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Veröffentlicht am 24.06.2025

Verdrängte Wahrheiten!

Das Kind mit den stummen Augen
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Darum geht es:
Inmitten des geschäftigen Alltags im traditionsreichen Teehandelshaus sucht Theresa Dormbach Halt. Ihre Ehe ist zerbrochen und der Wunsch nach einem Kind blieb unerfüllt. Als der Journalist ...

Darum geht es:
Inmitten des geschäftigen Alltags im traditionsreichen Teehandelshaus sucht Theresa Dormbach Halt. Ihre Ehe ist zerbrochen und der Wunsch nach einem Kind blieb unerfüllt. Als der Journalist Jonas für einen Artikel über das Familienunternehmen, welches sie zusammen mit ihrer Mutter und Tante betreibt, recherchiert, stoßen die beiden auf ein gut gehütetes Geheimnis: eine verschwiegene Schwester von Theresas Mutter und ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Ihre Spur führt in ein Kinderkurheim der 60er Jahre, wo sich Unvorstellbares zugetragen haben muss.
Mein Leseeindruck:
Ich habe eine große Schwäche für Geschichten, in denen alte Familienwunden aufbrechen und ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt. Genau das ist der Autorin Lena Rohn in ihrem Roman auf eindrucksvolle Weise gelungen. Solche Geschichten, die tief in Familienstrukturen eintauchen, ziehen mich in ihren Bann. Lena Rohn erzählt auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart, und schafft es, beide Handlungsstränge emotional und atmosphärisch miteinander zu verweben. Ihr Schreibstil ist lebendig, feinfühlig und voller Tiefe. Besonders beeindruckt hat mich die sorgfältige Recherche. Die erschütternden Fakten zur Kinderverschickung sind authentisch und bewegend in die Story eingebettet. Die vielen losen Fäden, die im Laufe des Romans auftauchen, werden am Ende klug und berührend zusammengeführt. Dramatisch, emotional und zugleich leise. Dieses Buch hat mich berührt und gefesselt.
Fazit:
4/5 Sterne! Ganz klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Familie, Vergangenheit und verdrängte Wahrheiten lieben.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein solider Krimi!

Nordweststurm
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Darum geht es:

Als der schwedische Enthüllungsjournalist Petter Jansson spurlos in St. Peter-Ording verschwindet, wird Hendrik Norberg von seinem Vater um Hilfe gebeten. Zeitgleich ermittelt Norberg in ...

Darum geht es:

Als der schwedische Enthüllungsjournalist Petter Jansson spurlos in St. Peter-Ording verschwindet, wird Hendrik Norberg von seinem Vater um Hilfe gebeten. Zeitgleich ermittelt Norberg in einem Mordfall an einem jungen Stricher in Itzehoe. Schon bald führen Spuren beider Fälle zueinander und deuten auf eine brisante Recherche Janssons über einen Korruptionsskandal in der schwedischen Polizei hin. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Wagner setzt Norberg alles daran, den Journalisten zu finden, bevor es zu spät ist.

Mein Leseeindruck:

Ich liebe diese Kriminalreihe einfach, die Fälle rund um die SoKo St. Peter-Ording haben mich bisher immer gefesselt. Der Schreibstil von Svea Jensen ist auch diesmal wieder top: flüssig, klar und angenehm zu lesen. Man taucht sofort ein und fühlt sich gleich mittendrin im norddeutschen Küstenflair. Aber bedauerlicherweise konnte mich der fünfte Band diesmal nicht ganz überzeugen. Der Fall rund um den verschwundenen schwedischen Journalisten beginnt zwar vielversprechend, bleibt im Verlauf aber überraschend spannungsarm. Es fehlt einfach der Nervenkitzel, den ich aus den früheren Bänden gewohnt bin. Die Ermittlungen wirken etwas flach und ziehen sich, ohne echte Höhepunkte. Auch die Charaktere, sonst ein starkes Element der Reihe, treten auf der Stelle. Im Privaten geht es kaum weiter, und ich hatte mir da etwas mehr Entwicklung gewünscht, gerade bei Henrik Norberg und Anna Wagner. Die Auflösung? Leider recht unspektakulär und ohne großes Überraschungsmoment.

