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Veröffentlicht am 20.09.2025

Mehr Mühe als Lesespaß

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Mimi MacLaine erhält von ihrer reichen Nachbarin Jane Ireland eine Einladung zu einer Party im Stil der 20er Jahre. Wenn sie nicht erscheint, würde Jane ihr dunkles Geheimnis verraten. Ihr bleibt nichts ...

Mimi MacLaine erhält von ihrer reichen Nachbarin Jane Ireland eine Einladung zu einer Party im Stil der 20er Jahre. Wenn sie nicht erscheint, würde Jane ihr dunkles Geheimnis verraten. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zur Party zu gehen, aber nicht allein. Ihre Enkelin Addie begleitet sie dorthin. Dann wird die Gastgeberin ermordet und die beiden Frauen fangen an zu ermitteln.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von der 77jährigen Mimi MacLaine und ihrer Enkelin Addie, einer erfolgreichen Computerspiel-Erfinderin, erzählt. Beide sind zur Party ihrer wohlhabenden Nachbarin Jane Ireland eingeladen. Eine Party, die bald zur Kulisse für einen Mord wird. Eigentlich ein Szenario, das nach einem unterhaltsamen und spannenden Krimi klingt.

Doch leider konnte mich die Umsetzung überhaupt nicht überzeugen. Der oft gezogene Vergleich mit Agatha Christie oder der Serie "Only Murders in the Building" ist meiner Meinung nach völlig unangebracht. Weder besitzt das Buch die Eleganz und Finesse eines klassischen Christie-Krimis, noch den Witz und die Leichtigkeit der Serie. Für mich wirkte dieser Vergleich eher geschmacklos und hat Erwartungen geweckt, die das Buch in keiner Weise erfüllen konnte.

Besonders enttäuscht war ich vom Humor, der fast durchgehend aufgesetzt und krampfhaft wirkte. Statt für ein Schmunzeln zu sorgen, empfand ich viele Stellen als anstrengend und mühsam. Hinzu kommt, dass die Hauptfiguren für mich kaum Sympathien wecken konnten. Weder Mimi noch Addie habe ich gerne begleitet, und gerade bei einem Krimi lebt der Lesespaß für mich auch davon, die Figuren interessant oder zumindest ein Stück weit nahbar zu finden.

Am Ende blieb von der eigentlich vielversprechenden Ausgangsidee nicht mehr viel übrig. Spannung kam kaum auf, die Figuren waren schwer zugänglich, und die humorvollen Passagen haben mir eher den Lesefluss erschwert als Freude bereitet.

Fazit: Insgesamt bin ich von diesem Buch leider sehr enttäuscht. Es hatte Potenzial, das jedoch nicht genutzt wurde. Wer auf eine raffinierte Krimihandlung oder charmanten Humor hofft, wird meiner Meinung nach enttäuscht zurückbleiben. Möglicherweise eignet sich das Buch für Leserinnen und Leser, die eher leichte Unterhaltung ohne große Tiefe oder Anspruch suchen. Für mich persönlich war es allerdings keine lohnende Lektüre.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Im eisigen Grönland

Sieben Gräber für den Winter
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David Maratse zieht nach einer schweren Verletzung im Dienst in die Siedlung Inussuk in Grönland und möchte nur noch fischen und jagen. Doch dann findet er während eines Angelausflugs mit seinem Nachbarn ...

David Maratse zieht nach einer schweren Verletzung im Dienst in die Siedlung Inussuk in Grönland und möchte nur noch fischen und jagen. Doch dann findet er während eines Angelausflugs mit seinem Nachbarn die Leiche von der 17-jährigen Tinka und wird in eine Ermittlung hineingezogen.

"Sieben Gräber für den Winter" von Christoffer Petersen ist der Reihenauftakt zu der Grönland-Krimiserie mit dem pensionierten Polizeibeamten David Maratse.

Das Buch überzeugte mich nur mit der atemberaubenden Kulisse, hat darüber hinaus allerdings deutliche Schwächen. Die Beschreibungen Grönlands haben eine eisige Schönheit und sind das einzige, was wirklich positiv hervorsticht. Der Autor schafft es, die Landschaft so lebendig zu schildern, dass man die Kälte und die Abgeschiedenheit fast schon körperlich spürt.

Probleme hatte ich mit den Figuren, der Politik und der Erzählweise. Die Charaktere bleiben distanziert. Obwohl die Hauptfigur David Maratse eine tragische Vorgeschichte hat und seine Pensionierung erzwungen wurde, fühlt man nicht wirklich mit ihm mit. Auch die anderen Personen, wie Premierministerin Nivi Winther, wirken oft farblos und unnahbar. Einzig Petra ‘Piitalaat’ Jensen, ebenfalls Polizistin, fand ich sympathisch und vor allem sehr authentisch.

Der Kriminalroman verliert sich dazu in politischen Details. Die rivalisierenden Wahlkämpfe von Nivi Winther und ihrem politischen Gegner Malik Uutaaq, inklusive seiner eigener Lebensgeschichte, nehmen viel Platz ein und störten meinen Lesefluss. Die Erzählweise empfand ich als emotionslos, sachlich und nüchtern. Der Autor beschreibt die Ereignisse, ohne die Emotionen dahinter zu transportieren. Es ist ein sehr kühler Schreibstil, der es mir als Leserin schwer macht, sich emotional auf die Geschichte einzulassen.

Fazit: Der Kriminalroman war in meinen Augen sehr Politik lastig. Machenschaften und Wahlkampf standen mehr im Fokus als der beklemmende Fall. Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Enttäuschend

Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet
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Auf Rosewood Manor findet Lady Agnes Blackwoods Butler an einem Morgen den Gärtner ermordet im Rosenbeet vor. Da Edward Sterling, der zuständige Kommissar, keinen guten Eindruck auf Lady Agnes macht, macht ...

