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Veröffentlicht am 11.07.2025

Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Eine von uns
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Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Inhalt:
Als Ginas und Matts Haus abbrennt, lädt Ginas Freundin Annie sie ein, vorübergehend in ihrem Haus zu wohnen. Annie selbst macht gerade eine längere ...

Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Inhalt:
Als Ginas und Matts Haus abbrennt, lädt Ginas Freundin Annie sie ein, vorübergehend in ihrem Haus zu wohnen. Annie selbst macht gerade eine längere Reise. Unglücklicherweise steht dieses Haus in Ginas früherer Heimatstadt, mit der sie albtraumhafte Erinnerungen verbindet. Und auch Annies Haushälterin Mary und deren Sohn Tyler tragen nicht gerade zum Wohlbefinden von Ginas Familie bei.

Meine Meinung:
Klappentext und ein knackiger Prolog sorgten dafür, dass ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch heranging. Doch leider ging es nach dem Prolog erst mal recht träge weiter. Aus Ginas Sicht wird über die aktuelle Lage berichtet und auch ein schreckliches Ereignis in der Teenager-Vergangenheit der vier Freundinnen Gina, Annie, Laura und Sarah erwähnt. Leider empfand ich Gina hier als zu sehr jammernd; das nervte auf Dauer. Zudem konnte ich vieles von Ginas Verhalten nicht nachvollziehen. Sie ist manchmal zu vertrauensselig, obwohl sie dabei ein ganz schlechtes Gefühl hat. Da wären andere Verhaltensweisen angebracht.

Im Wechsel mit Ginas Perspektive erzählt Mary, die Haushälterin. Sie ist leider ganz schnell zu durchschauen, was natürlich etwas die Spannung nimmt. Lediglich ihr mysteriöser Sohn Tyler bringt noch ein bisschen Grusel in die Geschichte.

Zum Ende hin gibt es dann jede Menge Enthüllungen - zum Teil von mir genau so erwartet und vorhergesehen, zum Teil aber auch überraschend.

Dank der tollen Lesung von Jutta Seifert und Mona Fischer konnte ich das Hörbuch trotzdem gut genießen. Beide haben sehr angenehme und gut unterscheidbare Stimmen und haben meist sehr gut betont gesprochen und damit die Atmosphäre perfekt eingefangen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.06.2025

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Der Stau
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Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Inhalt:
Nach einer Auszeit in Australien kehrt die Polizistin Belinda Kidd nach London zurück. Kurz vor der Stadt gerät sie in einen Stau, der durch einen Terroranschlag ...

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Inhalt:
Nach einer Auszeit in Australien kehrt die Polizistin Belinda Kidd nach London zurück. Kurz vor der Stadt gerät sie in einen Stau, der durch einen Terroranschlag in einem Tunnel verursacht wurde. Sie steckt fest zwischen hohen Lärmschutzwänden und Unmengen von Autos. Keine Chance weiter zu kommen. Doch das ist noch nicht das Schlimmste. In einem Auto sitzt eine Leiche - offensichtlich gerade ermordet. Der Mörder muss sich noch in der direkten Umgebung aufhalten. Obwohl nicht im Dienst, versucht Belinda zu ermitteln, wenn nur ihre Blase nicht so drücken würde …

Meine Meinung:
Insgesamt hat mir „Der Stau“ von Jo Furniss sehr gut gefallen. Der Thriller ist nicht allzu blutrünstig, aber dennoch fesselnd und spannend aufgebaut. Die Protagonistin, Belinda Kidd, genannt Billy the Kidd (entlockte mir beim ersten Vorstellen noch ein leichtes Schmunzeln, jedes weitere Mal nervte es nur - und es gab viele Male), fand ich sehr sympathisch in ihrer durchgreifenden und mitfühlenden Art. Sie hat mit einem Trauma zu kämpfen, eigentlich zwei, und versucht einfach, dieses Mal alles richtig zu machen. Ihre (Selbst-) Zweifel kann man gut nachvollziehen und auch alle Entscheidungen, die sie im aktuellen Fall trifft. Nur ihre volle Blase lenkt sie immer öfter ab. Klar, eine volle Blase kann irgendwann zum Problem werden, ich habe auch kein Problem damit, wenn dies mal erwähnt wird, aber doch bitte nicht auf gefühlt jeder Seite immer und immer wieder.

