Magische Abenteuer in Frankfurt erleben
Der SiegelmeisterJeden Samstagabend erzählt Opa Michael seinem Enkel Jonathan eine Geschichte vor dem Einschlafen. Voller Vorfreude fiebert der Junge seinem Highlight der Woche entgegen. Jonathan liebt die Geschichten ...
Jeden Samstagabend erzählt Opa Michael seinem Enkel Jonathan eine Geschichte vor dem Einschlafen. Voller Vorfreude fiebert der Junge seinem Highlight der Woche entgegen. Jonathan liebt die Geschichten über den geheimnisvollen Siegelmeister Bernhard von Rabenstein und die mysteriöse Gemeinschaft Insignia Magicae. Erst Jahre später wird ihm klar, dass Großvaters Geschichten einen wahren Kern besitzen.
Jörg Erlebach ist mit „Der Siegelmeister: Nur der Tod bestimmt den Anfang“ ein spannender und magischer Auftaktband seiner neuen Serie gelungen, der mich sehr gut unterhalten hat.
Sieben Jahre später. Jonathan trauert um seinen Großvater. Michael Dumont wurde heimtückisch in seinem Haus ermordet. Wenige Tage nach der Gewalttat nehmen Freunde seines Opas Kontakt zu Jonathan auf. Das sind Julian Schwarzhoff, Kommissar bei einer Spezialeinheit der Polizei und Zenodot von Ephesus, ein betagter Bibliothekar, der dem Jungen einen Brief seines Großvaters aushändigt. Nach und nach wird Jonathan durch eigene Recherche und mithilfe von Julian und Zenodot klar, dass Michael Dumont, eigentlich Michael von Rabenstein war, direkter Nachfahre des legendären Bernhard und selbst das Oberhaupt der Siegelmeister. Sein größter Wunsch war es, dass sein Enkel in seine Fußstapfen tritt, doch leider kam er nicht mehr dazu, ihn für diese Aufgabe vorzubereiten. Stattdessen hat er Briefe hinterlegt, die Jonathan auf eine Art Schnitzeljagd durch Frankfurt führen. Gleichzeitig enthüllt ihm Zenodot die Existenz der Anderswelt, indem er ihn mit dem Kobold Stregar bekannt macht. Der junge Mann sieht sich neben seiner Trauer mit unglaublichen Fakten konfrontiert, die ihn sehr viel Kraft kosten. Doch nichts wird ihn davon abbringen, Julian dabei zu unterstützen, den Mörder seines Opas zu stellen. Der Kommissar vermutet den Täter in den Reihen der Siegelmeister. Einige Indizien stützen diese These. Genau zu diesem Zeitpunkt nehmen die Siegelmeister Kontakt zu Jonathan auf ...
Jörg Erlebachs Schreibstil liegt mir. Er ist flüssig und anschaulich. Das Setting gefällt mir besonders. Da ich die Stadt einigermaßen gut kenne, war es mir eine Freude, Jonathan und davor Michael auf ihren Streifzügen durch Frankfurt zu begleiten. Einige der Örtlichkeiten wiederzuerkennen, hat mir großen Spaß bereitet.
Jonathan und Michael, die Hauptcharaktere, waren mir von Beginn an sympathisch. Das Zögern des Großvaters war für mich gut nachvollziehbar. Nichts wies auf seinen baldigen Tod hin und er wollte Jonathan eine normale, unbelastete Kindheit und Jugend ermöglichen. Ich frage mich, ob der Mörder bewusst diesen Zeitpunkt für seine Untat gewählt hat. Den anderen Protagonisten fehlt es noch etwas an Tiefe und Hintergrund, was sich in den weiteren Bänden mit Sicherheit ändern wird.
Die Geschichte der Siegelmeister hat mich gut unterhalten. Vor allem gefällt mir die Mischung aus Alltags- und Anderswelt, die Magie, die verschiedenen Zeitebenen und die fantastischen Elemente. Wie es sich wohl anfühlt, plötzlich einem echten Kobold gegenüberzustehen? Das magische System, die Historie, Bedeutung und Erstellung der Siegel, was das Geheimnis der von Rabensteins ist und wie es dazu kam, erzählt uns der Autor auf unterhaltsame Weise und lässt allmählich die Spannung steigen. Nicht jedem mag dieser eher gemächliche Erzählstil und die Fülle an Informationen und Geschichte gefallen, mir aber schon. Nach einem kurzen aber heftigen Showdown wird der Fall schließlich lückenlos aufgeklärt und es bleibt Raum für eine Fortsetzung, denn am Horizont erscheint ein mächtiger neuer Gegner …
Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung an alle Fans von Urban Fantasy zwischen 12 und 100.