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Veröffentlicht am 09.09.2025

Bonus mit Logan Buckley

Gentle Heart
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Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ...

Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ihr Happy End bekommen haben. Auch bei Kasten wirkte es nach Rosie und Adam abgeschlossen, aber Scarlet Luck hat natürlich noch genug Charaktere, um auch deren Geschichten zu erzählen. Dementsprechend war es schon eine echte Überraschung, dass wir noch einmal zurückgehen und Ashley und Logan begleiten.

Die Geschichte von Ashley und Logan läuft in Stellen parallel zu den ersten beiden Bänden, wir kennen also Schnipsel. Gerade das hat natürlich dann neugierig gemacht und dementsprechend wollte ich es mir trotz der Wartezeit jetzt nicht entgehen lassen. Ich gebe zu, dass es anfangs etwas komplex war. Ich musste in der Band für mich einige etwas sortieren, aber spätestens durch die kleinen Momente von Rosie und Adam, die wir schon kennen, war ich überrascht, wie viel wieder zu mir zurückgekommen ist. Von Lyx lese ich normalerweise immer die Bücher, die mich interessieren, aber da Hörbücher bei mir anteilig immer mehr werden, war „Gentle Heart“ jetzt mein erster Ausflug bei Lyx Audio. Yesim Meisheit und Nicolás Artajo waren für mich sehr schöne Stimmen für die beiden Figuren. Gerade bei Artajo musste ich an die alten „Bianca – Wege zum Glück“-Zeiten denken, meine erste Telenovela, die ich leidenschaftlich verfolgt habe. Und Artajo hatte da schon immer etwas sehr Sanftes, was ihn für Hörbücher echt prädestiniert. Gerade zu Logan passte er dann auch echt hervorragend, weil der Gitarrist einfach eine sehr, sehr liebe Seele ist.

Logan Buckley kennen wir durch die Reihe schon etwas mehr als Ashley, die als Solokünstlerin zwar auch ihre Auftritte hatte, aber sie war doch isoliert, während wir Bandmomente genug bekommen haben. Und auch wenn es also bei ihm mehr war, war ich doch positiv überrascht, wie viel Neues wir zu ihm bekommen hat. Aber auch bei dem schon bekannten Zocken auf Veranstaltungen war es extrem interessant, seine Gedanken dahinter zu verstehen und ihn so einfach besser kennenzulernen. Er wirkt immer vertieft in etwas, aber er ist so aufmerksam, hat eine enorme Menschenkenntnis und eine Art, alles automatisch zu beruhigen. Ashley ist dagegen einfach etwas aufgekratzter, aber keinesfalls abgedreht, dafür ist sie durch das Leben und ihren Ex Ben schon zu sehr gezeichnet. Dennoch sind die Unterschiede offensichtlich da. Es ist dann interessant, wie sie sich näher kennenlernen und wie sich alles entwickelt. Es ist keine Liebesgeschichte, die uns in wenigen Wochen etwas erzählt, nein, es gibt schon größere Zeitsprünge, die bei Parallelen zu den ersten beiden Bänden helfen sollen, die aber auch unterstreichen, dass es lange Zeit auf die Ferne ein Kennenlernen ist, wie bei Rosie und Adam schon. Das ist für Liebesgeschichten selten förderlich, aber es ist angesichts ihrer Jobs einfach logisch und konsequent.

Ich mochte die Chemie zwischen den Figuren sehr. Logan hat mit seiner ganzen Art ohnehin alles besser gemacht und ich habe in der Hauptsache ihm alles Gute gewünscht. Aber Ashley ist als Figur auch sehr würdig, dass man die beiden gerne zusammen sieht. Vor allem im letzten Viertel ist sie für mich sehr selbstlos und richtig menschlich, sodass ich da spätestens am Haken war, dass es zwischen ihnen einfach märchenhaft ist. Auf der inhaltlichen Ebene und bei der Wahl gewisser Schwerpunkte, da war ich wiederum nicht völlig mitgerissen. Durch das Hörbuch bin ich wunderbar durch alles geglitten, aber dennoch habe ich mir anschließend meine Gedanken gemacht, wo ich gerne noch mehr gehabt hätte. Gerade weil beide Musiker sind, hätte ich mir genau dieses Arbeitsfeld intensiver beleuchtet gewünscht. Bei dem anderen Paar war nur Adam der Musiker, aber hier haben wir beide und das hätte eine wunderbare Ebene der Kommunikation sein können. Aber bis auf Preisverleihungen und gewisse Auftrittssequenzen war das einfach etwas wenig. Auch weil Ashleys Album als sehr verletzlich bezeichnet wurde, wären daraus Texte sehr interessant gewesen. Zumal ich im Verhältnis auch fand, dass sie und ihr soziales Umfeld deutlich geringer beleuchtet wurden. Umgekehrt fand ich aber die ganzen Enthüllungen zu Logan sehr, sehr gut. Das waren interessante Themen und auch welche, die man selten erlebt. Dementsprechend war es auch auf der Ebene sehr lesenswert.

