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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2025

Stimmungsvolles Zeitbild mit kleineren Schwächen

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden
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Ich liebe historische Romane und war deshalb sehr gespannt auf Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden von Stefan Maiwald. Die Nachkriegszeit, ein traditionsreiches Familienunternehmen und zwei ...


Ich liebe historische Romane und war deshalb sehr gespannt auf Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden von Stefan Maiwald. Die Nachkriegszeit, ein traditionsreiches Familienunternehmen und zwei Schwestern, die sich behaupten müssen, das klang nach einer vielversprechenden Mischung. Und tatsächlich bietet die Geschichte atmosphärisch viel: Der Wiederaufbau, der Kampf ums wirtschaftliche Überleben, persönliche Verluste und auch zarte Bande zu den Amerikanern bilden ein stimmiges Gesamtbild.

Trotzdem hat mich das Buch nicht vollständig abgeholt. Es war eher ein eher langsames Annähern. Die Charaktere, besonders die beiden Schwestern, bleiben anfangs recht zurückhaltend und brauchten für meinen Geschmack zu lange, um greifbarer und nahbarer zu werden. Erst im späteren Verlauf konnte ich besser mit ihnen mitfiebern. Ein paar Nebenfiguren gingen mir hingegen völlig verloren, sie wurden eingeführt, dann aber nicht weiterentwickelt.

Trotzdem gab es viele gelungene Momente. Besonders kleinere, intime Szenen empfand ich als sehr lebendig und fein beobachtet. Auch der historische Hintergrund wurde sehr stimmig eingeflochten, ohne zu belehren.

Insgesamt ein solider Reihenauftakt mit Atmosphäre und gut recherchiertem Zeitkolorit, aber auch einigen Längen und stilistischen Stolpersteinen. Ich bin dennoch neugierig, wie es weitergeht. Potenzial für die Folgebände ist auf jeden Fall da.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Zwischen Schein und Sein - eine magisch-melancholische Reise

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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„Glory of Broken Dreams“ ist ein Buch, das mich mit seinem besonderen Setting sofort neugierig gemacht hat. Ein luxuriöses Hotel, das mehr zu sein scheint als nur ein Ort, eher eine Art Figur für sich ...

„Glory of Broken Dreams“ ist ein Buch, das mich mit seinem besonderen Setting sofort neugierig gemacht hat. Ein luxuriöses Hotel, das mehr zu sein scheint als nur ein Ort, eher eine Art Figur für sich , war für mich einer der großen Reize dieser Geschichte. Und auch wenn ich mit manchen Aspekten gehadert habe, bin ich insgesamt zufrieden zurückgeblieben.

Charlotte und Willem, eine Tänzerin mit großen Träumen und ein Boxer mit schwerem Gepäck, sind zwei Charaktere, die sich langsam annähern und deren Entwicklung man aus zwei Perspektiven miterlebt. Gerade Willem konnte ich emotional gut (be)greifen, seine Zerrissenheit war für mich nachvollziehbar. Charlotte war mir dagegen manchmal ein bisschen zu weit weg, obwohl ich sie gern begleitet habe. Es hat mir gefallen, dass die Autorin beiden genug Raum gibt, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, ohne dass die Liebesgeschichte zu viel überdeckt.

Ruby Brauns Stil ist gewohnt atmosphärisch. Sie schafft es, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, ohne sich in Details zu verlieren. Besonders gut hat mir gefallen, wie sie sensible Themen angeht, achtsam, aber ohne sie zu sehr zu beschönigen. Es gibt Passagen, die sind bedrückend, aber auch solche, die Hoffnung spenden. Das hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich die Vielzahl an offenen gebliebenen Fragen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte ein wenig verzettelt. Vielleicht klärt sich vieles im zweiten Band, aber mir hätte ein klarerer Fokus im ersten schon gereicht. Auch die Dynamik zwischen den Figuren hat noch Luft nach oben, an manchen Stellen wirkte sie etwas sprunghaft.

Trotzdem: Wer Geschichten mit düsterem Charme, einem Hauch Magie und leisen Zwischentönen mag, wird hier fündig. Für mich war es eine Mischung aus leuchtenden Momenten und kleinen Schatten, die am Ende aber eine insgesamt runde Leseerfahrung ergeben.

4 Sterne und Vorfreude auf Band zwei.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Geheimnisse hinter duftenden Mauern - atmosphärisch und besonders

Lavender House
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Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren ...


Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren Figuren. Das bringt eine besondere Dynamik und emotionale Tiefe mit sich.

