Geheimnisse hinter duftenden Mauern - atmosphärisch und besonders
Lavender House
Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren ...
Lavender House hat mich positiv überrascht. Zwar ist es ein klassischer Whodunit, doch das Setting macht den Unterschied: Ein abgeschottetes Anwesen in den 1950ern, bewohnt fast ausschließlich von queeren Figuren. Das bringt eine besondere Dynamik und emotionale Tiefe mit sich.
Evander Mills, einst Polizist, wird nach seinem Outing gefeuert. Als ihn eine trauernde Witwe bittet, den Tod ihrer Frau zu untersuchen, landet er in einem Haushalt, der ihm erstmals echte Zugehörigkeit ermöglicht. Doch hinter der Fassade brodelt es, und der Tod der Matriarchin wirft viele Fragen auf.
Der Kriminalfall ist solide, wenn auch nicht in jeder Wendung überraschend. Dafür glänzt das Buch mit seinen vielschichtigen Charakteren und der stimmigen Atmosphäre. Besonders Andy als Hauptfigur wirkt sehr menschlich, verletzlich, zerrissen, glaubwürdig.
Etwas Luft hätte man der Geschichte nehmen können: Einige Motive wiederholen sich, und das Tempo ist nicht immer gleichmäßig. Dennoch: Wer Krimis mit Herz und historischem Flair mag, wird hier fündig.
Ich hoffe sehr, dass es mit Andy weitergeht.