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Veröffentlicht am 30.09.2025

Von Außenseitern zu Helden

Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist sein Untergang
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Ich fange wirklich viele Rezensionen damit an, wie viele deutsche Autoren ich mit schönen Covern schon im Auge behalten habe, aber konkret gelesen habe ich von ihnen bis zum berühmten Buch X nichts. Bei ...

Ich fange wirklich viele Rezensionen damit an, wie viele deutsche Autoren ich mit schönen Covern schon im Auge behalten habe, aber konkret gelesen habe ich von ihnen bis zum berühmten Buch X nichts. Bei Julia Pauss gilt das ebenfalls. Ich habe ihre anderen Bücher schon wahrgenommen, aber das Cover für ihre erste Romantasy „Heart of the Damned“ hat einfach nochmal richtig rausgestochen, sodass ich zugegriffen habe.

Ich habe den Auftakt der Dilogie als Hörbuch gehabt. Während ich Rebecca Veil schon öfters gehört habe und ihre Stimme auch sehr angenehm empfinde, muss ich nun schon zum zweiten Mal sagen, dass Fynn Engelkes als Hörbuchsprecher, gerade für romantische Inhalte, für mich nicht funktioniert. Es ist das zweite Mal nach „Foul Play“ von Laura Willud, dass ich ihn im Ohr habe und auch dort habe ich mich schon kritisch geäußert. Hauptknackpunkt ist für mich, wie Engelkes alle andere Charaktere intoniert, außer die Rolle, die er konkret darstellt. Das wirkt so künstlich und vor allem für die weiblichen Charaktere. Es war schon verrückt, wenn ich gerade Veil als Scarlett im Ohr hatte, dann wechselt die Perspektive und Engelkes gibt den Passagen der Figur etwas mit, was überhaupt nicht übereinstimmt und was wie eine Persiflage wirkt. Zum Glück waren die intensivsten Szenen alle aus Scarletts Sicht geschrieben, aber es gab genug Momente, in denen mich über die Art des Erzählens geärgert habe und dadurch den Faden beim Hören verloren habe. Das muss einfach nicht sein. Die Stimme funktioniert bei dieser Art von Geschichten für mich einfach nicht.

Kommen wir jetzt aber zum Inhalt. Romantasy hatte ich dieses Jahr noch nicht viel, dementsprechend hat mich das auf jeden Fall gereizt, aber ich fand es auch cool, weil der Markt sonst eher international in dem Genre besetzt ist, wir aber jetzt hier eine deutschsprachige Autorin haben. Ich kann auch gleich sagen, dass mich der Inhalt und die Aussicht, dass es in zwei Bänden über die Ziellinie kommen wird, sehr überzeugt. Denn das Tempo ist durchgängig hoch. Der Cliffhanger sitzt perfekt und es ist jetzt schon klar, dass genug Potenzial für einen zweiten Band da ist, ohne dass wir aber die Längen eines Zwischenbandes vermuten müssen. Das macht mich echt etwas aufgeregt. Auch wenn im Bereich Romantasy sicherlich viele Parallelen zu entdecken sind, so finde ich die ‚Zwangsehe‘ hier als Trope mit Scarletts Fähigkeiten extrem spannend. Der Anfang hat dadurch gleich mit Ausrufezeichen gearbeitet und wir sind schnell an einem Punkt gewesen, an dem man am Haken war.

