Profilbild von gagamaus

gagamaus

Lesejury Star
offline

gagamaus ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gagamaus über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2025

gute Unterhaltung

Die Wölfe unter uns
0

Historische Krimis sind ein Genre, bei dem ich immer vorsichtig bin, denn manchmal fehlt es entweder an Spannung oder an historischer Finesse. Ich war also gespannt, kannte ich doch Tim Sünderhauf als ...

Historische Krimis sind ein Genre, bei dem ich immer vorsichtig bin, denn manchmal fehlt es entweder an Spannung oder an historischer Finesse. Ich war also gespannt, kannte ich doch Tim Sünderhauf als Autor noch nicht. Ich wurde nicht enttäuscht von "Die Wölfe unter uns".

Besonders gefallen hat mir die düstere Stimmung und das sehr ungewöhnliche "Ermittlerpärchen". Ein kleiner Junge und ein raubeiniger Wildhüter, das fand ich eine tolle Kombi. Das Dorf ist klein und die Bewohner typisch wortkarg, abergläubisch, verschreckt. Das es keine Kinder im Dorf gibt und zwei von ihnen von einem Unbekannten getötet wurden, verstärkt die bedrohliche Atmosphäre.

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten und das Tempo schwankt zwischen gemächlich und kurzatmig. Ich wurde gut unterhalten und werde den Autor im Auge behalten.

Veröffentlicht am 22.06.2025

macht nachdenklich

Die Hummerfrauen
0

Die Autorin Beatrix Gerstberger war mir vor den Hummerfrauen kein Begriff. Ich bin durch das schöne Cover und den Klappentext neugierig geworden und habe dann in der Brigitte von ihr gelesen. Der frühe ...

Die Autorin Beatrix Gerstberger war mir vor den Hummerfrauen kein Begriff. Ich bin durch das schöne Cover und den Klappentext neugierig geworden und habe dann in der Brigitte von ihr gelesen. Der frühe Tod ihres Ehemannes hatte sie eine Weile nach Maine verschlagen, wo sie Frauen kennenlernte, die das Hummerfischen zum Beruf gemacht hatten. Lange Jahre schrieb sie immer wieder an einer Geschichte über solche Frauen und hier ist das Ergebnis.

Drei Frauen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Lebensphasen stehen im Mittelpunkt. Allen gemeinsam ist die Hummer-Fischerei. Ein Job, den meist Männer ausüben und das meist auch noch in einer langen Familientradition.
So kämpfen die drei Frauen nicht nur mit dem Meer, der Vergangenheit und privaten Problemen sondern auch mit einer Gemeinschaft, die sie schräg anschaut und nicht in ihrer Mitte aufnehmen möchte.

Ein Buch von Freundschaft und Liebe, von Verlust und Vorurteilen. Der Plot besteht aus vielen einzelnen Szenen, die ein großes Bild ergeben. Am Ende findet jede Frau, was sie sucht und braucht. Oder lässt los, was nicht gut für sie ist. Das hat mich berührt und nachdenklich gemacht. Ein Buch, über dass man nachdenken muss.

Veröffentlicht am 22.06.2025

guter erster Teil

A Dance of Lies
0

Zugegeben, ich habe mich zuerst mal in die Buchgestaltung verliebt. Für so etwas bin ich total anfällig. Farblich einfach perfekt dieses Buch. Und der Klappentext war vielversprechend. Eine durch Haft ...

Zugegeben, ich habe mich zuerst mal in die Buchgestaltung verliebt. Für so etwas bin ich total anfällig. Farblich einfach perfekt dieses Buch. Und der Klappentext war vielversprechend. Eine durch Haft versehrt Frau wird zur Spionin. Das klang vielversprechend.

Vasalie ist eine interessante Figur, die vom Leben in letzter Zeit mehr die Schattenseite abbekommen hat. Als der König ihr eine besser Zukunft in Aussicht stellt, wenn sie für ihn spioniert, ist klar, dass sie nicht nein sagen kann. Aber dass es auch nicht leicht wird. Dass sie aber zwei Männer finden wird, die ihr drohen den Kopf zu verdrehen und dadurch ihr Kopf ganz allgemein in Gefahr ist, dass ahnt sie da natürlich noch nicht.

