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Veröffentlicht am 28.06.2025

Wenn das Pferd freiwillig mitmacht, läuft was richtig

Gymnastizierende Freiarbeit
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Wenn mein Pferd sprechen könnte, würde es wahrscheinlich sagen: „Endlich hast du’s geschnallt, Mensch!“ Dieses Buch hat mir nicht nur die Augen geöffnet, sondern gleich das ganze Kopfkino gestartet. Marius ...

Wenn mein Pferd sprechen könnte, würde es wahrscheinlich sagen: „Endlich hast du’s geschnallt, Mensch!“ Dieses Buch hat mir nicht nur die Augen geöffnet, sondern gleich das ganze Kopfkino gestartet. Marius Schneider schafft es, die Freiarbeit nicht nur als feine Kunst zu zeigen, sondern als ziemlich geniales Muskeltraining mit Spaßfaktor – für beide Seiten. Kein Gezerre, kein Rumkommandieren, sondern Kommunikation auf Augenhöhe. Na gut, ich stehe technisch gesehen immer noch ein bisschen höher, aber du weißt, was ich meine.

Was ich besonders liebe: Hier geht’s nicht ums Zirkuspony-Dressieren, sondern um ehrliche, feine Arbeit, bei der sich mein Pferd nicht fühlt wie ein Angestellter mit Chef, sondern wie ein Tanzpartner. Und ich? Ich bin nicht mehr der unbeholfene Typ mit der Karotte in der Tasche, sondern ein echter Bewegungscoach – mit Stil!

Die Schritt-für-Schritt-Erklärungen sind so gut, dass sogar ich sie verstehe (und das will was heißen). Besonders geil: Die Videos in der App! Endlich mal kein trockenes Theoriewälzen, sondern Anschauen, Nachmachen, Grinsen, Weitermachen.

Mein Pferd läuft inzwischen freudestrahlend auf mich zu, statt mich mit dem Hintern anzuschauen. Und ganz ehrlich: Das ist ein verdammt gutes Gefühl. Wer glaubt, Freiarbeit sei nur was für Showreiter mit Glitzerhalfter, hat dieses Buch noch nicht gelesen.

Danke, Marius, du hast mir ein neues Level von „Pferde verstehen“ eröffnet – ohne Zauberstab, aber mit viel Feingefühl. Dieses Buch ist kein Ratgeber, es ist eine Offenbarung. Fünf Sterne, logisch. Mehr gehen ja leider nicht.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Zwei Generationen, ein Buch, null Langeweile

Wächter der Magie – Insel der Legenden (Wächter der Magie 4)
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Also, wir zwei – Vater und Tochter, bewaffnet mit Knabbereien und einer sehr bequemen Couch – dachten: „Ach, lesen wir mal ein Kapitel vor dem Schlafengehen.“ Spoiler: Es wurden acht. Und wir sind immer ...

Also, wir zwei – Vater und Tochter, bewaffnet mit Knabbereien und einer sehr bequemen Couch – dachten: „Ach, lesen wir mal ein Kapitel vor dem Schlafengehen.“ Spoiler: Es wurden acht. Und wir sind immer noch nicht sicher, ob wir nicht selbst irgendwo magisch hineingezogen wurden.

Insel der Legenden hat uns komplett eingesogen wie ein Portal mit Sogwirkung. Mein Tochter-Komplize meinte nach Kapitel zwei: „Papa, der Alex ist cool, aber Aaron ist voll kompliziert.“ Ich konnte nur nicken – denn selten sind zwei Brüder so verschieden, so spannend und so dramatisch wie die beiden.

Was bei uns eigentlich als gemütlicher Leseabend geplant war, wurde zu einer emotionalen Achterbahnfahrt mit Nervenkitzel, Lachanfällen und mindestens drei Momenten, in denen wir gleichzeitig „Oha!“ gerufen haben.

Diese Herrscherin, die mit ihrer Flotte anrückt? Echt jetzt? Die ist so fies, dass wir überlegt haben, ob wir uns nicht vorsichtshalber Helme basteln sollten. Und Alex muss wieder alles retten – inklusive seiner Freunde, seiner Welt und wahrscheinlich auch seinen Nerven.

Besonders cool fanden wir, dass das Buch nicht einfach nur Magie-Kabumm macht, sondern auch tiefere Themen reinschmuggelt: Verantwortung, Freundschaft, Mut – alles drin, ohne dass es langweilig oder belehrend wird.

Wir haben während des Lesens eine Art geheime Buddy-Couch-Mission entwickelt: Wer zuerst den nächsten Plottwist errät, kriegt die letzte Schokowaffel. Spoiler: Sie gehört jetzt offiziell meiner Tochter.

Fazit von uns beiden: Mega spannend, super geschrieben, total mitreißend – und wir haben jetzt beide das Bedürfnis, in Artimé einzuziehen. Wenn das nicht geht, nehmen wir wenigstens Band 5.

Fünf von fünf Zauberbäumen – von zwei absolut begeisterten Leseratten.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Kultur ist kein Museumsstück – sondern ein Remix auf Weltreise

Kultur
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Ich wollte eigentlich nur ein bisschen was über Kultur lesen – und plötzlich saß ich im Geiste in einer Höhle mit Urzeitmenschen, reiste mit Nofretete durch die Wüste, schnupperte in Ashokas Indien rein ...

Ich wollte eigentlich nur ein bisschen was über Kultur lesen – und plötzlich saß ich im Geiste in einer Höhle mit Urzeitmenschen, reiste mit Nofretete durch die Wüste, schnupperte in Ashokas Indien rein und diskutierte mit Philosophen in Griechenland über gute Geschichten. Was ist passiert? Martin Puchner ist passiert. Der Typ ballert einem eine „Big History“ um die Ohren, dass man meint, man hätte Netflix durchgespielt – nur halt mit Inhalt und Hirn. Und ganz ehrlich: Ich hab nicht eine Seite bereut.

