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Veröffentlicht am 31.07.2025

Nichts für Sensibelchen

Dunkle Sühne
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Nichts für Sensibelchen

Inhalt:
North Falls, eine Kleinstadt in Georgia. Während der Feierlichkeiten zum 4. Juli werden die 15-Jährigen Mädchen Madison und Cheyenne entführt. Sheriff Gerald Clifton und ...

Nichts für Sensibelchen

Inhalt:
North Falls, eine Kleinstadt in Georgia. Während der Feierlichkeiten zum 4. Juli werden die 15-Jährigen Mädchen Madison und Cheyenne entführt. Sheriff Gerald Clifton und seine Tochter Emmy, ebenfalls Polizistin, suchen mit Hochdruck nach den Kindern - und nach dem Täter.

12 Jahre später. Der Mann, der wegen der Entführung von Madison und Cheyenne im Gefängnis saß, kommt frei. Kurz darauf verschwindet wieder ein Mädchen. Das Muster ist dasselbe, aber ist es auch derselbe Täter?

Meine Meinung:
„Dunkle Sühne“ ist der Auftaktband der neuen Reihe von Karin Slaughter, in der die weitläufige Familie Clifton, die überall im County ihre Finger im Spiel hat, eine große Rolle spielt. Im Verlauf der Handlung werden immer mehr dunkle Geheimnisse dieser Familie aufgedeckt.

Neben der interessanten Familie Clifton, die aus vielen, teils schillernden Personen besteht, konnte mich auch die Handlung um die Entführungen begeistern. Ich empfand sie als ziemlich undurchsichtig und wenig vorhersehbar, obwohl man teilweise sogar „live“ bei den Verbrechen dabei ist. Immer wieder gibt es eine überraschende Wendung und alle bisherigen Vermutungen werden entkräftet. So bleibt es spannend bis zum Schluss.

Man merkt, dass Karin Slaughter ein alter Hase ist. Der Kriminalroman wirkt flüssig und routiniert, aber nicht abgedroschen. Obwohl die Autorin von Zeit zu Zeit ziemlich ausschweifend und wiederholend erzählt, konnte sie mich durchgehend fesseln. Die Geschichte um entführte Mädchen ist allerdings wirklich harter Tobak, der auch etliche Gewaltbeschreibungen enthält. Entsprechend sensibel veranlagte Lesende sollten das Buch daher besser nicht in die Hand nehmen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 25.07.2025

Kleine Wunder der Natur

Im Schatten von Giganten
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Kleine Wunder der Natur

Jasmin Schreiber arbeitet als Autorin und Biologin. Neben tollen Romanen habe ich von ihr auch schon das Sachbuch „Abschied von Hermine“ gelesen, in dem sie beschreibt, was nach ...

Kleine Wunder der Natur

Jasmin Schreiber arbeitet als Autorin und Biologin. Neben tollen Romanen habe ich von ihr auch schon das Sachbuch „Abschied von Hermine“ gelesen, in dem sie beschreibt, was nach dem Tod des geliebten Hamsters Hermine mit dessen Körper passiert, wie er wieder im Kreislauf der Natur Grundlage für neues Leben wird. „Im Schatten von Giganten“, erschienen im Kosmos Verlag, nimmt nun unter anderem auch dieses Thema wieder auf. Die Autorin stößt uns mit der Nase auf die vielen Kleinstlebewesen unter Steinen, in Totholz, Tümpeln oder Kadavern - die Insekten, Spinnen, Pilze, Moose und Flechten. Mit vielen ansprechenden Farbfotos macht sie uns neugierig auf die für uns oft unsichtbare Welt und erläutert leicht verständlich die Bedeutung der Kleinstlebewesen für unsere Ökosysteme. Sie räumt mit dem Mythos von Ohrwürmern auf, die in die Ohren von Menschen kriechen und gibt Tipps, wie man den eigenen Garten naturfreundlich gestalten kann.

Unzählige Fakten sind in persönliche Anekdoten und etliche Prisen Humor verpackt. Zudem macht Jasmin Schreiber sich für die Kleinen mit einer solchen Leidenschaft stark, dass es eine große Freude ist, darüber zu lesen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 11.07.2025

Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Eine von uns
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Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Inhalt:
Als Ginas und Matts Haus abbrennt, lädt Ginas Freundin Annie sie ein, vorübergehend in ihrem Haus zu wohnen. Annie selbst macht gerade eine längere ...

Träger Anfang, rasantes Ende (Hörbuch-Rezension)

Inhalt:
Als Ginas und Matts Haus abbrennt, lädt Ginas Freundin Annie sie ein, vorübergehend in ihrem Haus zu wohnen. Annie selbst macht gerade eine längere Reise. Unglücklicherweise steht dieses Haus in Ginas früherer Heimatstadt, mit der sie albtraumhafte Erinnerungen verbindet. Und auch Annies Haushälterin Mary und deren Sohn Tyler tragen nicht gerade zum Wohlbefinden von Ginas Familie bei.

Meine Meinung:
Klappentext und ein knackiger Prolog sorgten dafür, dass ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch heranging. Doch leider ging es nach dem Prolog erst mal recht träge weiter. Aus Ginas Sicht wird über die aktuelle Lage berichtet und auch ein schreckliches Ereignis in der Teenager-Vergangenheit der vier Freundinnen Gina, Annie, Laura und Sarah erwähnt. Leider empfand ich Gina hier als zu sehr jammernd; das nervte auf Dauer. Zudem konnte ich vieles von Ginas Verhalten nicht nachvollziehen. Sie ist manchmal zu vertrauensselig, obwohl sie dabei ein ganz schlechtes Gefühl hat. Da wären andere Verhaltensweisen angebracht.