Fazit: Es ist wirklich schön, dass wir von Mona Kasten aus der Welt von Scarlet Luck nochmal Nachschub bekommen haben. „Gentle Heart“ ist für diese konkrete Geschichte eine tolle Titelwahl, denn ich mochte beide Charaktere sehr, aber Logan Buckley ist echt eine Liga für sich. Ich mochte die Chemie und ich mochte vor allem auch das Paar und die verschiedenen Stationen ihrer gemeinsamen Geschichte. Dennoch gab es Teile, die ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht hätte. Aber mehr von etwas zu wollen, ist auch auf eine Art ein Kompliment.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Isoliert auf der Insel und dadurch intensiv

Lessons in Falling
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Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass ...

Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass man nur kurz blinzeln konnte. Da gehört für mich die College-Reihe von Selina Mae zu, die mit „Lessons in Falling“ ihren Abschluss findet.

Caden und Valentina habe ich beide in den beiden Bänden zuvor als nicht so dominant empfunden, dementsprechend muss ich sagen, dass sich dieser finale Band wie ein Standalone-Roman anfühlte. Das wurde auch nochmal dadurch verstärkt, dass wir nicht an der Hall Beck-Universität sind (schon mutig, vor allem wenn der Untertitel so klar Bezug darauf nimmt), sondern im Sommerurlaub auf einer Insel. Auch wenn Caden und Valentina nicht die einzigen sind, die wir haben, aber es wirkt deutlich isolierter, auch wegen des zeitlichen Faktors, weil wir nur die wenigen Monate haben. Schlecht fand ich das keinesfalls, denn da ich es jetzt am Ende des Sommers gelesen habe, konnte ich die Stimmung davon gut aufsaugen. Zudem ist so eine abgeschiedene Erzählung automatisch intensiv, denn ich muss sagen, dass an Charakterarbeit sehr viel für beide getan wurde und es gab auch viele intensive Gespräche. Aber es hat natürlich auch automatisch eine Hypothek dabei, denn in so einem klar begrenzten Setting kann man sich nicht so sehr ausprobieren oder auf andere Figuren entfalten. Caden und Valentina sind in diesem Sommer völlig abgeschieden von weiteren Freunden und Familie. Dabei gab es Themen, die sie sehr betrifft und da hätte ich mir etwas mehr Verbindungen gewünscht, die man auch sieht. Aber das sind einfach gewisse Konsequenzen, wenn man sich für eine Erzählart entscheidet. Mae hat immerhin am Ende auch einen Zeitsprung, der fängt etwas auf.

Ich habe im Grunde alle drei Bücher von Selina Mae gerne gelesen, aber sie hat auch etwas, womit sie mich immer irritiert. Während ihr beispielsweise die Chemie zwischen Caden und Valentina großartig gelungen ist (damit wohl meine Lieblinge), so finde ich gewisse inhaltliche Rahmen etwas seltsam und da gehört vor allem der Grund dazu, warum die beiden aus sich ein Geheimnis machen. Das Leben bietet so viele Hürden und Stolperfallen, größere und kleinere und da finde ich es für eine Autorin schade, wenn man die eigene Idee auf einer solchen Banalität aufbaut. Zumal es am Ende auch innerhalb der Handlung ad absurdum geführt wird. Insgesamt fand ich die Idee einfach nicht natürlich, sondern total übertrieben und das hat einen Teil der Stimmung gekippt. Ansonsten fand ich aber, dass es sehr konsequent dargestellt war, wer die beiden als Menschen sind. Beide sind im Grunde Kümmerer, die sich an Versprechen gebunden sehen, die Verantwortung übernehmen, aber dabei ein Teil von sich selbst hinter dem Berg halten. Es war auch einfach schön, dass sie ehrlich miteinander reden konnten. Natürlich gab es auch Missverständnisse, das gehört wohl einfach dazu, aber beide haben früh Verletzlichkeit miteinander geteilt.