Puchner erzählt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern eher wie ein Weltreisender auf Koffein, der mit leuchtenden Augen davon berichtet, wie Menschen über Jahrtausende Ideen geklaut, getauscht, verbraten und neu zusammengerührt haben. Plötzlich merkt man: Genau das ist Kultur! Kein Museumsstaub, sondern lebendige Mischung aus Remix, Zitat und Impro-Show.

Besonders geil fand ich, wie er zeigt, dass das, was viele als "kulturelle Aneignung" verteufeln, eigentlich der Motor aller Kreativität war. Ohne Austausch kein Fortschritt, ohne Kopieren keine Kunst. Klingt fast nach Hip-Hop, ist aber Menschheitsgeschichte. Und obwohl er total klug schreibt, wirkt das Buch nie elitär – eher wie ein Roadtrip durch 5000 Jahre Gehirnschmalz mit einem ziemlich belesenen, aber sehr sympathischen Beifahrer.

Einziger Nachteil: Ich werde jetzt an jeder Statue und jedem Wandteppich denken: „Woher haben die das wohl geklaut?“ Fazit: Für alle, die denken, Kultur sei trocken – Puchner macht daraus ein Lagerfeuer, das bis heute brennt. Ich bin Fan. Fünf Sterne, kein Feuilleton-Geschwurbel. Einfach lesen – es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Wenn Liebe gefährlicher ist als jeder Fluch

Till the End of the Moon 3
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Band drei kommt rein wie ein höflicher Dolch im Seidengewand. Erst sieht alles wunderschön aus, dann merkt man: Moment mal, hier blutet ja wieder jeder emotional vor sich hin.

Tantai Jin bleibt einfach ...

Band drei kommt rein wie ein höflicher Dolch im Seidengewand. Erst sieht alles wunderschön aus, dann merkt man: Moment mal, hier blutet ja wieder jeder emotional vor sich hin.

Tantai Jin bleibt einfach so eine Figur, bei der man gleichzeitig die Augen verdreht, den Kopf schüttelt und trotzdem wissen will, was in seinem kaputten kleinen Dämonenherz als Nächstes passiert. Diese Mischung aus Macht, Einsamkeit, verletztem Stolz und aufkeimenden Gefühlen macht ihn unfassbar spannend. Und Li Susu? Die steht wieder mitten in diesem ganzen Chaos und versucht, irgendwie das Richtige zu tun, während um sie herum gefühlt jeder eigene Pläne schmiedet.

Gerade Ye Bingchang bringt in diesem Band ordentlich Gift in die Geschichte. Nicht laut, nicht plump, sondern so unterschwellig unangenehm, dass man beim Lesen innerlich schon die Teetasse abstellt und denkt: Na toll, die macht jetzt bestimmt wieder irgendwas.

Die Romance bleibt slow, tragisch und kompliziert. Genau richtig für diese Reihe. Hier gibt es keine einfache Liebe mit Händchenhalten im Sonnenuntergang, sondern Gefühle mit Messer zwischen den Rippen, politischen Intrigen und diesem ständigen Was wäre wenn.

Man muss sich auf Namen, Machtspiele und Drama einlassen, sonst wird es anstrengend. Wer aber chinesische Romantasy, tragische Schicksale und emotionales Hin und Her mag, bekommt hier wieder richtig viel Futter fürs Herz und für die Nerven.

4,5 Sterne, weil mich diese Reihe weiterhin komplett in ihren Bann zieht, auch wenn sie manchmal so viel Drama auffährt, dass mein innerer Ruhepuls freiwillig auszieht.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Wenn Erinnerungen leise Herzen heilen

Und wir versprachen uns ein Morgen
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Manche Bücher fühlen sich an wie eine alte Schachtel voller Dinge, die man eigentlich nur kurz öffnen wollte und dann sitzt man plötzlich mitten zwischen Erinnerungen, Schmerz und diesem leisen Ziehen ...

Manche Bücher fühlen sich an wie eine alte Schachtel voller Dinge, die man eigentlich nur kurz öffnen wollte und dann sitzt man plötzlich mitten zwischen Erinnerungen, Schmerz und diesem leisen Ziehen im Herzen.

Und wir versprachen uns ein Morgen hat mich genau dort erwischt. Jesca, die beruflich fremde Leben sortiert, findet in einem Karton einen Diamantring und damit nicht nur ein Schmuckstück, sondern den Anfang einer Geschichte, die viel größer ist als sie selbst. Gemeinsam mit Richard folgt sie der Spur bis zu Sören, einem fast hundertjährigen Mann, der von einer Liebe erzählt, die 1944 begann und nie wirklich vergangen ist.

Besonders schön fand ich, wie sich die einzelnen Lebensgeschichten langsam miteinander verbinden. Nichts wirkt laut oder aufgesetzt, eher wie ein Mosaik, bei dem jedes kleine Teil erst unscheinbar erscheint und am Ende doch genau an seinen Platz gehört. Verlust, Einsamkeit, Sehnsucht und Hoffnung liegen hier ganz nah beieinander.

Der Roman ist ruhig, poetisch und sehr gefühlvoll erzählt. Für mich war es ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern noch ein wenig mit sich trägt. Eine Geschichte über Liebe, Erinnerung und darüber, dass Vergangenes manchmal genau das ist, was uns wieder näher zu uns selbst bringt.

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