Was ich aber als Kritik an dieser Stelle zwischen schieben möchte, das ist das World Building. Das ist für mich eigentlich immer der Aspekt, der zwischen fünf und vier Sternen unterscheidet, wenn ansonsten alles stimmt. Ich habe keine große Vorstellungskraft, gerade bei Fantasy brauche ich Hilfestellung. Ich brauche keinesfalls eine runtergebetete Einführung, aber ich profitiere auf jeden Fall davon, wenn relativ früh immer wieder was eingebunden wird, um mir die Welt sortieren zu können. Natürlich gibt es auch immer das Hindernis, dass man Enthüllungen haben möchte und darf als Autor dann an dieser Stelle nicht zu früh preisgeben. Es ist also ein Spagat, aber hier fand ich es insgesamt recht wenig. Ich habe die Welt für mich als relativ simpel abgespeichert und trotzdem hatte ich diverse Fragen im Kopf, wie wohl was wie passiert ist, was sind die Grenzen etc. In den Büchern hat man oft auch Landkarten, vielleicht sogar ein Glossar, was bei Hörbüchern so nie ideal abgebildet werden kann. Aber das war für mich eine Bewertungsaspekt, der mich neben der männlichen Hörbuchstimme auch beschäftigt hat.

Kommen wir nun aber wieder zurück zu dem, was funktioniert. Ich fand es gut, dass es relativ wenig Figuren insgesamt gab. Das war leichter zu sortieren und es hat dennoch gereicht, um die Handlung spannend zu gestalten. Auch die verschiedenen Arten von Beziehungen kam zur Geltung. Von Beziehungen mit vielen Vorurteilen, die sich positiver entwickeln, umgekehrt gefestigte Beziehungen, die Risse bekommen. Sofortige Seelenverwandtschaft. Es gab da viele Schichten. Scarlett und Ren funktionieren für mich auch als Helden der Geschichte. Scarlett als eher Antagonistin eingeführt, die aber ein Heldensein in sich hat, das immer wieder rausgekitzelt wird und umgekehrt Ren, den wir durch Scarletts Augen eigentlich eher suspekt betrachten, der aber aufgrund seiner Liebe für seine Heimat und sein Verantwortungsgefühl etwas anrührt. Mir hat auch das Miteinander sehr gut gefallen und dass beide jeweils für sich ihre großen Momente hatten, ohne sich immer gegenseitig retten zu müssen. Beide sind stark für sich und das zieht sie untereinander wohl auch an. Wie gesagt, es endet alles wirklich ideal. Es hat sich so viel aufgebaut und die Geschichte hat mit vielen verschiedenen Arten von Antagonisten gearbeitet. Die unsichtbaren, die Feinde in einem selbst und am Ende dann eben jemand, der sicherlich viel den zweiten Band dominieren wird. Dazu die ganzen Geheimnisse. Hier hat mich genug bei der Stange gehalten und ich bin sehr sicher, dass der zweite Band das auffangen wird, was hier initiiert wurde.

Fazit: „Heart of the Damned“ von Julia Pauss hat mich insgesamt auf jeden Fall überzeugt. Das World Building ist vielleicht etwas knapp und bei der Hörbuchversion hat mich die männliche Stimme etwas vertrieben, aber rein inhaltlich habe ich charakterlich, von den Wendungen und der Spannung her viel geboten bekommen. Das Niveau wird im Abschluss sicherlich bestätigt werden.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Bonus mit Logan Buckley

Gentle Heart
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Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ...

Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ihr Happy End bekommen haben. Auch bei Kasten wirkte es nach Rosie und Adam abgeschlossen, aber Scarlet Luck hat natürlich noch genug Charaktere, um auch deren Geschichten zu erzählen. Dementsprechend war es schon eine echte Überraschung, dass wir noch einmal zurückgehen und Ashley und Logan begleiten.

