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Veröffentlicht am 05.08.2025

Spannende Welt und unterhaltsame Romance

Der Flammenkrieger - Die Chroniken von Atulis 1
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„Der Flammenkrieger“ ist der Auftakt der neuen High-Romantasy-Tetralogie von Sabine Schulter und entführt uns in eine Welt, in der die Elemente gegeneinander kämpfen, Vorurteile und uralter Hass die Reiche ...

„Der Flammenkrieger“ ist der Auftakt der neuen High-Romantasy-Tetralogie von Sabine Schulter und entführt uns in eine Welt, in der die Elemente gegeneinander kämpfen, Vorurteile und uralter Hass die Reiche trennen und das Schicksal der Völker auf schmalen Schultern lastet …

Yuri ist die Wasserpriesterin von Atulis und kennt nur das Leben im goldenen Käfig – abgeschottet von dem Volk, dem sie dient, von Wissen, das sie braucht, trainiert sie unermüdlich ihre Kräfte, um alsbald ihre Bestimmung erfüllen zu können: das Land vor dem Austrocknen, die Menschen vor dem Verdursten zu bewahren. Als dieser Tag plötzlich bevorsteht, ringt die junge Frau mit gemischten Gefühlen – Aufregung und Euphorie, Stolz und zugleich Angst wüten in ihr. Denn diese Mission führt sie hinter den schützenden Wall. In das Reich, das für die Hitze verantwortlich ist, HändlerInnen den Weg abschneidet; in dem Feuer und Grausamkeit über kargen Stein und Lava herrschen …
Aber alles kommt anders, als die Wasserpriesterin geglaubt hat, als die wenigen Überlieferungen vorhersagten … Noch bevor die Auserwählte und ihr Tross den ersten Anblick, der sich ihnen in feindlichen Gefilden bietet, verdauen können, wartet die nächste unschöne Überraschung auf sie. Von einem auf den anderen Augenblick ist Yurisha auf sich allein gestellt und läuft geradewegs in die Arme ihres Widersachers, der so gar nichts mit den Bildern der Aufzeichnungen gemein hat. Statt sie anzugreifen, schlägt ihr der Eisflammenkrieger einen Deal vor: Er bringt sie sicher zu ihrem Ziel, wenn Yuri sich der Schönheit von Kaschrett nicht entzieht.

Statt die größte Bedrohung für sein Volk auszulöschen, klammert sich Ranok an die Hoffnung auf Veränderung, an den Wunsch, eine Lösung zu finden, die keinen Tod bringt. Der Krieger reicht der Feindin die Hand, fällt KameradInnen und dem König in den Rücken, setzt alles, was ihn ausmacht, was ihm am Herzen liegt, auf eine Karte – nun liegt es einzig an Yuri: Wird sie seine Heimat in die Fluten stürzen?

Sabine Schulter schuf für ihre High-Romantasy-Serie „Die Chroniken von Atulis“ eine beachtliche Welt, die malerisch, mit all den Wundern und Tücken zur Geltung kam. Da aus wechselnder Perspektive erzählt wird, können wir Yuris Erstaunen, ihre Begeisterung und ihre Wertschätzung hautnah miterleben – und werden uns dadurch bewusst, wie selten wir uns die Zeit nehmen, uns unserer Umgebung wirklich gewahr zu werden.

Zugegeben, in vielen Momenten war ich der Priesterin nicht sonderlich zugetan, lebte sie doch bisher ohne Eigeninitiative, ohne hinter- oder nachzufragen. Auch im Verlauf blitzen Prinzessinnen-Attitüden, verbohrte Denk- und Sichtweisen auf. Beharrlich trainiert, an ihrer Bestimmung festzuhalten – trotz der Ungereimtheiten, die ihr im Laufe ihres Abenteuers förmlich ins Gesicht springen. Und doch sind da weiche Züge, Unsicherheiten und Zweifel, der immer größer werdende Zwiespalt und die Angst, zu enttäuschen, sich (falsch) zu entscheiden. Reue. Tonnenschwere Schuld.
Ranok hingegen ist – nun, hat da jemand Greenflag gesagt? Ja! Der Krieger ist weitsichtig und selbstlos, reflektiert und mutig. Mutig genug, um sein Leben für den Feind zu opfern, für eine Utopie zu kämpfen und sich zu verlieben …
Die romantische Entwicklung ist im Auftakt der Serie hauptsächlich ein Hintergrundrauschen, ein sachtes Vortasten und dagegen Ankämpfen. Und nichts anderes wäre hier passend. Im Verlauf warten so viele Hürden und Kämpfe, Flucht und Konflikte, Fragen, die nach Antwort verlangen, dass nur selten echte Ruhe einkehrt.
Bedrohungen und Ungewissheit gehören zur Story wie die atemberaubende Kulisse, Elementarmagie, gute Herzen und schlagfertiges Geplänkel. Beide Protagonisten wurden mit Tiefe gezeichnet, sodass sich Verstehen für die jeweiligen Reaktionen und Intentionen abzeichnet, sie wachsen auf ihrer gemeinsamen Reise, lernen voneinander.

