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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Beeindruckend

Hello Baby
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„Hello Baby“ von Kim Eui-kyung spielt in Südkorea und vermittelt dabei Einblicke in das Leben dort, besonders von Frauen, Müttern und denen, die es werden wollen.
Sechs Protagonistinnen lernen sich in ...

„Hello Baby“ von Kim Eui-kyung spielt in Südkorea und vermittelt dabei Einblicke in das Leben dort, besonders von Frauen, Müttern und denen, die es werden wollen.
Sechs Protagonistinnen lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen und bleiben über den Chat „Hello Baby“ verbunden. Sie stützen sich gegenseitig, begleiten sich durch schwierige Behandlungen und trösten einander nach Rückschlägen. Dieser Zusammenhalt ist beeindruckend.
Unfruchtbarkeit bleibt oft tabu, doch das Buch thematisiert offen, wie sie Paare – vor allem die Frauen – belastet. Die Protagonistinnen durchlaufen kostspielige und schmerzhafte Therapien für ihren Kinderwunsch, der manchmal mehr von der Schwiegermutter als von ihnen selbst ausgeht.
Auch im Beruf stehen sie unter Druck, keine Schwäche zu zeigen. Diese Aspekte hätten vertieft werden können.
Der sachliche, emotionsarme Schreibstil passt gut zur Thematik. Insgesamt eine lohnende Lektüre.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Funkenschlagend

Venatrix 1: Venatrix - Dämonenjäger von nebenan
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"Venatrix" von Hendrik Lambertus ist zauberhaft illustriert von Sarah-Lisa Hleb. Die Zeichnungen sind nicht farbig, aber sehr detailliert und ausdrucksstark.
Das Buch ist Auftakt einer neuen Reihe, für ...

"Venatrix" von Hendrik Lambertus ist zauberhaft illustriert von Sarah-Lisa Hleb. Die Zeichnungen sind nicht farbig, aber sehr detailliert und ausdrucksstark.
Das Buch ist Auftakt einer neuen Reihe, für abenteuerlustige Kinder ab 10 Jahren.
Gero und Belladonna sind Zwillinge und gehören zu einer traditionellen Familie von Dämonenjägern. Schon von klein auf werden sie für den Kampf und verschiedene Stile trainiert. Jeder in dieser Familie hat seine besonderen Fähigkeiten, alle werden sehr gut vorgestellt.
Als Gero bei einem Kampf auf einer Baustelle findet Gero ein süßes Hündchen und nimmt es mit. Allerdings ist das ein ganz besonderer Hund und Gero rutscht von einem Problem in das nächste. Sehr schnell steht ihm seine Schwester zur Seite.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen, es ist spannend, die Charaktere unterscheiden sich, sind individuell und gut beschrieben. Auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie gefällt mir sehr.
Das Buch ist aufgelockert durch Illustrationen und Info-Kästen, es liest sich leicht und schnell. Es hat seinen ganz eigenen Humor.
Ich mag auch, dass die Bösen nicht nur böse sind, sondern Gero doch zum nachdenken gebracht wird.
Ein toller Auftakt, ich lese hier sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Sehr guter Aufbau

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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"Eisfeld – Dunkle Enthüllungen" von Steffen Weinert ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe den ersten nicht gelesen und das war auch nicht schlimm, die Handlung ist in sich abgeschossen, alles notwendige ...

"Eisfeld – Dunkle Enthüllungen" von Steffen Weinert ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe den ersten nicht gelesen und das war auch nicht schlimm, die Handlung ist in sich abgeschossen, alles notwendige wird gut erklärt und in Rückblicken zusammen gefasst.
Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld steht hier als Ermittlerin im Mittelpunkt und außer dem Fall wird auch ihr Privatleben beschrieben, dass nicht immer einfach ist, in dem Job mit einem kleinen Kind.
Peter Hester ist Investigativ-Journalist und wird am helllichten Tag, mitten in der Stadt vor seinem Verlag regelrecht hingerichtet. Er war an einer Story dran und keiner weiß so richtig, an welcher.
Von der Presse verdächtigt wird sehr schnell die Tiznit-Drogenbande, die durch den Journalisten enttarnt wurde und deren Chef noch im Gefängnis sitzt.
Aber Mara will es sich nicht so einfach machen, sondern alle kleinsten Spuren, die sie hat, weiter verfolgen und die richtigen Täter ermitteln.
Mit jeder weiteren Spur wird der Fall verworrener und vielschichtiger, statt einfacher, man fühlt fast die Zeitnot und auch Bedrohung rund um Mara.
Es wird beim Lesen ein Druck und eine Spannung aufgebaut, dass man das Buch am Stück lesen möchte und nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte ist sehr vielschichtig aufgebaut, ist aktuell und wird logisch aufgelöst, es bleiben keine Unklarheiten zurück.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, beschreibend und die Story sehr intelligent aufgebaut. Ein Krimi, von dem ich mehr lesen möchte, jetzt erstmal den ersten Teil dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Fängt den Zeitgeist ein

Adlergestell
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"Adlergestell" von Laura Laabs ist ein großartiges Buch über die Zeit der Wende, am Schicksal von drei Mädchen erzählt, die wir dann 35 Jahre später wieder treffen.
Lenka, Chaline und die Erzählerin sind ...

"Adlergestell" von Laura Laabs ist ein großartiges Buch über die Zeit der Wende, am Schicksal von drei Mädchen erzählt, die wir dann 35 Jahre später wieder treffen.
Lenka, Chaline und die Erzählerin sind in ihrem ersten Schuljahr. Sie leben in einer Eigenheimgasse in der Nähe von Berlins großer Ausfallstraße, dem Adlergestell.
Die drei sind Freundinnen und haben häuslich sehr unterschiedliche Verhältnisse. Betroffen von der Wende sind sie alle.
Erzählt wird hier in sehr kurzen, gut lesbaren Kapiteln. Die einzelnen Erzähler sind die Mädchen selbst, aber auch Lehrerin, Elternteile und Großeltern, Nachbarinnen.
Zwischendurch gibt es satirische Rückblicke auf die Werbungen und Meldungen dieser Zeit, ein Ausblick in den existierenden Kapitalismus.
Die einzelnen Milieus, das politische Klima, die Ängste die Wut, die Unsicherheit, alles ist gut beschrieben. Die Mädchen dazwischen, sie fühlen sich nirgendwo richtig zugehörig, sie handeln sie reagieren, sie wollen nicht verloren haben.
Mir gefällt sehr, wie die Gedanken und Gefühle der Mädchen dargestellt werden, sie wirken echt, es wird beschrieben, nicht bewertet.
Ich spüre so richtig den Zeitgeist zwischen den Zeilen, den Aufbruch, den Beginn und was daraus wurde.
Das Buch ist sehr menschlich, sehr intelligent geschrieben und lesenswert, egal, ob man sich gut an diese Zeit erinnert oder sie nur aus den Geschichtsbüchern kennt.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Leben am Meer

Das Geschenk des Meeres
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"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist ein sehr stilles, ganz besonderes Buch.
Wir tauschen hier ein in eine andere Zeit, ein anderes Leben. Der Strand von Skerry in Schottland, um 1900, es wird ...

"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist ein sehr stilles, ganz besonderes Buch.
Wir tauschen hier ein in eine andere Zeit, ein anderes Leben. Der Strand von Skerry in Schottland, um 1900, es wird ein Junge angespült. Er lebt noch, aber er spricht nicht.
Der Fischer Joseph findet ihn und die Schullehrerin Dorothy nimmt ihn bei sich auf, um ihn gesund zu pflegen, bis seine Herkunft geklärt ist.
Der Autorin gelingt es hier das kleine Fischerdorf, die raue Küste und vor allem die Bewohner vor den Augen der Lesenden auferstehen zu lassen. Gerade die Personen haben sich sehr echt angefühlt, sehr lebendig. Sie haben alle ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen, wo aus einer kleinen Lüge mit den Jahren auch ein Drama, eine tragische Geschichte erwachsen kann.
Mich hat die Erzählung komplett mitgenommen, mit jedem Rückblick versinkt man tiefer in die Vergangenheit und ihre Geheimnisse, kommt dem großen Ganzen ein wenig näher.
Gerade Dorothy und Joseph sind so vielschichtige Charaktere, die sich mir stark eingeprägt haben.
Es entwickelt sich hier mit kleinen Gesten und Bemerkungen ein Drama, dass sich tragisch und traurig anfühlt, aber eben auch menschlich. Die Geschichte wirkt sehr ehrlich und nachvollziehbar.
Es ist kein fröhliches Buch, aber ich habe es sehr gerne gelesen, konnte es kaum aus der Hand legen zwischendurch. Es ist spannend, deshalb verrate ich hier auch nicht mehr, einfach selber lesen, es ist großartig.

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