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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2021

Roman mit Suchtcharakter

Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv
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Jeder weiß, Zeitreisen sind nicht möglich. Aber wäre es nicht toll, wenn doch? Wenn man ins Alte Ägypten reisen und mal schauen könnte wie die Pyramiden gebaut werden? Oder das Viktorianische England hautnah ...

Jeder weiß, Zeitreisen sind nicht möglich. Aber wäre es nicht toll, wenn doch? Wenn man ins Alte Ägypten reisen und mal schauen könnte wie die Pyramiden gebaut werden? Oder das Viktorianische England hautnah erleben? Genau solch ein Job wird der Archäologin Madeleine „Max“ Maxwell beim St. Mary's Institut angeboten.
Vor der Untersuchung „großer historischer Ereignisse im zeitgenössischen Umfeld“ steht allerdings eine harte Ausbildung, die nur die Besten bestehen. Dabei kommt Max ihre nerdige, unkonventionelle und pragmatische Art zugute.
Schließlich ist es so weit, sie startet gemeinsam mit ihrem Partner zur ersten großen Mission. Die wichtigsten Regeln für Zeitreisen – überlegen und auf keinen Fall in Geschehnisse eingreifen! - werden zur echten Herausforderung, denn von nun an läuft alles schief und nichts ist mehr so wie es war. Menschen tauchen auf, die so gar nicht indie Zeit passen und nichts Gutes im Schilde führen. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Aber Max will nicht klein beigeben, sie mobilisiert alle verbliebenen Kräfte und setzt zum Gegenschlag an.
Jodi Taylor gelingt es, den fiktiven Stoff in einer Mischung aus Humor, Abenteuer und Romantik in nüchterner, lakonischer Sprache sehr realistisch zu erzählen. Fast möchte man glauben, dass sich doch alles genau so zutragen könnte – und freut sich auf eine Fortsetzung. Ein Roman mit Suchtcharakter!

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

Berührend, charmant und voller Wärme

Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry
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Gabrielle Zevin hat mit "Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry" eine Geschichte geschrieben, die gleichzeitig berührend, charmant und voller Wärme ist. Im Mittelpunkt steht ein Buchhändler, dessen Leben ...

Gabrielle Zevin hat mit "Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry" eine Geschichte geschrieben, die gleichzeitig berührend, charmant und voller Wärme ist. Im Mittelpunkt steht ein Buchhändler, dessen Leben unerwartet neue Wendungen nimmt. Was anfangs melancholisch und nachdenklich wirkt, entwickelt sich zu einer Erzählung, die Hoffnung, Liebe und die Kraft der Bücher in den Vordergrund stellt.

Besonders gefallen hat mir der Ton des Romans: leise, feinfühlig und voller kleiner literarischer Anspielungen. Auch die Figuren wirken authentisch und lebendig – sie machen Fehler, entwickeln sich weiter und wachsen einem im Verlauf der Geschichte ans Herz. Gerade A.J. Fikry hat mich beim Lesen überrascht – je besser man ihn kennenlernt, desto spannender wird seine Wandlung.

Das Buch lädt dazu ein, innezuhalten und über die Bedeutung von Geschichten im eigenen Leben nachzudenken. Es ist keine laute, actionreiche Handlung, sondern eine Erzählung, die durch ihre leisen Töne, ihre Menschlichkeit und ihre Wärme überzeugt. Manche Passagen habe ich ganz bewusst langsamer gelesen, um die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Und die vielen literarischen Bezüge sind ein kleines Extra, das jedes Bücherherz höher schlagen lässt.

"Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry" ist ein warmherziger Roman über Verlust, Neuanfang und die Kraft der Geschichten. Wer Bücher liebt und sich gern von einer leisen, aber nachhaltigen Geschichte berühren lässt, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 03.08.2025

Vielschichtig, atmosphärisch und überraschend komisch

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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In "Wedding People" schickt Alison Espach Phoebe Stone ins abgelegene Cornwall Inn, wo sie eigentlich ihr Leben beenden will. Doch dort trifft sie auf eine Hochzeitsgesellschaft – die Braut hat das ganze ...

In "Wedding People" schickt Alison Espach Phoebe Stone ins abgelegene Cornwall Inn, wo sie eigentlich ihr Leben beenden will. Doch dort trifft sie auf eine Hochzeitsgesellschaft – die Braut hat das ganze Hotel für eine Woche exklusiv gebucht. Durch einen Buchungsfehler bekommt Phoebe trotzdem ein Zimmer, und zwar das schönste im Haus. Statt dem erhofften Rückzug wird sie so unerwartet Teil dieser teils skurrilen, vielschichtigen Gesellschaft.