Fazit:

3,5/5 Sterne! Ein solider Krimi, der stilistisch überzeugt, aber inhaltlich nicht an die vorherigen Bände heranreicht. Ich hoffe sehr, dass der nächste Fall wieder mehr Fahrt aufnimmt.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Kein klassischer Liebesroman, sondern ein spannender, teilweise provokanter Roman. Eine Geschichte die überrascht.

Wenn du mich findest
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Darum geht es:

Gina führt ein Doppelleben! Nach außen wirkt sie wie eine normale Studentin, doch in Wahrheit ist sie auf der Flucht. Vor wem oder was, sagt sie niemandem. Ein falsches Wort könnte sie ...

Darum geht es:

Gina führt ein Doppelleben! Nach außen wirkt sie wie eine normale Studentin, doch in Wahrheit ist sie auf der Flucht. Vor wem oder was, sagt sie niemandem. Ein falsches Wort könnte sie das Leben kosten. Sie hat gelernt, niemandem zu trauen. Vor allem nicht Männer wie Riccardo. Der ist erfolgreicher, gutaussehender Unternehmer, Mitte dreißig und eigentlich mit allem fertig. Gefühle interessieren ihn nicht mehr. Bis er in Venedig zufällig auf Gina trifft. Gina zeigt ihm die kalte Schulter. Schnell merkt er, irgendetwas stimmt mit ihr nicht. Statt sich abzuwenden, fängt er an, Fragen zu stellen. Als Gina plötzlich verschwindet und ihm ein verstörendes Video zugespielt wird, trifft er eine waghalsige Entscheidung. Er wird in eine gefährliche Geschichte hineingezogen.

Mein Leseeindruck:

Beim Blick auf das Cover und den Klappentext hatte ich zunächst einen gefühlvollen Liebesroman erwartet. Doch was ich bekam, war etwas ganz anderes! Ein spannungsgeladener Plot mit Thriller-Elementen. Auch wenn dies zunächst überraschend war, hat mich die Geschichte durchaus gefesselt. Viele Leser:innen haben das Buch eher kritisch bewertet, unter anderem wegen einer sexuellen Gewalttat. Auch ich habe an dieser Stelle gestutzt und hätte mir eine Trigger-Warnung gewünscht, dennoch wollte ich der Geschichte eine Chance geben und war letztlich positiv überrascht. Der Schreibstil von Hanni Münzer ist angenehm flüssig. Viele Szenen sind atmosphärisch dicht und laden zum Kopfkino ein. Die Handlung entwickelt sich rasant, auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe in der Figurenzeichnung gewünscht hätte. Gina und Riccardo blieben mir emotional eher fern, was vielleicht auch dem Fokus auf Spannung statt innerer Entwicklung geschuldet ist. Was man dem Roman definitiv zugutehalten muss: Er überrascht! Wer offen für eine Geschichte mit düsteren Wendungen, moralischen Grauzonen und einem Hauch Mystery ist, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen.

Fazit:

3,5 von 5 Sterne! Kein klassischer Liebesroman, sondern ein spannender, teilweise provokanter Roman. Eine überraschende Geschichte.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Kriminalroman mit Mystery-Elementen

Eisiges Glas
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Darum geht es:

Gerade erst hat Leonore Asker ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle abgeschlossen, da meldet sich ihr Vater überraschend nach jahrelangem Schweigen. Ihr Vater, ...

Darum geht es:

Gerade erst hat Leonore Asker ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle abgeschlossen, da meldet sich ihr Vater überraschend nach jahrelangem Schweigen. Ihr Vater, der einsiedlerische Prepper, steht im Verdacht, etwas mit dem grausamen Tod eines Urban Explorers zu tun zu haben. Dessen Leiche wurde ohne Augen gefunden. Als sich ihr Vater der Polizei entziehen will und nur mit Leos Hilfe zur Aufgabe bereit ist, gerät die Kriminalinspektorin zwischen Pflicht und Familie.

Marin Hill, Leos Kindheitsfreund, erhält zur gleichen Zeit einen scheinbar harmlosen Auftrag. Er soll auf einer abgelegenen Privatinsel eine Biografie schreiben. Doch das leerstehende Observatorium und seltsame Lichterscheinungen werfen schnell mysteriöse Fragen auf. Und bald wird klar: Die Insel verbirgt dunkle Geschichten!