Die Geschichte von Ashley und Logan läuft in Stellen parallel zu den ersten beiden Bänden, wir kennen also Schnipsel. Gerade das hat natürlich dann neugierig gemacht und dementsprechend wollte ich es mir trotz der Wartezeit jetzt nicht entgehen lassen. Ich gebe zu, dass es anfangs etwas komplex war. Ich musste in der Band für mich einige etwas sortieren, aber spätestens durch die kleinen Momente von Rosie und Adam, die wir schon kennen, war ich überrascht, wie viel wieder zu mir zurückgekommen ist. Von Lyx lese ich normalerweise immer die Bücher, die mich interessieren, aber da Hörbücher bei mir anteilig immer mehr werden, war „Gentle Heart“ jetzt mein erster Ausflug bei Lyx Audio. Yesim Meisheit und Nicolás Artajo waren für mich sehr schöne Stimmen für die beiden Figuren. Gerade bei Artajo musste ich an die alten „Bianca – Wege zum Glück“-Zeiten denken, meine erste Telenovela, die ich leidenschaftlich verfolgt habe. Und Artajo hatte da schon immer etwas sehr Sanftes, was ihn für Hörbücher echt prädestiniert. Gerade zu Logan passte er dann auch echt hervorragend, weil der Gitarrist einfach eine sehr, sehr liebe Seele ist.

Logan Buckley kennen wir durch die Reihe schon etwas mehr als Ashley, die als Solokünstlerin zwar auch ihre Auftritte hatte, aber sie war doch isoliert, während wir Bandmomente genug bekommen haben. Und auch wenn es also bei ihm mehr war, war ich doch positiv überrascht, wie viel Neues wir zu ihm bekommen hat. Aber auch bei dem schon bekannten Zocken auf Veranstaltungen war es extrem interessant, seine Gedanken dahinter zu verstehen und ihn so einfach besser kennenzulernen. Er wirkt immer vertieft in etwas, aber er ist so aufmerksam, hat eine enorme Menschenkenntnis und eine Art, alles automatisch zu beruhigen. Ashley ist dagegen einfach etwas aufgekratzter, aber keinesfalls abgedreht, dafür ist sie durch das Leben und ihren Ex Ben schon zu sehr gezeichnet. Dennoch sind die Unterschiede offensichtlich da. Es ist dann interessant, wie sie sich näher kennenlernen und wie sich alles entwickelt. Es ist keine Liebesgeschichte, die uns in wenigen Wochen etwas erzählt, nein, es gibt schon größere Zeitsprünge, die bei Parallelen zu den ersten beiden Bänden helfen sollen, die aber auch unterstreichen, dass es lange Zeit auf die Ferne ein Kennenlernen ist, wie bei Rosie und Adam schon. Das ist für Liebesgeschichten selten förderlich, aber es ist angesichts ihrer Jobs einfach logisch und konsequent.

Ich mochte die Chemie zwischen den Figuren sehr. Logan hat mit seiner ganzen Art ohnehin alles besser gemacht und ich habe in der Hauptsache ihm alles Gute gewünscht. Aber Ashley ist als Figur auch sehr würdig, dass man die beiden gerne zusammen sieht. Vor allem im letzten Viertel ist sie für mich sehr selbstlos und richtig menschlich, sodass ich da spätestens am Haken war, dass es zwischen ihnen einfach märchenhaft ist. Auf der inhaltlichen Ebene und bei der Wahl gewisser Schwerpunkte, da war ich wiederum nicht völlig mitgerissen. Durch das Hörbuch bin ich wunderbar durch alles geglitten, aber dennoch habe ich mir anschließend meine Gedanken gemacht, wo ich gerne noch mehr gehabt hätte. Gerade weil beide Musiker sind, hätte ich mir genau dieses Arbeitsfeld intensiver beleuchtet gewünscht. Bei dem anderen Paar war nur Adam der Musiker, aber hier haben wir beide und das hätte eine wunderbare Ebene der Kommunikation sein können. Aber bis auf Preisverleihungen und gewisse Auftrittssequenzen war das einfach etwas wenig. Auch weil Ashleys Album als sehr verletzlich bezeichnet wurde, wären daraus Texte sehr interessant gewesen. Zumal ich im Verhältnis auch fand, dass sie und ihr soziales Umfeld deutlich geringer beleuchtet wurden. Umgekehrt fand ich aber die ganzen Enthüllungen zu Logan sehr, sehr gut. Das waren interessante Themen und auch welche, die man selten erlebt. Dementsprechend war es auch auf der Ebene sehr lesenswert.

