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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2025

Bucky

Strandgut
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Strandgut – Benjamin Myers
Hier ist Benjamin Myers wieder ein großartiges Werk gelungen!
Mit 70 Jahren nimmt Bucky Bronco noch einmal seine letzten Kräfte zusammen und besteigt zum ersten Mal in seinem ...

Strandgut – Benjamin Myers
Hier ist Benjamin Myers wieder ein großartiges Werk gelungen!
Mit 70 Jahren nimmt Bucky Bronco noch einmal seine letzten Kräfte zusammen und besteigt zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt ein Flugzeug, das ihn von Chicago bis ins englische Scarborough bringt. Hier soll der ehemalige Soul-Sänger seine Songs von damals zum Besten geben – eine Karriere, die seit einem halben Jahrhundert in Vergessenheit geraten ist. Nun ist Bucky alt und krank und macht doch neue Bekanntschaften, die ihm ein wenig Lebensmut zurückgeben.
Den sehr poetischen und ruhigen Erzählton ist man von Benjamin Myers ja bereits gewohnt. Diese Geschichte ist zusätzlich aber wirklich spannend! Es ist ein Rückblick auf ein Leben, das von Schicksalsschlägen und Ungerechtigkeiten, aber auch von der Liebe zur Musik geprägt ist. Sehr authentisch und extrem berührend, diesen alten Mann, seine Erinnerungen und Nöte zu begleiten.
Wenn man den Autor kennt, weiß man auch, dass man sich auf seine Geschichten einlassen muss. Er hat keine Angst vor Langeweile und erzählt mehr von Stimmungen denn von Handlungen. Hier ist es ihm aber durchaus gelungen, eine gewisse Grundspannung aufrecht zu erhalten. Fans dürften also nichts zu meckern haben.
Mir hat es ganz hervorragend gefallen!
5 Sterne.


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Veröffentlicht am 04.08.2025

Mutter und Sohn

Vergiss mich
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Vergiss mich – Alex Schulman
Dies ist die sehr persönliche, autobiographische Familiengeschichte Alex Schulmans – die insbesondere die Beziehung zu seiner Mutter Lisette thematisiert. Eine Mutter-Sohn-Beziehung, ...

Vergiss mich – Alex Schulman
Dies ist die sehr persönliche, autobiographische Familiengeschichte Alex Schulmans – die insbesondere die Beziehung zu seiner Mutter Lisette thematisiert. Eine Mutter-Sohn-Beziehung, die von vielen Rückschlägen und Verletzungen geprägt ist, denn Lisette ist über 30 Jahre lang schwer alkoholabhängig, der Vater überfordert. So gibt es ein Vorher und ein Nachher in dieser dysfunktionalen Familienkonstellation und in der Kindheit der Brüder.
Alex Schulman schreibt hier nicht zum ersten Mal über die eigene, zugegebenermaßen spannende Geschichte. Den ein oder anderen Schauplatz bzw. Situation kann man als Leser also durchaus wiedererkennen. Der Autor überzeugt durch seine ehrliche, authentische Erzählweise, wie bereits in seinen anderen Romanen. Es ist eine ergreifende, alles erdrückende Co-Abhängigkeit, die weit bis ins Erwachsenenalter reicht und sein Leben wesentlich beeinflusst, welche hier geschildert wird. Denn Kind seiner Mutter bleibt man wohl immer.
Eine eindringliche Geschichte über komplexe Mutter-Sohn-Beziehungen und die Verletzlichkeit von Kindern, die so sehr auf ein intaktes Familienleben angewiesen sind.
5 Sterne.


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Veröffentlicht am 26.07.2025

Elefanten

Das Geschenk
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Das Geschenk – Gaea Schoeters
20 000 afrikanische Elefanten treiben plötzlich mitten in Berlin ihr Unwesen. Es ist ein „Geschenk“ des erzürnten Präsidenten von Botswana, als Antwort auf das beschlossene ...

