5/5 Sternen und eine Leseempfehlung! Zehn Bände habe ich also noch vor mir…

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Toller Reihenauftakt

Das Spiel seines Lebens - Myron Bolitar ermittelt
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30 Jahre nach der amerikanischen Erstausgabe bringt Goldmann die Myron Bolitar-Reihe von Harlan Coben in einer Neuausstattung auf den Markt. Und auch drei Jahrzehnte später hat Sportagent und Teilzeit-Detektiv ...

30 Jahre nach der amerikanischen Erstausgabe bringt Goldmann die Myron Bolitar-Reihe von Harlan Coben in einer Neuausstattung auf den Markt. Und auch drei Jahrzehnte später hat Sportagent und Teilzeit-Detektiv (oder umgekehrt?) Myron Bolitar nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Es ist erfrischend, in einer Welt ohne Smartphones (okay, Bolitar verfügt über ein Autotelefon) unterwegs zu sein. Sogar Donald Trump kommt vor und ist damals nur ein Immobilienhai, eine kleine Randfigur.

Myron Bolitar ist ein sympathischer, dabei allerdings überzeichneter Protagonist. Nah an der Perfektion und umgeben von wunderschönen, intelligenten und sowieso herausragenden Menschen. Wenig zu sehen von einem gebrochenen Helden, das bietet er nur in Ansätzen (zum Beispiel der durch eine Verletzung beendeten Sportkarriere, die er allerdings in einen Harvard-Abschluss in Jura verwandelt hat). Für einen aufstrebenden Sportagenten mit einer recht ansehnlichen Zahl von Klienten hat er überraschend viel Zeit, ähnlich seinem Sidekick Win, sich als Privatdetektiv zu verdingen. Über all das sieht man gern hinweg, weil Harland Coben einen dichten, spannenden und überraschenden Kriminalroman gesponnen hat. Einen echten Thriller, wie das Cover versprochen hat, habe ich nicht entdeckt – auch wenn es durchaus actionreich und gefährlich wird. Bolitars gefühlte Unbesiegbarkeit (gepaart mit Glück im rechten Moment) und das Wissen, dass die Reihe zwölf Bände umfasst, haben mir aber nicht das Blut in den Adern gefrieren lassen (Sebastian Fitzek ist dennoch ein Fan, wie die Buchrückseite verrät).

Der Plot selbst ist gut aufgebaut und bis auf die enge Verwobenheit mit Bolitars Privatleben plausibel. Sein vielversprechender Klient Christian Steele wird von der Vergangenheit rund um seine vermisste Verlobte eingeholt, die auch noch die Schwester von Bolitars Ex-Freundin ist. Bolitar ermittelt auf eigene Faust und befördert einiges ans Tageslicht, gerät mit Polizei und Mafia aneinander und macht dabei stets eine gute Figur.

Der Schreibstil hat mich wirklich begeistert, das Buch ist toll zu lesen und der Wortwitz und die (Selbst-)Ironie haben mir viel Spaß bereitet.

Kleiner Wermutstropfen: Es gibt einige Zeichensetzungsfehler. Vielleicht habe ich einen zu hohen Anspruch, aber in gedruckten Büchern wünsche ich mir ein (fast) perfektes Lektorat, gerade bei einer Neuauflage.

Das Buch hat mich gefesselt und verdient 4,5/5 Sternen sowie eine Leseempfehlung. Ich habe direkt im Anschluss Band 2 gelesen und werde Schwierigkeiten haben, mich von der Reihe zu lösen…

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Eine Bedrohung für die Menschheit

Der Wald
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„Der Wald“ ist bereits im Jahr 2023 erschienen und jetzt ist das Buch auch als Taschenbuch rausgekommen. Ich habe es mitten in meiner Pollenallergie-Hochphase gelesen und es hat mich eiskalt erwischt: ...

„Der Wald“ ist bereits im Jahr 2023 erschienen und jetzt ist das Buch auch als Taschenbuch rausgekommen. Ich habe es mitten in meiner Pollenallergie-Hochphase gelesen und es hat mich eiskalt erwischt: Während mir draußen die Natur zugesetzt hat, hat mich der Thriller von Tibor Rode in Gedanken zusätzlich auf eine düstere Reise mitgenommen. Was wäre, wenn es eine Pflanze gäbe, die nicht nur extrem viele Pollen verbreitet, sondern bei bloßer Berührung Verbrennungen verursacht? Wenn diese Pflanze sich unaufhaltsam ausbreitet und Menschen weltweit scharenweise mit Atemnot ins Krankenhaus bringt?