Fazit: Es ist wirklich schön, dass wir von Mona Kasten aus der Welt von Scarlet Luck nochmal Nachschub bekommen haben. „Gentle Heart“ ist für diese konkrete Geschichte eine tolle Titelwahl, denn ich mochte beide Charaktere sehr, aber Logan Buckley ist echt eine Liga für sich. Ich mochte die Chemie und ich mochte vor allem auch das Paar und die verschiedenen Stationen ihrer gemeinsamen Geschichte. Dennoch gab es Teile, die ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht hätte. Aber mehr von etwas zu wollen, ist auch auf eine Art ein Kompliment.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Isoliert auf der Insel und dadurch intensiv

Lessons in Falling
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Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass ...

Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass man nur kurz blinzeln konnte. Da gehört für mich die College-Reihe von Selina Mae zu, die mit „Lessons in Falling“ ihren Abschluss findet.

Caden und Valentina habe ich beide in den beiden Bänden zuvor als nicht so dominant empfunden, dementsprechend muss ich sagen, dass sich dieser finale Band wie ein Standalone-Roman anfühlte. Das wurde auch nochmal dadurch verstärkt, dass wir nicht an der Hall Beck-Universität sind (schon mutig, vor allem wenn der Untertitel so klar Bezug darauf nimmt), sondern im Sommerurlaub auf einer Insel. Auch wenn Caden und Valentina nicht die einzigen sind, die wir haben, aber es wirkt deutlich isolierter, auch wegen des zeitlichen Faktors, weil wir nur die wenigen Monate haben. Schlecht fand ich das keinesfalls, denn da ich es jetzt am Ende des Sommers gelesen habe, konnte ich die Stimmung davon gut aufsaugen. Zudem ist so eine abgeschiedene Erzählung automatisch intensiv, denn ich muss sagen, dass an Charakterarbeit sehr viel für beide getan wurde und es gab auch viele intensive Gespräche. Aber es hat natürlich auch automatisch eine Hypothek dabei, denn in so einem klar begrenzten Setting kann man sich nicht so sehr ausprobieren oder auf andere Figuren entfalten. Caden und Valentina sind in diesem Sommer völlig abgeschieden von weiteren Freunden und Familie. Dabei gab es Themen, die sie sehr betrifft und da hätte ich mir etwas mehr Verbindungen gewünscht, die man auch sieht. Aber das sind einfach gewisse Konsequenzen, wenn man sich für eine Erzählart entscheidet. Mae hat immerhin am Ende auch einen Zeitsprung, der fängt etwas auf.

Ich habe im Grunde alle drei Bücher von Selina Mae gerne gelesen, aber sie hat auch etwas, womit sie mich immer irritiert. Während ihr beispielsweise die Chemie zwischen Caden und Valentina großartig gelungen ist (damit wohl meine Lieblinge), so finde ich gewisse inhaltliche Rahmen etwas seltsam und da gehört vor allem der Grund dazu, warum die beiden aus sich ein Geheimnis machen. Das Leben bietet so viele Hürden und Stolperfallen, größere und kleinere und da finde ich es für eine Autorin schade, wenn man die eigene Idee auf einer solchen Banalität aufbaut. Zumal es am Ende auch innerhalb der Handlung ad absurdum geführt wird. Insgesamt fand ich die Idee einfach nicht natürlich, sondern total übertrieben und das hat einen Teil der Stimmung gekippt. Ansonsten fand ich aber, dass es sehr konsequent dargestellt war, wer die beiden als Menschen sind. Beide sind im Grunde Kümmerer, die sich an Versprechen gebunden sehen, die Verantwortung übernehmen, aber dabei ein Teil von sich selbst hinter dem Berg halten. Es war auch einfach schön, dass sie ehrlich miteinander reden konnten. Natürlich gab es auch Missverständnisse, das gehört wohl einfach dazu, aber beide haben früh Verletzlichkeit miteinander geteilt.