Evander Mills, einst Polizist, wird nach seinem Outing gefeuert. Als ihn eine trauernde Witwe bittet, den Tod ihrer Frau zu untersuchen, landet er in einem Haushalt, der ihm erstmals echte Zugehörigkeit ermöglicht. Doch hinter der Fassade brodelt es, und der Tod der Matriarchin wirft viele Fragen auf.

Der Kriminalfall ist solide, wenn auch nicht in jeder Wendung überraschend. Dafür glänzt das Buch mit seinen vielschichtigen Charakteren und der stimmigen Atmosphäre. Besonders Andy als Hauptfigur wirkt sehr menschlich, verletzlich, zerrissen, glaubwürdig.

Etwas Luft hätte man der Geschichte nehmen können: Einige Motive wiederholen sich, und das Tempo ist nicht immer gleichmäßig. Dennoch: Wer Krimis mit Herz und historischem Flair mag, wird hier fündig.

Ich hoffe sehr, dass es mit Andy weitergeht.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wenn der Sommer zur Endzeit wird - packend, aber nicht perfekt

Aschesommer
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„Aschesommer“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Grundidee sofort gekriegt. Morde, die an das große Sterben der Erdgeschichte erinnern? Das ist definitiv nicht alltäglich. Und ja, es wird düster. Die Kombination ...

„Aschesommer“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Grundidee sofort gekriegt. Morde, die an das große Sterben der Erdgeschichte erinnern? Das ist definitiv nicht alltäglich. Und ja, es wird düster. Die Kombination aus Feuer, Eis, Asche und Wasser ist nicht nur kreativ, sie wirkt auch beängstigend real in einer Welt, in der wir selbst ständig Katastrophen am Horizont sehen.

Was mich besonders fasziniert hat: die konsequente Umsetzung dieser „Apokalypse im Kleinen“. Es geht nicht nur um Täter und Opfer, es geht um eine Welt, die langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Die Ermittlungen fühlen sich wie ein Wettlauf gegen etwas Größeres an. Und obwohl früh klar ist, wer die Fäden zieht, bleibt es spannend: Wie macht er das? Wer hilft ihm? Und was treibt ihn wirklich an?

Das Ermittlerteam um Mila und Jakob wirkt menschlich und engagiert. Sie denken nicht linear, sie denken kreuz und quer, und genau das braucht es in diesem Fall. Auch wenn ich finde, dass man manche persönlichen Abgründe nicht endlos wiederholen muss. Ja, Jakob und Mila haben ihre Päckchen zu tragen. Ich habe es beim ersten Mal verstanden, beim fünften oder zehnten Mal wurde es dann aber doch etwas ermüdend.

Spannend bleibt das Buch trotzdem. Die Atmosphäre passt, die Idee mit dem „Sterben als Kreislauf“ ist bedrückend, aber wirkungsvoll. Nur bei der Wiederholung mancher Details und Formulierungen hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht.

Insgesamt aber ein intelligenter Thriller mit düsterem Thema, spannender Ermittlungsarbeit und einem Hauch von Weltuntergang. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, auch wenn ich mir beim nächsten Mal etwas mehr Vertrauen in die Aufmerksamkeit der Leser wünsche.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Stimmiger Krimiauftakt mit Atmosphäre und Tiefgang

Gerächt sein sollst du
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„Gerächt sein sollst du“ hat mich positiv überrascht, ein Kriminalroman, der nicht mit Blut und Brutalität punkten will, sondern mit Tiefe, glaubwürdigen Figuren und einer klaren Erzählweise. Für mich ...

„Gerächt sein sollst du“ hat mich positiv überrascht, ein Kriminalroman, der nicht mit Blut und Brutalität punkten will, sondern mit Tiefe, glaubwürdigen Figuren und einer klaren Erzählweise. Für mich hat hier vieles gestimmt: Die Themen sind aktuell und gesellschaftlich relevant, ohne mit dem Holzhammer präsentiert zu werden, und die Charaktere wirken angenehm bodenständig und nachvollziehbar in ihrem Handeln.

Besonders hervorheben möchte ich die gelungene Atmosphäre: Kristiinankaupunki als Schauplatz war nicht nur Kulisse, sondern fast eine eigene Figur in der Geschichte. Obwohl ich noch nie dort war, hatte ich beim Lesen klare Bilder vor Augen, das spricht für die bildhafte Sprache der Autorin. Auch die Länge fand ich genau richtig: kein überflüssiger Ballast, sondern ein konzentrierter, gut strukturierter Plot.

Klar, ein klein wenig mehr Tempo oder ein zusätzlicher Spannungsbogen hätten die Geschichte vielleicht noch intensiver gemacht, aber insgesamt ist es ein sehr gelungener Start einer Reihe, von der ich auf jeden Fall mehr lesen möchte. Ein Krimi, der leise, aber eindringlich bleibt.

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