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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Geheimnisse hinter duftenden Mauern - atmosphärisch und besonders

Lavender House
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Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren ...


Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren Figuren. Das bringt eine besondere Dynamik und emotionale Tiefe mit sich.

Evander Mills, einst Polizist, wird nach seinem Outing gefeuert. Als ihn eine trauernde Witwe bittet, den Tod ihrer Frau zu untersuchen, landet er in einem Haushalt, der ihm erstmals echte Zugehörigkeit ermöglicht. Doch hinter der Fassade brodelt es, und der Tod der Matriarchin wirft viele Fragen auf.

Der Kriminalfall ist solide, wenn auch nicht in jeder Wendung überraschend. Dafür glänzt das Buch mit seinen vielschichtigen Charakteren und der stimmigen Atmosphäre. Besonders Andy als Hauptfigur wirkt sehr menschlich, verletzlich, zerrissen, glaubwürdig.

Etwas Luft hätte man der Geschichte nehmen können: Einige Motive wiederholen sich, und das Tempo ist nicht immer gleichmäßig. Dennoch: Wer Krimis mit Herz und historischem Flair mag, wird hier fündig.

Ich hoffe sehr, dass es mit Andy weitergeht.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wenn der Sommer zur Endzeit wird - packend, aber nicht perfekt

Aschesommer
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„Aschesommer“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Grundidee sofort gekriegt. Morde, die an das große Sterben der Erdgeschichte erinnern? Das ist definitiv nicht alltäglich. Und ja, es wird düster. Die Kombination ...

„Aschesommer“ hat mich mit seiner ungewöhnlichen Grundidee sofort gekriegt. Morde, die an das große Sterben der Erdgeschichte erinnern? Das ist definitiv nicht alltäglich. Und ja, es wird düster. Die Kombination aus Feuer, Eis, Asche und Wasser ist nicht nur kreativ, sie wirkt auch beängstigend real in einer Welt, in der wir selbst ständig Katastrophen am Horizont sehen.

Was mich besonders fasziniert hat: die konsequente Umsetzung dieser „Apokalypse im Kleinen“. Es geht nicht nur um Täter und Opfer, es geht um eine Welt, die langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Die Ermittlungen fühlen sich wie ein Wettlauf gegen etwas Größeres an. Und obwohl früh klar ist, wer die Fäden zieht, bleibt es spannend: Wie macht er das? Wer hilft ihm? Und was treibt ihn wirklich an?

Das Ermittlerteam um Mila und Jakob wirkt menschlich und engagiert. Sie denken nicht linear, sie denken kreuz und quer, und genau das braucht es in diesem Fall. Auch wenn ich finde, dass man manche persönlichen Abgründe nicht endlos wiederholen muss. Ja, Jakob und Mila haben ihre Päckchen zu tragen. Ich habe es beim ersten Mal verstanden, beim fünften oder zehnten Mal wurde es dann aber doch etwas ermüdend.

Spannend bleibt das Buch trotzdem. Die Atmosphäre passt, die Idee mit dem „Sterben als Kreislauf“ ist bedrückend, aber wirkungsvoll. Nur bei der Wiederholung mancher Details und Formulierungen hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht.

Insgesamt aber ein intelligenter Thriller mit düsterem Thema, spannender Ermittlungsarbeit und einem Hauch von Weltuntergang. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, auch wenn ich mir beim nächsten Mal etwas mehr Vertrauen in die Aufmerksamkeit der Leser wünsche.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Stimmiger Krimiauftakt mit Atmosphäre und Tiefgang

Gerächt sein sollst du
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„Gerächt sein sollst du“ hat mich positiv überrascht, ein Kriminalroman, der nicht mit Blut und Brutalität punkten will, sondern mit Tiefe, glaubwürdigen Figuren und einer klaren Erzählweise. Für mich ...

„Gerächt sein sollst du“ hat mich positiv überrascht, ein Kriminalroman, der nicht mit Blut und Brutalität punkten will, sondern mit Tiefe, glaubwürdigen Figuren und einer klaren Erzählweise. Für mich hat hier vieles gestimmt: Die Themen sind aktuell und gesellschaftlich relevant, ohne mit dem Holzhammer präsentiert zu werden, und die Charaktere wirken angenehm bodenständig und nachvollziehbar in ihrem Handeln.

Besonders hervorheben möchte ich die gelungene Atmosphäre: Kristiinankaupunki als Schauplatz war nicht nur Kulisse, sondern fast eine eigene Figur in der Geschichte. Obwohl ich noch nie dort war, hatte ich beim Lesen klare Bilder vor Augen, das spricht für die bildhafte Sprache der Autorin. Auch die Länge fand ich genau richtig: kein überflüssiger Ballast, sondern ein konzentrierter, gut strukturierter Plot.

