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Veröffentlicht am 30.07.2025

Berührende Grundidee, aber emotional nicht greifbar

Bis mein Herz wieder schlägt
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Die Grundidee des Romans hat mich sofort angesprochen: eine junge Frau, deren Herz immer wieder aussetzt, und die dadurch Zugang zu einer Art Zwischenwelt erhält – das klang für mich nach einer emotionalen ...

Die Grundidee des Romans hat mich sofort angesprochen: eine junge Frau, deren Herz immer wieder aussetzt, und die dadurch Zugang zu einer Art Zwischenwelt erhält – das klang für mich nach einer emotionalen und ungewöhnlichen Geschichte. Als ich dann zu lesen begann, war ich neugierig, wie sich diese Gratwanderung zwischen Leben und Tod literarisch umsetzen lässt.

Die Begegnungen zwischen Emery und Nick, die in dieser Zwischenwelt stattfinden, hatten großes erzählerisches Potenzial. Mich hat besonders gereizt, wie sich zwei Menschen aufeinander zubewegen, obwohl sie nicht wirklich derselben Welt angehören. Allerdings blieb die Umsetzung für mich hinter der starken Idee zurück.

Emerys innere Entwicklung wirkte auf mich oft sprunghaft und schwer nachvollziehbar. Ich hätte mir mehr Tiefgang in ihren Entscheidungen und mehr Einblick in ihre Gefühlswelt gewünscht. Obwohl sie eine schwierige Lebensrealität durchlebt, blieb sie für mich emotional eher distanziert – was es schwer machte, mit ihr mitzufühlen.

Auch die Nebenfiguren waren für mich wenig greifbar. Einige wurden eingeführt, verschwanden aber schnell wieder, ohne dass ihre Rolle klar wurde. Dadurch wirkte die Handlung teilweise wie eine lose Abfolge von Episoden, anstatt eine durchgehende, mitreißende Geschichte zu erzählen.

Was mir gefallen hat, war der Schreibstil: flüssig, gut lesbar, stellenweise sogar poetisch. Es war kein Problem, zügig durch das Buch zu kommen – doch leider fehlten mir die emotionalen Ankerpunkte, um wirklich mitgerissen zu werden. Die Liebesgeschichte, die laut Klappentext eine zentrale Rolle spielen sollte, blieb für mich eher vage und im Hintergrund.

Die Idee war stark, der Einstieg vielversprechend – doch die Charakterzeichnung und emotionale Tiefe konnten mich nicht durchgehend überzeugen. Es ist ein Roman, der interessante Fragen aufwirft, aber in der Ausführung für mich nicht ganz aufgeht.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Eine düstere Reise mit großem Potenzial

City of Storm and Thunder
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City of Storm and Thunder hat mich sofort mit seinem eindrucksvollen Cover überzeugt, das perfekt die Stimmung der Geschichte einfängt – Sturm, Raben, Dunkelheit und die bedrohliche Stadt. Auch der Klappentext ...

City of Storm and Thunder hat mich sofort mit seinem eindrucksvollen Cover überzeugt, das perfekt die Stimmung der Geschichte einfängt – Sturm, Raben, Dunkelheit und die bedrohliche Stadt. Auch der Klappentext hat mich direkt gepackt, und ich wusste sofort, dass ich dieses Buch lesen muss.

Rain war für mich von Anfang an eine starke, sympathische Protagonistin. Sie ist entschlossen, kämpferisch und tut alles, um ihren Bruder Gale zu retten. Gleichzeitig wirkt sie durch ihre verletzlichen Momente authentisch und nicht überzeichnet. Auch Kite fand ich sehr spannend, wenn anfangs auch schwer einzuschätzen. Erst im Verlauf wird klar, welche Rolle er spielt, und seine Entwicklung hat mir gut gefallen. Die Nebenfiguren waren ebenfalls gut dargestellt, wenngleich ich mir hier manchmal etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Der Einstieg in die Welt war zunächst etwas herausfordernd, da viele neue Begriffe und Konzepte schnell aufeinander folgten. Doch mit der Zeit wurde alles klarer, und besonders das Magiesystem fand ich einzigartig und faszinierend. Dennoch hätte ich gern mehr darüber erfahren, wie die Welt außerhalb von Ravenport aussieht, da sich vieles innerhalb eines recht begrenzten Bereichs abspielt.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Mehr Verwirrung als Nervenkitzel

I Know Where You Buried Your Husband
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„I know where you buried your husband“ von Marie O’Hare hatte ich mit großer Vorfreude aufgeschlagen – Die Idee klang originell: fünf Freundinnen, ein toter Ehemann im Wohnzimmer und die waghalsige Entscheidung, ...

