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Veröffentlicht am 17.09.2025

Sehr emotional und unglaublich gut

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" von Susanne Abel ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat es wieder geschafft, mich komplett mit in diese Geschichte zu ziehen.
Gegen Ende des zweiten ...

"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" von Susanne Abel ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat es wieder geschafft, mich komplett mit in diese Geschichte zu ziehen.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges kommt ein kleiner Junge ins Heim, der sich nicht an seine Vergangenheit erinnern kann. Er ist fast starr vor Angst und Kummer und so bekommt er einfach einen neuen Namen zugewiesen. Er ist ab jetzt Hartmut, genannt Hardy. Im Heim ergeht es ihm gar nicht gut, bei den Nonnen herrschen kalte, ja unmenschliche Verhältnisse, mit denen jedes Kind überfordert wäre. Ein anderes Kind, Margret, kümmert sich ein wenig um ihn und die Kinder passen aufeinander auf.
Auch Margrets Geschichte wird erzählt, sie darf das Heim nämlich verlassen, in ihre weiteste Familie und auch dort passieren Dinge, die für sie unaussprechlich bleiben werden.
In der Handlung in der Gegenwart, in die das Buch immer wieder wechselt, begegnen wir hauptsächlich Emily, die bei ihren Urgroßeltern aufwächst. Wir bekommen eine Familie vorgeführt, in der Schweigen herrscht, ja, in der sich die Generationen untereinander nicht gut verstehen. Emily leidet sehr darunter und sie beginnt irgendwann Fragen zu stellen und möchte verstehen.
Viele Geschehnisse in der Geschichte erfahren wir hier nach und nach in Rückblenden von Margret oder Hardy. So setzt sich nach und nach die komplette Geschichte zusammen und man beginnt beim Lesen die Folgen und das Verhalten zu verstehen.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, eindrücklich und einfühlsam, ohne ins kitschige abzurutschen. Es verbindet wahre Begebenheiten gekonnt mit Fiktion, was alles noch emotionaler macht.
Es ist eine Geschichte, die sic auf alle nachfolgenden Generationen auswirkt und ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde,

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Freundschaft und andere Katastrophen

Über die Toten nur Gutes
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"Über die Toten nur Gutes" von Andreas Izquierdo fängt ganz harmlos an und spitzt sich dann zum Ende zu einem knallharten Thriller zu.
Mads Madsen ist Trauerredner in Glücksburg an der Ostsee und er macht ...

"Über die Toten nur Gutes" von Andreas Izquierdo fängt ganz harmlos an und spitzt sich dann zum Ende zu einem knallharten Thriller zu.
Mads Madsen ist Trauerredner in Glücksburg an der Ostsee und er macht seinen Job gründlich und gut. Er versucht immer etwas positives über die Verstorbenen zu sagen und er versucht auch nicht zu lügen.
Dann erreicht ihn die Nachricht vom Unfalltod seines besten Freundes aus Kindertagen, Patrick. Sein letzter Wunsch: Mads soll die Rede halten. Und Mads beginnt zu ermitteln, sucht nach der Wahrheit in seinem Leben und Sterben.
Dabei kommt er auch ganz langsam seinen eigenen Erinnerungen auf die Spur, er hatte so viele der gemeinsamen Erlebnisse vergessen. Fast nebenbei wird er auch in ein komplett kriminelles Milieu gezogen und ist bald das Ziel des großen örtlichen Gangsters.
Alle Figuren, so wie Mads selber, sein kauziger Vater, sein bester Freund und die eiskalte Lady von der Polizei sind super gut ausgearbeitet und ich scheine sie nach der Lektüre gut zu kennen.
Der Humor zieht sich durch das ganze Buch, fein und schwarz, ich fand das absolut genial geschrieben.
Es ist ein ernsthafter, tiefsinniger und spannender Krimi mit genau dem richtigen Humor. Ich freue mich jetzt schon auf Fortsetzungen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Gute Fantasy-Geschichte, für jedes Lesealter

Sophie Red Dot - Das Buch der magischen Kreaturen
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"Sophie Red Dot: Das Buch der magischen Kreaturen" von May Oldchess ist der erste Teil einer geplanten Fantasy-Reihe ab 10 Jahren. Für Kinder habe ich jetzt weggelassen, denn ich finde das Buch absolut ...

