Profilbild von Primrose24

Primrose24

Lesejury Star
offline

Primrose24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Primrose24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Die Wachen von Ankh-Morpork

Wachen! Wachen!
0

Mit Hilfe eines gestohlenen Buches ruft eine geheime Bruderschaft einen Drachen herbei, um einen König als Regierungsoberhaupt einzusetzen. Doch der Drache hat andere Pläne und will selbst den Thron übernehmen. ...

Mit Hilfe eines gestohlenen Buches ruft eine geheime Bruderschaft einen Drachen herbei, um einen König als Regierungsoberhaupt einzusetzen. Doch der Drache hat andere Pläne und will selbst den Thron übernehmen. Nur die Nachtwache unter Leitung von Hauptmann Mumm stellt sich gegen den neuen Herrscher unterstützt von einem haarigen Bibliothekar und einer adligen Sumpfdrachenzüchterin. Kann dieses ungewöhnliche Gespann die Stadt vor ihrem neuen König bewahren?

„Wachen! Wachen!“ ist der achte Band aus der Scheibenwelt von Terry Pratchett und der erste Band, in dem die Nachtwache von Ankh-Morpork im Zentrum des Geschehens steht. Für mich war es das erste Buch aus dieser Reihe, wodurch ich ein wenig Zeit brauchte mich an den Schreibstil und die Welt zu gewöhnen. Besonders der Humor in der Geschichte hat mir von Seite zu Seite besser gefallen. Ich mochte Hauptmann Mumm sehr gerne insbesondere die Entwicklung seines Charakters im Verlauf der Geschichte hat mir gut gefallen. Aber auch der Rest der Nachtwache ist zwar sehr speziell, aber trotzdem liebenswert. Mit Lady Käsedick konnte ich nicht richtig warm werden. Auch wenn ich es gut fand, dass sie mit dem Klischee einer adligen Jungfrau in Nöten bricht, hat mir ihre extrovertierte Art nicht immer gefallen. „Wachen! Wachen!“ wird sicherlich nicht das letzte Buch des Autors sein, das ich lesen werde insbesondere die Abenteuer der Nachtwache werde ich sicherlich noch weiter verfolgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine magische Reise

Water Moon
0

In einer kleinen Gasse in Tokio verbirgt sich ein wundersames Pfandhaus, welches nur diejenigen betreten können, die mit einer wichtigen Entscheidung hadern, die sie einst getroffen haben. Um endlich Frieden ...

In einer kleinen Gasse in Tokio verbirgt sich ein wundersames Pfandhaus, welches nur diejenigen betreten können, die mit einer wichtigen Entscheidung hadern, die sie einst getroffen haben. Um endlich Frieden zu finden, kann diese Entscheidung dort verpfändet werden. Hana soll das Pfandhaus ihres Vaters übernehmen, doch am Morgen ihres ersten Tages als Besitzerin ist das Geschäft verwüstet und ihr Vater verschwunden. Auf der Suche nach Antworten steht ihr Kei zu Seite, der plötzlich vor ihrer Tür auftaucht. Zusammen begeben sich die Beiden auf eine abenteuerliche Reise durch Hanas Welt, die nicht nur voller Magie, sondern auch voller Gefahren steckt.

Man beurteilt ein Buch natürlich nicht nach dem Äußeren, aber trotzdem muss man sagen, dass die Gestaltung des nackten Hardcovers wirklich einiges her macht und mich wirklich bezaubert hat. Auch die Idee eines faltbaren Origami-Schutzumschlages ist originell, aber sein wir mal ehrlich, welcher Buchliebhaber macht schon mit Absicht Knicke in den Umschlag 😉. Aber nun zur eigentlichen Geschichte. Die Story besticht vor allem mit einer fantasievollen und magischen Atmosphäre, die mich oft an die Ghibli-Filme erinnerte. Die Reise von Hana und Kei führt sie an verschiedenste fantastische Orte. Die einzelnen Szenenwechsel gingen mir fast ein wenig zu schnell, da ich an diesen besonderen Plätzen gerne etwas mehr Zeit verbracht hätte. Hana und Kei mochte ich ebenfalls sehr gerne. Beide ergänzen sich sehr gut, auch wenn mir Kei etwas zu schnell Gefühle für Hana entgegenbringt. Trotz ihrer eher ruhigen Atmosphäre ist die Handlung spannend und wendungsreich und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite bezaubern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Etwas mehr Spice als erwartet

Wedding Date
0

Ama hat einige Erfahrungen mit Hochzeiten. Nicht nur das ihre Mutter 16 mal verheiratet war, sie ist auch noch eine der besten Hochzeitsplanerinnen in Sacramento. Als sie für die Hochzeit von Hazel Renee ...

