Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ...
Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ein wenig in die Geschichte hinein, in der Monique eigentlich nur ein bisschen relaxen will. Dann taucht aber eine Leiche auf und sie wird zurück ins Agentenquartier beordert. Die Geschichte ist merkwürdig verwickelt und am Schluss dröselt sie sich als Fake auf. Witzig, ein bisschen satirisch, manche Satzkonstruktionen zum Kringeln. Vergnüglich allemal.
Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen ...
Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen verhindern. Nur welche Enthüllungen? Alles deutet auf die Tiznit-Bande hin, deren Chef aufgrund von Recherchen von Hester nun in langjähriger Haft sitzt. Mara Eisfeld glaubt nicht recht daran und gerät im Verlaufe der Ermittlungen nicht nur den wahren Hintergründen und Tätern gefährlich nahe, sondern selbst auch in Lebensgefahr. Dabei hat sie es nicht nur mit mächtigen Gegnern zu tun, sondern auch mit ihren eigenen vielfältigen Problemen, wie dem Scheitern ihrer Ehe, den Abstimmungsprozessen mit ihrem künftigen Ex-Ehemann bzgl. der Betreuung und Erziehung ihres gemeinsamen Sohnes, dem zunehmenden Einsamkeitsgefühl, der zukünftigen Ehefrau ihres Vaters, der Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Vorgesetzten, der der bezahlten Informantentätigkeit für eine Mediengruppe überführt, aber nicht suspendiert wurde, dem Chaos in ihrer Wohnung. Zügig und auch aus wechselnden Perspektiven erzählt, durch einige Wendungen spannend gehalten, die Protagonisten kommen erfreulich unaufgeregt daher. Mara erscheint auf der einen Seite kompetent und selbstbewusst, dann aber wieder recht naiv in der Beurteilung von Menschen und Situationen. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, endet dann aber doch ein wenig abrupt, ganz plötzlich lösen sich alle losen Enden und offenen Fragen auf. Insgesamt eine angenehme, lesefreundliche und spannende Lektüre.
Sehr verstörend, diese Geschichte um einen toten 17-Jährigen. War es Selbstmord? Hat da jemand „Hand angelegt“? Der Junge gilt als eigenwillig und sehr zurückgezogen. Das Thema „Mobbing“ wird früh thematisiert. ...
Sehr verstörend, diese Geschichte um einen toten 17-Jährigen. War es Selbstmord? Hat da jemand „Hand angelegt“? Der Junge gilt als eigenwillig und sehr zurückgezogen. Das Thema „Mobbing“ wird früh thematisiert. Bis dann Videos im Netz auftauchten, die den Jungen in einem extrem anderen Licht erscheinen lassen. Und so geht es weiter. Die Geschichte dreht und dreht sich, lässt immer neue Aspekte auftauchen mit neuen Blickwinkeln auf den Toten, die Lebensumstände und die Opfer in seinem Umfeld. Verwinkelt, verwirrend, tragisch. Sympathische Ermittler und eine offenbar selbst sehr gestörte Journalistin, die ein „Krösken“ mit dem Ermittlungsleiter in ihrer Jugend hatte und schwer an ihrer Kinderlosigkeit zu knabbern hat. Dicht am Wasser gebaut, dünnhäutig und manchmal schwer erträglich. Insgesamt eine spannende, mitnehmende, fast getriebene Lektüre.
Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es ...
Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es mutet ein bisschen wie Edgar Allen Pölten an. Auf schwedisch halt. Mit finnischem Einschlag. Schließlich spielt auch Joona Linna mit. Auf seine ganz eigene Art. Mittendrin auch eine Friedensaktivistin, die gnadenlos gejagt wird und ihr Freund, dessen törichte Handlungen dies alles auslösten. Joona und seine Kollegin vom Staatsschutz haben alle Hände voll zu tun, um hinter die Motive und Gründe für die Taten und die Täter zu kommen, wobei sie wenig Unterstützung von ihren Vorgesetzten erhalten, denn es geht u.a. Um groß angelegten illegalen Waffenhandel und wie man weiß, sind dessen Akteure sakrosankt. Merkwürdig muten die Wiederholungen an. Eine Handlung wird beschrieben. Das Kapitel wechselt zu einem anderen Schauplatz, der wird abgehandelt. Später knüpft die Handlung an der vorher beschriebenen an, erklärt aber erst einmal, was geschehen ist, etwa wie "Was bisher geschah", als hätten die Lesenden inzwischen ihr Gedächtnis verloren. Ansonsten durch die Szenenwechsel und unterschiedlichen Blickwinkel spannend und lesefreundlich gehalten.
Dies ist die Rezension der unter dem neuen Titel Rache erschienen Neuauflage:
„Abwechslungsreich erzählt, lesefreundlich, spannend, mit sympathischen Protagonisten“, hatte ich zum Vorgängerband „Spiel“ ...
Dies ist die Rezension der unter dem neuen Titel Rache erschienen Neuauflage:
„Abwechslungsreich erzählt, lesefreundlich, spannend, mit sympathischen Protagonisten“, hatte ich zum Vorgängerband „Spiel“ rezensiert. Das trifft auch hier zu. Allerdings spielt diese Geschichte hier vor einem viel ernsteren Hintergrund. Es geht um die Zustände im Iran in der Zeit um 2010/11 und die Entwicklungen der Geschicke des Landes, zwischen den 1980ern und um 2009. Festgemacht am Attentat auf einen iranischen Schriftsteller und Oppositionellen, bei dem er überlebte, seine Frau starb. Jetzt, auf Einladung der internationalen Schriftstellervereinigung PEN Gast in Nürnberg, soll er von Charlie als Bodyguard beschützt werden, wobei man die ernste Bedrohung durch Terroristen wohl nicht wirklich gebührend ernst nimmt, denn denen gelingt es immer wieder in unmittelbare Nähe des Iraners zu kommen und Anschläge zu verüben, wobei die etwas dilettantisch daherkommen, genauso wie die Beschützerversuche. Das alles ist nett verpackt, was aber nicht zur ernsten Thematik passt. Dass man terroristisch bedrohte Personen hofiert, sie einlädt, öffentlich aufzutreten, und damit die Besucher dieser Veranstaltung in akute Gefahr bringt – wissentlich – ist eine Sache, der viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Deshalb hat man nach der Lektüre dieses Buches ein etwas ungutes Gefühl, denn so leicht wie dargestellt, löst sich eine solche Bedrohungslage nun mal nicht auf. Jedenfalls nicht in der heutigen Zeit. Man muss zugute halten, dass die Geschichte zu einer früheren, vielleicht weniger bedrohlichen Zeit spielt und man darf auch berücksichtigen, das in Büchern gerne mal überzeichnet wird, das ist des Autoren gutes Recht. Insofern hat man eine, wie oben erwähnt, abwechslungsreiche, lesefreundliche und spannende Lektüre.