Das Geschenk – Gaea Schoeters
20 000 afrikanische Elefanten treiben plötzlich mitten in Berlin ihr Unwesen. Es ist ein „Geschenk“ des erzürnten Präsidenten von Botswana, als Antwort auf das beschlossene Einfuhrverbot von Jagdtrophäen der deutschen Regierung.
Die beinahe schon apokalyptische Situation ist fast witzig zu lesen, denn wie zu erwarten, bekleckert sich die deutsche Politik in Berlin nicht gerade mit Ruhm bei dem Versuch, diese Katastrophe irgendwie in den Griff zu bekommen… Schoeters nimmt die Politiker ordentlich auf die Schippe und verarbeitet auch ganz viele mehr oder weniger aktuelle Zustände und Begebenheiten aus unserer politischen Landschaft. So einige Personalien und Parteien sind deutlich zu erkennen, wobei ich sicherlich nicht alle Bezüge erkannt habe.
Dieser sehr schmale Roman ist so etwas wie eine Weiterführung des Themas aus dem Bestseller „Trophäe“. Nur dass wir uns nun nicht im tiefen Afrika befinden, sondern uns nun mitten in Deutschland mit den großen Problemen der Globalisierung auseinandersetzen müssen und aus diesem neuen Blickwinkel vielleicht manche Dinge besser verstehen lernen.
Im Grunde ist dies ein sehr ernstes Thema aus dem die Autorin mit ihrer knappen, immer treffenden Sprache eine groteske Satire mit feinem Humor gemacht hat. Afrikanische Elefanten bringen das politische Gefüge in Deutschland und in Europa durcheinander und die Staatschefs an ihre Grenzen.
Sehr kurzweilig und unterhaltsam, was aber nicht über den tiefen Sinn dahinter hinwegtäuscht. Ich habe mich köstlich amüsiert, aber auch viel über diese Geschichte nachgedacht.
Eine grandiose Autorin! 5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Informativ

Die neue Menopause
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Die neue Menopause – Mary Claire Haver
Ein informatives Sachbuch, das etwas Ordnung in den Dschungel der Wechseljahresbeschwerden bringt.
Angefangen mit der Unterscheidung und Einordnung von Perimenopause, ...

Die neue Menopause – Mary Claire Haver
Ein informatives Sachbuch, das etwas Ordnung in den Dschungel der Wechseljahresbeschwerden bringt.
Angefangen mit der Unterscheidung und Einordnung von Perimenopause, Menopause und Postmenopause bis hin zu den unterschiedlichsten Beschwerdebildern und deren möglicher Behandlung.
Ein großes und wichtiges Kapitel ist der Hormontherapie gewidmet. Eine Behandlungsform, die bis heute zu Unrecht einen schlechten Ruf hat, bei vielen Beschwerden aber das Mittel der Wahl ist.
Viele interessante Fakten und neue Erkenntnisse, soweit ich das als Laie beurteilen kann, ausgewogen aufbereitet und dargelegt, mit vielen Erfahrungsberichten.
Teilweise war es mir persönlich ein wenig zu detailliert und in die Tiefe erklärt. Das liegt vermutlich aber daran, dass mich das meiste noch nicht wirklich betrifft.
Insgesamt ein furchtbar wichtiges Thema in der Frauengesundheit, das auch heute immer noch viel zu stiefmütterlich behandelt wird. Es sollte noch viel mehr aktuelle Literatur zu diesem Thema geben!
5 Sterne!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Seascraper

Der Krabbenfischer
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Der Krabbenfischer – Benjamin Wood
Thomas Flett ist zwanzig Jahre alt und lebt als Krabbenfischer in einfachsten Verhältnissen mit seiner Mutter zusammen. Er liebt seine Heimat Longferry, den Strand. Dennoch ...

Der Krabbenfischer – Benjamin Wood
Thomas Flett ist zwanzig Jahre alt und lebt als Krabbenfischer in einfachsten Verhältnissen mit seiner Mutter zusammen. Er liebt seine Heimat Longferry, den Strand. Dennoch ist es harte, teils auch langweilige Arbeit, die wenig einbringt und insgeheim lebt er für die Musik. Als ein Regisseur auf ihn und seine Tätigkeit aufmerksam wird, sich gar mit ihm anzufreunden scheint, ist plötzlich alles möglich.
Ein extrem ruhiger Roman, der von seiner starken Atmosphäre lebt und mich immer wieder an den Erzählstil von Benjamin Myers erinnerte. Doch auch an den Schimmelreiter musste ich denken, wenn Thomas mit Pferd und Karren durch dichtesten Nebel zieht.
Der Strand und das Meer spielen eine große Rolle und werden unglaublich stimmungsvoll beschrieben. Dabei ist es ein gefährlicher, unwirtlicher Ort, der schon etliche Leben gefordert hat. Es ist also eher eine etwas gruselige düstere Atmosphäre, die über der Geschichte schwebt.
Die Wünsche und Sehnsüchte dieses jungen Mannes, der in der Tradition dieses Berufes, in einem ärmlichen Leben ohne Perspektive feststeckt, sind mehr als nachvollziehbar.
Es ist einfach eine tolle, leise und poetische Sprache, mit der uns der Autor diese Geschichte nahebringt. Toll.
5 Sterne.

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