Die Freundesclique ist auch eine gute Idee gewesen. Zwar wäre es sicherlich möglich gewesen, mehr Freundschaftsmomente zwischen die Paarung zu erzählen, aber ich habe die entsprechende Stimmung dennoch aufnehmen können. Es hatte etwas sehr Heimisches, Familiäres. Insgesamt ließ es sich wirklich gut weglesen.

Fazit: Angesichts des Marketings für die Reihe ist dieser isolierte Auslug auf die Insel sicherlich mutig, aber mir hat es gefallen, weil es so noch perfekt in die Jahreszeit passte. Die Liebesgeschichte zwischen Valentina und Caden war prickelnd und anziehend gestaltet, aber die Ausgestaltung des Dramas war doch sehr übertrieben. Insgesamt aber eine Reihe, die mir gefallen hat. Ich bin gespannt, was Selina Mae nun als nächstes macht.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Suspense auf dem Gaspedal

Broken Prince
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Für mich war „Dark Cinderella“ das erste Buch von Anya Omah. Dementsprechend war es schon interessant, überhaupt ihren Schreibstil kennenzulernen, dass sie sich wichtigen Themen widmet. Natürlich habe ...

Für mich war „Dark Cinderella“ das erste Buch von Anya Omah. Dementsprechend war es schon interessant, überhaupt ihren Schreibstil kennenzulernen, dass sie sich wichtigen Themen widmet. Natürlich habe ich auch bemängelt, dass der Suspense-Teil zwischendurch verloren ging, aber bei anderen habe ich das viel deutlicher wahrgenommen, möglicherweise auch, weil sie die Autorin schon gut kannten. Nun kenne ich Omah aber in ihrem Stil, was fällt mir daher jetzt auf?

Ich habe auch „Broken Prince“ als Hörbuch gehabt und dementsprechend hatte ich wieder Chantal Busse und Vincent Fallow als Stimmen von Maximilian und Sofia im Ohr gehabt und es hat für mich erneut sehr gut funktioniert. Die beiden haben die stellenweise sehr emotionalen Sequenzen gut mit ihren Stimmen gefüllt und für mich sind sie wirklich diese beiden Figuren geworden. Schaue ich mir nun den größten Kritikpunkt am ersten Band genauer an, dann muss man sagen, Omah hat sich offenbar wirklich alles aufgespart. Ich fand den zweiten Band, was die Spannung anging, echt sehr mitreißend und neugierig machend. Wir hatten nun mal diesen extrem spannenden Cliffhanger und dementsprechend wurde da direkt angesetzt und die Situation genial ausgenutzt. Man hängt direkt wieder an den Lippen der Erzähler und will nun wissen, wer hat Sofia überfallen, wie hängt alles zusammen?

Dadurch, dass Sofia und Maximilian zunächst auch räumlich voneinander entfernt sind, wurde auch das gut genutzt, um die beiden Figuren individuell weiter wachsen zu lassen, aber immer Fragezeichen zu errichten, sodass man doch unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Bei Sofia hat man deutlich gemerkt, dass sie sich nicht mehr aufhalten lassen wird, Antworten zu ihrer vermissten Freundin zu bekommen. Während man in Band 1 schon mal glauben konnte, dass sie alles aus den Augen verloren hat, kann man das hier nicht mehr behaupten. Da ist Zug drin und ich fand auch, dass es der Autorin gut gelungen ist, Stück für Stück Hinweise zu platzieren, Ergebnisse zu liefern, aber bis zum Ende etwas offenzuhalten. Hier wurde Suspense also absolut erfüllt. Ich finde die finale Lösung tatsächlich heftig und auch eher ungewöhnlich für die Gesamtgeschichte. Aber dennoch passte alles zusammen und dem Genre wurde definitiv Gerechtigkeit verschafft.

