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Veröffentlicht am 03.08.2025

Sprachlich ein Meisterwerk mit ein paar Längen in der Erzählung

Babel
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1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes ...

1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes und wirken so die Magie des Silberhandwerkes, die Großbritanniens Infrastruktur am Laufen hält. Robin Swift wird als Junge aus dem chinesischen Kanton von einem reichen Engländer nach Oxford gebracht, um in Babel zu studieren. Was zunächst wie eine unfassbare Chance scheint, wird für Robin schnell zu einem moralischen Zwiespalt. Großbritanniens Überlegenheit im Silberhandwerk macht sie zur größten Kolonialmacht, die davon lebt, andere Länder auszubeuten, so wie auch Robins Heimat. Robin muss sich entscheiden was ihm wichtiger ist, sein eigener Wohlstand oder das Leben Hunderttausender, die täglich in den Kolonien um ihr Überleben kämpfen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Robin, aus dessen Perspektive wir die Geschichte erleben, sowie seine drei Freunde, die mit ihm in Babel studieren. Victoire und Ramy kommen wie Robin gebürtig aus anderen Ländern und wurden in Babel aufgenommen, um das sprachliche Repertoire und damit das Wirken des Silberhandwerks zu erweitern und zu verfeinern. Letty ist eine Engländerin aus adligem Haus, die nach dem Tod ihres Bruders seinen Platz am Institut einnimmt. Alle vier sind mehr oder minder betroffen von Rassismus und Diskriminierung einerseits durch ihre ausländische Abstammung, Letty und Victoire durch ihr Geschlecht, welches ihnen nicht einmal erlaubt Zimmer auf dem Universitätscampus zu beziehen. Die Freundschaft der vier bekommt durch ihren Status als Außenseiter eine interessante Dynamik, muss sich jedoch im Verlauf der Geschichte schweren Prüfungen unterziehen.

„Babel“ wird zwar als Fantasygeschichte beworben, der Anteil an Fantasy ist jedoch sehr klein und betrifft nur das Silberhandwerk. Hier hat die Autorin ein interessantes „Magiesystem“ erschaffen. Die Macht der Silberbarren kann zum Beispiel Maschinen antreiben, für Licht und Wärme sorgen oder Schiffe und Kutschen bewegen. Letztlich sind die Silberbarren ein Ausdruck für Fortschritt, Industrialisierung und Kolonialisierung mit all ihren guten und auch schlechten Seiten. Und vor allem die schlechten Seiten sind zentrales Thema der Geschichte, da die britische Überlegenheit ihre Rechtfertigung für die Ausbeutung anderer Länder und deren Kulturen bildet. Kulturen, die sie zwar als wertlos erachten, deren Sprachen und Ressourcen sie sich jedoch rücksichtlos bedienen.

„Babel“ lebt von seiner sprachgewaltigen und detaillierten Erzählung, seiner Liebe zum Wort und zur Sprache. Es gibt durchaus sehr spannende Abschnitte, doch es ist meiner Meinung nach nicht Ziel des Buches den Leser durch actionreiche Szenen zu unterhalten, sondern mit gut gewählten Worten Missstände anzusprechen und anzuklagen. Ein großartiges Werk, dass viele Themen behandelt, über die wir uns viel häufiger Gedanken machen sollte.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Drei Wahrheiten, umso mehr Lügen

Manchmal lüge ich
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Amber liegt im Koma. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Während sie immer wieder in die Vergangenheit abdriftet, versucht sie ihr Gedächtnis aus den wenigen Bruchstücken, ...

Amber liegt im Koma. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Während sie immer wieder in die Vergangenheit abdriftet, versucht sie ihr Gedächtnis aus den wenigen Bruchstücken, an die sie sich erinnert, wieder zusammenzusetzen.

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt: in der Gegenwart, in der Amber im Koma liegt, durch Tagebucheinträge aus der Kindheit und in den wenigen Tagen vor dem Unfall, der sie ins Krankenhaus gebracht hat. Dabei erfährt der Leser immer mehr aus Ambers Vergangenheit, wobei nicht all ihre Erinnerungen wahr scheinen. Die Geschichte hält ein paar spannende und überraschende Wendungen bereit, die ich so nicht habe kommen sehen. Mit Amber selbst und auch mit den anderen Protagonisten der Geschichte konnte ich jedoch nicht allzu viel anfangen, da mir absolut niemand von ihnen sympathisch war. Jeder von ihnen hat seine eigenen Geheimnisse, was natürlich die Spannung der Geschichte auch ausmacht. Das Thema psychischer Erkrankungen hätte etwas besser aufgearbeitet werden können, da man sich hier vieler Klischees bedient (auch wenn mir bewusst ist, dass es nicht die Aufgabe eines Psychothrillers ist über psychische Erkrankungen aufzuklären).

Insgesamt konnte mich die Story unterhalten und bietet einige unerwartete Wendungen. Triggerwarnungen sollten jedoch in jedem Fall beachtet werden.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Spannendes Finale

Wie die Nacht entrinnt
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Nachdem die Ley-Linie erloschen ist, sind alle Träume, die nicht in der Nähe eines Süßmetalls Schutz suchen können, in tiefen Schlaf gefallen. Während Declan versucht seinen Bruder Matthew wach zu halten, ...