Die Freundesclique ist auch eine gute Idee gewesen. Zwar wäre es sicherlich möglich gewesen, mehr Freundschaftsmomente zwischen die Paarung zu erzählen, aber ich habe die entsprechende Stimmung dennoch aufnehmen können. Es hatte etwas sehr Heimisches, Familiäres. Insgesamt ließ es sich wirklich gut weglesen.

Fazit: Angesichts des Marketings für die Reihe ist dieser isolierte Auslug auf die Insel sicherlich mutig, aber mir hat es gefallen, weil es so noch perfekt in die Jahreszeit passte. Die Liebesgeschichte zwischen Valentina und Caden war prickelnd und anziehend gestaltet, aber die Ausgestaltung des Dramas war doch sehr übertrieben. Insgesamt aber eine Reihe, die mir gefallen hat. Ich bin gespannt, was Selina Mae nun als nächstes macht.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Suspense auf dem Gaspedal

Broken Prince
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Für mich war „Dark Cinderella“ das erste Buch von Anya Omah. Dementsprechend war es schon interessant, überhaupt ihren Schreibstil kennenzulernen, dass sie sich wichtigen Themen widmet. Natürlich habe ...

Für mich war „Dark Cinderella“ das erste Buch von Anya Omah. Dementsprechend war es schon interessant, überhaupt ihren Schreibstil kennenzulernen, dass sie sich wichtigen Themen widmet. Natürlich habe ich auch bemängelt, dass der Suspense-Teil zwischendurch verloren ging, aber bei anderen habe ich das viel deutlicher wahrgenommen, möglicherweise auch, weil sie die Autorin schon gut kannten. Nun kenne ich Omah aber in ihrem Stil, was fällt mir daher jetzt auf?

Ich habe auch „Broken Prince“ als Hörbuch gehabt und dementsprechend hatte ich wieder Chantal Busse und Vincent Fallow als Stimmen von Maximilian und Sofia im Ohr gehabt und es hat für mich erneut sehr gut funktioniert. Die beiden haben die stellenweise sehr emotionalen Sequenzen gut mit ihren Stimmen gefüllt und für mich sind sie wirklich diese beiden Figuren geworden. Schaue ich mir nun den größten Kritikpunkt am ersten Band genauer an, dann muss man sagen, Omah hat sich offenbar wirklich alles aufgespart. Ich fand den zweiten Band, was die Spannung anging, echt sehr mitreißend und neugierig machend. Wir hatten nun mal diesen extrem spannenden Cliffhanger und dementsprechend wurde da direkt angesetzt und die Situation genial ausgenutzt. Man hängt direkt wieder an den Lippen der Erzähler und will nun wissen, wer hat Sofia überfallen, wie hängt alles zusammen?

Dadurch, dass Sofia und Maximilian zunächst auch räumlich voneinander entfernt sind, wurde auch das gut genutzt, um die beiden Figuren individuell weiter wachsen zu lassen, aber immer Fragezeichen zu errichten, sodass man doch unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Bei Sofia hat man deutlich gemerkt, dass sie sich nicht mehr aufhalten lassen wird, Antworten zu ihrer vermissten Freundin zu bekommen. Während man in Band 1 schon mal glauben konnte, dass sie alles aus den Augen verloren hat, kann man das hier nicht mehr behaupten. Da ist Zug drin und ich fand auch, dass es der Autorin gut gelungen ist, Stück für Stück Hinweise zu platzieren, Ergebnisse zu liefern, aber bis zum Ende etwas offenzuhalten. Hier wurde Suspense also absolut erfüllt. Ich finde die finale Lösung tatsächlich heftig und auch eher ungewöhnlich für die Gesamtgeschichte. Aber dennoch passte alles zusammen und dem Genre wurde definitiv Gerechtigkeit verschafft.

