Profilbild von Mauchri

Mauchri

Lesejury Profi
offline

Mauchri ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mauchri über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Kurzweilig und ungewöhnlich

Stars
0

Das Cover von „Stars“ hat mich sofort angesprochen. Die farbenfrohen Sterne heben sich wirkungsvoll vom schlichten Hintergrund ab, das ist eine gelungene visuelle Metapher für die Träume und Gegensätze, ...

Das Cover von „Stars“ hat mich sofort angesprochen. Die farbenfrohen Sterne heben sich wirkungsvoll vom schlichten Hintergrund ab, das ist eine gelungene visuelle Metapher für die Träume und Gegensätze, die auch in der Geschichte eine Rolle spielen.



Die Grundidee des Romans fand ich vielversprechend und ungewöhnlich. Carla, die tagsüber einem tristen Job in einer Möbelfirma nachgeht, lebt ihre eigentliche Leidenschaft heimlich aus und verfasst Horoskope und berät als Astrologin ihre Klienten. Als eines Tages ein Karton voller Dollars vor ihrer Wohnung steht, nutzt sie die Gelegenheit für einen radikalen Neuanfang.



Der Roman liest sich recht kurzweilig und eignet sich gut als Lektüre für zwischendurch. Sprachlich ist das Buch ansprechend. Einzig die Darstellung der Hauptfigur Carla bleibt teilweise zu flach.



„Stars“ bietet eine originelle Ausgangslage und stilistisch schöne Passagen. Ein Roman für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Die Geschichte zusammengefasst

Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung
0

Robert Ralf Keintzel schließt mit seinem Buch eine schmerzlich spürbare Lücke in der Geschichtsschreibung. Die Darstellung und Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Antike, ...

Robert Ralf Keintzel schließt mit seinem Buch eine schmerzlich spürbare Lücke in der Geschichtsschreibung. Die Darstellung und Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Antike, Mittelalter und Renaissance. Seine Recherche bringt Licht in einen Bereich, der viel zu lange ignoriert oder verzerrt dargestellt wurde.

Was dieses Werk besonders macht, ist die enorme Fülle an Fakten, Quellen und historischen Einordnungen. Es vermittelt nicht nur Wissen, sondern ein neues Bewusstsein. Denn die Geschichte von Menschen mit Behinderung ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Sie verdient Aufmerksamkeit, Respekt und ein genaues Hinsehen. Dieses Buch hilft, Vorurteile zu hinterfragen und Zusammenhänge besser zu verstehen.

Bei aller inhaltlichen Stärke ist das Buch nicht ganz fehlerfrei, kleinere Ungenauigkeiten trüben das Gesamtbild etwas. Dennoch mindern sie den großen Verdienst des Autors nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Lyrische Spitze

Nacht. Ein Gedicht
0

„Nacht“ ist ein ungewöhnliches Buch. Schon auf den ersten Seiten wird klar: Hier wird nicht einfach erzählt, hier wird gesprochen, geflüstert, gereimt. In dichter Sprache entfaltet sich eine Geschichte ...

„Nacht“ ist ein ungewöhnliches Buch. Schon auf den ersten Seiten wird klar: Hier wird nicht einfach erzählt, hier wird gesprochen, geflüstert, gereimt. In dichter Sprache entfaltet sich eine Geschichte voller Schatten, Gefahr und innerer Abgründe. Die Reimform wirkt dabei nie gezwungen, sondern verleiht dem Titel etwas fast Traumwandlerisches.

Die Handlung ist spannend, manchmal beklemmend, und der Rhythmus treibt sie auf eine ganz eigene Weise voran. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Sprache Spannung aufbaut, ohne plakativ zu sein.

Vier von fünf Sternen für ein mutiges, sprachlich herausragendes Werk, das zeigt, wie dicht Poesie und Spannung nebeneinander liegen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2025

Mutige Entscheidungen

Quintessenz von Wagemut
0

Der Roman beginnt mit einem eher trockenen Einstieg, der mich anfangs nicht sofort fesseln konnte. Erst nach und nach baut sich die Spannung auf, sodass ich ein wenig Geduld brauchte, um in die Geschichte ...

Der Roman beginnt mit einem eher trockenen Einstieg, der mich anfangs nicht sofort fesseln konnte. Erst nach und nach baut sich die Spannung auf, sodass ich ein wenig Geduld brauchte, um in die Geschichte hineinzufinden. Was mir jedoch gut gefallen hat, ist die ungewöhnliche Ausgangssituation. Ein Einbruch, der zum Wendepunkt zweier Leben wird. Diese Idee hebt das Buch von klassischen Mustern wie „Enemies to Lovers“ oder ähnlichem angenehm ab.

Die Figuren sind interessant, aber nicht immer leicht nachzuvollziehen. Besonders bei Cali fiel es mir schwer zu verstehen, warum er so drastische Entscheidungen trifft, ohne größere Zweifel zu zeigen. Auch Mickys Verhalten war manchmal schwer greifbar. Dadurch wirkten manche Entwicklungen weniger organisch, eher wie plötzliche Handlungsschritte.

Was mir außerdem ein wenig gefehlt hat, sind mehr Dialoge. Viele Szenen werden eher beschrieben. Ein direkterer Einblick in ihre Gedanken und Gefühle hätte sie für mich lebendiger und nahbarer gemacht.

Trotz dieser Punkte hat mich die Geschichte letztlich berührt. Sie erzählt von Schuld, Verantwortung und der Kraft, in scheinbar ausweglosen Situationen Stärke zu entwickeln. Gerade die Botschaft, dass gegenseitige Unterstützung Hoffnung schenken kann, bleibt hängen.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, das durch seine Idee und seine emotionale Botschaft überzeugt, auch wenn Einstieg und Erzählweise nicht immer ganz rund wirken. Deshalb vergebe ich gute 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2025

Überraschend vielschichtig

Anima Daemonis
0

Dieses Buch hat mich auf eine Weise überrascht, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Die Ausgangslage allein ist schon ungewöhnlich. Eine Frau begibt sich freiwillig in die Hölle, um dort einen ...

Dieses Buch hat mich auf eine Weise überrascht, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Die Ausgangslage allein ist schon ungewöhnlich. Eine Frau begibt sich freiwillig in die Hölle, um dort einen Dämon zu suchen, der ihr einst das Leben rettete. Eine düstere, intensive Prämisse, und das Buch liefert genau diese Tiefe.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Darstellung von Gut und Böse. Alles wirkt verzerrt, ambivalent, manchmal sogar tragisch. Gerade das hat mich zum Nachdenken gebracht. Und das permanente Gefühl, niemandem wirklich trauen zu können, nicht einmal der Protagonistin, sorgt für eine ständige innere Spannung.

Änlin als Hauptfigur ist keine Heldin im klassischen Sinne, sondern wirkt sehr greifbar in ihrer Widersprüchlichkeit. Ihre Wut, ihre Unsicherheit, ihre Sehnsucht, all das macht sie glaubwürdig und lebendig. Auch die Dämonin Nepthys ist eine starke Figur. Bissig, stolz, verletzlich, eine faszinierende Mischung, die mich immer wieder überrascht hat.

Einige Passagen geraten jedoch durch Änlins viele Gedankenschleifen etwas ins Stocken. An manchen Stellen hätte ich mir mehr äußere Handlung und mehr Dynamik gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere