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Veröffentlicht am 11.07.2025

Die Leiche im Koffer

In einer stillen Bucht
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Auf einem Felsen in einer Bucht der Insel Capri wird ein Gegenstand entdeckt, der Anlass zu genaueren Untersuchungen gibt. Der Polizist Enrico Rizzi muss der Sache nachgehen und findet heraus, dass es ...

Auf einem Felsen in einer Bucht der Insel Capri wird ein Gegenstand entdeckt, der Anlass zu genaueren Untersuchungen gibt. Der Polizist Enrico Rizzi muss der Sache nachgehen und findet heraus, dass es sich bei dem Gegenstand um einen Koffer handelt, in dem eine tote Frau versteckt wurde. Wer ist die Verstorbene? Eines natürlichen Todes starb sie wahrscheinlich nicht. Durch eine Kleinigkeit gelingt es immerhin, die ältere Dame zu identifizieren. Aber so einfach ist es für Rizzi nicht, an den Ermittlungen beteiligt zu werden. Bei Mord ist natürlich die Kriminalpolizei in Neapel zuständig und die blicken doch ein wenig auf die örtlichen Agentes herab.

In diesem dritten Band haben der Ortspolizist Enrico Rizzi und seine hinzuversetzte Kollegin Antonia Cirillo einen kniffligen Fall zu lösen. Zugleich müssen sie sich dem Zuständigkeitsgerangel mit den Kollegen in Neapel stellen. Doch irgendwann herrscht Konsens, dass einige Nachforschungen besser von Ortskundigen geführt werden können. Das Rätsel um den Tod von Maria Grifo ist trotzdem nicht leicht zu lösen. Warum war sie überhaupt auf Capri? Daneben möchte Enrico auch im privaten ein paar Fäden ziehen und den Gerüchten um ein Gebäude lauschen, das die jüngst verstorbene Dorfälteste angeblich an die Kirche vererbt hat.

Inselidylle trifft auf Krimi, eine gelungene Mischung. Wenn man diesen Capri-Krmi liest bekommt man Lust auf Urlaub. Zwar hat man den Eindruck, dass einige private Umstände oder Probleme etwas im Verschwommenen gehalten werden, wo man sich ein wenig mehr Klarheit wünschen würde. Der Kriminalfall gestaltet sich in diesem Band wirklich spannend, undurchsichtig und schließlich überraschend, aber folgerichtig. Die Tote hatte ein Ziel, das zu erreichen ihr nicht vergönnt war. Außerdem kann man bei Interesse das ein oder andere selbst nachforschen, um erstaunt festzustellen, dass sich mehr Spuren finden als erwartet. Ein unterhaltsamer Kriminalroman in einem ansprechenden Setting, eine schöne Sommerlektüre.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Die Braut

Dämmersee
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Nach der Geburt ihrer Tochter Hedvig hat die Polizistin Hanna Duncker die Elternzeit genossen. Knapp ein Jahr ist vergangen und so langsam will Hanna wieder ans Arbeiten denken. Da erreicht sie die Nachricht, ...

Nach der Geburt ihrer Tochter Hedvig hat die Polizistin Hanna Duncker die Elternzeit genossen. Knapp ein Jahr ist vergangen und so langsam will Hanna wieder ans Arbeiten denken. Da erreicht sie die Nachricht, dass ihr ehemaliger Chef Ove tot am Strand aufgefunden wurde. Offensichtlich ist er keines natürlichen Todes gestorben. Hanna bricht ihre Elternzeit wenige Tage vor ihrer Hochzeit ab und stößt zu den Kollegin, um diesen unerwarteten und gewaltsamen Tod aufzuklären. Mit Erik bildet sie wieder ein Team, das in seiner Gegensätzlichkeit gut funktioniert. Am schwierigsten ist es, Brigitte zu befragen, die so lange mit Ove verheiratet war.

Nach den Worten der Autorin ist dies der fünfte und letzte Band um Hanna Duncker, die nach hause zurückkehrte, um ihren Vater zu rehabilitieren. Hier merkt Hanna schnell, dass der Spagat zwischen dem Mutter sein und der Arbeit garnicht so leicht ist. Und wenn es nur das ist, dass sie ihre Tochter vermisst und eben nicht mehr alles mitbekommt. Und dennoch Ove war ein guter Chef und bestimmt hatte er es nicht verdient so kurz nach seiner Pensionierung zu sterben. Bei dem Fall muss sie einfach dabei sein. Oves Nachfolgerin ist dann doch etwas gewöhnungsbedürftig und Hanna ist unsicher wie sie das einschätzen soll.

Als Abschlussband einer Reihe ist dieser Band sehr gelungen. Hanna hat ihren Weg gefunden und ihre kleine Familie gibt ihr Halt und viel Freude. Natürlich will sie herausfinden, was mit Ove geschehen ist. Nicht alles ist erfreulich als sie gemeinsam mit dem Team seine letzten Tage rekonstruiert. Es treten noch einige Fakten zutage, die Hannas Bild auch der vergangenen Ereignisse noch weiter abrunden. Doch Ove ist tot, er selbst kann keine Fragen mehr beantworten. Und der Täter ist eigentlich nicht logisch, was die Lektüre schon beeinflusst. Auch bleibt ein wenig offen, wie die neue Chefin einzuschätzen ist. Aber insgesamt ist der Fall spannend und hat für Hanna einen ausgesprochen erfreulichen Ausgang.

Veröffentlicht am 04.07.2025

Museumsbesuch

Im Finsterwald
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Das sechzehnjährige Kindermädchen Maj ist die einzige, die sich um die Kinder kümmert. Die Mutter ist nach der letzten Geburt indisponiert und der Vater scheitert regelmäßig mit Versuchen, die Finanzen ...

Das sechzehnjährige Kindermädchen Maj ist die einzige, die sich um die Kinder kümmert. Die Mutter ist nach der letzten Geburt indisponiert und der Vater scheitert regelmäßig mit Versuchen, die Finanzen zu verbessern. Maj ist überhaupt die einzige Angestellte, die noch übrig geblieben ist. Und so zieht es sie und die Kinder im Jahr 1926 immer wieder ins Naturhistorische Museum in Göteborg, eine der wenigen Beschäftigungen, die sich sich leisten können. Ausgerechnet dort verschwindet die neunjährige Alce. Die Suche bleibt erfolglos und Maj ist verzweifelt. Sie hätte sich besser um das ungebärdige Mädchen kümmern müssen. Hauptwachtmeister Nils Gunnarsson übernimmt den Fall.

Bereits zum dritten Mal treffen Nils Gunnarsson und die Journalistin Ellen Grönblad zusammen. Ellens Leben hat sich sehr verändert, trotzdem ist sie die erste, die Nils einfällt und die erbittet, sich um die Kinder zu kümmern, während Maj befragt wird. Liebenswerte Kinder, in einer Umgebung, in der die Sicherheit geschwunden ist. Das Verschwinden des Mädchens ist rätselhaft, denn niemand hat gesehen, wie sie das Museum verlassen hat. Seit Eingier Zeit war die Kleine schwierig, ihr Charakter hatte sich stark verändert und sie war ungestüm und energetisch. Die Polizei befürchtet das Schlimmste, denn Kinder sind noch nicht in der Lage alleine zu überleben.

Die Aufmerksamkeit weckt dieser Kriminalroman durch die schöne Farbgestaltung des Covers. Mit dem Schattenriss der Häuser und Bäume wirkt das sehr stimmig. Die vorherigen Romane der Reihe muss man nicht kennen, um die Handlung zu verstehen. Und Nils’ und Ellens Geschichte befindet sich im Wandel, das Vergangene ist vergangen. Das Verschwinden des Mädchens gibt Rätsel auf. Normalerweise verschwindet eine kleines Mädchen nicht so und doch ist Alice wie vom Erdboden verschluckt. Beim Lesen kommt man schon auf einige wilde Ideen, die sich schließlich alle als falsch erweisen. Die nicht gut funktionierende Familie der kleinen Alice lässt die Frage aufkommen, inwieweit das Umfeld etwas zu den Ereignissen beigetragen hat. Das Naturhistorische Museum ist wie ein eigener kleiner Kosmos, den man auch heute noch besuchen kann. Im Roman spielt der Schauplatz eine wichtige Rolle. Nils und Ellen als Team treten eher in den Hintergrund. Das ist auch nicht ganz so wichtig. Ein spannender historischer Kriminalroman mit einem interessanten Setting, der sehr gut zu lesen ist.

Veröffentlicht am 30.06.2025

Die Konkurrentin

Totholz
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Polizist Loe Kreuthner ist sauer, sein florierendes Geschäft mit dem Schwarzgebrannten floriert nicht mehr. Seine Konkurrentin Pippa Trautmann macht ihm echt sein Auskommen madig. Da muss was unternommen ...

Polizist Loe Kreuthner ist sauer, sein florierendes Geschäft mit dem Schwarzgebrannten floriert nicht mehr. Seine Konkurrentin Pippa Trautmann macht ihm echt sein Auskommen madig. Da muss was unternommen werden. Gemeinsam mit einigen anderen, dem 93jährigen Manfred Wallner und der Kanone aus dem 18. Jahrhundert macht er sich auf den Weg, um Pippa einen Denkzettel zu verpassen. Das läuft irgendwie ein wenig aus dem Ruder und Pippas Schwarzbrennerei fliegt in die Luft. Zum Glück kommen keine Menschen zu schaden. Aber es gab eine Überwachungskamera und damit steckt Kreuther in der Klemme. Allerdings wird Pippa zunächst wegen einer anderen Sache vernommen.