Billy bekommt es hier mit einigen seltsamen Gestalten zu tun; jeder scheint etwas zu verbergen zu haben, und nicht jeder sagt immer die Wahrheit. So kann man zusammen mit Billy rätseln, wie alles zusammenhängt und wer mit wem … Die Auflösung ist durchaus überraschend, aber dennoch in sich logisch.

Billy ist komplett auf sich allein gestellt, denn ihre Kollegen kommen erstens nicht zu ihrem Tatort durch und sind zweitens alle mit dem Terroranschlag beschäftigt. Sogar das Mobilfunknetz bricht zusammen. Doch Billy kommt auf eine recht pfiffige Idee, wie ich finde, um doch Kontakt zu ihrem befreundeten Kollegen Dom zu halten, der ihr im Hintergrund ein bisschen beistehen kann.

Je weiter die Handlung fortschreitet, um so spannender wird es, bis am Ende alle Verstrickungen offenliegen und man das Buch zufrieden zuklappen kann.

★★★★☆

Veröffentlicht am 18.06.2025

Erstaunlich spannend und verzwickt

Friesenguru
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Erstaunlich spannend und verzwickt

Inhalt:
Der Wilhelmshavener Privatdetektiv Reent Reents hat einen neuen Fall: Er soll die junge Saskia Schöpski aus den Fängen einer Sekte befreien. Doch während seiner ...

Erstaunlich spannend und verzwickt

Inhalt:
Der Wilhelmshavener Privatdetektiv Reent Reents hat einen neuen Fall: Er soll die junge Saskia Schöpski aus den Fängen einer Sekte befreien. Doch während seiner Ermittlungen stößt er im Swimmingpool der Sekte auf eine Leiche, die kurz darauf wieder verschwunden ist. Hat er sich den Toten nur eingebildet?

Meine Meinung:
Zwar waren meine Erwartungen an diesen Küstenkrimi nicht allzu hoch, aber sie wurden weit übertroffen. Ich mochte die Figur des Reent Reents, der mit seiner inneren Stimme im Dialog ist und den Hund seiner Angebeteten am Hals hat, diesen hin und wieder aber doch zu schätzen weiß. Auch sein Freund Ubbo, ein eher schlichtes, aber herzensgutes Gemüt, ist bei den Ermittlungen dabei und hat mich sofort für sich eingenommen. Sein Friesenslang sorgt für eine authentische Atmosphäre.

Die Handlung ist recht spannend und war für mich nicht vorhersehbar. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf; bei vielen weiß man nicht so schnell, auf welcher Seite sie stehen. Die Beschreibung der Sekte entspricht dem, was man allgemein darüber hört, passt also. Teilweise soll das Buch witzig sein - das hat für mich auch größtenteils funktioniert. Aber Humor ist ja bekanntlich nicht jedermanns Sache.

Lediglich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler haben mich enorm gestört und mein Lesevergnügen getrübt.

Die Reihe:
1. Friesenschwindel
2. Friesenguru

★★★★☆

Veröffentlicht am 17.06.2025

Immer wieder überraschend

John
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Immer wieder überraschend

Inhalt:
Nachdem Blum sich mit der chinesischen Mafia angelegt hatte, wechselte sie ihre Identität und tauchte als John auf einer griechischen Insel unter. Das geht jahrelang ...

