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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Warum es Sinn macht an Gott zu glauben

Warum ich glaube
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Dr. Henry Cloud ist vor allem durch seine zahlreichen Bücher bekannt geworden. Besonders seine Werke über das Setzen gesunder Grenzen zählen zu internationalen Bestsellern – rund 20 Millionen Exemplare ...

Dr. Henry Cloud ist vor allem durch seine zahlreichen Bücher bekannt geworden. Besonders seine Werke über das Setzen gesunder Grenzen zählen zu internationalen Bestsellern – rund 20 Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft.

In seinem neuen, sehr persönlichen Buch gewährt er Einblicke in sein eigenes Leben. Sein zentrales Anliegen: Er möchte seinen vielen Freunden, die seinen Glauben nicht teilen, erklären, warum es seiner Überzeugung nach die vernünftigste und beste Entscheidung des Lebens ist, an den Gott der Bibel zu glauben.

Im ersten Teil schildert Cloud prägende Stationen seines Lebens. Er erzählt von seiner Kindheit, einer schweren Krankheit in jungen Jahren, von seinen Glaubenserfahrungen, einem persönlichen Tiefpunkt sowie vom Aufbau einer eigenen Klinik.

Der zweite Teil widmet sich mehreren außergewöhnlichen Erlebnissen, die Cloud als Wunder erlebt. In anekdotischer Form berichtet er von Bewahrung und von überraschenden, göttlich geführten Wendungen in seinem Leben.

Im dritten Teil beleuchtet der Autor das Verhältnis von Wissenschaft und Glaube. Er zeigt auf, wie die Schöpfung auf Gott hinweist und warum die Bibel glaubwürdig ist. Dabei geht er auch auf häufige Einwände von Nichtchristen ein – etwa die Frage nach dem Leid oder negative Erfahrungen mit Christen. Besonders spannend ist das abschließende Kapitel, in dem Cloud psychologische Prinzipien beschreibt, die sich bereits in der Bibel finden.

Das Buch liest sich angenehm und persönlich – wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Manche Passagen wirken etwas zu ausführlich, und gelegentliche Wiederholungen hätten gekürzt werden können. Dennoch überzeugt die Lektüre durch ihren ehrlichen Ton, gute Argumente und den authentischen Einblick in das Leben einer bekannten Persönlichkeit.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus Lebensgeschichte und Apologetik – inspirierend, nachvollziehbar und sowohl für Christen als auch für Suchende lesenswert. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 25.07.2025

Ein „Ja“ zu Gottes Plan

Unbändiger Segen
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Als junger Mann wird Hanspeter Nüesch in einer Beurteilung mitgeteilt, dass er zu viel redet und andere bloßstellt. Dieses vernichtende Urteil bringt ihn zum Nachdenken. Er will sich verändern, doch aus ...

Als junger Mann wird Hanspeter Nüesch in einer Beurteilung mitgeteilt, dass er zu viel redet und andere bloßstellt. Dieses vernichtende Urteil bringt ihn zum Nachdenken. Er will sich verändern, doch aus eigener Kraft gelingt es ihm nicht. Da streckt er sich nach Gottes Hilfe aus und bittet darum, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Die Erhörung dieses Gebets ist für ihn so eindrücklich, dass er beschließt, von nun an nur das zu tun, was Gott will. Er hofft aber sehr, dass Gott nicht vorhat, ihn nach Japan zu schicken!

Ein verführerisches Jobangebot erreicht ihn, doch er weiß, dass diese gutbezahlte Stelle ihm wenig Freiraum geben wird, um Gott zu dienen. Stattdessen führt Gott ihn zu der Missionsbewegung, „Campus für Christus“. Als Leiter in dieser Organisation bewegt er viel: große Konferenzen, Gesprächsangebote, Gebetsbewegungen, Reisen auf der ganzen Welt gehören nun zu seinem Leben. In diesem Buch berichten er und seine Frau von einem reich gefüllten Dienst.

Dieses Buch ist bewegend und herausfordernd. Es beeindruckt, wie sowohl Hanspeter als auch Vreni in den Jahren ihres Dienstes als Persönlichkeiten und in ihrer Beziehung zu Gott gewachsen sind. Es ist wertvoll, dass sie Leser an ihren gewonnenen Erkenntnissen teilhaben lassen. Immer wieder erzählen sie auch sehr offen von ihrer Ehe und davon, wie es ihnen gelingt auch nach vielen Jahren gut miteinander auszukommen und gern zusammen zu sein.

