Hervorragend recherchiert und atmosphärisch dicht, doch die Figuren konnten mich nicht wirklich berühren.
Schwestern des brennenden HimmelsDarum geht es:
Potsdam, Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, doch über das Schicksal der Welt wird erst jetzt entschieden. Während Churchill, Truman und Stalin im Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands ...
Darum geht es:
Potsdam, Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, doch über das Schicksal der Welt wird erst jetzt entschieden. Während Churchill, Truman und Stalin im Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands und Europas verhandeln, kämpft eine junge Frau im Verborgenen um ihre eigene Wahrheit. Ann Miller dient als Mitglied des britischen Frauenkorps ATS in Potsdam, doch ihre Identität ist nur eine Hülle. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Geheimnis, das sie um jeden Preis bewahren muss. Ihr Ziel führt sie tief in die von den Russen besetzte Stadt, wo sie ihre Cousine sucht, die Frau, der sie einst Verrat und Scherz zufügte. Begleitet wird Ann ausgerechnet von dem amerikanischen Soldaten Jackson Powers, dessen Herz von Kriegsnarben gezeichnet ist. Zwischen Schuld, Pflicht und unerlaubten Gefühlen entspinnt sich eine gefährliche Reise durch ein Land im Umbruch. Es ist ein Kampf um Vergebung, Vertrauen und einen neuen Anfang.
Mein Leseeindruck:
Schon der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Die Geschichte spielt im Sommer 1945, in einer Zeit, in der die Siegermächte in Potsdam über die Zukunft der Welt verhandeln. Gerade diese Perspektive, den Krieg einmal aus Sicht der Sieger zu erleben, fand ich unglaublich spannend und erfrischend anders. Die Autorin hat ganz offensichtlich hervorragend recherchiert. Man spürt auf jeder Seite, wie viel historische Genauigkeit und Detailwissen in diesem Roman steckt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie eindringlich sie den Hass und die tiefe Abneigung gegenüber den Deutschen schildert. Diese Atmosphäre ist so greifbar, dass ich beim Lesen tatsächlich Gänsehaut bekommen habe. Eine Zeit, in der Wut, Misstrauen und Schmerz allgegenwärtig waren. Trotz dieser starken historischen Kulisse konnte mich die persönliche Geschichte von Ann leider nicht berühren. Ich habe keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen können; sie blieben mir fremd. Eine emotionale Tiefe habe ich hier vermisst, auch wenn die Grundidee viel Potenzial hatte. Der Schreibstil der Autorin ist jedoch, wie man es von ihr kennt, flüssig, klar und angenehm zu lesen. Sie versteht es, historische Fakten und Fiktion gekonnt zu verweben, auch wenn mich dieses Mal die Figuren emotional nicht mitreißen konnten.
Fazit:
3,5/5 Sterne! Hervorragend recherchiert und atmosphärisch dicht, doch die Figuren konnten mich nicht wirklich berühren.