„I know where you buried your husband“ von Marie O’Hare hatte ich mit großer Vorfreude aufgeschlagen – Die Idee klang originell: fünf Freundinnen, ein toter Ehemann im Wohnzimmer und die waghalsige Entscheidung, die Leiche verschwinden zu lassen.

Doch je weiter ich gelesen habe, desto deutlicher wurde mir, dass das Buch diese Versprechen nicht wirklich einlöst. Der Schreibstil ist zwar angenehm und flüssig, sodass ich ohne Mühe durch die Kapitel kam, aber der erhoffte Nervenkitzel blieb aus. Einige überraschende Wendungen waren zwar da, fühlten sich aber wenig packend oder zu konstruiert an.

Am meisten enttäuscht haben mich jedoch die Figuren. Eigentlich sollten sie starke Frauen verkörpern, die sich gemeinsam gegen ein patriarchales System behaupten. Stattdessen wirkten ihre Handlungen oft überzogen, manchmal sogar karikaturhaft, sodass ich mich schwer damit tat, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Von der angekündigten Portion schwarzen Humors habe ich zudem kaum etwas gespürt – vieles las sich eher nüchtern und hinterließ mich etwas ratlos.

Mein Fazit: Eine interessante Grundidee, die jedoch an zu vielen Stellen verpufft. Weder als packender Thriller noch als tiefschürfende Gesellschaftsstudie hat mich der Roman überzeugt.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Zu esoterisch

Natural Flow
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Ich möchte hier nochmal drauf hinweisen, dass „Natural Flow“ ein Ratgeber ist für ein zyklusorientiertes Leben und kein Sachbuch.

Das Buch gibt einem im ersten Abschnitt einen guten Überblick über den ...

Ich möchte hier nochmal drauf hinweisen, dass „Natural Flow“ ein Ratgeber ist für ein zyklusorientiertes Leben und kein Sachbuch.

Das Buch gibt einem im ersten Abschnitt einen guten Überblick über den Zyklus und geht im weiteren Abschnitten mehr auf die psychologische Ebene ein und wie man im Einklang mit hormonellen Vorgängen und dem seelischen Empfinden leben kann. Dabei bietet das Buch auch einige Anleitungen anhand Meditationen und seelischen Reisen. Zusätzlich wird die Thematik anhand fiktiven Klienten als Fallbeispiele erläutert.
Die Autorin geht in dem Buch auch speziell auf das Thema Schwangerschaft und Zyklusprobleme ein, sowie Ratschläge wie man ein zyklusorientiertes Leben in seinen Alltag integrieren kann.

Mich hat das Buch leider gar nicht überzeugt. Ich musste mich regelrecht quälen dieses Buch zu Ende zu lesen. 
Der erste Abschnitt war für mich noch der Beste, da hier der Zyklus richtig gut erklärt wurde. Der Ansatz ist an sich nicht schlecht und man erfährt auch ein wenig Wissenswertes.

Der Schreibstil ist nervig und versucht sehr gezwungen auf cool zu machen. Aber vielleicht ist das Buch auch mehr für eine andere Generation/Zielgruppe geschrieben.

Ansonsten geht mir das Buch zu sehr in die Esoterik. Als Naturwissenschaftlerin kann ich damit recht wenig anfangen. 


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Veröffentlicht am 13.09.2023

Wahrheit oder Lüge?

Die Lügnerin
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In dem Roman „Die Lügnerin“ von Friedemann Karig geht es um eine Frau, die in einer psychiatrischen Klink einer Therapeutin von ihrem Leben erzählt. Hierbei ist es nicht klar, ob die Frau die Wahrheit ...

In dem Roman „Die Lügnerin“ von Friedemann Karig geht es um eine Frau, die in einer psychiatrischen Klink einer Therapeutin von ihrem Leben erzählt. Hierbei ist es nicht klar, ob die Frau die Wahrheit sagt. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge.

Ich fand das Buch sehr anstrengend zu lesen. Die Erzählweise war sehr sprunghaft und verwirrend. Fesselnd konnten mich die einzelnen Abschnitte leider nicht, da ich oft Passagen erneut lesen musste, um überhaupt einen Zusammenhang zu verstehen. Dies bleibt jedoch meist aus. Das Ende hat einen leider mit einigen Fragen zurückgelassen.

Die Idee des Buches klingt auf jeden Fall außergewöhnlich. Habe mir etwas mehr Fantasie erhofft. Empfehlen kann ich das Buch allen, die Romane mit ungewöhnlichem Schreibstil mögen und nicht unbedingt einen roten Faden bei einer Geschichte erwarten.

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