Die Geschichten in den kurzen Kapiteln sind größtenteils faszinierend. Da wird berichtet von einem Hilfsprojekt in dem verschlossenen Land Nordkorea. Ein anderes Mal geht es zu den Eskimos oder nach Kuba. Beeindruckende Großprojekte und Bewegungen werden vorgestellt - manches davon könnte jedoch weniger interessant sein für Menschen, die keinen Bezug zu den genannten Veranstaltungen haben. Spannender sind die Passagen, in denen das Autorenpaar über seine Erfahrungen mit Gott berichtet.

Fazit: Ein Buch, das herausfordert! Ein Ehepaar erzählt von seiner Lebensreise mit Gott und gibt Lesern viele praktische Lebens-Tipps. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 21.07.2025

Zwangsverschickung der Kinder

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna und ihre 16jährige Tochter wollen auf Borkum Urlaub machen. Dabei wird Hanna Pflicht mit Erholung verbinden. Die renommierte Journalistin will mehr über die Kinderverschickungen in den 60er Jahren ...

Hanna und ihre 16jährige Tochter wollen auf Borkum Urlaub machen. Dabei wird Hanna Pflicht mit Erholung verbinden. Die renommierte Journalistin will mehr über die Kinderverschickungen in den 60er Jahren herausfinden. Sie hat ein persönliches Interesse daran: Ihre Mutter war als 5jährige dabei, kann sich aber kaum an etwas erinnern.

Die Tochter ist zunächst bockig, lieber wäre sie daheim geblieben. Doch schon am ersten Tag trifft sie einen Jungen, der sie begeistert. Gleichzeitig findet ihre geschiedene Mutter in dem Dorfarzt einen Seelenfreund. Ob das mehr ist als ein Urlaubsflirt?

Hanna und ihre Tochter entdecken Tag für Tag mehr grauenvolle Geheimnisse der Vergangenheit. Ein altes Tagebuch taucht auf. Eine Karte mit Koordinaten. Dazu führt Hanna täglich Interviews mit einer Frau, die gleichzeitig mit ihrer Mutter auf der Insel war. Doch nicht jeder möchte, dass die Vergangenheit aufgedeckt wird. Hanna und ihre Tochter haben sich schnell Feinde geschaffen.

Der Anfang dieses Romans zieht sich etwas und wirkt vorhersehbar, doch sobald die dunkle Vergangenheit ins Spiel kommt, fällt es schwer das Buch aus der Hand zu lassen. Schicht um Schicht der vergangenen Ereignisse wird aufgedeckt.

Diese Geschichte beruht auf wahre Geschehnisse und es ist wohl das persönlichste Buch der Autorin, da auch zwei ihrer Geschwister verschickt wurden. Die Berichte über das Erleben der Kinder macht betroffen. Es ist gut und wichtig, dass diese Geschichte erzählt wird.

Die Erzählung in der heutigen Zeit hingegen ist etwas enttäuschend. Mutter und Tochter verlieben sich gleich am ersten Abend auf der Insel. Diese Schnelle wirkt etwas unglaubwürdig. Persönlich störe ich mich auch daran, wie unverbindlich die geschlechtliche Liebe dargestellt wird.

Fazit: Ein spannender Roman über ein dunkles Kapitel der Geschichte. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 10.07.2025

Familiengeheimnisse

Was wir für wahr gehalten haben
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November 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch ...

November 1969: Mattie ist auf dem Weg nach Hause. Ein ganzes Jahr lang wollte sie nichts mit ihrer Familie zu tun haben – zu groß war der Schmerz nach dem Tod ihres Zwillingsbruders im Vietnamkrieg. Doch nun ist ihre Mutter schwer krank und könnte bald sterben. Wie wird es Mattie nach dieser langen Zeit in der Ferne zuhause ergehen? Kann sie mit ihrem Vater Frieden schließen?

Januar 1942: Auch Ava muss mit einem schweren Verlust zurechtkommen. Mit nur 21 Jahren ist sie plötzlich verwitwet – ihr Mann, der in Pearl Harbor diente, überlebt den Angriff nicht. Nun lebt Ava allein mit ihrer feindseligen Schwiegermutter im Elternhaus ihres Mannes. Eine Anstellung auf einem nahegelegenen Militärstützpunkt bietet ihr die willkommene Gelegenheit, dem Alltag zu entkommen.