Klar, ein klein wenig mehr Tempo oder ein zusätzlicher Spannungsbogen hätten die Geschichte vielleicht noch intensiver gemacht, aber insgesamt ist es ein sehr gelungener Start einer Reihe, von der ich auf jeden Fall mehr lesen möchte. Ein Krimi, der leise, aber eindringlich bleibt.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Drachen, Drama, Dilemma

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Ich hatte definitiv Spaß mit A Fate Forged in Fire. Dieses Buch ist wie ein heißblütiger Ritt auf einem temperamentvollen Drachen, du weißt nicht immer, wohin die Reise geht, aber runter willst du trotzdem ...

Ich hatte definitiv Spaß mit A Fate Forged in Fire. Dieses Buch ist wie ein heißblütiger Ritt auf einem temperamentvollen Drachen, du weißt nicht immer, wohin die Reise geht, aber runter willst du trotzdem nicht.

Aemyra ist absolut keine klassische Heldin. Sie ist überheblich, manchmal herrlich nervig und trifft Entscheidungen, bei denen ich kurz vorm Augenrollen war. Aber wenigstens bleibt sie sich treu. Sie weiß, dass sie die Thronerbin ist, muss aber ausharren, bis der aktuelle Herrscher ablebt. Leider läuft dabei nichts nach Plan, und plötzlich steckt sie mitten in einer politischen Schachpartie, verheiratet mit einem Mann, den sie angeblich töten will.

Fiorean, ihr „Feind“, ist natürlich düster, geheimnisvoll und emotional zerzaust. Eine Kombination, die mich jedes Mal aufs Neue abholt. Die Chemie zwischen den beiden war heftig, auch wenn sie sich mehr anschmachten als küssen. Aber das hat das Knistern nur verstärkt.

Was mir wirklich gefallen hat, war der Aufbau der Welt: Matriarchat, Magie, Drachen mit eigenen Persönlichkeiten (bitte mehr davon im nächsten Band!), politische Intrigen und eine ziemlich düstere Atmosphäre. An manchen Stellen hat mich die Vielzahl an Begriffen und Namen kurzzeitig verwirrt, aber sobald man drin ist, zieht es einen richtig rein.

Nicht alles war perfekt, ich hätte mir etwas mehr Tiefe bei den Nebenfiguren gewünscht, und anfangs hat’s ein bisschen gedauert, bis die Handlung richtig Fahrt aufgenommen hat. Aber ab etwa der Hälfte konnte ich nicht mehr aufhören. Und dann dieses Ende!

Insgesamt ein sehr gelungener Auftakt mit Luft nach oben, und ich werde definitiv weiterlesen. Denn eins ist sicher: ich muss wissen, ob Aemyra endlich auf diesem verdammten Thron landet, und ob ihr „Feind“ wirklich so feindlich bleibt.

4 von 5 Sternen – Für Drachen, Drama, sexy Feinde und eine Protagonistin, die mich zwar oft genervt, aber nie gelangweilt hat.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Hochspannend, anders, absolut fesselnd, ein Thriller-Highlight!

Locked in
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„Locked In“ von Henri Faber war für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis. Ich konnte das nicht mehr weglegen. Wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der sich mutig vom typischen Genre-Einheitsbrei ...

„Locked In“ von Henri Faber war für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis. Ich konnte das nicht mehr weglegen. Wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der sich mutig vom typischen Genre-Einheitsbrei abhebt, sollte sich diesen unbedingt näher anschauen.



Schon die Grundidee hat mich sofort gepackt: Ein Täter im Koma, ein Professor mit einer gewagten Methode, und die verzweifelte Suche nach einem noch lebenden Opfer. Dieser ungewöhnliche Einstieg schießt einen direkt mitten hinein in eine Geschichte, die vor Spannung nur so knistert.



Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise, aus der Ich-Perspektive, was bei Thrillern eher selten ist. Dadurch war ich den Figuren besonders nah, konnte ihre Gedanken und Zweifel hautnah miterleben. Henri Faber versteht es meisterhaft, vielschichtige Charaktere zu zeichnen: Paul Maertens, der knurrige Ermittler mit Ecken und Kanten, und Professor Linde, der mit seiner ganz eigenen Tragik überzeugt, haben mich beide sehr beeindruckt.



Was das Buch für mich besonders stark gemacht hat, ist die konstant andauernde Spannung. Immer, wenn ich dachte, ich hätte den Plot durchschaut, kam eine Wendung, die alles wieder auf den Kopf stellte. Das war kein reiner Show-Effekt, sondern gut durchdacht und stimmig in die Geschichte eingebettet. Ich war mehrfach sprachlos, und das passiert mir selten.



Knackig kurze Kapitel, häufige Perspektivwechsel, rasante Entwicklungen, es wird nie langweilig. Und obwohl es manchmal fordernd war, den vielen Fährten zu folgen, war genau das auch der Reiz an dieser Geschichte.



Für alle, die Thriller abseits des Mainstreams lieben und auf komplexe Figuren, dichte Atmosphäre und clevere Wendungen stehen: Absolute Empfehlung von mir!

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