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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2025

Fröhliches Morden im Wiener Sommer

Sunshine Killer
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Ich bin ein großer Fan österreichischer Krimis , auch gerne im Fernsehen. Aus diesem Grund wollte ich die Anthologie lesen und dabei möglicherweise neue Autoren für mich entdecken.
Nach Ende der Lektüre ...

Ich bin ein großer Fan österreichischer Krimis , auch gerne im Fernsehen. Aus diesem Grund wollte ich die Anthologie lesen und dabei möglicherweise neue Autoren für mich entdecken.
Nach Ende der Lektüre kann ich sagen : Mission erfüllt. Gleich im ersten Krimi nimmt die Autorin ein wenig Bezug auf meine Lieblingsermittlerduo Bibi und Moritz. Der Fall wird wird mit einem Augenzwinkern gelöst, wie auch die anderen Fälle. Immer ist ein wenig Wiener Schmäh und Lokalkolorit dabei. Bei manchen Dialektwörter hat sich mir die Bedeutung erst aus dem Zusammenhang ergeben. Das hat aber mein Kopfkino wunderbar in Fahrt gebracht und ich hatte tolle Bilder im Kopf. Die Fälle sind spannend und haben - wie der Titel erwarten lässt - einen engen Bezug zum Sommer und erfüllen somit meine Erwartungen. Schauplätze sind das Strandbad, eine schönes Lokal oder ein privater Garten mit Pool.
Auch eine Autorin habe ich für mich entdeckt, von der ich mehr lesen möchte. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen nicht lesenswert wären. Meine Wahl ist nur meinen persönlichen Vorlieben geschuldet und lesenswert ist die Anthologie allemal.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Die gnadenlose Macht der öffentlichen Meinung

Standing Ovations
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Das Buch wird beworben mit dem Hinweis, es handle von der Rache einer in ihren Gefühlen verletzten Frau und es sei witzig. Kann ich der erste Aussage nach der Lektüre gerade noch so zustimmen, so fand ...

Das Buch wird beworben mit dem Hinweis, es handle von der Rache einer in ihren Gefühlen verletzten Frau und es sei witzig. Kann ich der erste Aussage nach der Lektüre gerade noch so zustimmen, so fand ich die zweite deplatziert. Ich habe die Geschichte als traurig empfunden und als Spiegel unserer schnell lebigen Gesellschaft, die mit leichter Hand jemanden verurteilt und sich dann wieder anderem zuwendet, ohne sich Gedanken über einen möglichen verursachten Schaden nachzudenken.
Hayley hatte durchaus mein Mitgefühl. Ich war entsetzt, wie Alex seine Bedürfnisse auslebt, ohne sich groß Gedanken zu machen. Natürlich hätte er Hayley sagen müssen, dass er gerade einen vernichtende Kritik über ihren Auftritt geschrieben hat. Auch ich wäre in dieser Situation wütend und verletzt gewesen. Dass sie dann eine öffentliche Kampagne gegen ihn startet, fand ich in ihren Ausmaßen übertrieben . Denn die Menge schreit nur zu gerne "Kreuzigt ihn " Meine anfängliche Empörung wandelte sich rasch in Mitgefühl für Alex und eher Abscheu gegenüber Hayley.
Für mich erzählt die Autorin in der Hauptsache Sophies Geschichte, die auch als Ich-Erzählerin die Ereignisse schildert . Sophie ist Alex Kollegin. Gemeinsam wurden sie von ihrer Zeitung nach Edinburgh geschickt, um über das Festival The Fringe zu berichten. Alex öffentliche Hinrichtung erweist sich als Katalysator für Sophie, um ihre eigene Situation zu überdenken und zu hinterfragen. Ihre Gedanken kreisen um ihre Ehe , ihre Stellung und ob sie in ihrem Leben glücklich ist. Mit dem Ende des dreiwöchigen Festivals endet auch die Geschichte. Jede der drei Personen hat sich verändert. Zum Guten oder Schlechten vermag ich nicht zu sagen.
Ernüchtern waren die Einblicke in die Theaterwelt und dem Egoismus der Beteiligten. Was für mich besonders erschreckend war, wie bereitwillig die Masse Alex verdammt hat. Und wer ihn plötzlich an den Pranger stellt und wofür. Plötzlich war Alex für all das schlechte in ihrem Leben verantwortlich. Und genauso schnell wendet man sich anderen zu.
Der Roman war in meinen Augen unterhaltsam , aber nicht witzig. Ich fand, er regt zum Nachdenken an und legt den Finger auf Verhaltensweisen, die man nicht hinnehmen sollte.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Eine zufällige Begegnung wird zur tödlichen Gefahr