Auch wenn der zweite Band diesen Teil für mich überzeugend erfüllt hat, so gab es doch Momente, die mich dann etwas rausgerissen haben und das war viel in den gemeinsamen Szenen von Maximilian und Sofia. Da sie wesentlich mehr wusste als er und dementsprechend skeptisch war, so fand ich die intimen Momente dann einfach zu viel und vom Timing her nicht ideal. Die Liebesgeschichte sollte natürlich weiter vorangetrieben werden, aber ich musste doch sehr an Marie Niehoff denken, bei der die intimen Szenen dann den Sturm schon heraufbeschworen haben, weil jegliche Vernunft ausgeschaltet war. Das mag für Autoren ein Zeichen sein, wie sehr das alles vorherbestimmt ist, aber ich finde es einfach irritierend und passt auch nicht immer zu dem Bild, was ich gerade von Frauen gerne vermittelt sehe. Wir alle sind gefühlsgesteuert, aber eben nicht nur.

Unterm Strich ist die Liebesgeschichte für mich im Endeffekt kein absolutes Highlight, an das ich immer schwärmend zurückdenken werde. Aber obwohl es zwischendurch kurz schwierig wurde, wurde der Bogen absolut gekriegt. Auf eine Art wurde es dann wieder spannend, als es vorbei war, denn die Zukunft des Königshauses, wie alles verändert wird, da wäre doch einiges gewesen, was man noch gut in einem dritten Band hätte verfolgen können. Dann hätte Suspense nicht mehr gepasst, aber vielleicht wäre dann Omahs Interesse für gewisse Themen wie historische Aufarbeitung etc. besser durchgekommen.

Fazit: Ich fand „Broken Prince“ für die Gestaltung des Suspense-Anteils definitiv deutlich besser als der erste Band. Dafür gab es in der Liebesgeschichte auf einmal Stolperstellen. Alles in allem aber eine empfehlenswerte Reihe, die nicht fehlerlos ist, die sich aber gerade hörend wunderbar konsumieren ließ.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Probleme romantisch abgehakt

Was wir leise hofften
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Brittainy C. Cherry schreibt selten Reihen, in denen alles miteinander zusammenhängt, aber die „Problems“-Reihe hat bewiesen, dass es ihr sehr gut steht und dass sie damit echt was von Heimeligkeit erzeugt, ...

Brittainy C. Cherry schreibt selten Reihen, in denen alles miteinander zusammenhängt, aber die „Problems“-Reihe hat bewiesen, dass es ihr sehr gut steht und dass sie damit echt was von Heimeligkeit erzeugt, was man gerne immer wieder haben will. „Was wir leise hofften“ ist nun der Abschluss und beschert der ewig wandelnden Seele Willow ihr Happyend.

Zunächst einmal: War der Inhalt des dritten Buchs vorab so unbekannt, dass ich gleich zwei völlig falsche Klappentexte zu lesen bekommen habe? In einem fungiert Willow als Kindermädchen, im anderen spielt die Liebesgeschichte in Honey Creek, was definitiv nicht der Fall ist. Aber wenn wir das mal weglassen, ja, ich war erst etwas enttäuscht, dass der Abschlussband fast komplett nicht in Honey Creek gespielt hat. Die Kleinstadt war quasi selbst ein Star der Reihe, denn man hatte die ganzen Nebenfiguren besser kennengelernt, durch viele Firmen und Läden dort fühlte man sich selbst fast wie ein Bewohner, da wollte ich da eigentlich gerne noch einmal Urlaub machen. Stattdessen spielt alles in einer anderen Kleinstadt, fünf Stunden entfernt. Auch wenn es im Handlungsverlauf alles gepasst hat und wir noch einmal ein ganzes Set interessanter neuer Figuren kennenlernen durfte, ganz verwunden habe ich die Entscheidung nicht. Man findet seine große Liebe nicht immer vor der Haustüre, das ist mir bewusst, aber ich hätte die Kingsley-Schwestern und ihren Vater Michael in meiner Fantasie gerne für immer in Honey Creek gewünscht.

So, nachdem wir den Kritikpunkt abgehakt haben, schauen wir aber auf die Geschichte, die uns geboten wird. Ich mochte die beiden Einstiegskapitel sehr. Wir erleben Willow und Theo jeweils sehr jung und bekommen zwei sehr entscheidende Momente ihres Lebens erzählt. Das hat deutlich gezeigt, warum diese beiden Figuren sich einmal sehr wichtig werden, weil sie sehr ähnliche Dämonen haben. Wenn sie dann tatsächlich aufeinander treffen, dann merkt man, wie unterschiedlich sie aus ähnlicher Geschichte gereift sind. Das fand ich sehr passend, denn ich glaube, oft gelingt die Kommunikation nicht so gut, weil man nicht untereinander anerkennen kann, wie ähnlich man sich eigentlich doch ist und lieber nur auf die Unterschiede schaut. So könnte man eben sagen, Willow und Theo sind komplett verschieden, aber das finde ich gar nicht so sehr. Die Handlung selbst arbeitet immer wieder heraus, wo sie sich ergänzen, wo sie sich so gut verstehen, weil sie sich so ähnlich sind. Dementsprechend war ich auch wieder ein großer Fan der Liebesgeschichte. Cherry schafft es immer wieder, dass es zwischen den Paaren so tief und so verständnisvoll wirkt.

