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Veröffentlicht am 28.01.2025

Setzt die Segel!

Daughter of the Siren Queen - Fürchte meine Stimme
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„Daughter of the Siren Queen“ knüpft nahtlos an den ersten Teil an und wir sind direkt mitten im Geschehen.

Hauptsächlich spielt sich die Geschichte auf hoher See ab und erfüllt dabei alles Klischees ...

„Daughter of the Siren Queen“ knüpft nahtlos an den ersten Teil an und wir sind direkt mitten im Geschehen.

Hauptsächlich spielt sich die Geschichte auf hoher See ab und erfüllt dabei alles Klischees für ein gutes Piratenbuch. Besonders der Teil, in dem sie eine scheinbar einsame Insel erkunden war gruselig.

Im Vergleich zum ersten Band ist es noch blutiger, gefechtsintensiver und es gibt mehr Geheimnisse, die gelüftet werden wollen. Wer Piratenstorys mag, kommt also wieder voll auf seine Kosten.

Captain Alosa muss sich ihrem Vater stellen und die Schattenseiten ihres Vater-Tochter-Verhältnisses werden ausgearbeitet. Der Piratenkönig ist der perfekte Antagonist, ist seine Vorgehensweise zur Erlangung von mehr Macht doch wirklich sehr extrem.

Auch die Mutter von Captain Alosa spielt, wie der Titel schon verrät, eine Rolle in dem Buch. Alosa lernt mehr über das Volk der Sirenen, die sie auch zur Hälfte ist.

Insgesamt wirkte Alosa nahbarer, da zu ihrer taffen Art jetzt auch eine sanfte, verletzliche Seite gezeigt wird.

Der romantische Part mit Riden rückt eher in den Hintergrund, was mich aufgrund der ganzen Wendungen und Spannung überhaupt nicht gestört hat.

Die Crewmitglieder sind alle interessante Charaktere und bilden den Grundstein für weitere Bücher der Reihe.

Für mich ist „Daughter of the Siren Queen“ eine gelungene Fortsetzung und hat mir sogar noch besser als der erste Teil gefallen. Somit vergebe ich 4,5/5 Sternen und sprechen eine Leseempfehlung aus.

Ich freue mich schon auf das dritte Abenteuer „Vengeance of the Pirate Queen“, in dem das Crewmitglied Sorinda die Hauptrolle hat!

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Veröffentlicht am 17.01.2025

Fantasy für Erwachsene

A Discovery of Witches - Die Seelen der Nacht
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Die „All Souls“-Buchreihe von der Autorin Deborah Harkness wurde neu aufgelegt und beginnt mit dem ersten Band „A Discovery of Witches — Die Seelen der Nacht“.

Diana ist eine Hexe aus einem berühmten ...

Die „All Souls“-Buchreihe von der Autorin Deborah Harkness wurde neu aufgelegt und beginnt mit dem ersten Band „A Discovery of Witches — Die Seelen der Nacht“.

Diana ist eine Hexe aus einem berühmten Hexengeschlecht und versucht, als Wissenschaftlerin den magischen Teil von ihr größtenteils zu ignorieren. Matthew ist ein viele hundert Jahre alter Vampir, der als viel belesener Wissenschaftler eher zurückgezogen lebt. Als die beiden in der Bibliothek von Oxford aufeinandertreffen, spüren sie direkt eine besondere Verbindung. Doch auch andere Wesen werden auf Diana aufmerksam, als sie es schafft, ein seit vielen Jahren verstecktes Manuskript in die Hände zu bekommen. Die Welt der Hexen, Vampire und Dämonen ist fortan hinter ihr und dem wertvollen Manuskript her und Matthew will sie beschützen.

Es kommt, wie es kommen muss und die beiden verlieben sich ineinander. Doch ist es eine verbotene Liebe, denn die magischen Wesen bleiben nur unter ihresgleichen.

Allen Widerständen zum Trotz gehen die beiden dem Geheimnis des Manuskripts auf den Grund und ihre Liebe ist so stark, dass sie alle Hindernisse überwindet. Die vielleicht etwas kitschig und vorhersehbar klingende Love Story ist in eine spannende Jagd eingebettet und damit kein klassischer Liebesroman, sondern ein Fantasyroman für Erwachsene.

Fantasystorys, Fabelwesen und insbesondere Geschichten über Hexen und Vampire sind genau mein Ding, somit ist es wenig überraschend, dass mich „The Discovery of Witches“ schon als Serienadaption angesprochen hat. Mit der zugrundeliegenden Buchreihe ging es mir da nicht anders.