Das Stinktier von Hamburg
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Genauso ungewöhnlich wie der Titel des Buches ist der Einstieg in die Geschichte und der Fortgang der Handlung. Sylvia, vorbestraft, ohne festen Wohnsitz, wird auf dem Friedhof verfolgt. Sie spricht den ...

Genauso ungewöhnlich wie der Titel des Buches ist der Einstieg in die Geschichte und der Fortgang der Handlung. Sylvia, vorbestraft, ohne festen Wohnsitz, wird auf dem Friedhof verfolgt. Sie spricht den Privatdozenten Patrick an, der gerade der Beerdigung eines Kollegen beiwohnt und bittet ihn um Hilfe. Der sagt spontan zu . So beginnt eine Geschichte mit vielen Lügen, Toten und einem unerwarteten, aber sehr befriedigenden Ende.
Ich gebe es zu, ich mochte Sylvia nicht. Sie erzählt eine wilde Geschichte von Entführung und Vergewaltigung, einem gestohlenem Laptop und einer abenteuerlichen Flucht,. Im Laufe der Ereignisse stellt sich heraus, dass Sylvia über eine blühende Phantasie verfügt und nur dann die Wahrheit sagt, wenn es nicht anders geht. Bedrohlich wird die Sache, als die beiden über die Leiche einer Bekannten von Sylvia stolpern. Die Polizei tut es als Tod in Folge einer Überdosis ab. und weitere Todesfälle in Umfeld von Sylvia und Patrick als Unfall oder Selbstmord. Obwohl selbst Patrick klar wird, dass vieles an Sylvias Geschichte nicht stimmen kann, hält er treu zu ihr. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn angesichts dieser Tatsache feiern sollte oder milde belächeln. Ein wenig naiv und weltfremd fand ich ihn schon. Was zur Gewissheit wird, das Duo schwebt in Lebensgefahr und wer und warum auch immer ihren Tod will, schreckt vor nichts zurück. Für mich das Highlight und damit auch auch schon fast der Schlusspunkt des Krimis ist der Moment, als der Täter seine Sichtweise auf die Morde erläutert. Das war ohne jede Empathie, grausam und irgendwie bestechend - einfach genial.
Der Krimi ist ungewöhnlich und dabei sehr spannend, weil er nicht in das übliche Schema "Polizei ermittelt " passt. Sylvia und Patrick sind keine strahlenden Helden, sondern versuchen einfach nur zu überleben und für ein klein wenig Gerechtigkeit zu sorgen. Um so mehr habe ich ihnen die Daumen gedrückt und mit gefiebert.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Zwei Morde und eine beängstigende Möglichkeit

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Dies ist meine erste Begegnung mit Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld und ich fand es spannend mit ihr zu ermitteln. Gerade herrscht Unordnung in ihrem Privatleben, denn ihr Mann hat sich von ihr getrennt ...

Dies ist meine erste Begegnung mit Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld und ich fand es spannend mit ihr zu ermitteln. Gerade herrscht Unordnung in ihrem Privatleben, denn ihr Mann hat sich von ihr getrennt und es gibt Probleme bei der Betreuung des gemeinsamen Sohnes. Auch das Verhältnis zu ihrem Vater ist nicht unbelastet. Sie mag die Frau an seiner Seite nicht, obwohl der Tod ihrer Mutter schon lange zurück liegt. Da sie sich mit diesen Baustellen nicht auseinandersetzen will, kommt der Mord an einem bekannten Investigativ - Journalisten gerade recht. Sein Arbeitgeber, der Verlag Argus, sieht den Täter bei der Tiznit-Gang , denn das Opfer hat zur Verurteilung des Kopfs der Bande wesentlich beigetragen. Die Annahme liegt nahe und trotzdem gehen Eisfelds Ermittlungen erstmal in alle Richtungen. Und je weiter diese fortschreiten, um so unwahrscheinlicher wird ein Mord aus Rache. Die Spur , die sie nun verfolgen, bringt Eisfeld private Konflikte. Der aufkeimende Verdacht ist ungeheuerlich und sie kann und will es nicht glauben.