Bereits zum elften Mal kann man sich über Kreuthners Rechtsauffassung Gedanken machen. Wundern sollte man sich nicht, man kennt ihn ja. Wie er sich aus dieser Situation herauswinden will, ist erstmal rätselhaft. Derweil bekommt Wallner einen Hinweis auf eine Leiche, die wohl vor längerem im Wald versteckt wurde. Wallner weiß nicht, ob er den Hinweisen glauben soll, aber als Kommissar ist er verpflichtet, dem nachzugehen. Es entwickelt sich ein Fall, der vielschichtiger ist als man zunächst hätte annehmen können. Um seinen Großvater Manfred macht Wallner sich auch Sorgen, der wird ja nicht jünger einerseits, aber andererseits soll Manfred auch am Leben teilnehmen. Nur diese blöden Situationen, in denen man nicht weiß, ob man die Augen verdrehen oder lachen soll….

Leo Kreuthner und Clemens Wallner sind ein ungewöhnliches Team. Leo, der Haudegen, der sie Gesetze nur braucht, wenn er sie für seine eigenen Zwecke ausnutzen kann, und Clemens, der korrekte und akribische Ermittler. Und natürlich Großvater Manfred, der es mit seinem Gehwagen immer wieder schafft, das Feld von hinten aufzurollen. Ein paar Lacher sind beim Lesen dieser Krimireihe immer garantiert. Trotzdem geht es auch kriminalistisch immer wieder hart zur Sache. Auch hier ist alles drin, Mord, Entführung, Diebstahl und als Leser möchte man die Zusammenhänge entschlüsseln. Nur eine Sache ist dabei recht offensichtlich. Ansonsten ein spannender Fall aus einer Reihe, die mit Skurrilität und Witz erfreut.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Der Taucher

Twist
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Der Journalist Anthony Fennell war früher auch als Romancier bekannt. Nach ersten Erfolgen hat er allerdings nichts mehr zustande gebracht, was er hätte zur Veröffentlichung geben wollen. Nun hält er sich ...

Der Journalist Anthony Fennell war früher auch als Romancier bekannt. Nach ersten Erfolgen hat er allerdings nichts mehr zustande gebracht, was er hätte zur Veröffentlichung geben wollen. Nun hält er sich mit Reportagen über Wasser. Sein neuester Auftrag führt ihn im Jahr 2019 an die Afrikanische Küste. Dort soll er an Bord eines Kabelreparaturschiffes gehen, um über die Arbeit der Mannschaft zu berichten. Auf der Georges Lecomte lernt er den Missionschef John Conway kennen, der ebenso aus Irland stammt wie Fennell. Dass die modernsten Datenströme über prosaische Seekabel laufen und diese durch äußere Einflüsse oder überhaupt auch brechen können, lernte Fennell erst durch die Recherche.

Auch wenn die Handlung im Jahr 2019 einsetzt, ist das gewählte Thema aus heutiger Sicht sehr interessant. Inzwischen musste man sich damit beschäftigen, was unter der Meeresoberfläche so alles liegt und was eben auch kaputt gehen kann, sei es durch Verschleiß oder durch mutwillige Zerstörung. In diesem Roman kann man auch erfahren, dass es Probleme auch schon vor diesen unruhigen Zeiten gab und wie sie angegangen wurden. Anthony Fennell empfindet schnell Sympathie für John Conway, wohl wegen der gemeinsamen Heimat. Und so gewinnt er Einblick in die Arbeit auf dem Schiff und auch in Conway Leben.

Dieses Hörbuch wird gekonnt vorgetragen von Robert Frank. Er bringt einem die handelnden Personen nahe. Fennell und Conway haben jeweils ihren eigenen Blick aufs Leben. Eine gewisse Melancholie umweht ihre Gedanken, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Fennells Schreiben ist zum Broterwerb geworden. Bei Conway, der auch Apnoetaucher ist, bekommt man doch manchmal den Eindruck, dass ihm die Tiefe der See mehr gibt als die Menschen oberhalb des Meeresspiegels. Zwar entwickelt der Roman auch Spannungselemente, doch hat man eher ein ruhiges literarisches Denkspiel über Seekabel, ihre Bedeutung und die speziellen Menschen, die sich um sie kümmern. Das ist fesselnd geschrieben und fasziniert auch beim Hören. Hervorzuheben ist auch die Covergestaltung, durch die man einen Eindruck vom Aufbau solcher Seekabel gewinnt.