Ich war anfangs etwas skeptisch wegen Willow. Durch die ersten beiden Bände war mir klar, dass sie ganz anders als ich bin. Dieses Freigeistige, das Risikobehafte, das bin alles nicht ich und dementsprechend hatte ich es mir schwierig vorgestellt, mit ihr richtig mitfühlen zu können. Cherry hat Willows Geschichte aber durch die Anna-Handlung noch entscheidend ausgebaut und so kam für mich jetzt mehr Substanz dazu, sodass ich Willow immer besser verstehen konnte. Ich fand es großartig, als Theo sie immer mehr auf den Punkt analysiert hat und damit auch uns gezeigt hat, wer Willow wirklich ist. Er wiederum ist eine ideale Ergänzung zu Alex aus dem ersten Band. Damit wurde auch offensiv gespielt. Selbst wenn sie sich sehr ähneln, so ist Theo alleine durch seine Geschichte ein ganz eigener Typ. Zwar waren seine sehr impulsiven Ausbrüche sehr gewöhnungsbedürftig, aber es gab auch genug Passagen, in denen ich ihn sehr gut verstehen konnte. Er und seine Familie haben auf jeden Fall geholfen, auch dort etwas Familiäres zu empfinden.

Auch wenn ich die Geschichte insgesamt wieder sehr mochte, so gab es doch in der Summe zu viele Entscheidungen von Cherry, die ich nicht ganz verstanden habe. Ein bisschen was aus Theos Vergangenheit war seltsam und unvollständig für mich. Dazu fand ich die Kapitel aus der Sicht der Großeltern, Harry und Molly, wie aus dem Nichts und wenig sinnführend. Auch wenn solche langlebigen Liebesgeschichten wirklich herzerwärmend sind, aber konkret waren sie für die Handlung nicht entscheidend. Vielleicht hätte man da noch mehr in die tatsächlichen Charaktere investieren können. Stichwort Theo und seine Mutter und da geht es mir gar nicht um Versöhnung, da geht es mir um ein klares Gespräch, nach dem er weitermachen kann.

Fazit: „Was wir leise hofften“ ist ein schöner Abschluss der „Problems“-Reihe, der erneut mit einer berührenden Liebesgeschichte aufwartet. Die Paare fühlt man einfach. Dennoch ist es nicht mein Liebling, denn ein paar Entscheidungen von Cherry fand ich nicht ganz clever. Also ein Highlight mit Abstrichen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Tiefenpsychologisch clever

Himmelerdenblau
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Ich habe selten ein Marketing für ein Buch so früh starten sehen. Aber „Himmelerdenblau“ habe ich schon so oft wahrgenommen, schon so viel dazu gelesen, aber das Beste war auf jeden Fall das, was Autorin ...

Ich habe selten ein Marketing für ein Buch so früh starten sehen. Aber „Himmelerdenblau“ habe ich schon so oft wahrgenommen, schon so viel dazu gelesen, aber das Beste war auf jeden Fall das, was Autorin Romy Hausmann selbst zu diesem Buch geteilt hat. Was war ihre Motivation, was will sie damit aussagen und was hofft sie, dass es bei uns als Lesern auslöst. Für mich war es jetzt das erste Hausmann-Buch. Ich habe nur die Netflix-Adaption von „Liebes Kind“ gesehen und fand die echt toll, weswegen es für mich jetzt einfach an der Zeit war, auch mal selbst etwas von ihr zu lesen. Denn bei Serien kommt zwar die Geschichte durch, aber die Autorenstimme kennt man dann noch lange nicht.