Das Worldbuilding wurde mit Logik und greifbaren Details bestückt und auch das Mysterium um die Zwietracht zwischen Atulis und Kaschrett ist eine Komponente, die das Interesse aufrechterhält. Richtig toll war der tierische, oft rettende Sidekick – Ruufin –, die anderen Wesen – wie Shamira-Wölfe und flammende Löwen –, denen wir begegnen, und Shania und Ron – Ranoks treueste Freunde.
Jedoch empfand ich, dass sich viele der ausschweifenden Monologe im Kreis drehen, sich Zweifel und Abwägen wiederholen und die Storyline demnach Längen aufweist. Ebenfalls hätte ich mir insgesamt mehr Raffinesse im Stil gewünscht, wirkte es hier und da ziemlich … einfach und lasch. Trotz dieser Kritik, die nichts am Lesevergnügen oder der Aufregung ändert, bin ich gespannt, wie es nach DEM Cliffhanger weitergeht.

Fazit: Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Cozy Smalltown-Romance zum, Wohlfühlen

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
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Kurz vor ihrem 30. Geburtstag stellt sich Hazel immer häufiger die Frage, ob sie ihre 20er verpasst hat und dabei zu einer festgefahrenen Langweilerin mutiert ist?! Als die Buchhändlerin in einem ihrer ...

Kurz vor ihrem 30. Geburtstag stellt sich Hazel immer häufiger die Frage, ob sie ihre 20er verpasst hat und dabei zu einer festgefahrenen Langweilerin mutiert ist?! Als die Buchhändlerin in einem ihrer Schätze eine Botschaft – in Form von Knicken und Markierungen – findet (die kann doch nur für sie sein?!), beschließt sie, diese unerwartete Abwechslung in ihrer Routine anzunehmen, die Augen offenzuhalten und den Hinweisen nachzugehen. Doch Hilfe und jemand, dem sie sich anvertrauen könnte, wären nett. Da kommt Noah – der zugezogene, attraktive Frauenaufreißer – gerade recht. Immerhin heißt es, der Fischer wäre für Abenteuer zu haben …

Noah ist einer der besten Kunden im „Cinnamon Bun Bookstore“ und schwärmt schon lange für die süße Besitzerin. Als diese ihn nun darum bittet, ihr bei der mysteriösen Spurensuche zur Hand zu gehen und ihm indirekt einen Sommer mit ihr verspricht, sagt er zu. Und von Treffen zu Treffen muss er sich mehr zügeln, um nicht zu viel in das Ganze hineinzuinterpretieren.

Denn Hazel ist nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, und auch er will nur unverbindlichen Spaß … Oder?



„Love Me in Autumn“ ist eine Cozy-Romance mit Booknerd-Vibes und Smalltown-Feeling, perfekt also, um sich die trüben Tage zu vertreiben. Dies war mein erster Besuch in Dream Harbour, aber definitiv nicht mein letzter – es war wirklich schön, durch die Küstenstadt, von der es im Print eine superniedliche Karte gibt, zu streifen, einige der ulkigen BewohnerInnen kennenzulernen und Einblicke in Freundschaften und Beziehungen zu erhaschen.

Aus wechselnder Perspektive verfolgen wir das Geschehen, sodass wir uns erstmal mit den Protagonisten und ihrer Situation vertraut machen können – Noah, der mit seinen Entscheidungen aus der Vergangenheit, Versagensängsten und Schuldgefühlen hadert, hat für seine Zeit in der Stadt, die weder Moderne noch Veränderungen offen gegenübersteht, einige Pläne. Und noch hindert ihn eine fiese Stimme daran, seine Geschäftskonzepte zu teilen und sich damit wirklich an den verschrobenen Ort zu binden. …



Laurie Gilmore erzählt in einem leichten und klaren Ton, der das gemütliche Setting umschmeichelt und das Knistern zwischen Noah und Hazel, einem Paar, das einander zuhört, sich herausfordert und gemeinsam lacht, betont. Der Fischer schafft es mehrfach, mit seiner unverblümten, charmanten Art Hazel aus der Reserve, aus ihrer Zurückhaltung zu locken. Während er seiner Traumfrau unermüdlich zeigt, wie schön und sexy sie ist, bestärkt Hazel ihn in seinen Visionen. Dieses Zusammenspiel, ihr Wachsen, war einfach wunderbar ausbalanciert.

Die Schnitzeljagd, die uns zu Blaubeeren futtern, Kirmesbesuchen und Bootsausflügen verführt, bringt Abwechslung in den Verlauf, während die Frage, wer hinter den buchigen Botschaften steckt, das Interesse aufrechterhält. Doch je mehr Zeit Noah und Hazel miteinander verbringen, umso stärker werden ihre Gefühle füreinander. Dabei kommen sie mit jedem Tag, der vergeht, auch dem Ende ihrer Abmachung näher … Könnten sie mehr werden als Abenteuerpartner und Lesekumpel?



Dass die expliziten Szenen weder die romantische Entwicklung noch die Selbstzweifel, die beide davon abhalten, sich ihren Empfindungen zu stellen, übertünchen, vertraute Momente, kleine Gesten, ernste Gespräche und der mitschwingende Humor weitaus präsenter sind, macht „Love Me in Autumn“ zu einer wärmenden Wohlfühl-Story.

Gilmore spricht in ihrem Roman von der Liebe zu Büchern, vom Spaß, den das Leben bereithält, von Selbstfindung/-akzeptanz und dem Mut, Komfortzonen zu übertreten, Neues zu wagen, stehenzubleiben und sich zu verlieben.



„Sie war die herbe Note von Blaubeeren, die auf seiner Zunge explodierte, sie war salzige Luft, Regentage und das perfekte Buch. Sie war Küsse und heimliches Lächeln. Sie war alles.“

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Cozy-Gruselspaß für kurzweilige Stunden.

How to Feed a Demon
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Frisch verlassen, von dem Desinteresse ihrer Eltern gepeinigt und voller Trauer um den einzigen Menschen, der ihr jemals das Gefühl gab, gut und wertvoll zu sein, ergreift Marie in einer Vollmondnacht ...

Frisch verlassen, von dem Desinteresse ihrer Eltern gepeinigt und voller Trauer um den einzigen Menschen, der ihr jemals das Gefühl gab, gut und wertvoll zu sein, ergreift Marie in einer Vollmondnacht überstürzt die Flucht – und weiß dabei gar nicht so recht, wohin. An einer Bushaltestelle trifft sie auf einen mysteriösen Mann, der sie zu einer trockenen Bleibe verweist, die die 17-Jährige gerade dringend gebrauchen kann. Und damit nimmt Maries Leben eine Wendung, die sie selbst wohl am meisten überrascht …

„How to Feed a Demon“ ist ein schnuckliges Jugendbuch, in dem uns Sabine Riedel in ein übernatürliches Hotel, zu einer skurrilen Gemeinschaft und in allerhand Geheimnisse führt.

Maries Unterkunft stellt das Mädchen mehrfach vor die Frage, ob sie dem Wahnsinn verfallen oder nur in einem (Alb)Traum gefangen ist, denn die BewohnerInnen sind vieles, nur nicht gewöhnlich, nur nicht menschlich. Aber das Schlimmste? Von nun an bis zum nächsten Neumond ist Marie dafür verantwortlich, die Wesen zufriedenzustellen und ihnen einen entspannten Urlaub zu ermöglichen. Doch wie bewirtet man Blutschinke, Irrlichter und Fängginnen, Drachen, Basilisken und Golems?
Auf die frisch eingestellte Hotelverwalterin wartet eine Herausforderung nach der nächsten. Dabei kommt die größte Ungereimtheit von außen: Denn der aufdringliche Herr Mertens will sich unbedingt das Grundstück unter den Nagel reißen und auch die Gläubiger sind nicht weit!
Zwischen Geldproblemen, die gelöst, zu gut versteckten Schätzen, die dringend gefunden werden müssen, und Plaudereien mit potenziellen Ungeheuern versucht das Mädchen, nachdem sie sich der Wichtigkeit dieses Ortes bewusst geworden ist, alles, um ihrem Posten gerecht zu werden und den von den aussterbenden Fabelfiguren dringend benötigten Safespace zu beschützen. Und ihren Platz zu finden.

Riedel schreibt in einem bildreichen, aber einfachen Ton, dem es hier und da an Abwechslung mangelt. Dies macht die lebendige, kreative Storyline jedoch wett, in der wir liebevoll ausgearbeitete, schrille wie exzentrische Persönlichkeiten antreffen und zugleich einiges über ihre speziellen Leben(sweisen) sowie die Rolle von Hotel und Hüterin erfahren.
Im Verlauf vollzieht Marie eine deutliche Entwicklung, indem sie sich nicht nur ihren, zunächst beängstigenden Aufgaben stellt, sondern sich auch mit den individuellen Problemen der Gästeschar beschäftigt – und langsam mehr will als nur ihre Zeit abzusitzen; gar ihr Herz an die Vielfalt, die zusammengewürfelte Gemeinschaft und einen ganz bestimmten Wandler verliert.
Es machte Spaß, die Geschehnisse zu verfolgen, mit Marie zu lernen und düsteren Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile und Einsamkeit erhalten einen Raum, minimieren aber zu keiner Zeit den Cuteness- und Wohlfühlfaktor. Mit fortschreitender Handlung nehmen Spannung, Gefahren und Action zu, ohne dass der softe, gemütliche Kern verloren geht. Ob es die „Lovestory“ gebraucht hätte, muss jede/r für sich entscheiden.

Insgesamt war „How to Feed a Demon“ aber eine wundersame, feinfühlig erzählte Geschichte über Freundschaft und jene Familie, die man sich selbst aussucht, über (Selbst)Akzeptanz und Mut. Humorvoll, gemütlich und definitiv mal anders.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Feurige Romantasy in einem eiskalten Reich.

Blazing Hearts - Das Schicksal der Drachen
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„Blazing Hearts – Das Schicksal der Drachen“ ist die neue Romantasy von B. E. Pfeiffer, in der wir dem Höhepunkt einer jahrhundertealten Fehde beiwohnen dürfen.
Perfide Intrigen, erzwungene Bündnisse und ...

„Blazing Hearts – Das Schicksal der Drachen“ ist die neue Romantasy von B. E. Pfeiffer, in der wir dem Höhepunkt einer jahrhundertealten Fehde beiwohnen dürfen.
Perfide Intrigen, erzwungene Bündnisse und eine Prinzessin – hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Herz.

Als Alaric – König der Drachenformwandler – beschließt, das verfeindete Volk der Fae um Unterstützung im Kampf gegen die Gorgonen zu ersuchen, ist dem Weißen Drachen bewusst, dass er Solaris – Herrscherin des Sonnenhofes – etwas anbieten muss, das schwerer wiegt als magische Edelsteine. Etwas, das ihn und sein Volk verwundbar werden lässt … Gemeinsam mit seinem General und engstem Vertrauten macht er der hochnäsigen Königin ein Angebot.
Lyneria – jüngste der drei Fae-Prinzessinnen – kann weder die Enttäuschung noch die Bestürzung über den Beschluss ihrer Mutter verbergen. Doch wie jeder weiß: Die Mondgeborene-Tochter ist ersetzbar. Und so muss die kühne Kriegerin – als Braut und Spionin – ihrer warmen, blühenden Heimat den Rücken kehren, ihre Schwestern und Vorbehalte hinter sich lassen und gemeinsam mit Kethan und Alaric in den kalten Schattenkontinent reisen.
Die erste Lüge der Drachenwandler wird schnell enthüllt – und statt Respekt und einem Leben, wie es einer Königin gebührt, fristet Lyneria einsame Tage in der Fremde. Bis ein unerwarteter Angriff dafür sorgt, dass ihre Träume wahr werden – und nicht nur ihre …
Während Bürde und Verantwortung Alarics Eismauern daran hindern, zu schmelzen, bringen Lyns Aufrichtigkeit, ihre Sanftmut und ihre Stärke Kethans Vorurteile rasch ins Wanken...

Pfeiffer lässt uns das Geschehen aus drei Perspektiven verfolgen – so lernen wir die Königin und ihren Gemahl sowie dessen Vertrauten, ihre Hoffnungen und versteckten Intentionen kennen, gehen Geheimnissen auf den Grund, sind Teil von ihrer Überraschung, von langsam bröckelnder Distanz, von Unruhen im Reich und dem Zwiespalt, der alle drei zerreißt. Denn Lyneria bringt in den komplett unterschiedlichen Drachen – trotz jedweder Versuche, sie auszusperren – etwas zum Klingen, verändert mehr als nur deren Meinung über das Fae-Volk. Dass über all den zarten Entwicklungen, dem Zueinander- und sich selbst finden eine unberechenbare Bedrohung zischt, die stetig tiefer in das Zentrum der Wandler vordringt, zu nah ist und Opfer fordert, Angst schürt, hält das gesamte Schattenreich in Aufregung – und Vorsicht. Aber manchmal ist alle Vorsicht, jede Vorkehrungsmaßnahme nicht genug, wenn der Feind aus unerwarteter Richtung kommt.

Prinzipiell bleibt nur zu sagen, dass die Autorin erneut eine schlüssige Geschichte konzipiert hat, in der Twists und Romantik, explizite Szenen und viel Gefühl nicht zu kurz kommen. Im temporeichen Verlauf finden sich ausreichend integrierte Nebenfiguren und Details über die verfeindeten Gattungen samt der geschaffenen Welt. Vor allem die Gegebenheiten der Drachen – in deren Mitte sich die LeserInnen hauptsächlich befinden – wurden griffig ausgearbeitet. Die Tropes „Love-Triangle“ und „Why-Choose“ fügen sich wunderbar in die Dynamik der Protagonisten, die mit Liebe und Sorgfalt gezeichnet wurden. Auch charakterlich findet eine deutliche Entwicklung statt, was in Kombination mit nicht vorhersehbaren Ereignissen, einem gewissen royalem Flair und der Vorahnung von Verrat an die Handlung fesselt.

Wer nach einer Spicy-Fantasy, einer seichten Lovestory und nach einer kämpferischen Frau sucht; wer sich nur zu gerne in die Arme zweier Männer fallen lassen will, der sollte die magische Drachen-Romantasy „Blazing Hearts“ sofort in den Warenkorb werfen.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Berührende, aufwühlende Familiengeschichte, deren Cover trügerisch ist

Ehemänner & Liebhaber
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In „Ehemänner und Liebhaber“ verbindet Beatriz Williams reale Ereignisse, ausgiebige Recherche und relevante Themen mit Fiktion, Dramatik und purer Liebe. Es entstand ein Roman, der gleichermaßen fesselt ...


In „Ehemänner und Liebhaber“ verbindet Beatriz Williams reale Ereignisse, ausgiebige Recherche und relevante Themen mit Fiktion, Dramatik und purer Liebe. Es entstand ein Roman, der gleichermaßen fesselt wie berührt, der Mitgefühl weckt und zum Mitfiebern verführt.

Zwei starke, beeindruckende Frauen, die auf unterschiedliche Art mit dem Schicksal ringen, getrennt durch Kontinente und Zeiten, nehmen uns mit in intimste Empfindungen und echtes Leid –

Kairo, ~ 1950: Nach traumatischen Erfahrungen, tiefschürfenden Verlusten und dem Elend des Kriegs blieb Hannah Ainsworth nichts anderes übrig, als zu flüchten. Gelandet in einer Ehe, die Sicherheit und Wohlstand versprach, treibt sie das Sehnen nach dem, was sie verloren hat, nach Leidenschaft und dem gewissen Mehr in die Arme eines anderen …

Neuengland, ~ 2022: Für Mallory Dunne ist jeder Tag mit ihrem Sohn ein Geschenk. Denn vor drei Jahren hing Sams Leben am seidenen Faden. Auch jetzt vergeht kein Tag ohne Sorgen – und doch weigert sich Mallory, ihre einstige, heute berühmte Sommerliebe zu kontaktieren. Indes macht sich Paige auf die Suche nach Alternativen und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das die Schwestern in ein irisches, von Grausamkeit und Tragik behaftetes Waisenhaus führt …

Bereits mit den konträren Settings sorgt Williams für Interesse, ungute Vorahnungen und flirrende Spannung. Während im Ägypten der Nachkriegszeit, in dem Hass und politische Intrigen, Angst und Vorsicht schwelen, die Atmosphäre bedrohlich, nie wahrhaft ausgelassen ist, Hannahs Entscheidungen und Intentionen im Vordergrund stehen – oft die Luft anhalten, schwer schlucken lassen –, umspielt der fiktive, malerische Küstenort Winthrop Island eine Ballade aus ungesagten Worten und verlorener Liebe. Aus Nostalgie und „Was wäre, wenns“. Reue und Wehmut vermischen sich mit Humor und bittersüßer Hoffnung.