Ama hat einige Erfahrungen mit Hochzeiten. Nicht nur das ihre Mutter 16 mal verheiratet war, sie ist auch noch eine der besten Hochzeitsplanerinnen in Sacramento. Als sie für die Hochzeit von Hazel Renee engagiert wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Denn durch die Hochzeit des Instagram-Stars hat sie nicht nur ein großes Budget zur Planung der Traumhochzeit zur Verfügung, sondern bekommt auch noch eine ganze Menge Publicity für ihr kleines Unternehmen. Doch natürlich gibt es einen Haken an der ganzen Sache. Niemand anderes als Elliot Bloom soll sich um die Blumendekoration kümmern, Amas Ex, dessen Heiratsantrag sie vor 2 Jahren abgelehnt und den sie seitdem nie wieder gesehen hat. Doch je länger Ama mit ihm zusammenarbeitet, desto mehr erinnert sie sich an ihre Gefühle für ihn.

Zentrales Thema von „Wedding Date“, wie könnte es auch anders sein, sind Hochzeiten. Ama ist eine wundervolle Hochzeitsplanerin, die sich entgegen dem Rat ihrer einstigen Chefin auch emotional auf ihre Auftraggeber einlässt und sie kennenlernt, um ihnen die perfekte Hochzeit zu arrangieren. Sie ist einfühlsam und liebenswürdig, das Wohl ihrer Klienten steht immer im Fokus, was mir sehr gut an ihr gefallen hat. Elliot ist unglaublich kreativ. Auf den ersten Blick wirkt er sehr unnahbar, dieser Eindruck verschwindet jedoch, während man ihn im Verlauf der Geschichte besser kennenlernt.

Die Geschichte wird in zwei verschiedenen Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt. Elliot übernimmt den Part, der in der Vergangenheit spielt, also sein erstes Treffen mit Ama und der Aufbau ihrer Beziehung bis zur Trennung. Ama erzählt hingegen über die Ereignisse in der Gegenwart. Ich mochte diesen Wechsel der Perspektiven sehr gerne, da man so beide Charaktere und ihre Geschichte besser kennenlernt. Gelegentlich passte für mich die Ama in Elliots Erinnerung nicht ganz zu der Ama in der Gegenwart vor allem, was ihr professionelles Verhalten während einer Hochzeit betrifft.

Ich hätte tatsächlich etwas mehr RomCom und weniger Spice erwartet. Für mich persönlich war der Spice fast etwas zu viel für diese Geschichte. Die Schilderungen der Blumen- und Hochzeitsarrangements waren jedoch phänomenal und so wunderschön beschrieben, dass ich sie mir direkt vorstellen konnte. Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und konnte mich wirklich gut unterhalten. Wer eine locker leichte und unterhaltsame Lektüre sucht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

The Greatest Show

Escaping from Houdini
0

Audrey Rose, Thomas und ihr Onkel sind mit einem Ozeandampfer auf den Weg nach New York. Auf der Fahrt soll eine Truppe von Zirkusartisten für Unterhaltung sorgen. Doch bereits am ersten Abend der Überfahrt ...

Audrey Rose, Thomas und ihr Onkel sind mit einem Ozeandampfer auf den Weg nach New York. Auf der Fahrt soll eine Truppe von Zirkusartisten für Unterhaltung sorgen. Doch bereits am ersten Abend der Überfahrt wird eine Leiche gefunden und es wird nicht die letzte gewesen sein. Auf dem Schiff treibt ein Mörder sein Unwesen, der am Tatort Tarotkarten und Spielkarten hinterlässt, ein klarer Hinweis auf die Zirkusleute. Um unter ihnen ermitteln zu können geht Audrey Rose einen Handel mit dem charmanten, aber ruchlosen Zirkusleiter ein, der ihre Beziehung zu Thomas auf eine harte Probe stellt. Können die Beiden den Mörder entlarven, bevor das Schiff im Hafen anlegt und der Mörder entkommen kann?