Auf Rosewood Manor findet Lady Agnes Blackwoods Butler an einem Morgen den Gärtner ermordet im Rosenbeet vor. Da Edward Sterling, der zuständige Kommissar, keinen guten Eindruck auf Lady Agnes macht, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder.

"Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet" ist der Auftakt zu einer neuen Cosy-Krimireihe, die in Südengland spielt.

Das Buch versucht, ein humorvoller Krimi mit schrägen Figuren und britischem Flair zu sein. Leider bleibt es dabei hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken wie Karikaturen ohne Substanz, sie sind schrullig gezeichnet, sind allerdings total uninteressant und können nicht überzeugen. Lady Agnes selbst soll schlagfertig und sarkastisch sein, trifft aber selten einen wirklich witzigen und pointierten Ton. Vielmehr wirkt der Humor bemüht, als wollte man zwanghaft originell sein, ohne jegliches Feingefühl für den richtigen Moment oder für Ironie.

Auch erzählerisch kommt keine Spannung auf. Die Handlung plätschert so vor sich dahin, Wendungen sind vorhersehbar und der Schreibstil bleibt blass und emotionslos. Vom britischem Charme keine Spur.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem cleveren Cozy-Krimi mit Tiefgang und Charisma ist, wird hier enttäuscht. "Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet" ist leider weder komisch noch spannend, sondern einfach nur langweilig.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Alte Wunden

Kummersee
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Lena Wolff verlässt nach ihrem Abitur ihren Heimatort Horlow und kehrt jetzt nach 30 Jahren wieder zurück. Damals war ihrer Bruder Tom auf mysteriöse Weise ertrunken und sie war Zeugin. Jetzt ist Lena ...

Lena Wolff verlässt nach ihrem Abitur ihren Heimatort Horlow und kehrt jetzt nach 30 Jahren wieder zurück. Damals war ihrer Bruder Tom auf mysteriöse Weise ertrunken und sie war Zeugin. Jetzt ist Lena Polizistin und kommt jobmässig wieder an den Kummersee. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Malik sind sie die Eskorte für die Firma Alphaplus Sonderbauplanung. In Horlow soll ein Atommülllager entstehen, was den Bewohnern nicht gefällt.

Lena Wolff ist die Hauptfigur dieser Geschichte und hat als neunjähriges Mädchen einen schweren Schicksalsschlag erleben müssen. Am Anfang hatte ich großes Mitleid mit ihr. Allerdings wurde sie mir dann von Seite zu Seite immer unsympathischer. Lenas Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar. Dann hatte sie eine nicht so nette Art an sich. Alle mussten nach ihrer Nase tanzen und auf die Gefühle anderer nahm sie kaum Rücksicht. Dass sie einen Abschluss möchte, ist verständlich. Ihre Befürworten für das Atommülllager dagegen nicht. Sie denkt nicht an die Bewohner des Ortes und das war in meinen Augen sehr egoistisch.

Die Figuren bleiben alle sehr blass. Anstrengend empfand ich, dass so ein großes Geheimnis um den Kummersee gemacht wurde, die Auflösung dann aber nur noch unglaubwürdig war. Auf die vielen Wiederholungen hätte ich ebenfalls verzichten können. Den Schreibstil fand ich fesselnd und die Kapitel waren angenehm kurz.

Mich konnte diese Geschichte bedauerlicherweise nicht überzeugen, deshalb keine Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Enttäuschend und langatmig

Im Unterholz
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Ein Mann findet in den Wäldern unter einem Hochsitz die Leiche einer Frau. Die Polizei und auch die Medien scheinen der Tod dieser Frau nicht zu interessieren. Vera Bergström, ehemalige Journalistin, wird ...

Ein Mann findet in den Wäldern unter einem Hochsitz die Leiche einer Frau. Die Polizei und auch die Medien scheinen der Tod dieser Frau nicht zu interessieren. Vera Bergström, ehemalige Journalistin, wird von ihrem ehemaligen Vorgesetzten gebeten, genau diesen Fall zu untersuchen und Licht ins Dunkel zu bringen. Anfangs ist sie von dieser Idee nicht begeistert, doch bald hat sie Blut geleckt und ihre Neugier ist geweckt.

Ich hatte mich sehr auf diesen Kriminalroman gefreut. Die Inhaltsangabe und Leseprobe hatten mich vollkommen überzeugt. Beides versprach Spannung. Leider wurde ich dann enttäuscht. Die Journalistin Vera Bergström zeigt während der Geschichte überhaupt keine Entwicklung und sie hat mich mit ihrer ständig schlechten und fast schon depressiven Stimmung regelrecht runtergezogen. Dazu lebte sie mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart.

Positiv hervorheben kann ich lediglich die düstere Atmosphäre, Lokalitäten sowie die Stimmung der Leute, die die Autorin sehr gut einfangen konnte. Das ist jedoch zu wenig. Den Schreibstil empfand ich teilweise fesselnd, teilweise aber auch sehr anstrengend und langatmig, vor allem wenn die Autorin über die Stränge schlägt und Sachen detailliert beschreibt, die nichts zur Geschichte beitragen und einfach uninteressant sind.

Ich habe noch nie erlebt, dass mir ein Buch schlechte Laune bereitet, aber einmal ist immer das erste Mal. Den Hype um dieses Buch kann ich nicht nachvollziehen. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und ich werde diese Reihe nicht weiter verfolgen.

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