Die Frage, was die Linien von Hannah und Mallory trennte, ist stets präsent. Selbst als ein Teil ihrer Verbindung längst gelüftet ist, nimmt der Drang, tiefer in das Schweigen ein-, zu den Details und (Hinter)Gründen durchdringen zu wollen, nicht ab. Stilistisch finden wir einen angenehmen, klaren Ton, der Verzweiflung, Erschöpfung und Schwere mit einer gewissen Distanz unterstreicht – diese übertüncht jedoch zu keiner Zeit die guten, die warmen Gefühle. Die Storyline wurde nachvollziehbar ausgearbeitet, die Settings wunderschön und detailliert und die Hauptcharaktere mit Eigenheiten und ihren Fehlern.

Beatriz hüllt die Vergangenheit in Sepiatöne, lässt sie als stimmig eingeflochtenen Nebenstrang mitfließen – jedoch nicht weniger real, nicht weniger wahr. Dass die Autorin Aufmerksamkeit für marginale Minderheiten und deren Verfolgung, für Frauen, denen das Kostbarste entrissen wurde, generiert, gibt dem hier aufgegriffenen Geschehen der 1950er Jahre zusätzlich etliche Gänsehautmomente. Die Gegenwart wurde lebendiger, freier gestaltet. Es war leichter, sich mit Mallorys Situation und den hier verwobenen Themen – DNA-Tests, Organspende, Trauma, den Vorzügen und Tücken des öffentlichen Lebens – zu identifizieren. Doch beide Zeiten, die Fülle der unterschiedlichen, schrecklichen Ereignisse, das Potpourri an Empfindungen, Verlusten und Veränderungen gingen mir nah.

Mallory, allem Anschein nach eine alleinerziehende Mutter, die alles unter Kontrolle hat und mit den Schlägen des Lebens umzugehen weiß, wackelt und wankt im Inneren, kämpft mit Selbstvorwürfen, Sehnsucht und Erinnerungen. Hat es seit dem Sommer 14 Jahre zuvor nie wieder zugelassen, sich zu verlieben. Als Monk Adams nun aus dem Wasser steigt, bleibt ihre geordnete Welt kurz stehen. Bevor ihr Geheimnis den Musiker erschlägt …
Es war unterhaltsam und rührend, dem sachten Aufeinanderzugehen von Mallory und Adams beizuwohnen – von unbeholfenen Aussagen und An- sowie Entschuldigungen, von kurzen Blicken und dem leisen Wieder- und Neuerkennen. Wenn die Anfang Dreißigerin auch versucht, die Beherrschte zu mimen, lässt vor allem Monks Art, mit seiner neuen Realität umzugehen – mühelos und aufopferungsvoll – die Schmetterlinge fliegen. Dass die gegenwärtigen Entwicklungen von Einblicken in die Anfänge ihres ‚Gemeinsams' durchbrochen werden, gibt den LeserInnen die Möglichkeit, ein genaues Bild der beiden zu bekommen, ihren Gefühlen füreinander nachzuspüren – und zu verstehen, warum Mallory ihre erste Liebe und den Küstenort verlassen, ihre Zukunftspläne und -träume losgelassen hat …

Abgesehen von den im Fokus stehenden Couples und deren Geschichten treffen wir auf weitere Konflikte und Figuren, die die – im Mittelteil auf der Stelle tretende – Handlung bereichern und für Abwechslung sorgen. Bspw. Paige, die unterstützend ist, fürsorglich und hilfsbereit – jedoch von mir manchmal als bevormundend wahrgenommen wurde.
Lucien, der bereit ist, sein Herz zu öffnen, trotz der Gewissheit, dass es brechen wird.
Oder Sam. Die sacht entstehende Dynamik zwischen ihm und dem Rockstar bildet eine ganz eigene, aufmerksamkeitsheischende Komponente.

Es gab so viele erkenntnisreiche, schmerzhafte Augenblicke wie es Wahrheiten und Witz gab, Charme und reine Emotionen. Unterschiedliche Nuancen von Liebe und Mut, schwere Entscheidungen, deren Konsequenzen nachhallen – ertragen werden müssen.
Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso dichter wird die Storyline, umso deutlicher treten einzelne Verbindungen und Zusammenhänge hervor, umso öfter überraschen Enthüllungen.

Du suchst nach einem Mix aus cozy Feelings, hartem Tobak und ergreifenden Momenten? Nach einer spannenden Familiengeschichte, realistischen Themen und Geheimnissen, die die Kraft haben, alles zu verändern?
Dann ist „Ehemänner und Liebhaber“ vielleicht genau dein Buch!

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