Der Clou: Die Natur agiert nicht allein. Sie hat sich mit etwas noch Gefährlicherem verbündet und ich habe mich beim Lesen gefragt, ob der Mensch die Kontrolle nicht schon längst verloren hat.

Der Plot ist stark, erschreckend und brandaktuell. Die Idee, dass invasive Pflanzen zur größten Bedrohung für die Menschheit werden, ist nicht nur originell, sondern fühlt sich beim Lesen geradezu beängstigend real an. Die Natur schlägt zurück und der Mensch ist sein eigener schlimmster Feind.

Der Thriller liest sich rasant, fast wie ein Actionfilm. Kurze, teils zeitversetzte Kapitel, ständig neue Wendungen, globale Schauplätze und ein packender Schreibstil haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte und es innerhalb kürzester Zeit gelesen habe.

So spannend die Handlung war, so hätte ich mir bei einigen Charakteren mehr Tiefe gewünscht, bzw. ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren. Für mich hätte das die Geschichte noch runder gemacht.

Fazit: „Der Wald – Er tötet leise“ ist ein Öko-Thriller, der ein beängstigendes Szenario zeichnet. Eine klare Empfehlung für Fans von intelligentem Spannungsstoff mit dystopischem Einschlag. Ich vergebe 4,5/5 Sternen und freue mich auf weitere Geschichten des Autors.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Buch voller Überraschungen

In tiefster Nacht
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Auf der Suche nach der nächsten Spannungsliteratur stieß ich aus Zufall auf „In tiefster Nacht“ von Harlan Coben. Den amerikanischen Autor kannte ich bis jetzt noch nicht. Er hat bereits viele Bücher geschrieben, ...

Auf der Suche nach der nächsten Spannungsliteratur stieß ich aus Zufall auf „In tiefster Nacht“ von Harlan Coben. Den amerikanischen Autor kannte ich bis jetzt noch nicht. Er hat bereits viele Bücher geschrieben, die auch verfilmt und in 45 Sprachen übersetzt wurden.

Darum geht es: Der suspendierte Detective Sami Kierce unterrichtet in New York in der Abendschule, bis er unter den Schülern ein bekanntes Gesicht sieht: Anna, sein Urlaubsflirt aus Jugendtagen, die eines morgens leblos und blutüberströmt neben ihm lag, in seiner Hand ein Messer und keine Erinnerung. Nach fast 20 Jahren nimmt er die Verfolgung auf und hofft, den Fall, der sein ganzes Leben überschattet hat, endlich lösen zu können.

Schon nach wenigen Seiten kristallisiert sich heraus, dass das Buch speziell ist. Der Schreibstil ist ganz besonders und hat eine intensive Nähe zum Protagonisten erzeugt. Sami Kierce ist kein typischer Held, aber gerade seine kleinen Fehler machen ihn so menschlich und sympathisch.

Auch die anderen Charaktere sind interessant und teils sehr skurrile Gestalten, die manche Überraschung bereithalten.

Überraschend waren auch die Wendungen und die Entwicklung, die die Geschichte nahm. Denn auch eine weitere Person, die Sami sehr nahestand, lebt nicht mehr.

Die ersten Seiten haben mich ehrlich gesagt etwas ratlos zurückgelassen. Ich musste Passagen mehrfach lesen, weil ich den Inhalt einfach nicht verstanden habe. Zum Glück bin ich drangeblieben, denn je weiter ich gelesen habe, desto weniger konnte ich das Buch beiseite legen.

Das Ende war speziell und passt zum ganzen Buch. Jetzt möchte ich auf jeden Fall noch mehr Geschichten des Autors lesen. Wie gut, dass die Auswahl so groß ist.

Fazit: „In tiefster Nacht“ ist ein ungewöhnlicher Spannungsroman, der mich nach Startschwierigkeiten komplett überzeugt hat. Ich vergebe eine Leseempfehlung und 4,5/5 Sternen.

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