Auch wenn der zweite Band diesen Teil für mich überzeugend erfüllt hat, so gab es doch Momente, die mich dann etwas rausgerissen haben und das war viel in den gemeinsamen Szenen von Maximilian und Sofia. Da sie wesentlich mehr wusste als er und dementsprechend skeptisch war, so fand ich die intimen Momente dann einfach zu viel und vom Timing her nicht ideal. Die Liebesgeschichte sollte natürlich weiter vorangetrieben werden, aber ich musste doch sehr an Marie Niehoff denken, bei der die intimen Szenen dann den Sturm schon heraufbeschworen haben, weil jegliche Vernunft ausgeschaltet war. Das mag für Autoren ein Zeichen sein, wie sehr das alles vorherbestimmt ist, aber ich finde es einfach irritierend und passt auch nicht immer zu dem Bild, was ich gerade von Frauen gerne vermittelt sehe. Wir alle sind gefühlsgesteuert, aber eben nicht nur.

Unterm Strich ist die Liebesgeschichte für mich im Endeffekt kein absolutes Highlight, an das ich immer schwärmend zurückdenken werde. Aber obwohl es zwischendurch kurz schwierig wurde, wurde der Bogen absolut gekriegt. Auf eine Art wurde es dann wieder spannend, als es vorbei war, denn die Zukunft des Königshauses, wie alles verändert wird, da wäre doch einiges gewesen, was man noch gut in einem dritten Band hätte verfolgen können. Dann hätte Suspense nicht mehr gepasst, aber vielleicht wäre dann Omahs Interesse für gewisse Themen wie historische Aufarbeitung etc. besser durchgekommen.

Fazit: Ich fand „Broken Prince“ für die Gestaltung des Suspense-Anteils definitiv deutlich besser als der erste Band. Dafür gab es in der Liebesgeschichte auf einmal Stolperstellen. Alles in allem aber eine empfehlenswerte Reihe, die nicht fehlerlos ist, die sich aber gerade hörend wunderbar konsumieren ließ.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Probleme romantisch abgehakt

Was wir leise hofften
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Brittainy C. Cherry schreibt selten Reihen, in denen alles miteinander zusammenhängt, aber die „Problems“-Reihe hat bewiesen, dass es ihr sehr gut steht und dass sie damit echt was von Heimeligkeit erzeugt, ...

Brittainy C. Cherry schreibt selten Reihen, in denen alles miteinander zusammenhängt, aber die „Problems“-Reihe hat bewiesen, dass es ihr sehr gut steht und dass sie damit echt was von Heimeligkeit erzeugt, was man gerne immer wieder haben will. „Was wir leise hofften“ ist nun der Abschluss und beschert der ewig wandelnden Seele Willow ihr Happyend.

Zunächst einmal: War der Inhalt des dritten Buchs vorab so unbekannt, dass ich gleich zwei völlig falsche Klappentexte zu lesen bekommen habe? In einem fungiert Willow als Kindermädchen, im anderen spielt die Liebesgeschichte in Honey Creek, was definitiv nicht der Fall ist. Aber wenn wir das mal weglassen, ja, ich war erst etwas enttäuscht, dass der Abschlussband fast komplett nicht in Honey Creek gespielt hat. Die Kleinstadt war quasi selbst ein Star der Reihe, denn man hatte die ganzen Nebenfiguren besser kennengelernt, durch viele Firmen und Läden dort fühlte man sich selbst fast wie ein Bewohner, da wollte ich da eigentlich gerne noch einmal Urlaub machen. Stattdessen spielt alles in einer anderen Kleinstadt, fünf Stunden entfernt. Auch wenn es im Handlungsverlauf alles gepasst hat und wir noch einmal ein ganzes Set interessanter neuer Figuren kennenlernen durfte, ganz verwunden habe ich die Entscheidung nicht. Man findet seine große Liebe nicht immer vor der Haustüre, das ist mir bewusst, aber ich hätte die Kingsley-Schwestern und ihren Vater Michael in meiner Fantasie gerne für immer in Honey Creek gewünscht.

