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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Erschütternd

Protokoll eines Verschwindens
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Am Ende ist man ziemlich erschüttert. Und man weiß nicht recht, wie man diese Lektüre beschreiben soll. Roman steht auf dem Titel. Mag man aber so nicht unterschreiben. Der Titel Protokoll ... trifft es ...

Am Ende ist man ziemlich erschüttert. Und man weiß nicht recht, wie man diese Lektüre beschreiben soll. Roman steht auf dem Titel. Mag man aber so nicht unterschreiben. Der Titel Protokoll ... trifft es besser. Auch der Werdegang des Autors, u.a. als Reporter des Zeit Magazins Verbrechen und Mitbegründer einer Autorenagentur, die sich der literarischen Reportage widmet, kommt einer möglichen Beschreibung und Bewertung dieser Geschichte recht nahe. Denn es ist die Reportage eines Aufsehen erregenden Verbrechens, das seinerzeit hohe Medienwellen geschlagen hatte. Und eine Beschreibung der betroffenen Familienmitglieder des Opfers sowie des Täters. Literarisch, weil viele Vergleiche, Zitate von Schriftstellern und Szenenwiederholungen vorkommen. Die Wahrnehmungen, Fremd- und Selbstwahrnehmungen detailliert beschrieben werden. Und durch die sprachliche Aufbereitung dieses Protokolls. Wer True Crime erwartet hat, liegt hier falsch. Wer den damaligen Fall aus einer anderen Perspektive als sensationsgieriger Medien wahrnehmen möchte, liegt hier besser. Wer literarische Reportage mag, wie immer die auch definiert sein mag, liegt genau richtig.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Very british

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
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Eine ältere, aber fitte und vor allem neugierige Dame mit Haus an der Themse, die das Nacktschwimmen in derselben sehr schätzt. Ein Schuss in der Dunkelheit, den die Polizei nicht ernst nimmt. Ein verschwundener ...

Eine ältere, aber fitte und vor allem neugierige Dame mit Haus an der Themse, die das Nacktschwimmen in derselben sehr schätzt. Ein Schuss in der Dunkelheit, den die Polizei nicht ernst nimmt. Ein verschwundener Nachbar. Da muss was geschehen, will sagen, die Sache muss in die eigene Hand genommen werden. Und fertig ist ein Agatha Christie im Heute. Statt Mr Stringer stehen Judith Potts eine Hundesitterin und eine etwas neurotische Pfarrersfrau zur Seite. Sehr zum Missfallen der zuständigen, aber zunehmend überforderten, Detective Sergeant Tanik Malik ermitteln die drei im zunehmend mysteriösen Fall, dem weitere folgen, munter drauflos. Nicht erfolglos, muss man zugestehen. Very british in Erzählung, Handlung und den Charakteren. Liebenswert und für alle, die Agatha Christie schon immer geliebt haben, fast ein Muss.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Temporeich und fesselnd

Schwüre, die wir brechen
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Der zweite Band mit Jon und Svea, in dem beide erneut durch persönliche Ereignisse in der Vergangenheit stark abgelenkt sind vom aktuellen Fall, der bizarrer und schrecklicher nicht sein kann. Ein Toter, ...

Der zweite Band mit Jon und Svea, in dem beide erneut durch persönliche Ereignisse in der Vergangenheit stark abgelenkt sind vom aktuellen Fall, der bizarrer und schrecklicher nicht sein kann. Ein Toter, dem das Herz herausgerissen, der Kopf abgetrennt und ein Tierkopf angenäht wurde. Man dreht sich bis zum alsbald darauf folgenden weiteren Mord nach gleichem Muster und einer Entführung im Kreise. Wieder wechselnd aus Sicht der beiden Ermittler temporeich erzählt. Retrospektiven erhellen den Hintergrund und Ursachen. Manches bleibt ungeklärt, das Ende etwas offen. Die Taten schwer erträglich. Gut konstruiert und mit gutem Spannungsbogen. Die Ablenkungen aus dem privaten Bereich bei beiden Ermittlern etwas überbordend, ebenso wie die Darstellung von deren Befindlichkeiten. Neugierde auf die nächste Folge ist in jedem Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein wenig skurril, ein wenig satirisch, vergnüglich

Monique und der siebte Rabe
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Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ...

Wer Monique schon kennt, weiß, das man den Inhalt des Buches nicht ganz ernst nehmen darf. Die Person der Monique auch nicht. Allein die Gedanken, die immer unpassend durch ihren Kopf gehen. Man stolpert ein wenig in die Geschichte hinein, in der Monique eigentlich nur ein bisschen relaxen will. Dann taucht aber eine Leiche auf und sie wird zurück ins Agentenquartier beordert. Die Geschichte ist merkwürdig verwickelt und am Schluss dröselt sie sich als Fake auf. Witzig, ein bisschen satirisch, manche Satzkonstruktionen zum Kringeln. Vergnüglich allemal.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Erfreulich unaufgeregt, trotzdem spannend

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen ...

Schon fast paranoid hat der Investigativjournalist Peter Hester sein Leben, seine Arbeitsstätte, seine Recherchen abgeschirmt – dennoch ist er jetzt tot, denn irgend jemand wollte wohl dessen Enthüllungen verhindern. Nur welche Enthüllungen? Alles deutet auf die Tiznit-Bande hin, deren Chef aufgrund von Recherchen von Hester nun in langjähriger Haft sitzt. Mara Eisfeld glaubt nicht recht daran und gerät im Verlaufe der Ermittlungen nicht nur den wahren Hintergründen und Tätern gefährlich nahe, sondern selbst auch in Lebensgefahr. Dabei hat sie es nicht nur mit mächtigen Gegnern zu tun, sondern auch mit ihren eigenen vielfältigen Problemen, wie dem Scheitern ihrer Ehe, den Abstimmungsprozessen mit ihrem künftigen Ex-Ehemann bzgl. der Betreuung und Erziehung ihres gemeinsamen Sohnes, dem zunehmenden Einsamkeitsgefühl, der zukünftigen Ehefrau ihres Vaters, der Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Vorgesetzten, der der bezahlten Informantentätigkeit für eine Mediengruppe überführt, aber nicht suspendiert wurde, dem Chaos in ihrer Wohnung. Zügig und auch aus wechselnden Perspektiven erzählt, durch einige Wendungen spannend gehalten, die Protagonisten kommen erfreulich unaufgeregt daher. Mara erscheint auf der einen Seite kompetent und selbstbewusst, dann aber wieder recht naiv in der Beurteilung von Menschen und Situationen. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, endet dann aber doch ein wenig abrupt, ganz plötzlich lösen sich alle losen Enden und offenen Fragen auf. Insgesamt eine angenehme, lesefreundliche und spannende Lektüre.

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