Im Wechsel mit Ginas Perspektive erzählt Mary, die Haushälterin. Sie ist leider ganz schnell zu durchschauen, was natürlich etwas die Spannung nimmt. Lediglich ihr mysteriöser Sohn Tyler bringt noch ein bisschen Grusel in die Geschichte.

Zum Ende hin gibt es dann jede Menge Enthüllungen - zum Teil von mir genau so erwartet und vorhergesehen, zum Teil aber auch überraschend.

Dank der tollen Lesung von Jutta Seifert und Mona Fischer konnte ich das Hörbuch trotzdem gut genießen. Beide haben sehr angenehme und gut unterscheidbare Stimmen und haben meist sehr gut betont gesprochen und damit die Atmosphäre perfekt eingefangen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.06.2025

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Der Stau
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Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Inhalt:
Nach einer Auszeit in Australien kehrt die Polizistin Belinda Kidd nach London zurück. Kurz vor der Stadt gerät sie in einen Stau, der durch einen Terroranschlag ...

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Inhalt:
Nach einer Auszeit in Australien kehrt die Polizistin Belinda Kidd nach London zurück. Kurz vor der Stadt gerät sie in einen Stau, der durch einen Terroranschlag in einem Tunnel verursacht wurde. Sie steckt fest zwischen hohen Lärmschutzwänden und Unmengen von Autos. Keine Chance weiter zu kommen. Doch das ist noch nicht das Schlimmste. In einem Auto sitzt eine Leiche - offensichtlich gerade ermordet. Der Mörder muss sich noch in der direkten Umgebung aufhalten. Obwohl nicht im Dienst, versucht Belinda zu ermitteln, wenn nur ihre Blase nicht so drücken würde …

Meine Meinung:
Insgesamt hat mir „Der Stau“ von Jo Furniss sehr gut gefallen. Der Thriller ist nicht allzu blutrünstig, aber dennoch fesselnd und spannend aufgebaut. Die Protagonistin, Belinda Kidd, genannt Billy the Kidd (entlockte mir beim ersten Vorstellen noch ein leichtes Schmunzeln, jedes weitere Mal nervte es nur - und es gab viele Male), fand ich sehr sympathisch in ihrer durchgreifenden und mitfühlenden Art. Sie hat mit einem Trauma zu kämpfen, eigentlich zwei, und versucht einfach, dieses Mal alles richtig zu machen. Ihre (Selbst-) Zweifel kann man gut nachvollziehen und auch alle Entscheidungen, die sie im aktuellen Fall trifft. Nur ihre volle Blase lenkt sie immer öfter ab. Klar, eine volle Blase kann irgendwann zum Problem werden, ich habe auch kein Problem damit, wenn dies mal erwähnt wird, aber doch bitte nicht auf gefühlt jeder Seite immer und immer wieder.

Billy bekommt es hier mit einigen seltsamen Gestalten zu tun; jeder scheint etwas zu verbergen zu haben, und nicht jeder sagt immer die Wahrheit. So kann man zusammen mit Billy rätseln, wie alles zusammenhängt und wer mit wem … Die Auflösung ist durchaus überraschend, aber dennoch in sich logisch.

Billy ist komplett auf sich allein gestellt, denn ihre Kollegen kommen erstens nicht zu ihrem Tatort durch und sind zweitens alle mit dem Terroranschlag beschäftigt. Sogar das Mobilfunknetz bricht zusammen. Doch Billy kommt auf eine recht pfiffige Idee, wie ich finde, um doch Kontakt zu ihrem befreundeten Kollegen Dom zu halten, der ihr im Hintergrund ein bisschen beistehen kann.

Je weiter die Handlung fortschreitet, um so spannender wird es, bis am Ende alle Verstrickungen offenliegen und man das Buch zufrieden zuklappen kann.

★★★★☆

Veröffentlicht am 18.06.2025

Erstaunlich spannend und verzwickt

Friesenguru
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Erstaunlich spannend und verzwickt

Inhalt:
Der Wilhelmshavener Privatdetektiv Reent Reents hat einen neuen Fall: Er soll die junge Saskia Schöpski aus den Fängen einer Sekte befreien. Doch während seiner ...

Erstaunlich spannend und verzwickt

Inhalt:
Der Wilhelmshavener Privatdetektiv Reent Reents hat einen neuen Fall: Er soll die junge Saskia Schöpski aus den Fängen einer Sekte befreien. Doch während seiner Ermittlungen stößt er im Swimmingpool der Sekte auf eine Leiche, die kurz darauf wieder verschwunden ist. Hat er sich den Toten nur eingebildet?

Meine Meinung:
Zwar waren meine Erwartungen an diesen Küstenkrimi nicht allzu hoch, aber sie wurden weit übertroffen. Ich mochte die Figur des Reent Reents, der mit seiner inneren Stimme im Dialog ist und den Hund seiner Angebeteten am Hals hat, diesen hin und wieder aber doch zu schätzen weiß. Auch sein Freund Ubbo, ein eher schlichtes, aber herzensgutes Gemüt, ist bei den Ermittlungen dabei und hat mich sofort für sich eingenommen. Sein Friesenslang sorgt für eine authentische Atmosphäre.

Die Handlung ist recht spannend und war für mich nicht vorhersehbar. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf; bei vielen weiß man nicht so schnell, auf welcher Seite sie stehen. Die Beschreibung der Sekte entspricht dem, was man allgemein darüber hört, passt also. Teilweise soll das Buch witzig sein - das hat für mich auch größtenteils funktioniert. Aber Humor ist ja bekanntlich nicht jedermanns Sache.

Lediglich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler haben mich enorm gestört und mein Lesevergnügen getrübt.

Die Reihe:
1. Friesenschwindel
2. Friesenguru

★★★★☆