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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2025

Geballte Ladung Van Gogh Wissen

Mein magisches Museum und Vincent van Gogh
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Zu Vincent van Goghs Bild "Die Sternennacht" haben wir in unsere Familie eine ganz besonders Beziehung und der kleine Leser hat sogar Sternennacht Socken. Als ich dann gesehen habe, dass die Kunsthistorikerin ...

Zu Vincent van Goghs Bild "Die Sternennacht" haben wir in unsere Familie eine ganz besonders Beziehung und der kleine Leser hat sogar Sternennacht Socken. Als ich dann gesehen habe, dass die Kunsthistorikerin Anne Funck ein interaktives Kinderbuch zu Vincent van Gogh veröffentlicht hat, war für mich sofort klar, dass wir dieses Buch unbedingt haben müssen. Oder um es mit den Worten des kleinen Lesers zu sagen: Wir brauchen dieses Buch!
Das empfohlene Lesealter des Buches ist vom Verlag mit 6 Jahren angegeben. Meiner Meinung nach ist die Altersangabe ein klein wenig ambitioniert. Ich persönlich hätte das Lesealter eher bei 8 oder 10 Jahren gesehen. Denn das Buch liefert wirklich eine geballte Ladung an Wissen und Informationen. Die Seiten sind sehr vollgestopft und sogar ich als Erwachsene habe mich an manchen Stellen überfordert gefühlt.
Dies ist definitiv kein Buch, dass man auf einen Rutsch durchlesen oder durcharbeiten kann. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen und in Ruhe immer wieder einen Teil lesen und danach auch die Aufgaben ausfüllen. Wie bereits anfangs erwähnt, ist dies ein interaktives Buch. Es gibt also immer wieder kleine Aufgaben oder Aufforderungen an die Kinder sich aktiv am Buch zu beteiligen und zu verewigen. Ich persönlich mag es allerdings überhaupt nicht, wenn in einem Buch herumgekritzelt wird. Ich befürworte aber prinzipiell die Idee der Autorin, dass die Kinder nicht nur passiv etwas über Vincent van Gogh, Malerei und Farben lernen sollen. Ich denke, dass wir die Seiten kopieren werden, auf denen der kleine Leser etwas zeichnen möchte. Dabei sehe ich auch den Vorteil, dass wenn das Buch über einen längeren Zeitraum interessant sein sollte, was ich sehr hoffe, die Aufgaben immer wieder neu gemacht werden können und man dann eventuell auch einen Fortschritt in den Zeichenkünsten sieht.
Begeistert hat mich die Fülle an Informationen über das Leben und Wirken von Vincent van Gogh. Dies geht weit über das hinaus was ich mir von dem Buch erwartet habe und auch ich konnte noch einiges dazulernen.
Das Buch entspricht nicht ganz dem, was ich mir erwartet habe. An manchen Stellen wurde ich positiv überrascht und an anderen Stellen ein wenig enttäuscht. Die Enttäuschung betrifft vor allem das chaotische und gedrängte Layout. Ich denke, dass es mir besser gefallen hätte, wenn sowohl den Bildern als auch dem Text ein wenig mehr Raum gegeben worden wäre.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Ein bedrückender Blick in die menschliche Psyche

Kankos Reise
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Bücher von japanischen Autoren und Autorinnen stehen immer öfter auf meiner Leseliste. Das Land, die Leute, die Sprache und die Kultur Japans haben mich vor Jahren in ihren Bann gezogen und mich bis dato ...

