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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Tragisch und spannend

Ihr werdet sie nicht finden
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Der ehemalige Polizist Jonas kann seinem Trauma nicht entfliehen, Tochter entführt, vielleicht auch getötet, aber ihre Leiche wurde nie gefunden. Seine Frau konnte diese Ungewissheit nicht ertragen, starb, ...

Der ehemalige Polizist Jonas kann seinem Trauma nicht entfliehen, Tochter entführt, vielleicht auch getötet, aber ihre Leiche wurde nie gefunden. Seine Frau konnte diese Ungewissheit nicht ertragen, starb, was Jonas zur Vergeltungstat an einem Verdächtigen trieb. Als die Detektivin Franka die Tochter des ehemaligen Verdächtigen, im Auftrag deren Großmutter sucht, findet sie Verbindungen zum alten Fall.


Das ist wieder einmal ein richtig spannender Thriller von Andreas Winkelmann. Er gestaltet die Ermittlungsarbeit von Franka präzise, dass der Leser gezwungen wird mitzudenken, zu rätseln. Neugier, Zweifel, Überzeugungsarbeit, Hoffnung, Enttäuschungen treiben uns durch ein Wechselbad der Gefühle. Alle Akteure haben ihre Geheimnisse. Jonas und Franka decken viele auf. Nach den Jahren im Gefängnis ist auch Jonas klar, dass seine Tochter nicht mehr lebt, aber solange er ihre Leiche nicht findet, ist immer noch ein Funken Hoffnung möglich.
In kurzen Kapiteln und leichtem Schreibstil treibt der Autor uns durch diesen Thriller. Immer wieder neue Wendungen führen uns in Sackgassen und/oder zu neuen Erkenntnissen.
Das Ende, ich will nicht spoilern, aber damit hat wohl niemand gerechnet…

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Außergewöhnlicher Plot

Locked in
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Paul Maertens ermittelt in mehreren Vermisstenfällen in Heidelberg. Als er endlich eine brauchbare Spur verfolgt, gerät er in Not und erschießt den vermeintlichen Täter. Der Täter fällt ins Wachkoma und ...

Paul Maertens ermittelt in mehreren Vermisstenfällen in Heidelberg. Als er endlich eine brauchbare Spur verfolgt, gerät er in Not und erschießt den vermeintlichen Täter. Der Täter fällt ins Wachkoma und kann nichts mehr bei der Suche nach den Opfern beitragen. Die Zeit wird knapp…
Maertens ist verzweifelt und ergreift die einzige Chance, die ihm seiner Meinung noch bleibt. Er kontaktiert einen berühmten Neurologen, der eine Methode entwickelt hat, die Gedanken eines Komapatienten zu lesen. Die Methode ist nicht nur wissenschaftlich umstritten.

Henry Faber hat einen außergewöhnlichen Plot zu einem spannenden Thriller verarbeitet.
Kurze Kapitel mit verschiedenen Sichtweisen und Rückblicken im gut lesbaren Schreibstil treiben den Leser förmlich durch die Seiten. Während der Leser den Druck unter dem Maertens steht, mitempfindet, werden Szenen eines eingesperrten Opfers eingestreut. Stellenweise sind die verschieden Erzählebenen verwirrend, aber sie werden genial wieder zusammengeführt.
Der einzige Kritikpunkt, zugegebenerweise auf hohem Niveau, ist, dass ich keine Beziehung zur Paul Maertens aufbauen konnte. Er blieb mir fast bis zum Schluss fremd, aber das ist subjektiv. Die Spannung hat mich mitgerissen. Ich wurde gut unterhalten und war überrascht über einige Wendungen, die für mich nicht vorhersehbar waren.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein außergewöhnlicher Thriller

Notizen eines Killers
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Die alleinerziehende Krankenschwester Emilie findet ein liegengebliebenes gelbes Notizheft bei ihrer Feierabend-Muße-Stunde in einem Straßen-Cafe.
Nach einem Blick ins Heft, fängt sie fasziniert an zu ...

Die alleinerziehende Krankenschwester Emilie findet ein liegengebliebenes gelbes Notizheft bei ihrer Feierabend-Muße-Stunde in einem Straßen-Cafe.
Nach einem Blick ins Heft, fängt sie fasziniert an zu lesen. Jemand hat handschriftlich eine spannende Geschichte um einen Auftragsmörder verfasst. Emilie liest gebannt von mehreren Verbrechen, die so genau beschrieben wurden, dass sie sich fast real anfühlen. Nach kurzer Recherche entdeckt Emilie, dass Morde und Opfer tatsächlich real sind.


