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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2025

Temporeich und fesselnd

Schwüre, die wir brechen
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Der zweite Band mit Jon und Svea, in dem beide erneut durch persönliche Ereignisse in der Vergangenheit stark abgelenkt sind vom aktuellen Fall, der bizarrer und schrecklicher nicht sein kann. Ein Toter, ...

Der zweite Band mit Jon und Svea, in dem beide erneut durch persönliche Ereignisse in der Vergangenheit stark abgelenkt sind vom aktuellen Fall, der bizarrer und schrecklicher nicht sein kann. Ein Toter, dem das Herz herausgerissen, der Kopf abgetrennt und ein Tierkopf angenäht wurde. Man dreht sich bis zum alsbald darauf folgenden weiteren Mord nach gleichem Muster und einer Entführung im Kreise. Wieder wechselnd aus Sicht der beiden Ermittler temporeich erzählt. Retrospektiven erhellen den Hintergrund und Ursachen. Manches bleibt ungeklärt, das Ende etwas offen. Die Taten schwer erträglich. Gut konstruiert und mit gutem Spannungsbogen. Die Ablenkungen aus dem privaten Bereich bei beiden Ermittlern etwas überbordend, ebenso wie die Darstellung von deren Befindlichkeiten. Neugierde auf die nächste Folge ist in jedem Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein wenig skurril, ein wenig satirisch, vergnüglich

Monique und der siebte Rabe
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Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ...

Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ein wenig in die Geschichte hinein, in der Monique eigentlich nur ein bisschen relaxen will. Dann taucht aber eine Leiche auf und sie wird zurück ins Agentenquartier beordert. Die Geschichte ist merkwürdig verwickelt und am Schluss dröselt sie sich als Fake auf. Witzig, ein bisschen satirisch, manche Satzkonstruktionen zum Kringeln. Vergnüglich allemal.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Erfreulich unaufgeregt, trotzdem spannend

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen ...

Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen verhindern. Nur welche Enthüllungen? Alles deutet auf die Tiznit-Bande hin, deren Chef aufgrund von Recherchen von Hester nun in langjähriger Haft sitzt. Mara Eisfeld glaubt nicht recht daran und gerät im Verlaufe der Ermittlungen nicht nur den wahren Hintergründen und Tätern gefährlich nahe, sondern selbst auch in Lebensgefahr. Dabei hat sie es nicht nur mit mächtigen Gegnern zu tun, sondern auch mit ihren eigenen vielfältigen Problemen, wie dem Scheitern ihrer Ehe, den Abstimmungsprozessen mit ihrem künftigen Ex-Ehemann bzgl. der Betreuung und Erziehung ihres gemeinsamen Sohnes, dem zunehmenden Einsamkeitsgefühl, der zukünftigen Ehefrau ihres Vaters, der Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Vorgesetzten, der der bezahlten Informantentätigkeit für eine Mediengruppe überführt, aber nicht suspendiert wurde, dem Chaos in ihrer Wohnung. Zügig und auch aus wechselnden Perspektiven erzählt, durch einige Wendungen spannend gehalten, die Protagonisten kommen erfreulich unaufgeregt daher. Mara erscheint auf der einen Seite kompetent und selbstbewusst, dann aber wieder recht naiv in der Beurteilung von Menschen und Situationen. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, endet dann aber doch ein wenig abrupt, ganz plötzlich lösen sich alle losen Enden und offenen Fragen auf. Insgesamt eine angenehme, lesefreundliche und spannende Lektüre.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Verwinkelt, verwirrend, tragisch

Gerächt sein sollst du
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Sehr verstörend, diese Geschichte um einen toten 17-Jährigen. War es Selbstmord? Hat da jemand „Hand angelegt“? Der Junge gilt als eigenwillig und sehr zurückgezogen. Das Thema „Mobbing“ wird früh thematisiert. ...

Sehr verstörend, diese Geschichte um einen toten 17-Jährigen. War es Selbstmord? Hat da jemand „Hand angelegt“? Der Junge gilt als eigenwillig und sehr zurückgezogen. Das Thema „Mobbing“ wird früh thematisiert. Bis dann Videos im Netz auftauchten, die den Jungen in einem extrem anderen Licht erscheinen lassen. Und so geht es weiter. Die Geschichte dreht und dreht sich, lässt immer neue Aspekte auftauchen mit neuen Blickwinkeln auf den Toten, die Lebensumstände und die Opfer in seinem Umfeld. Verwinkelt, verwirrend, tragisch. Sympathische Ermittler und eine offenbar selbst sehr gestörte Journalistin, die ein „Krösken“ mit dem Ermittlungsleiter in ihrer Jugend hatte und schwer an ihrer Kinderlosigkeit zu knabbern hat. Dicht am Wasser gebaut, dünnhäutig und manchmal schwer erträglich. Insgesamt eine spannende, mitnehmende, fast getriebene Lektüre.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Undurchsichtig

Paganinis Fluch
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Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es ...

Ein Erhängter in einem unmöblierten Raum. Eine Ertrunkene in der Schlafkoje eines Bootes. Ein Verbrannter in einem Wohnwagen. Und eine verbissen um die Leitung der Ermittlungen kämpfende Kommissarin. Es mutet ein bisschen wie Edgar Allen Pölten an. Auf schwedisch halt. Mit finnischem Einschlag. Schließlich spielt auch Joona Linna mit. Auf seine ganz eigene Art. Mittendrin auch eine Friedensaktivistin, die gnadenlos gejagt wird und ihr Freund, dessen törichte Handlungen dies alles auslösten. Joona und seine Kollegin vom Staatsschutz haben alle Hände voll zu tun, um hinter die Motive und Gründe für die Taten und die Täter zu kommen, wobei sie wenig Unterstützung von ihren Vorgesetzten erhalten, denn es geht u.a. Um groß angelegten illegalen Waffenhandel und wie man weiß, sind dessen Akteure sakrosankt. Merkwürdig muten die Wiederholungen an. Eine Handlung wird beschrieben. Das Kapitel wechselt zu einem anderen Schauplatz, der wird abgehandelt. Später knüpft die Handlung an der vorher beschriebenen an, erklärt aber erst einmal, was geschehen ist, etwa wie "Was bisher geschah", als hätten die Lesenden inzwischen ihr Gedächtnis verloren. Ansonsten durch die Szenenwechsel und unterschiedlichen Blickwinkel spannend und lesefreundlich gehalten.

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