"Sophie Red Dot: Das Buch der magischen Kreaturen" von May Oldchess ist der erste Teil einer geplanten Fantasy-Reihe ab 10 Jahren. Für Kinder habe ich jetzt weggelassen, denn ich finde das Buch absolut tauglich für jedes Alter. Ich hatte jedenfalls sehr viel Spaß damit.
Sophie Dupont wohnt in Paris und hat eine absolut umwerfende Familie und auch wirklich beste Freunde. Zu ihrem Glück fehlt ihr noch eine Katze, zu der sie jetzt. an ihrem zehnten Geburtstag, kommt, als Plüschtier.
Dieses Plüschtier, Taro, beginnt mit ihr zu sprechen und fordert ständig Futter ein. Das bleibt auch nicht die einzige Veränderung in ihrem Leben, es wird richtig magisch.
Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt, die jeweils eine ganz zauberhafte kleine Illustration erhalten haben, einen aussagekräftigen Titel und auch Zeit- und Ortsangabe.
Nach und nach lernt man alle Protagonisten kennen, auch die nicht menschlichen. Im Buch hinten befinden sich auch noch ausführliche Steckbriefe zu jedem.
Die Geschichte entfaltet sich langsam, nimmt sich Zeit, dafür bekommt man hier das volle Programm an Magie. Es gibt Hexen, Teleportationszauber, Oger, Schattenwölfe und Dämonen und das Highlight, es gibt Drachen!
Die Geschichte knüpft immer mal wieder an alte asiatische Traditionen an, das ist gut eingebunden in die moderne Erzählung.
Die Kinder müssen Vertrauen lernen, mutig sein und hilfsbereit, sich auf viel Neues einlassen.
Gut gefallen haben mir auch die verschiedenen Schauplätze, in Paris, in einem Baumhaus und einem magischen Institut auf einem Berg.
Zum Ende hin nimmt die Erzählung an Tempo zu, es wird noch spannender, aber auch komplizierter, mir gefallen die Lösungswege hier sehr. Es gibt keine unnötige Gewalt, der Sieg ist durch Gemeinschaft errungen, falls es denn einer ist.
Auf jeden Fall warte ich hier sehr gespannt auf eine Fortsetzung und freue mich auf das Wiedersehen mit den, mir lieb gewordenen, Charakteren.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Sehr glaubwürdig

Reset
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"Reset" von Peter Grandl ist ein herausragender Thriller. Er ist zeitgemäß und relevant, so nah an der Wirklichkeit, dass er beunruhigend wirkt. Er ist von Beginn an fesselnd und klug konstruiert.
Wir ...

"Reset" von Peter Grandl ist ein herausragender Thriller. Er ist zeitgemäß und relevant, so nah an der Wirklichkeit, dass er beunruhigend wirkt. Er ist von Beginn an fesselnd und klug konstruiert.
Wir erleben hier mit, wie die vertraute Welt zusammenbricht. Nicht allmählich, sondern abrupt und schonungslos. Alle Computer, Smartphones und digitalen Geräte verfolgen ihr eigenes Ziel. Sie zeigen den Menschen nicht die Realität, sondern täuschend echte Falschmeldungen. So überzeugend, dass sie häufig Glauben finden. Das hat verheerende Folgen. Sehr rasch eskaliert die Lage global und umfassend. Gezeigt wird das gekonnt an individuellen Schicksalen.
Nun arbeitet eine Gruppe von Menschen zusammen, aus verschiedenen Nationen und Fachgebieten, um zu ermitteln, die führenden Experten ihrer Disziplinen.
Diese Personen begleiten wir nun auf ihrem weiteren Weg und das ist äußerst packend umgesetzt. Es sind auch Menschen, die geschildert werden und jeder von ihnen trägt zudem seine persönliche Last. Die Hauptfiguren wirken authentisch und glaubwürdig.
Ich konnte das Buch kaum weglegen, die Kapitel sind knapp und lesen sich flüssig.
Das Buch ist beängstigend nah an der Realität, alles erscheint plausibel und man hat nach der Lektüre etliche Themen zum Reflektieren. Es bleibt im Gedächtnis.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Beeindruckend

Hello Baby
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„Hello Baby“ von Kim Eui-kyung spielt in Südkorea und vermittelt dabei Einblicke in das Leben dort, besonders von Frauen, Müttern und denen, die es werden wollen.
Sechs Protagonistinnen lernen sich in ...

„Hello Baby“ von Kim Eui-kyung spielt in Südkorea und vermittelt dabei Einblicke in das Leben dort, besonders von Frauen, Müttern und denen, die es werden wollen.
Sechs Protagonistinnen lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen und bleiben über den Chat „Hello Baby“ verbunden. Sie stützen sich gegenseitig, begleiten sich durch schwierige Behandlungen und trösten einander nach Rückschlägen. Dieser Zusammenhalt ist beeindruckend.
Unfruchtbarkeit bleibt oft tabu, doch das Buch thematisiert offen, wie sie Paare – vor allem die Frauen – belastet. Die Protagonistinnen durchlaufen kostspielige und schmerzhafte Therapien für ihren Kinderwunsch, der manchmal mehr von der Schwiegermutter als von ihnen selbst ausgeht.
Auch im Beruf stehen sie unter Druck, keine Schwäche zu zeigen. Diese Aspekte hätten vertieft werden können.
Der sachliche, emotionsarme Schreibstil passt gut zur Thematik. Insgesamt eine lohnende Lektüre.

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