Immer wieder überraschend

Inhalt:
Nachdem Blum sich mit der chinesischen Mafia angelegt hatte, wechselte sie ihre Identität und tauchte als John auf einer griechischen Insel unter. Das geht jahrelang gut, bis plötzlich eine deutsche Kommissarin auf der Matte steht …

Meine Meinung:
Man sollte den 1. Band, „Yoko“, auf jeden Fall gelesen haben; es wird immer wieder darauf Bezug genommen. Auch manche von dort bekannte Figuren haben in Band 2 wieder ihren Auftritt.

Zum Inhalt kann ich wenig sagen ohne zu spoilern. Nur so viel: Praktisch in jedem Kapitel wartet eine Überraschung auf die Lesenden, werden Lügen entlarvt. Yoko/John liefert sich ein spannendes Katz- und Mausspiel mit diversen Personen, ein unaufhörliches Jagen und Gejagtwerden.

Das alles in Bernhard Aichners unverwechselbarem, reduzierten Schreibstil, den ich total gerne mag. Hier ist kein Wort zu viel. Leider hat mich aber die Art und Weise, wie das alles passiert, zu sehr an die Toten-Trilogie des Autors erinnert. Immer wieder hatte ich beim Lesen Blum statt Yoko vor Augen. Das war etwas störend.

Die Reihe:
1. Yoko
2. John

★★★★☆

Veröffentlicht am 17.06.2025

Sehr komplex

Ihr werdet sie nicht finden
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Sehr komplex

Inhalt:
Vor sieben Jahren verschwand die damals 16-jährige Isabell Waider von einer Party. Trotz intensiver Suche konnte nur ihr Rucksack gefunden werden. Für Isabells Vater, den Polizisten ...

Sehr komplex

Inhalt:
Vor sieben Jahren verschwand die damals 16-jährige Isabell Waider von einer Party. Trotz intensiver Suche konnte nur ihr Rucksack gefunden werden. Für Isabells Vater, den Polizisten Jonas Waider, stand schnell fest, dass ein Mann, mit dem er kürzlich aneinandergeraten war, für Isabells Verschwinden verantwortlich war. Er drehte durch und saß dafür sechs Jahre im Gefängnis.

Die Privatdetektivin Franca Lichtenwalter erhält den Auftrag, die 22-jährige Silvia Frieling, Enkelin einer Bankierswitwe, zu finden. Silvia ist seit einem halben Jahr verschwunden. Schnell entdeckt Franca einen Zusammenhang zwischen den beiden jungen Frauen und sucht zusammen mit Jonas nach ihnen.

Meine Meinung:
Nachdem ich schon so viele positive Stimmen zu Andreas Winkelmanns Thrillern gelesen hatte, wollte ich mir endlich selbst ein Bild davon machen.

Ja, Winkelmann schreibt sehr gut. Die Story ist interessant und komplex, wenig vorhersehbar. Die Protagonistin Franca mochte ich auch sehr gerne, aber mit Jonas bin ich einfach nicht warm geworden. Sein Verhalten ging mir kolossal gegen den Strich, auch wenn der Autor es nachvollziehbar darstellt.

Vielleicht habe ich deswegen nicht so mitgefiebert, wie ich das gerne bei Thrillern mache. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass der Fall so lange zurückliegt und die gefährlichen Auswirkungen, die davon auf das aktuelle Geschehen ausgehen, erst spät greifbar werden.

Klasse gemacht sind auf jeden Fall die vielen unerwarteten Wendungen, mit denen Andreas Winkelmann bei mir punkten kann. Immer wieder musste ich meine Meinung revidieren, meine Verdächtigen gehen lassen und meine Spekulationen in eine andere Richtung lenken. Die Zusammenhänge sind komplex und nicht leicht zu durchschauen. Und die Abgründe der menschlichen Seele, in die der Autor uns blicken lässt, sind tief …

An „Ihr werdet sie nicht finden“ hatte ich sehr hohe Erwartungen, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Dennoch kann ich guten Gewissens für diesen Stand-alone-Thriller eine Leseempfehlung aussprechen.

★★★★☆