Das ist das erste Buch, dass ich von Ansgar Sittmann gelesen habe. Ich finde es faszinierend, wie der Autor langsam, aber stetig eine bedrohliche Kulisse aufbaut.
Anfänglich hatte ich Probleme, den roten Faden zu finden. Die mögliche Fantasie eines unbekannten Autors, Emilies Recherchen, ihr Umgang mit dem Wissen und ein unheilbar kranker Mann führten mich jedoch immer tiefer in die bedrohliche Situation.
Der leichte, gut lesbare Schreibstil trieb mich praktisch durch die Seiten und ließ mich doch viel zu schnell zum Ende kommen. Zum Schluss hätte ich mir noch etwas mehr Aufklärung gewünscht. Aber trotzdem kann ich eine klare Leseempfehlung für diesen spannenden, etwas anderen Thriller geben.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Spannend, aber fordernd

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Jonathan und seine Verlobte Lotta laden ihre alte Clique zu einem Krimi-Dinner in ein abgelegenes feudales Restaurant ein.
Man hat sich einige Jahre nicht gesehen und manch Eingeladener überlegt, ob er ...

Jonathan und seine Verlobte Lotta laden ihre alte Clique zu einem Krimi-Dinner in ein abgelegenes feudales Restaurant ein.
Man hat sich einige Jahre nicht gesehen und manch Eingeladener überlegt, ob er der Einladung nachkommen soll. Ein leerer Stuhl am gedeckten Tisch macht darauf aufmerksam, dass Maria, die vor fünf Jahren spurlos verschwand, in Gedanken mit am Tisch sitzt.
Nach kurzer Zeit kippt die Stimmung, als jedem Beteiligten klar wird, dass ein realer Kriminalfall bearbeitet wird, Marias Fall. Sitzt eine Mörderin, ein Mörder am Tisch?

Spannend und mitreißend entwickelt Emily Rudolf ihren Thriller, aber man muss sich schnell Notizen machen, um das Gesagte und Gedachte aus den verschiedenen Perspektiven auseinander halten zu können.
Was hat sie oder er in der SMS an wen geschrieben, um wieviel Uhr, aus dem Gedächtnis Einzelner erinnert oder der Szenenbeschreibung entnommen.
Davon abgesehen kann man gar nicht schnell genug die Seiten durchsuchten. Es passiert viel. Jeder verdächtigt jeden. Als Leser war ich teilweise hilflos, habe jedem und keinem den Mord zugetraut. War es vielleicht doch ein Unfall?
Emily Rudolf führt uns geschickt durch einige grundlegende Wendungen, um dann doch noch eine letzte Biegung einzuschlagen.
Jeder Charakter wird eingehend beleuchtet und trotzdem lernen wir erst gegen Ende manche Personen richtig kennen.
Auf jeden Fall ist es ein lesenswerter Thriller.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Hammer Story

Der dunkle Sommer
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Die Architektin Tilda sucht Abgeschiedenheit und Ruhe nach dem tragischen Einsturz eines Theaters, den sie zu verantworten hatte. Im Nachlass ihres italienischen Vaters wird sie auf einen Geisterort auf ...

Die Architektin Tilda sucht Abgeschiedenheit und Ruhe nach dem tragischen Einsturz eines Theaters, den sie zu verantworten hatte. Im Nachlass ihres italienischen Vaters wird sie auf einen Geisterort auf Sardinien aufmerksam. In Botigalli werden renovierungsbedürftige Häuser für einen Euro verkauft, um neue Bewohner in den Ort zu locken.
Sofort macht sie sich ans Werk. In kurzer Zeit erfährt sie einiges über ein Massaker, das in ihrem Haus stattgefunden hat. Trotzdem fühlt sie sich wohl in diesem verlassen Ort. Aber ich sie wirklich allein?


Wie bereits im „Das Baumhaus“ lässt Vera Buck ihre Protagonisten anfänglich Idylle und Ruhe finden, um es dann zum Albtraum werden zu lassen.
Vera Bucks Schreibstil ist leicht zu lesen, stimmungsvoll und bildhaft. Man spürt förmlich den Staub, die Hitze und die Stille. Drei Erzählstränge, Tildas Gegenwart, die Vergangenheit der 17-jährige Franca und vereinzelte Sequenzen über jemanden, der gefangen ist, führt die Autorin behutsam zusammen. Tildas Bruder Nino, der Journalist Enzo und der einzige Überlebende des Massakers stiften ziemlich viel Unruhe, treiben die Handlung aber voran und sorgen für Spannung.
Trotz einiger Längen ist „Der dunkle Sommer“ spannend, abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch.

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