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Tante_fluffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2025

Spannender Auftakt

Die weiße Nacht
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Der erste Fall für die junge Fotografin Lou und den Kriminalkommissar König beginnt mitten im Schnee im Winter 1946 in Berlin. Eine Frauenleiche liegt in den Ruinen der vom Krieg gezeichneten Stadt und ...

Der erste Fall für die junge Fotografin Lou und den Kriminalkommissar König beginnt mitten im Schnee im Winter 1946 in Berlin. Eine Frauenleiche liegt in den Ruinen der vom Krieg gezeichneten Stadt und so beginnt die Suche nach der Mörderin oder dem Mörder.

Wie immer hat die Autorin Anne Stern intensiv für diesen Roman recherchiert und die Atmosphäre der Nachkriegszeit gut einzufangen. Man taucht nach wenigen Seiten in die Atmosphäre des Nachkriegs-Berlins ein, Hunger und Armut sind spürbar beim Lesen.

Besonders interessant finde ich die Einblicke in die Gefühle derjenigen, die Schlimmes im Krieg erlebt haben und nun zum Alltag zurückkehren sollen, ständig konfrontiert damit, dass in ihrem Umfeld noch viele Menschen sind, die sich an den grausamen Taten der Nazis beteiligt haben.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, freue mich auf weitere Fälle für Lou und König und bin gespannt, wie die beiden sich weiter entwickeln werden und wie sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen können.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Spannender Einblick in die Netzwelt

Das Internet
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Wie funktioniert das Internet? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Larissa Suzuki anhand der wunderschönen Illustrationen von Harriet Russel ausführlich, lustig, anschaulich und gut verständlich für jung ...

Wie funktioniert das Internet? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Larissa Suzuki anhand der wunderschönen Illustrationen von Harriet Russel ausführlich, lustig, anschaulich und gut verständlich für jung und alt.

Dabei geht sie nicht nur auf die historische Entwicklung des Internets ein, sondern verbindet gekonnt Alltagssituationen mit Hintergrundwissen.

Wir sind alle täglich im Internet unterwegs und gestalten unseren gesamten Alltag darin, aber vermutlich verstehen die Wenigsten von uns die Zusammenhänge. Deshalb ist dieses Buch auch für Erwachsene eine spannende Lektüre und gleichzeitig so wichtig, um Kindern frühzeitig aufzuzeigen, wie sie sich online bewegen können.

Durch die vielen Informationen, die das Buch liefert, kann man es in regelmäßigen Abständen zur Hand nehmen und immer wieder darin blättern.

Ab ca. 9 Jahren eine sehr gute Vorleselektüre, um ins Gespräch mit den Kindern zu kommen und sie auf die Welt des Internets gut vorzubereiten und dabei selbst noch viel zu lernen.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Kleine Mädchen ganz groß

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Waisenkind Maggie kommt gemeinsam mit anderen "unerwünschten" Mädchen auf das Midwatch-Institut. Was erst wie eine schreckliche Erziehungsanstalt anmutet, entpuppt sich als Ausbildungsstätte für Detektivinnen ...

Waisenkind Maggie kommt gemeinsam mit anderen "unerwünschten" Mädchen auf das Midwatch-Institut. Was erst wie eine schreckliche Erziehungsanstalt anmutet, entpuppt sich als Ausbildungsstätte für Detektivinnen und hält allerlei Überraschungen bereit. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlen Maggie und die anderen Mädchen sich dazugehörig und stützen sich nach anfänglicher Irritationen voll und ganz in ihre erste Ermittlung und ein spannendes Abenteuer.

Judith Rossel erzählt eine aufregende Kriminalgeschichte mit wirklich wunderschönen Illustrationen und einer Menge Humor.

Meine 10-jährige Detektivin hat dieses Buch verschlungen und für sehr gut befunden und auch ich habe die Geschichte gern gelesen und sehr geschmunzelt bei den "Nützlichen Dingen, die jedes Mädchen wissen sollte".

Eine Geschichte über Mut und Freundschaft, bei der die Kinder miträtseln können und ein sehr gutes Geschenk für 9-11 jährige Leseratten.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Wie anders könnte das Leben sein...