Dezember 1941: Der deutsche Student Gunther wird festgenommen. Er versteht nicht, weshalb man ihn der Spionage verdächtigt. Er ist kein Nazi – im Gegenteil: Er lebt in Amerika, weil er dem Nazi-Regime entfliehen wollte. Doch die Beamten glauben ihm nicht. Gunther wird in ein Internierungslager gebracht.

Abwechselnd wird die Geschichte dieser drei Menschen erzählt – bei den beiden Frauen in der Ich-Form, bei Gunther in der dritten Person.

Es ist interessant, aus unterschiedlichen Perspektiven über den berüchtigten Vietnamkrieg zu lesen. Neu für mich waren die Passagen über die Internierung deutscher Staatsangehöriger in den USA während des Zweiten Weltkriegs.

Spannend ist, wie sich die verschiedenen Erzählstränge miteinander verbinden. Alte Briefe offenbaren ein verborgenes Familiengeheimnis. Allerdings lässt sich manches beim Lesen frühzeitig erahnen.

Am Ende des Buches bleiben einige wichtige Fragen unbeantwortet, was etwas enttäuschend ist. Die Charaktere sind sympathisch, wirken jedoch stellenweise etwas zu stereotyp. Dieser christliche Roman enthält einige Hinweise auf den Glauben, doch die Gottesfrage bleibt eher im Hintergrund.

Fazit: Ein spannender Liebesroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Vor dem Hintergrund zweier bedeutender Kriege werden Familiengeheimnisse aufgedeckt und es wird die Frage gestellt, wie Menschen mit schweren Schicksalsschlägen umgehen können.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Wem gehört die Insel?

Die Legende
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Die bekannte Autorin Mercer Mann braucht dringend neue Inspiration. Ihr Verlag wartet bereits ungeduldig auf den nächsten Roman, doch die zündende Idee lässt auf sich warten. Da erzählt ihr ein guter Freund ...

Die bekannte Autorin Mercer Mann braucht dringend neue Inspiration. Ihr Verlag wartet bereits ungeduldig auf den nächsten Roman, doch die zündende Idee lässt auf sich warten. Da erzählt ihr ein guter Freund von einer wahren, düsteren Geschichte, die sich ganz in ihrer Nähe zugetragen hat. Mercer ist sofort fasziniert. Das könnte die Grundlage für ihr nächstes Buch sein.

Ein Teil dieser Geschichte wurde bereits von einer Frau namens Lovely niedergeschrieben. Ein Buch, das kaum jemand gelesen hat. Es erzählt von einer Insel, auf der einst entflohene Sklaven Zuflucht fanden. Die Erinnerungen an ihre Gefangennahme und die grausame Überfahrt über den Atlantik sind erschütternd und tief bewegend.

Lovely ist die letzte Nachfahrin jener Menschen und betrachtet die Insel als ihr Eigentum, obwohl sie schon lange auf dem Festland lebt. Sie will das Land ihrer Vorfahren um jeden Preis verteidigen, denn dort sind ihre Ahnen begraben. Doch eine mächtige Firma plant, auf der Insel eine luxuriöse Ferienanlage zu errichten. Ein ungleicher Kampf beginnt, der an David gegen Goliath erinnert.

Der Roman ist vor allem dann packend, wenn er sich auf die Geschichte von Lovelys Vorfahren konzentriert. Diese Rückblicke sind intensiv und emotional. Weniger überzeugend ist hingegen die Schilderung des Rechtskampfes, der sich zieht und gelegentlich an Spannung verliert. Zwar lockern witzige Dialoge und Ereignisse das Geschehen auf, doch fehlt in vielen Passagen die emotionale Tiefe. Die Ereignisse werden oft zu sachlich und distanziert erzählt, wodurch die Charaktere fremd bleiben.

Das Ende ist etwas enttäuschend. Es verläuft ohne große Überraschungen und wirkt etwas belanglos. Dennoch lohnt sich die Lektüre über dieses wichtige historische Thema. Grisham schreibt engagiert über soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und politische Machtspiele. Die Passagen über die unmenschliche Behandlung von Sklaven, die so eindringlich erzählt werden, sind erschütternd und bleiben im Gedächtnis.

Fazit: Ein lesenswerter Roman eines bekannten Bestseller Autors. Besonders die historischen Aspekte beeindrucken nachhaltig, während andere Teile etwas langatmig geraten. Ein Buch, das nachdenklich macht und berührt.