Obwohl das Buch über 800 Seiten hat, habe ich mich zu keiner Zeit gelangweilt. Die Autorin schafft es, eine besondere Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen und setzt die Protagonisten gekonnt in Szene. Ihr detailreicher Schreibstil baut eine komplexe fantastische Welt und legt den Grundstein für weitere Bücher.

Dabei gibt sie den Leser*innen Zeit, sich in die magische Welt hineinzuversetzen und man fliegt nur so durch die Seiten.

Für mich ist das Buch ein fantastischer Lesegenuss und erhält 4,5/5 Sternen für einen gelungenen Reihenauftakt.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Spannender Thriller!

One Perfect Couple
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Schon das Cover spricht mich an: Türkisblaues Meer, ein einsamer Strand, zwei Liegen unter Palmen — da kommen im grauen deutschen Winter doch Urlaubsgefühle auf (auch wenn ich kein Typ für Südseeurlaub ...

Schon das Cover spricht mich an: Türkisblaues Meer, ein einsamer Strand, zwei Liegen unter Palmen — da kommen im grauen deutschen Winter doch Urlaubsgefühle auf (auch wenn ich kein Typ für Südseeurlaub bin). Und mit Empfehlungen von David Baldacci („Ein rasanter Ritt, der die größten Thriller-Süchtigen da draußen befriedigen wird.“) und Lucy Foley („Herrlich düster und absolut fesselnd.“), die auf den Klappen abgedruckt sind, war meine Vorfreude noch gesteigert — Bücher der beiden mag ich sehr, während es mein erster Kontakt mit einem Werk von Ruth Ware war. Beim Blick auf den Namen kommt mir immer „Truth or Dare“ in den Sinn…

Dr. Lyla Santiago arbeitet als Wissenschaftlerin in London. Einen Thriller mit dem Brüten über Excel-Tabellen und dem Sinnieren über prekäre Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaftswelt zu beginnen, war mal was anderes — und ebenso aktuell wie das Thema der Reality-Shows, die TV und Streaming überschwemmen. Lylas Freund ist Schauspieler und hofft in diesem neuen Format, in dem das „One Perfect Couple“ gesucht wird (das nicht zwingend in der Konstellation die Show gewinnen muss, in der die fünf Pärchen gestartet sind), auf den Durchbruch und einen Kickstart für seine stockende Karriere.

Die Mischung der Paare ist klassisch — Influencer und YouTube-„Stars“, Schauspieler mit Karriereproblemen und der dazugehörige Anhang. Mit einer luxuriösen Jacht geht es in den Indischen Ozean — doch schnell wird klar, dass hier keine Hochglanz-Produktion entsteht, sondern viel improvisiert wird. Für Lyla und ihren Freund Nico läuft schon der erste Tag anders als geplant und durch den verheerenden Sturm wird aus einem Kampf um den Sieg in einer TV-Show ein Kampf auf Leben und Tod.

Ruth Ware hat hier einen durchaus klassischen Thriller mit den üblichen Zutaten geliefert, der Anleihen an Klassikern wie Lord of the Flies, Animal Farm oder auch Jurassic Park nimmt. Mir gefiel das Setting mit der Wissenschaftlerin im Reality-TV-Ambiente gut, die weiteren Charaktere sind plausibel gezeichnet (wenn auch nicht alle mit viel Tiefe oder überraschenden Facetten) und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter.

Stilistisch gefielen mir die bereits früh in der Geschichte zwischen den Kapiteln eingestreuten Notrufe von der Insel, die von Beginn an die Bedrohung und Gefahr deutlich machten und die kommenden Entwicklungen andeuteten — Spannung von der ersten bis zur (fast) letzten Seite war so garantiert. Die Handlung selbst wird komplett von Lyla aus der Ich-Perspektive erzählt, später ergänzt um Tagebucheinträge von Zana, einer der Teilnehmerinnen.

Ich habe das Buch in einem Tag durchgelesen, konnte es kaum aus der Hand legen — exakt das, was ich von einem guten Thriller erwarte. Neben den schon erwähnten Themen der prekären Arbeitsverhältnisse an Universitäten und Reality-TV greift Ware auch weitere gesellschaftlich relevante und aktuelle Themen auf wie toxische Beziehungen, häusliche Gewalt, die Bedeutung von Demokratie und wie fragil sie ist, sowie Machtmissbrauch und Female Empowerment.

Ein düsterer Thriller in einer erst unwirklich schönen und dann unerträglich grausamen Umgebung — dafür vergebe ich 4,5 / 5 Sternen und eine Leseempfehlung für Thriller-Fans und alle anderen.