Nachdem die Ley-Linie erloschen ist, sind alle Träume, die nicht in der Nähe eines Süßmetalls Schutz suchen können, in tiefen Schlaf gefallen. Während Declan versucht seinen Bruder Matthew wach zu halten, scheint nichts stark genug zu sein, um Ronan aus seinem tiefen Schlaf zu wecken. Doch obwohl sie alles getan haben, um die Vision einer zerstörten Welt zu verhindern, gibt es weiterhin Jemanden der nach ihrer Vernichtung strebt. Können die Lynch-Brüder die Welt wirklich vor dem Untergang bewahren?

„Wie die Nacht entrinnt“ ist der finale Band der Träumertrilogie. Nachdem mich der letzte Band der Reihe tatsächlich etwas gelangweilt hat, war ich dennoch gespannt, wie sich die Geschichte nach dem Auslöschen der Ley-Linie entwickeln wird. Und glücklicherweise konnte der finale Band mit deutlich mehr Spannung aufwarten. Wie auch schon in den vorherigen Bänden wechselt die Perspektive der Erzählung zwischen den verschiedenen Protagonisten. Insbesondere Carmen, Declan, Ronan und Hennessys Perspektive der Ereignisse stehen im Fokus. Besonders gefallen hat mir die Charakterentwicklung der Protagonisten, die in diesem Teil der Reihe viel Raum einnimmt. Die Handlungsstränge aller drei Bände werden zu einem spannenden Finale verknüpft, welches mich sehr gut unterhalten hat. Ein würdiger Abschluss für diese Reihe, die mich zwar nicht immer mitreißen konnte, jedoch vor allem durch Originalität und ihre realistischen Charaktere punkten kann.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Rue und Eli

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
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Rue Siebert arbeitet als Biotech Ingenieurin bei Kline, der Firma ihrer Freundin Florence, an ihrem Patent zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Ihre Welt besteht aus nur wenigen sozialen ...

Rue Siebert arbeitet als Biotech Ingenieurin bei Kline, der Firma ihrer Freundin Florence, an ihrem Patent zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Ihre Welt besteht aus nur wenigen sozialen Kontakten und ist geprägt durch Stabilität. Als jedoch eine Investmentfirma Rues Arbeitsplatz aufkaufen will, gerät ihre stabile Welt gehörig ins Wanken. Eli Killgore und seine Geschäftspartner setzen alles daran hinter Klines Geschäftsgeheimnisse zu kommen. Doch obwohl sie Eli für sein Vorhaben verabscheuen sollte, kann sie die körperliche Anziehung zwischen ihnen nicht leugnen, die bei jedem Treffen stärker wird. Doch wie soll Rue ihre Loyalität zu Florence aufrechterhalten, wenn sie sich das erste Mal in ihrem Leben nach Jemand anderem verzehrt.

„Not in Love“ unterscheidet sich schon stark von den sonstigen RomComs der Autorin, was sie selbst auch in ein paar einleitenden Worten des Buches zugibt. Rue ist ein zurückhaltender fast schon schüchterner Charakter, die ihre soziale Unsicherheit durch abweisendes Verhalten zum Ausdruck bringt und nur sehr schwer mit Emotionen umzugehen weiß. Eli hingegen ist ein sehr offener und kontaktfreudiger Mensch. Grundsätzlich mochte ich es wie behutsam und geduldig Eli mit Rue umgeht und ihre Grenzen respektiert. Jedoch zeigen seine inneren Monologe einen Grad an Besessenheit, den ich als übertrieben empfunden habe, auch wenn er sie nie zu etwas gedrängt hat. Rues fehlende Möglichkeiten mit Emotionen umzugehen, führen dazu, dass ein Großteil ihrer „Kommunikation“ auf körperlicher Ebene stattfindet. Die intimen Szenen, die daraus resultieren waren mir persönlich zu präsent in der Geschichte. Auch wenn mich diese Geschichte von Ali Hazelwood gut unterhalten hat, kommt sie für mich nicht an ihre anderen Bücher heran.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Seltsame Bilder

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Ein bewegender Blogeintrag, eine Kinderzeichnung und die Skizzen eines verstorbenen Zeichenlehrers. Auf den ersten Blick hat all dies nicht viel miteinander zu tun, doch der erste Blick kann täuschen. ...

Ein bewegender Blogeintrag, eine Kinderzeichnung und die Skizzen eines verstorbenen Zeichenlehrers. Auf den ersten Blick hat all dies nicht viel miteinander zu tun, doch der erste Blick kann täuschen. Denn zwischen den Bildern gibt es eine Verbindung, die das Leben Vieler im Laufe der Zeit beeinflusst hat. Tatsächlich habe ich noch nie einen Krimi/Thriller gelesen, der so aufgebaut wurde wie dieser. Die Geschichte ist in einzelne Abschnitte unterteilt, bei dem ein oder mehrere Bilder im Fokus stehen, welche ein Rätsel verkörpern und die auch im Buch abgedruckt wurden. Die Geschichten werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man anfangs keinen Zusammenhang vermutet, doch dieser Eindruck täuscht. Auch der psychologische Aspekt der Erzählung hat mir gut gefallen. Ich habe das Buch aufgrund der sehr spannenden Elemente und dem rätselhaften Charakter sehr schnell verschlungen. Ein wirklich interessantes Erzählkonzept von dem ich gern mehr lesen würde.

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