Eisfeld war mir nicht unbedingt sympathisch . Sie hat sich aber auf jeden Fall meinen Respekt verdient mit ihrer Berufsauffassung Gefeiert habe ich sie für ihre Wortgefechte mit dem arroganten Chefjournalisten von Argus , dessen Verhalten in meinen Augen übergriffig und respektlos war. Die Einbeziehung ihrer privaten Probleme haben gut gepasst und mir die Ermittlerin als Mensch näher gebracht. Zudem war es eine überzeugende Erklärung für eine Unachtsamkeit, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Ermittlungsarbeit hat. Mit der Richtung, die die Nachforschungen nehmen, habe ich nicht gerechnet, fand sie aber leider realistisch. Am Ende habe ich dann ernsthaft damit gerechnet, dass es Eisfeld letzter Fall gewesen sein könnte, was ich sehr bedauert hätte. Denn der Krimi hat mir sehr gut gefallen. Ich fand ihn fesselnd und den Fall durchaus realistisch. Die Darstellung des privaten Umfelds hat die Handlung gut ergänzt , ohne störend zu wirken und die Personen real erscheinen lassen.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Zu Herzen gehende Unterhaltung

Die verschwundene Tochter
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Ich kenne die Vorgängerbände nicht, was aber kein Problem war. Die Bände lassen sich offensichtlich sehr gut unabhängig von einander lesen. So habe ich mich aufgemacht das Paris der 30iger Jahre und lerne ...

Ich kenne die Vorgängerbände nicht, was aber kein Problem war. Die Bände lassen sich offensichtlich sehr gut unabhängig von einander lesen. So habe ich mich aufgemacht das Paris der 30iger Jahre und lerne die junge Evelina kennen, die als 18jährige ihr Elternhaus verlässt, um ihre Träume als Modedesignerin in Paris zu verwirklichen. Ich war beeindruckt, wie dieses junge Mädchen unbeirrt ihren Weg geht und ihrem Leben konsequent eine neue Wendung gibt, wann immer es notwendig erscheint. Das war spannend zu lesen und bei einigen Szenen kam mein Blut vor Wut in Wallung, weil Männer der Meinung waren, allein ihre Wünsche zählen. Trotz ihrer Stärke zahlt sie für ihre Unabhängigkeit einen hohen Preis. Evelinas damalige Entscheidung setzt die Geschichte in der Gegenwart in Gang, die viele Emotionen in mir geweckt hat.

Blake, die in London lebt, hält ein Kästchen in Händen, das einen Hinweis auf die leibliche Mutter ihrer Uroma verbirgt. Diese wurde adoptiert, was die Familie nicht wusste. Blake macht sich auf die Suche nach dem unbekannten Familienteil. Der Hinweis führt sie nach Paris und dort zu Henri, der sich in der Modewelt auskennt und wertvolle Impulse geben kann. Blake hatte sich bisher um ihre jüngeren Geschwister gekümmert und ihr eigenes Leben vernachlässigt. In Henris Nähe hat sie Schmetterlinge im Bauch und auch er scheint mehr für sie zu empfinden. Blake beginnt von einer gemeinsamen Zukunft zu träumen, als sie ein traumhaftes Jobangebot bekommt. Doch nun liegt ihr privates Glück in Scherben und sie kehrt mit gebrochenen Herzen nach London zurück. Nur gut, dass die Autorin einen Unterhaltungsroman geschrieben hat und mich nicht enttäuscht, denn am Ende macht Paris seinem Ruf als Stadt der Liebe alle Ehre.

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Autorin ist eine begnadete Erzählerin. Besonders Evelinas Geschichte hat mich sehr berührt. Auch ihr hätte ich ein glückliches Ende gewünscht, fand es so aber stimmig und es ergab ein perfektes Gegengewicht zu Blakes Glück. In meinen Augen wäre es sonst etwas zu viel und damit kitschig gewesen. Diese Klippe hat die Autorin perfekt umschifft und ich konnte das Buch mit einem zufriedenen Gefühl schließen.

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