Der Roman erzählt aus einer eher distanzierten Perspektive, fängt aber Phoebes Gedanken und Gefühle sehr einfühlsam ein. Sie wirkt dabei gleichzeitig sarkastisch, melancholisch und verletzlich – eine Figur, die mir noch lange im Kopf geblieben ist.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Begriff aus einem kurzen Gespräch: „mäandernde Geschichten“. Für mich bringt das diesen Roman perfekt auf den Punkt. Wedding People folgt keiner straffen Handlung, sondern nimmt sich Zeit für Umwege, Abschweifungen und stille, aber auch laute Momente. Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre, auch wenn es an ein oder zwei Stellen Längen gibt.

Das ist keine klassische Hochzeitsgeschichte, sondern eine leise und zugleich laute, melancholisch-humorvolle Auseinandersetzung mit Lebensmüdigkeit, Einsamkeit, Fremdheit – und der überraschenden Nähe, die Menschen zueinander finden können. Ein großartiges Buch – vielschichtig, atmosphärisch und überraschend komisch.

Veröffentlicht am 09.07.2025

Für Einsteiger und fortgeschrittene Anleger

Anlegen mit ETF
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„Anlegen mit ETF“ ist ein sehr gut strukturierter Ratgeber für alle, die einen sicheren, langfristigen Einstieg in die Geldanlage suchen. Die Erklärungen sind verständlich, praxisnah und unabhängig – ideal ...

„Anlegen mit ETF“ ist ein sehr gut strukturierter Ratgeber für alle, die einen sicheren, langfristigen Einstieg in die Geldanlage suchen. Die Erklärungen sind verständlich, praxisnah und unabhängig – ideal für Einsteiger ohne Vorkenntnisse. Besonders hilfreich sind die grundsätzlichen Hinweise zum Sparen und die Erläuterungen zur Auswahl und Bewertung von ETFs.

Wer auf der Suche nach einem sachlichen, aber gut verständlichen Buch zur passiven Geldanlage ist, wird hier fündig. Fortgeschrittene Anleger werden einige Passagen vielleicht als zu grundlegend empfinden, trotzdem lohnt es sich: Die Informationen sind verlässlich, aktuell und unabhängig – etwas, das man nicht überall bekommt. Als Standardwerk für Einsteiger ist es fast unschlagbar.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein ungewöhnliches Buch, das nachwirkt

Heim schwimmen
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Deborah Levy erzählt in Heim schwimmen die Geschichte eines Sommers, der für eine kleine Gruppe britischer Urlauber in Südfrankreich nicht ganz so harmlos verläuft, wie es zunächst scheint. Die Idylle ...

Deborah Levy erzählt in Heim schwimmen die Geschichte eines Sommers, der für eine kleine Gruppe britischer Urlauber in Südfrankreich nicht ganz so harmlos verläuft, wie es zunächst scheint. Die Idylle des Ferienhauses, die Routine aus Essen, Trinken und Pool wird jäh gestört, als eine Fremde auftaucht. Kitty Finch hat angeblich ein Gedicht dabei, das sie dem berühmten Dichter Joe Jacobs zeigen möchte, der ebenfalls unter den Gästen ist. Doch schnell wird klar: Kitty bringt nicht nur ein Gedicht mit, sondern auch eine Unruhe, die sich bald auf alle überträgt.

Heim schwimmen ist kein Roman, der alles auserzählt. Levy deutet an, spielt mit Perspektiven, lässt Leerstellen, die gerade dadurch spannend werden. Die Sprache ist elegant, dabei fast schwebend, und wirkt manchmal traumartig entrückt, dann wieder glasklar und direkt. Es gibt keine übermäßigen Erklärungen, stattdessen viel zwischen den Zeilen – und genau das macht den Reiz aus.

Die Stimmung im Buch ist oft gespannt – mal wirkt alles wie in einem merkwürdigen Traum, dann wieder ganz klar und beinahe schmerzhaft real. Die Figuren bewegen sich umeinander, halten Abstand, kommen sich näher, ohne sich wirklich zu erreichen. Jede von ihnen trägt etwas mit sich herum: Zweifel, Verluste, unerfüllte Wünsche. Und Kitty Finch ist wie ein Auslöser – durch sie kommt vieles ans Licht, das vorher verdrängt wurde.

Heim schwimmen ist ein ungewöhnliches Buch, das nachwirkt - still, klug, verstörend. Und vielleicht gerade deshalb: großartig.