Bücher von japanischen Autoren und Autorinnen stehen immer öfter auf meiner Leseliste. Das Land, die Leute, die Sprache und die Kultur Japans haben mich vor Jahren in ihren Bann gezogen und mich bis dato nicht mehr losgelassen.
Obwohl die Bücher von den verschiedensten Personen geschrieben wurden und auch vielfältige Themen behandelt haben, gab es doch irgendwie eine Gemeinsamkeit. Die Bücher haben mich nachdenklich gestimmt, aber mich auch in eine positive Stimmung versetzt. Dieses Buch bildet hier die Ausnahme. Denn die Geschichte von Kanko ist sicher viel und man kann auch viel daraus mitnehmen, aber eine positive Grundstimmung sicher nicht.
Bis zu einem gewissen Grad war mir das bereits vor dem Lesen bewusst. Denn der Klappentext verrät schon einige der bedrückenden Themen, die in dieser Geschichte behandelt werden: Depression, Alkoholismus, Gewalt, Überforderung. Wie sehr die Autorin Rin Usami aber in die Abgründe der menschlichen Psyche eintaucht war mir im Vorfeld nicht bewusst.
Bewundernswert finde ich wie nüchtern die Autorin dabei vor geht. Es wird nichts beschönigt oder verborgen. Es gibt nicht die in vielen japanischen Werken verkommende blumige und poetische Sprache. Einfach, klar und mit wenigen Worten schafft es Rin Usami ein Familienbild zu erzeugen, dass nicht dysfunktionaler sein könnte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der 17-jährigen Kanko. Und ich denke auch, dass ist es was mir besonders zu schaffen gemacht hat. Also nicht die Tatsache, dass die Geschichte von einer Jugendlichen erzählt wird. Aber wie es wird, wie normal der Umgang der einzelnen Familienmitglieder für Kanko ist. Ihre Normalität besteht aus emotionaler Kälte, Gewalt und Gehorsam.
Mit knapp 180 Seiten fällt das Buch ungewöhnlich dünn aus. Wobei mir dies beim Lesen nicht wirklich bewusst war. Die Autorin schafft es auf diesen verhältnismäßig wenigen Seiten so viel unterzubringen, dass ich das Gefühl hatte, einen 500 Seiten Roman zu lesen.
Meiner Meinung nach hat Rin Usami hier wirklich etwas großartiges erschaffen. Dennoch bin ich bezüglich einer Leseempfehlung sehr vorsichtig. Denn, obwohl ich das Buch auf jeden Fall als lesenswert empfinde, denke ich, dass man emotional gefestigt sein sollte um es Lesen zu können.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Agenten, Amnesie und Attraktivität

Never Trust Your Fake Husband
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Ally Carter kannte ich bis zu diesem Buch nicht, obwohl sie laut meinen Recherchen eine Bestsellerautorin ist und mehrere sehr bekannte Reihen geschrieben hat. Auf dieses Buch bin ich auch nur zufällig ...

Ally Carter kannte ich bis zu diesem Buch nicht, obwohl sie laut meinen Recherchen eine Bestsellerautorin ist und mehrere sehr bekannte Reihen geschrieben hat. Auf dieses Buch bin ich auch nur zufällig gestoßen, aber der Klappentext klang so herrlich skurril, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.
Bereits nach wenigen Seiten wusste ich, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, welches mich gut unterhalten wird. Kein langes Vorgeplänkel, keine großartige Einführung von Personen oder Hintergründen. Einfach mitten rein ins Geschehen. Man weiß weder so genau was vor sich geht noch, wen man da eigentlich auf der Reise begleitet. Aber warum sollte es der Leserin auch besser gehen als der Protagonistin? Diese hat nämlich auch keine Ahnung, wer sie ist, noch was vor sich geht. Sie weiß nur, dass es da einen unglaublich heißen Mann gibt, vielleicht den heißesten Mann der Welt und er sie scheinbar kennt. Oder doch nicht?
Es handelt sich bei dem Buch um einen New Adult Roman und das empfohlene Lesealter ist mit 16 Jahren angegeben. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Sprache eher einfach gehalten ist. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht geschrieben ist oder nicht auf für Erwachsene interessant sein kann. Ich gehöre definitiv nicht zur eigentlichen Zielgruppe dieses Buches und lese durchaus auch gerne „anspruchsvolle“ Literatur. Ich habe mich von der Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt und wollte meinen E-Reader gar nicht mehr aus der Hand legen.
Dies lag vor allem an der zwar äußerst unrealistischen, aber unterhaltsamen Handlung, den liebenswerten und komplett verschiedenen Charakteren und dem ansprechenden Humor. Gerade letzterer hat mir in diesem Buch sehr zugesagt und das, obwohl ich mit Klamauk-Agenten-Geschichten in den wenigsten Fällen etwas anfangen kann. Meistens sind die Witze zu abgedroschen und übertrieben, so dass es eher lächerlich wirkt und man sich ein klein wenig fremdschämt. Ally Carter hat ihre weibliche Hauptperson, ich vermeide es den Namen zu nennen, um nicht zu spoilern, mit einer großartigen Mischung aus Wortwitz und Tollpatschigkeit ausgestattet, die ich einfach nur herzerwärmend fand. Ihr Wortkreationen sind wirklich zuckersüß und haben diesem Buch noch einen besonderen Touch gegeben.
Er hingegen ist das genaue Gegenteil, athletisch, ernst und knallhart. Die beiden sind wie Hund und Katze, wie Feuer und Eis, wie Tag und Nacht. Wobei Tag und Nacht ein gutes Stichwort ist. Denn beim Lesen habe ich oft an den Film Knight and Day mit Tom Cruise und Cameron Diaz denken müssen. Wer den Film kennt und mag, wird definitiv auch an diesem Buch seine Freude haben.
Die Handlung des Buches wird hauptsächlich von actiongeladenen Szenen und irrwitzigen Gesprächen dominiert. Aber natürlich dürfen auch die Gefühle und vor allem die Liebe nicht fehlen. Ally Carter treibt hierbei die Actionszenen manchmal auf die Spitze und an diversen Stellen dachte ich mir, das war jetzt aber vielleicht ein wenig übertrieben. Lustig war es aber dann doch irgendwie.
Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von ihr und ihm erzählt. So weit so ungewöhnlich. Spannend wird es aber dadurch, dass sich die Autorin für den Stil des personalen Erzählers entschieden hat. Dies hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert und mir das Hineinversetzen in die jeweilige Person erschwert, mit der Zeit habe ich diesen Stil aber schätzen und lieben gelernt.
Die kunterbunte Mischung aus Komödie, Agententhriller und Liebesroman hat mir gut gefallen und ich hatte ein paar außerordentlich amüsante Lesestunden. Wenn es die Autorin auch noch geschafft hätte der Geschichte ein wenig mehr Tiefe zu geben, dann hätte dies ein 5 Sterne Buch sein können.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Joshua und Lori: Ein neues Kapitel in Hopeville