So, nachdem wir den Kritikpunkt abgehakt haben, schauen wir aber auf die Geschichte, die uns geboten wird. Ich mochte die beiden Einstiegskapitel sehr. Wir erleben Willow und Theo jeweils sehr jung und bekommen zwei sehr entscheidende Momente ihres Lebens erzählt. Das hat deutlich gezeigt, warum diese beiden Figuren sich einmal sehr wichtig werden, weil sie sehr ähnliche Dämonen haben. Wenn sie dann tatsächlich aufeinander treffen, dann merkt man, wie unterschiedlich sie aus ähnlicher Geschichte gereift sind. Das fand ich sehr passend, denn ich glaube, oft gelingt die Kommunikation nicht so gut, weil man nicht untereinander anerkennen kann, wie ähnlich man sich eigentlich doch ist und lieber nur auf die Unterschiede schaut. So könnte man eben sagen, Willow und Theo sind komplett verschieden, aber das finde ich gar nicht so sehr. Die Handlung selbst arbeitet immer wieder heraus, wo sie sich ergänzen, wo sie sich so gut verstehen, weil sie sich so ähnlich sind. Dementsprechend war ich auch wieder ein großer Fan der Liebesgeschichte. Cherry schafft es immer wieder, dass es zwischen den Paaren so tief und so verständnisvoll wirkt.

Ich war anfangs etwas skeptisch wegen Willow. Durch die ersten beiden Bände war mir klar, dass sie ganz anders als ich bin. Dieses Freigeistige, das Risikobehafte, das bin alles nicht ich und dementsprechend hatte ich es mir schwierig vorgestellt, mit ihr richtig mitfühlen zu können. Cherry hat Willows Geschichte aber durch die Anna-Handlung noch entscheidend ausgebaut und so kam für mich jetzt mehr Substanz dazu, sodass ich Willow immer besser verstehen konnte. Ich fand es großartig, als Theo sie immer mehr auf den Punkt analysiert hat und damit auch uns gezeigt hat, wer Willow wirklich ist. Er wiederum ist eine ideale Ergänzung zu Alex aus dem ersten Band. Damit wurde auch offensiv gespielt. Selbst wenn sie sich sehr ähneln, so ist Theo alleine durch seine Geschichte ein ganz eigener Typ. Zwar waren seine sehr impulsiven Ausbrüche sehr gewöhnungsbedürftig, aber es gab auch genug Passagen, in denen ich ihn sehr gut verstehen konnte. Er und seine Familie haben auf jeden Fall geholfen, auch dort etwas Familiäres zu empfinden.

Auch wenn ich die Geschichte insgesamt wieder sehr mochte, so gab es doch in der Summe zu viele Entscheidungen von Cherry, die ich nicht ganz verstanden habe. Ein bisschen was aus Theos Vergangenheit war seltsam und unvollständig für mich. Dazu fand ich die Kapitel aus der Sicht der Großeltern, Harry und Molly, wie aus dem Nichts und wenig sinnführend. Auch wenn solche langlebigen Liebesgeschichten wirklich herzerwärmend sind, aber konkret waren sie für die Handlung nicht entscheidend. Vielleicht hätte man da noch mehr in die tatsächlichen Charaktere investieren können. Stichwort Theo und seine Mutter und da geht es mir gar nicht um Versöhnung, da geht es mir um ein klares Gespräch, nach dem er weitermachen kann.

Fazit: „Was wir leise hofften“ ist ein schöner Abschluss der „Problems“-Reihe, der erneut mit einer berührenden Liebesgeschichte aufwartet. Die Paare fühlt man einfach. Dennoch ist es nicht mein Liebling, denn ein paar Entscheidungen von Cherry fand ich nicht ganz clever. Also ein Highlight mit Abstrichen.

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