Im Leben nebenan
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Antonia wacht plötzlich in einem anderen Leben auf. Da ist ein Baby, das ihres zu sein scheint und sie lebt wieder in ihrem Heimatort und ist mit ihrer Jugendliebe verheiratet. Dabei hat sie die Heimat ...


Antonia wacht plötzlich in einem anderen Leben auf. Da ist ein Baby, das ihres zu sein scheint und sie lebt wieder in ihrem Heimatort und ist mit ihrer Jugendliebe verheiratet. Dabei hat sie die Heimat doch längst hinter sich gelassen und lebt als Toni ein unabhängiges Leben mit ihrem Freund Jakob und dem Kinderwunsch, der sie an ihre Grenzen bringt.

Anne Sauer gelingt hier ein spannender, emotionaler Debütroman, der sehr gut die Realität vieler Frauen widerspiegelt. Ob unerfüllter Kinderwunsch oder die Überforderung darüber, plötzlich für einen kleinen Menschen verantwortlich zu sein, viele Frauen sind mit diesen Themen konfrontiert. Ich mochte das Gedankenspiel sehr, wie eine Entscheidung in der Jugend zwei so unterschiedliche Lebenswelten hervorbringen kann und besonders die Episoden von Antonia und ihrer Gewöhnung an die eigene Tochter sind mir sehr nahe gegangen.

Ein Buch, dass unter die Haut geht, zum Nachdenken anregt und auf jeden Fall gelesen werden sollte.

Vorsicht jedoch, wenn man stark unter unerfülltem Kinderwunsch oder der Trauer über eine Fehlgeburt leidet - dann ist das Buch nicht das Richtige.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein Sommer zum Eintauchen

Wenn die Tage länger werden
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"Wenn die Tage länger werden" heißt der neue Roman von Anne Stern. Bisher habe ich von der Autorin nur historische Romane gelesen und konnte immer gut in ihre Geschichten eintauchen. Dieses ...

"Wenn die Tage länger werden" heißt der neue Roman von Anne Stern. Bisher habe ich von der Autorin nur historische Romane gelesen und konnte immer gut in ihre Geschichten eintauchen. Dieses Buch spielt nun in der Gegenwart, wenn auch mit historischen Bezügen. Und auch das gelingt Anne Stern wieder sehr gut.

Cover und Klappentext lassen auf ein leichtes Sommerbuch schließen. Und durch die bildhafte Sprache, riecht und spürt man die warmen Sommertage regelrecht. Diese Atmosphäre geht auch nicht verloren, wenn die ernsten Themen Einzug halten.

Die alleinerziehende Lehrerin Lisa ist zum ersten Mal für einige Wochen von ihrem Sohn Paul getrennt und schaut gar nicht zuversichtlich auf die vor ihr liegenden Sommerferien allein. Als sie ihre alte Geige zu Restaurator Hans bringt, begegnet sie seiner Tochter Ute, einer eigenbrötlerischen Obstbäuerin. Hans bringt sie auf die Spur eines dunklen Geheimnisses.

Während Ute und Hans mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen haben, beginnt Lisa sich einerseits mit ihrer Mutterrolle und gleichzeitig ihrer Familiengeschichte und der Beziehung zu ihrer eigenen Mutter auseinanderzusetzen. Vieles liegt unausgesprochen zwischen den beiden.

Anne Stern schreibt einerseits über die Rolle der Frauen in einer Familie und der Gesellschaft, anderseits über die Abgründe und Geheimnisse, die Familien über Generationen hinweg begleitet haben und es immer noch tun. "Heute spricht man sehr wohl darüber" sagt Lisa an einer Stelle. Und genauso ist es. Viel mehr sollten wir noch über die Vergangenheit unserer Familien sprechen, über Schuld und Verantwortung, über Verletzungen und Traumata.

Ich hätte gern noch mehr über die Figuren gelesen, wäre gern noch tiefer eingetaucht - gleichzeitig bleibt so auch noch Platz für eigene Gedanken und vielleicht auch einen Blick in die eigene Vergangenheit.

Und wenn die Tage länger werden... kann man dieses Buch auch in der Sonne in einem Rutsch durchlesen.

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