Foul Play
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Endlich ist er da, der zweite Teil der Hopeville Dragons Reihe von Laura Willud. Wobei Reihe vielleicht ein klein wenig zu hoch gegriffen ist, denn entgegen meinen Erwartungen besteht die Reihe nur aus ...

Endlich ist er da, der zweite Teil der Hopeville Dragons Reihe von Laura Willud. Wobei Reihe vielleicht ein klein wenig zu hoch gegriffen ist, denn entgegen meinen Erwartungen besteht die Reihe nur aus zwei Büchern. Dies finde ich auf der einen Seite sehr schade, denn mir haben die beiden Bücher sehr viel Spaß gemacht, auf der anderen Seite hätte ein weiterer Band einfach keinen Sinn ergeben.
Im ersten Band waren Joyce und Austin die beiden Hauptpersonen. In diesem Band sind es nun Joshua, seines Zeichen Bruder von Joyce und Teamkollege von Austin, und Lori, die beste Freundin von Joyce. Die Wahl der Hauptpersonen war wenig überraschend und hat sich meiner Meinung nach bereits im vorherigen Buch abgezeichnet. Theoretisch könnten die beiden Bücher unabhängig voneinander gelesen werden. Ich persönlich würde aber empfehlen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten.
Wie ich vermutet habe, gibt es in diesem Band keine großen Überraschungen und Laura Willud setzt das Erfolgsrezept fort; eine gute Mischung aus Sport, Collegeleben, großen Gefühlen und mehr oder weniger starken Charakteren. Gewürzt mit einer Prise Komplexität. Nicht vorhanden war dafür das große Geheimnis, gefehlt hat es meiner Meinung nach aber trotzdem nicht.
Meine Erwartungen waren recht hoch, da mir die Geschichte von Joyce und Austin wirklich sehr gut gefallen hat. Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass ich enttäuscht bin, allerdings war dieses Buch doch schwächer im Vergleich. Die Charaktere sind daran aber weniger Schuld, denn sowohl Lori als auch Joshua haben mir mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Ehrgeiz sehr gut gefallen. Die Gefühle der beiden waren glaubhaft und die Chemie hat meiner Meinung nach definitiv gestimmt. Die typischen Stolpersteine auf dem Weg zum Happy End gab es, wirkten in diesem Fall aber auch nicht störend oder künstlich aufgebauscht. In dieser Beziehung hat wirklich alles gepasst.
Loris Schwierigkeiten mit ihrer Familie haben das Bild sehr gut abgerundet und ihrem Charakter noch mehr Tiefe verliehen. Schade fand ich nur, dass dem Thema nicht mehr Raum gegeben wurde. Es gab zwar einige kürzere Episoden, die sich mehr oder weniger damit beschäftigt haben, die hätte man aber deutlich ausbauen können. Ähnliches habe ich bereits in meiner Rezension zu „Mismatch“ geschrieben, auch dort gab es ein wichtiges und relevantes Thema, das mehr Bedeutung verdient hätte.
Die Liebesszenen sind nicht besonders zahlreich, was mich persönlich freut. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice. Die vereinzelten Szenen haben sich aber gut in das Gesamtbild eingepasst und waren wertschätzend und liebevoll beschrieben.
Ich hatte mich auch dieses Mal wieder für die Hörbuch Variante entschieden. Als Sprecher wurden dieses Mal Regine Lange und Fynn Engelkes engagiert. Beide haben mir bezüglich ihrer Sprachmelodie und der Betonung sehr gut gefallen. Im ersten Augenblick fand ich es schade, dass nicht wieder die gleichen Sprecher wie beim ersten Teil genommen wurde, im Nachhinein macht es aber durchaus Sinn; andere Hauptpersonen, andere Sprecher.
Laura Willud hat auch dieses Mal wieder sehr viel richtig gemacht und eine zauberhafte Sportromanze mit glaubwürdigen Charakteren erschaffen. Ein bisschen schade ist es zwar, dass ich mich jetzt von den Hopeville Dragons verabschieden muss, aber ich hoffe sehr, bald wieder einmal was von der Autorin lesen zu können.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Die stille Stimme eines Bauernmädchens