So steht es auf dem gedruckten Buch, online liest man „köstlich“ statt „herrlich“…

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Veröffentlicht am 12.12.2024

berührend, ernst und komisch zugleich

Gute Gründe
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Yael wollte einen Schlussstrich ziehen, doch der Versuch ging schief. Nun findet sie sich mit ihrer Schwester Liora bei einer Therapeutin wieder und darf unter dem Versprechen, die Therapie wegen ihrer ...

Yael wollte einen Schlussstrich ziehen, doch der Versuch ging schief. Nun findet sie sich mit ihrer Schwester Liora bei einer Therapeutin wieder und darf unter dem Versprechen, die Therapie wegen ihrer Depression ernst zu nehmen und die Medikamente zu schlucken, zurück in ihre eigene Wohnung. Doch erst als eine Freundin sie mit in ein Frauenschwimmbad nimmt und sie dort auf die Rentnerin Shirley trifft, kehrt ihr (Über-)Lebenswille langsam zurück und hilft ihr, sich den Traumata ihrer Vergangenheit zu stellen.

Die Autorin hat sich hier keinem einfachen Thema gewidmet. Wer selbst an psychischen Beeinträchtigungen leidet, sollte dringend beim Lesen auf sich aufpassen, denn das Buch ist aus Yaels Perspektive geschrieben und ihre Gefühle sind beim Lesen spürbar. Dabei blitzt — anfangs nur ab und zu, später häufiger — Yaels spezieller Humor hervor, der der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit verleiht und Yael sympathisch macht.

Mir ist das Buch unter die Haut gegangen. Es fühlte sich nahbar und echt an, Yael auf ihrer Reise aus dem Abgrund zu begleiten. In mehreren Rückblenden werden Gründe für ihre Situation genannt. Auch das Trauma ihrer jüdischen Familie spielt eine Rolle und wird geschickt in die Geschichte verwoben. Gerade auch etwas von dem Alltag einer jüdischen Familie zu erfahren, konnte mir neue Einblicke gewähren.

Wie sie es durch ein weiteres trauriges Ereignis schafft, nach vorne zu blicken und gute Gründe zu finden, gibt Hoffnung und hat mich mit einem weinenden und einem lächelnden Auge zurück gelassen.

Die anderen Charaktere sind allesamt starke Figuren mit eigener Persönlichkeit und bilden Yaels Rettungsnetz. Wie die beiden Schwestern Yael und Liora durch das Ereignis sogar zusammen wachsen, war Zentrum der Geschichte.

Etwas irritiert hat mich der Handlungsstrang rund um einen Ex-Partner. Es fügte sich nicht stimmig in die Erzählung ein und wirkte zu gewollt und geläufig.

„Gute Gründe“ ist berührend, ernst und komisch zugleich und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich vergebe 4,5 Sterne für ein Buch mit wichtigen Themen.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Bester Nervenkitzel!

Der Nachtschattenmann: Thriller
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„Der Nachtschattenmann“ ist bereits der zehnte Fall der Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Ich konnte ihn ohne Probleme lesen, auch ohne die vorherigen Bände zu kennen.

Zusammen mit ihrem Freund, ...

„Der Nachtschattenmann“ ist bereits der zehnte Fall der Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Ich konnte ihn ohne Probleme lesen, auch ohne die vorherigen Bände zu kennen.

Zusammen mit ihrem Freund, dem Kriminalkommissar Florian Kessler, ist Julia Schwarz einem perfiden Serienkiller auf der Spur: Die Opfer sind allesamt Frauen, deren Aussehen operativ verändert wurde, und alle Toten sehen sich ähnlich — absolut gruselig! Außerdem haben die Frauen alle einen Kinder-Tanzschuh in der Hand, was die Ermittler auf die eine oder andere heiße Spur führt.

Perspektivwechsel und die angenehm kurzen Kapitel haben das Tempo und die Spannung immer mehr gesteigert und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Bis zum Schluss habe ich mit dem Ermittlerteam gefiebert und gerätselt, wer der Mörder ist. Weder in der Tanzszene noch bei den örtlichen Schönheitschirurgen werden sie auf Anhieb fündig.

Die Auflösung war überraschend und gefährlich, auch wenn die Autorin in einigen Kapiteln Einblicke in die Tätersicht gegeben hat.

Für mich wird es nicht das letzte Buch von Catherine Shepherd gewesen sein und ich vergebe eine Leseempfehlung und 4,5/5 Sternen für besten Nervenkitzel!

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