Mein Leseeindruck:

Nachdem mich der erste Fall der Reihe regelrecht begeistert hat – spannend, atmosphärisch dicht und voller überraschender Wendungen -, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Der Schreibstil von De La Motte ist gewohnt flüssig und einladend. Die Geschichte rund um Leo Asker beginnt vielversprechend. Der rätselhafte Tod eines Urban Explorers, Prepper, der sich bei seiner Tochter meldet, und eine düstere Insel. Tatsächlich gelingt es dem Autor, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen und mit eindrücklichen Bildern zu erzählen. Trotzdem hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sich die Handlung streckenweise im Kreis dreht. Es fehlten mir die Wendungen und Überraschungsmomente. Einige Entwicklungen waren leider sehr vorhersehbar, und das Tempo ließ streckenweise spürbar nach. Die Spannung war da, aber nicht konstant genug. Alles in allem ist der zweite Fall ein solider, gut geschriebener Kriminalroman mit Mystery-Elementen.


Fazit:

3,5 von 5 Sterne! Ich bleibe der Reihe auf jeden Fall treu und bin schon gespannt auf den dritten Fall.

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Veröffentlicht am 24.10.2023

Atmospärischer Roman

Die Reporterin - Zwischen den Zeilen
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Darum geht es:
Mai 1962, München: Die 20-jährige Marie-Louise Graf muss die Erwartungshaltung ihrer Eltern erfüllen. Sie soll Pharmazie studieren, um danach die familienbetriebene Drogerie zu übernehmen. ...

Darum geht es:
Mai 1962, München: Die 20-jährige Marie-Louise Graf muss die Erwartungshaltung ihrer Eltern erfüllen. Sie soll Pharmazie studieren, um danach die familienbetriebene Drogerie zu übernehmen. Marie hat aber ihren ganz eigenen großen Traum und der heißt „Journalismus“. Heimlich bewirbt sie sich als Gesellschaftsreporterin bei verschiedenen Verlagen. Nach Absagen erhält sie durch Zufall erst einmal eine Praktikumsstelle und bekommt dann die Möglichkeit bei der Zeitung „Der Tag" als Volontärin zu arbeiten. Die junge Frau muss sich jeden Schritt hart erkämpfen. Sie stößt immer wieder an ihre Grenzen und muss sich gegen ihre rücksichtslosen und selbstsüchtigen Kollegen und ihre Eltern durchsetzen. Als Gesellschaftskolumnistin nennt sie sich nun Malou Graf. Malou muss feststellen, dass Erfolg auch seine Schattenseiten hat und dann ist da noch ein Familiengeheimnis ..

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Teresa Simon hat einen fantastischen, flüssigen Schreibstil. Mit ihrer Erzählkunst fängt sie das lebendige, bunte Leben der 60er Jahre hervorragend ein. Die 60er Jahre waren unter anderem geprägt durch Flowerpower, die Friedensbewegung, Pierre Brice, Feminismus, Studentenbewegung, Swinging Sixties und noch vielen anderen Ereignissen. Teresa Simon schreibt in ihrem Roman aus einer Zeit voller Umbrüche und Veränderungen. Die Menschen werden liberaler und toleranter. In dieser Zeit durfte ich Marie kennenlernen und begleiten. Sie kämpft für ihren großen Traum, der Preis hierfür ist das Zerwürfnis mit ihren Eltern. Ich konnte Maries Verhalten und Handeln nicht immer verstehen und nachvollziehen. Mir fiel es schwer, einen richtigen Bezug zu ihr aufzubauen. Das mitreißende Gefühl blieb beim Lesen aus. Lag es an mir? Lag es an Marie? Oder lag es am Buch? Ich weiß es nicht. Allerdings schafft Teresa Simon durch ihre im Roman erwähnten Zeitgeist-Trends der 60er Jahre eine unglaubliche, atmosphärische Stimmung. Auf jeder Seite hatte ich ein großartiges Münchner Lebensgefühl mit viel Swinging Sixties Feeling!

Fazit: 3,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman voller Umbrüche und Veränderungen!

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