Die Farbe von Milch
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Schon nach wenigen Sätzen muss man feststellen, dass dieses Buch anders ist. Wobei es einem auch bereits vor dem Lesen hätte, klar sein müssen, denn immerhin wurde es mit dem folgenden Satz vom Verlag ...

Schon nach wenigen Sätzen muss man feststellen, dass dieses Buch anders ist. Wobei es einem auch bereits vor dem Lesen hätte, klar sein müssen, denn immerhin wurde es mit dem folgenden Satz vom Verlag beworben: "Die bewegende Geschichte eines Bauernmädchens erzählt in einer herausragenden Sprache".
Das Buch handelt von Mary, einem knapp 15 Jahre alten Bauernmädchen, das im England des 19ten Jahrhunderts lebt. So weit so gewöhnlich, ungewöhnlich ist es deswegen, weil die Geschichte eigenhändig von Mary geschrieben wurde. Dadurch ist die Sprache eher einfach gehalten, es gibt fast ausschließlich Hauptsätze und auch Satzzeichen sind Mangelware. Direkte Rede kommt zwar sehr häufig vor, wird aber nicht durch die eigentlich vorgeschriebenen Satzzeichen gekennzeichnet. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber meiner Meinung nach auch authentisch. Ich habe allerdings auch einiges an Kritik zu diesem gewählten Stilmittel gelesen. So tun sich viele Leser aufgrund der mangelnden Satzzeichen schwer mit dem Lesen, und bemängeln, dass Mary auf der anderen Seite aber auch teils schwierige Wörter fehlerfrei schreiben kann. Ich kann diese Kritiken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, denke aber, dass wenn die Autorin auch noch absichtlich Rechtschreibfehler eingebaut hätte, dies zwar durchaus der Authentizität gutgetan, das Lesen des Buches aber fast unmöglich gemacht hätte.
Doch die Sprache ist nicht das einzige, das recht einfach gehalten ist. Auch die Geschichte an sich ist eher einfach gestrickt und an manchen Stellen durchaus vorhersehbar. Die eine oder andere kleinere Überraschung hat Autorin Nell Leyshon dann aber doch noch auf Lager.
Trotz oder gerade vielleicht auch wegen ihrer Einfachheit konnte mich die Geschichte so ziemlich von Anfang an fesseln. Die Erzählung ist ehrlich, roh und schnörkellos. Mary nennt die Dinge beim Namen und beschönigt dabei nichts. Sie beschreibt ihren Alltag und ihr sehr karges und entbehrungsreiches Leben mit klaren Worten, ohne zu jammern oder mitleidserregend zu wirken. Es ist eben wie es ist und sie kennt es nicht anders. Auch düstere und nicht so angenehme Dinge beschreibt Mary nüchtern und fast wirkt sie dabei emotionslos. Dies ist aber meiner Meinung nach auf die Tatsache zurückzuführen, dass Mary in ihrem Leben keinen Platz für Gefühle hat und es nicht gelernt hat, dieses auszudrücken.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass die Erzählung die Leserin oder den Leser kalt lässt. Mich persönlich hat das Buch sehr berührt und bewegt. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass es noch immer Gegenden auf der Welt gibt in dem die von Mary beschriebenen Dinge noch heute passieren. In denen Frauen und Kinder noch immer einfach nur Ware und billige Arbeitskräfte sind.
Trotz kleinerer Schwächen hat mich diese Erzählung in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn ich es ab einem gewissen Punkt am liebsten getan hätte. Marys Geschichte hat mich auf vielen Ebenen berührt und zum Nachdenken gebracht und für mich ist dieses Kleinod eine klare Leseempfehlung.

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