Hervorheben möchte ich den tollen Schreibstil, der Bilder malen kann und handwerklich anspruchvoll ist. Man merkt, dass es das erste Buch einer Reihe ist, denn es lässt sich einiges an Zeit, damit man die Welt und die Charaktere etwas besser kennen lernen kann. Was die Darsteller betrifft, hätte es gerne noch mehr sein können. Ich mag starke Nebenfiguren, die sind hier eher Mangelware. Aber sonst war ich durchaus angetan von diesem ersten Band. Es ist wohl in der Fantasy-Ecke gelandet, da es das Land nicht im realen Leben gibt. Aber wenig typische Fantasyelemente sondern vielmehr eine Art High Fantasy wird einem hier geboten.

Guter erster Teil

Veröffentlicht am 15.06.2025

bewegend

Am Meer ist es schön
0

Mein erstes Buch von Barbara Leciejewski. Und sicher nicht mein letztes. Aber der Reihe nach.

Das Cover ist sehr ansprechend und passt hervorragent zum Inhalt des Buches. Und der Titel ist eher positiv, ...

Mein erstes Buch von Barbara Leciejewski. Und sicher nicht mein letztes. Aber der Reihe nach.

Das Cover ist sehr ansprechend und passt hervorragent zum Inhalt des Buches. Und der Titel ist eher positiv, das hat die Geschichte über weite Teile leider auch nötig.

Die Verschickung von Kindern in eine Art Heime zur Kur war mir nicht bekannt. Leider geht es den Kindern dort ähnlich wie auch in vielen echten Heimen. Die Härte und Kälte, die dort den Kleinen entgegengebracht wird, ist ebenso erschreckend, wie Programm. Auch Ende der 1960er Jahre herrscht noch die Meinung vor, dass Kinder nur mit Strenge und Strafe zu nützlichen Individuen der Gesellschaft werden. Wenn die Kinder nicht so viel innere Stärke und gemeinsamen Halt gehabt hätten, wäre alles noch viel schlimmer für sie gekommen.

In der zweiten Ebene erfährt man, wie eine Frau auch jahrzehnte später noch unter den Schickanen in der Vergangenheit leidet. Aber wie sie auch versucht, sich dem zu stellen, um daran gesund zu werden. Und dazu ist es ja nie zu spät.

Eine interessante Geschichte. Ich hätte die zweite Ebene nicht unbedingt gebraucht. Schön geschrieben.

Veröffentlicht am 15.06.2025

guter Nachkriegsroman

Eine Welt nur für uns
0

Als der französische Arzt Vincent aus der deutschen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist seine große Liebe Ariane verschollen. Verzweifelt sucht er nach ihr. Zu diesem Zweck schließt er sich sogar den ...

Als der französische Arzt Vincent aus der deutschen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist seine große Liebe Ariane verschollen. Verzweifelt sucht er nach ihr. Zu diesem Zweck schließt er sich sogar den Minenräumern an. Er denkt, einer der zwangsweise verpflichteten deutschen Räumer wüsste mehr über ihr Verschwinden. Die Suche wird zu seinem Lebensinhalt, einer fixen Idee.

Um ihn herum schwankt die Bevölkerung noch zwischen der Aufarbeitung der erlittenen Verluste, den Verheerungen durch die Besatzer und der Hoffnung auf eine bessere leichtere Zukunft. Die Situation nach dem Weltkrieg ist für niemanden einfach und das wird gut beschrieben.

Die Geschichte wird aus einigen unterschiedlichen Perspektiven erzählt und manchmal scheint es, als hätte die Autorin ein wenig den Faden verloren. Aber irgendwie gehört doch alles zusammen und passt dann doch.

Ein Thema das mir sehr gefallen hat.