Auch wenn ich noch das Vorwort las, in dem es viel darum geht, warum Theo Novak dement ist, war der Einstieg in das Buch dann doch extrem schwierig für mich. Ich will zwar den Hut ziehen, dass Hausmann sich so extrem bemüht hat, die Erkrankung von Theo in seinen Kapiteln zu integrieren, aber um in etwas hereinzukommen, komplex und schwierig. Auch wenn die Perspektive dann irgendwann wechselt, aber in der Gesamtsumme war es schwierig für mich zu sortieren, welche Figuren haben wir, wer hängt mit wem zusammen, wie ist die jeweilige Lebensrealität? Es waren viele Fragen, aber erstmal zu wenig Antworten. Ich hatte zuvor schon einige begeisterte Stimmen gelesen und dachte mir nach 50 Seiten, dass ich mich jetzt echt etwas zwingen muss, dass ich für die Antworten dran bleibe.

Tatsächlich hat sich das gelohnt, denn irgendwann ist der Sog entstanden, den ich mir erhofft habe. Ich konnte inzwischen die Perspektive von Theo viel besser einschätzen, diese Mischung aus klaren und verwirrten Momenten, auch wie es sprachlich gelöst wurde, um das besser einschätzen zu können. Ich habe auch Liv und Daniel als Perspektiven immer besser verstehen können. Daniel ist dazu da, uns durchgängig zu verwirren, Liv ist dann im Gegensatz dazu diejenige, die uns ein wenig durch das Geschehen leitet. Auch Theo hat ein Interesse an einer Antwort, aber er ist natürlich wesentlich unzuverlässiger und mehr von Instinkten getrieben. Mir hat aber auch bei Liv extrem gut gefallen, dass sie eigentlich eine sehr verunsicherte Figur ist, die ein Talent in sich hat, das großartig ist, aber sie macht dennoch Fehler. Aber gerade weil sie als Podcasterin nicht in etwas festgefahren ist, stößt sie auch zufällig auf Theorien, einfach weil ihr Geist in alle Richtungen wandern kann. Ich konnte das Trio aus den drei Charakteren also immer mehr wertschätzen, weil jede Perspektive entscheidend etwas beigetragen hat.

Ich würde dennoch gewisse Längen ansprechen wollen. Gerade die Podcast-Sequenzen zwischen Liv und Phil fand ich stellenweise zu lang. Ich habe erst gedacht, dass darin schon Antworten verborgen sind, aber im Endeffekt hatte ich eher den Eindruck, dass es Hausmann als True Crime-Fan Spaß gemacht hat, echte Fälle einzuarbeiten. Ich war dadurch aber verführt, diese Stellen zu überspringen. Das habe ich nicht gemacht, aber es ist kein gutes Zeichen, das zu wollen. Zumal wir durch die gescripten Sequenzen auch nichts über die Beziehung von Phil und Liv erfahren haben. Das ist so mein Kritikpunkt, dass es kleine Bremsklötze zwischendurch gab.

Aber ansonsten bin ich durchweg positiv. Denn ich fand die Figurentiefe jeweils top, ich mochte das Psychologische und wie dann immer mehr die Spannung zunimmt. Gerade am Ende greift alles so geschickt ineinander und doch wurde jede Theorie von mir immer wieder neu pulverisiert. Es gab echte Hammer in der Handlung, es gab immer noch eine Wendung. So war es bis zum allerletzten Wort echt gut gemacht. Es ist auf eine Art ein offenes Ende. Es ist auch nicht wirklich ein optimistisches Ende, es ist eher mitten aus dem Leben und das fand ich am Ende als Botschaft echt stark. Insgesamt fand ich die finale Lösung gut. Es gab zwar Nebenschauplätze, weil es echt viele Tote gab, bei denen ich mich dann noch gefragt habe, haben wir jetzt die finale Antwort eigentlich erhalten? Aber ich denke ja, denn Hausmann brauchte es zur Verwirrung, aber manche Dinge sind exakt so, wie sie scheinen, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Auch wenn es kompliziert angefangen hat, aber es war ein echtes Erlebnis, mein erstes Romy Hausmann-Buch jetzt mal gelesen zu haben. Durch die Netflix-Serie „Liebes Kind“ wusste ich ungefähr, wie sie schreibt und ich habe sie in „Himmelerdenblau“ auf jeden Fall wiedererkannt. Extrem spannend, extrem viel Liebe in der Figurengestaltung, viel Cleveres, viel Nachdenkliches, auch Längen, ja, aber unterm Strich eine große Empfehlung und sie habe ich nun fest auf dem Schirm.

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