„Escaping from Houdini“ ist der dritte Teil der Reihe um Audrey Rose und Thomas. Nachdem ihr Beziehung im letzten Band einen ordentlichen Aufschwung erlebt hat, wird diese jedoch erneut auf die Probe gestellt. Der Zirkusleiter Mephisto ist ein charmanter und geheimnisvoller Charakter und weckt schnell Audrey Rose Neugier genau wie der Rest des Zirkus. Doch um tiefer in diese Welt eintauchen zu können, muss sie eine Beziehung zu Mephisto aufbauen. Die Wortgeplänkel zwischen den Beiden haben mir sehr gut gefallen, doch dadurch leidet ihre Beziehung zum Thomas sehr. Was mir bereits in den Vorbänden nicht gefallen hat und mir auch hier wieder negativ aufgefallen ist, ist wie unkoordiniert die Ermittlungen ausfallen. Viele Spuren, die bereits nach dem ersten Mord bestehen, werden überhaupt nicht weiterverfolgt. Dafür werden lieber wilde Spekulationen als Grundlage der Ermittlungen verwendet, sodass sich bis zuletzt kein wirklicher Verdächtiger herauskristallisiert, obwohl alle Indizien bereits da waren. Vor allem das Motiv des Mörders wird lange einfach ignoriert.
Letztlich mochte ich die Charaktere und die geheimnisvolle Atmosphäre der Geschichte wirklich sehr. Die Ermittlungen sind mir jedoch erneut viel zu chaotisch abgelaufen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Sprachlich ein Meisterwerk mit ein paar Längen in der Erzählung

Babel
0

1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes ...

1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes und wirken so die Magie des Silberhandwerkes, die Großbritanniens Infrastruktur am Laufen hält. Robin Swift wird als Junge aus dem chinesischen Kanton von einem reichen Engländer nach Oxford gebracht, um in Babel zu studieren. Was zunächst wie eine unfassbare Chance scheint, wird für Robin schnell zu einem moralischen Zwiespalt. Großbritanniens Überlegenheit im Silberhandwerk macht sie zur größten Kolonialmacht, die davon lebt, andere Länder auszubeuten, so wie auch Robins Heimat. Robin muss sich entscheiden was ihm wichtiger ist, sein eigener Wohlstand oder das Leben Hunderttausender, die täglich in den Kolonien um ihr Überleben kämpfen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Robin, aus dessen Perspektive wir die Geschichte erleben, sowie seine drei Freunde, die mit ihm in Babel studieren. Victoire und Ramy kommen wie Robin gebürtig aus anderen Ländern und wurden in Babel aufgenommen, um das sprachliche Repertoire und damit das Wirken des Silberhandwerks zu erweitern und zu verfeinern. Letty ist eine Engländerin aus adligem Haus, die nach dem Tod ihres Bruders seinen Platz am Institut einnimmt. Alle vier sind mehr oder minder betroffen von Rassismus und Diskriminierung einerseits durch ihre ausländische Abstammung, Letty und Victoire durch ihr Geschlecht, welches ihnen nicht einmal erlaubt Zimmer auf dem Universitätscampus zu beziehen. Die Freundschaft der vier bekommt durch ihren Status als Außenseiter eine interessante Dynamik, muss sich jedoch im Verlauf der Geschichte schweren Prüfungen unterziehen.

„Babel“ wird zwar als Fantasygeschichte beworben, der Anteil an Fantasy ist jedoch sehr klein und betrifft nur das Silberhandwerk. Hier hat die Autorin ein interessantes „Magiesystem“ erschaffen. Die Macht der Silberbarren kann zum Beispiel Maschinen antreiben, für Licht und Wärme sorgen oder Schiffe und Kutschen bewegen. Letztlich sind die Silberbarren ein Ausdruck für Fortschritt, Industrialisierung und Kolonialisierung mit all ihren guten und auch schlechten Seiten. Und vor allem die schlechten Seiten sind zentrales Thema der Geschichte, da die britische Überlegenheit ihre Rechtfertigung für die Ausbeutung anderer Länder und deren Kulturen bildet. Kulturen, die sie zwar als wertlos erachten, deren Sprachen und Ressourcen sie sich jedoch rücksichtlos bedienen.

„Babel“ lebt von seiner sprachgewaltigen und detaillierten Erzählung, seiner Liebe zum Wort und zur Sprache. Es gibt durchaus sehr spannende Abschnitte, doch es ist meiner Meinung nach nicht Ziel des Buches den Leser durch actionreiche Szenen zu unterhalten, sondern mit gut gewählten Worten Missstände anzusprechen und anzuklagen. Ein großartiges Werk, dass viele Themen behandelt, über die wir uns viel häufiger Gedanken machen sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere