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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Kranke Beziehungen

Schattengrünes Tal
0

Kristina Hauff hat ihren dritten Roman in einem fiktiven Dorf im Schwarzwald angesiedelt. Dort lebt Lisa zusammen mit ihrem Mann Simon. Lisa ist bestens in das Dorfleben eingebettet. Ihr Leben ist bestimmt ...

Kristina Hauff hat ihren dritten Roman in einem fiktiven Dorf im Schwarzwald angesiedelt. Dort lebt Lisa zusammen mit ihrem Mann Simon. Lisa ist bestens in das Dorfleben eingebettet. Ihr Leben ist bestimmt von ihrer Arbeit im Tourismusbüro, ihrer Chormitgliedschaft und ihrer Unterstützung im Hotel ihres Vaters. Eines Tages taucht eine Fremde im Dorf auf und drängt sich immer mehr in Lisas Leben. Während die Fremde sich überall schnell integriert, fühlt sich Lisa immer mehr ins Abseits gedrängt.
Der Roman beginnt interessant, da die Autorin geschickt eine psychologische Spannung aufbaut. Man spürt, dass etwas nicht stimmt und ein unangenehmes Gefühl macht sich breit. Für mich konnte der Spannungsbogen ab der Mitte leider nicht gehalten werden und der Schluss wurde für meinen Geschmack zu schnell und zu schwach abgehandelt. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir wiederum sehr gut gefallen hat, wie auch der flüssige und angenehme Schreibstil der Autorin. Besonders gelungen sind vor allem die Naturbeschreibungen. Ebenso finde ich es fesselnd zu erfahren, wie ein eingefahrenes Leben plötzlich durch einen Menschen von außen aufgebrochen wird. Dennoch fehlt es mir an Tiefe bei den einzelnen Persönlichkeiten. Insgesamt ist es ein kurzweiliges Lesevergnügen, das aber keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2025

Ein etwas anderer Fall

Riccardino
4

Alles beginnt mit einem Anruf zu früher Stunde. Angerufen wird Montalbano, der den Anrufer aber gar nicht kennt. Kurz darauf liegt genau dieser Anrufer, ein gewisser Riccardino, ermordet auf offener Straße ...

Alles beginnt mit einem Anruf zu früher Stunde. Angerufen wird Montalbano, der den Anrufer aber gar nicht kennt. Kurz darauf liegt genau dieser Anrufer, ein gewisser Riccardino, ermordet auf offener Straße und Montalbano übernimmt die Ermittlungen. Bei seinem letzten Einsatz darf der Commissario noch einmal seinen widerspenstigen Charakter zeigen, seinen Unmut über die Einmischungen aus Politik und Kirche offenbaren und seine Ansichten kundtun. Die Ermittlung wird immer undurchsichtiger und Montalbano kämpft sich durch den Fall und genießt zwischendurch kulinarische Leckereien. Dieses Buch ist nicht so sehr ein spannender Krimi, ich würde eher von einem literarischen Krimi sprechen. Der Autor zeigt sich den Lesern und lässt einen Blick auf die Beziehung zwischen ihm und seiner von ihm erschaffenen Figur zu. Mir hat dieser Kunstgriff und der Blick aus der Metaebene gefallen. Allerdings leidet die Lösung des Mordfalles ein wenig darunter. Der Sprecher hat noch einmal alles aus diesem besonderen und letzten Fall herausgeholt und einen tollen Job gemacht. Ich würde dieses Hörbuch nur Kennern von Montalbano empfehlen, als Einstieg ist es sicher nicht geeignet. Mit einem lächelnden und einem weinenden Auge habe ich mich von der Serie verabschiedet und denke, dass Camilleri seiner Figur ein würdiges Ende geschenkt hat.

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  • Sprecher
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Veröffentlicht am 08.07.2025

Ja zu sich selbst

Ja, nein, vielleicht
0

Wir bekommen einen Einblick in einen kurzen Lebensabschnitt der Protagonistin. Sie hat zwei erwachsene Kinder, die nicht mehr bei ihr leben, sie hat eine geschiedene Ehe hinter sich, sie ist Single, ist ...

Wir bekommen einen Einblick in einen kurzen Lebensabschnitt der Protagonistin. Sie hat zwei erwachsene Kinder, die nicht mehr bei ihr leben, sie hat eine geschiedene Ehe hinter sich, sie ist Single, ist sozial gut eingebettet, arbeitet als Autorin und lebt sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Man könnte sagen, dass sie ein privilegiertes Leben führt. Dann wird sie plötzlich von Zahnschmerzen geplagt und das Zahnproblem wächst zu einer größeren Herausforderung heran. Es geht um mehr als bloß diesen kaputten Zahn. Es geht ums Älterwerden, um Vergänglichkeit, um den Körper, der nicht mehr so ist wie mit 20 Jahren. Aber nicht nur der Zahn beschäftigt sie, sondern auch die bevorstehende Heirat ihrer besten Freundin und das Treffen eines alten Bekannten. Das Buch liest sich wirklich gut und mir haben die feinen und treffenden Beobachtungen der Autorin sehr gefallen. Nicht nur wie sie ihre Mitmenschen einordnet, sondern ganz besonders die Introspektion haben mich beeindruckt. Alltägliche Gegebenheiten können einen weitschweifenden Gedankengang auslösen und so verliert sich die Protagonistin ab und an in ihren Wünschen und Vorstellungen. Insbesondere wenn es um die Frage geht, brauche ich einen Mann in meinem Leben? Und da kommen wir zum Titel des Buches: Ja, nein, vielleicht. Insgesamt hat mir die Lektüre zugesagt, wobei mich die vielen Anglizismen nicht begeistern konnten, und ich wirklich froh bin, andere und positivere Erfahrungen mit der männlichen Welt gemacht zu haben.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2025

Ein wichtiges Thema, spannend umgesetzt

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Lola und Vivian wohnen zusammen in einer WG. Vivian fühlt sich unzulänglich und wünscht sich so sehr, auch mal locker und begehrenswert zu sein. Als sie den attraktiven Pascal kennenlernt, kann sie nicht ...

Lola und Vivian wohnen zusammen in einer WG. Vivian fühlt sich unzulänglich und wünscht sich so sehr, auch mal locker und begehrenswert zu sein. Als sie den attraktiven Pascal kennenlernt, kann sie nicht glauben, dass er sich tatsächlich für sie interessiert. Lola freut sich zuerst für sie, doch dann beginnt Vivian sich zu verändern und entfernt sich immer mehr von Lola. Irgendwann kehrt sie nicht mehr in die WG zurück und Lola weiß einfach, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und Vivian Hilfe benötigt. Als Vivians Halbbruder Elias auftaucht, versuchen beide Vivians Verschwinden auf die Spur zu kommen und dabei lernen sie sich besser kennen. Der Schreibstil von Antonia Wesseling ist flüssig und so habe ich das Buch ziemlich flott gelesen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Lola und Elias erzählt, Tagebucheinträge von Vivian vervollständigen die Erzählung. Das Buch ist auf jeden Fall spannend, die Beziehung zwischen Lola und Elias etwas holprig, aber v.a. im letzten Drittel wurde es mir zu konstruiert und von allem ein bisschen zu viel. Die Thematik des „Loverboys“ wurde von der Autorin hingegen gut umgesetzt und sensibilisiert hoffentlich viele Leserinnen. Insgesamt ein spannendes Buch, das mich nicht kalt gelassen hat.

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  • Cover
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Veröffentlicht am 19.04.2025

Selbsterkenntnis

Die Hütte in der Mitte des Waldes
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Selbsterkenntnis

Das Format und das Cover des Buches der beiden bekannten Autoren Aljoscha Long und Ronald Schweppe finde ich sehr ansprechend und passend für diese märchenartige Geschichte. Wir begleiten ...

Selbsterkenntnis

Das Format und das Cover des Buches der beiden bekannten Autoren Aljoscha Long und Ronald Schweppe finde ich sehr ansprechend und passend für diese märchenartige Geschichte. Wir begleiten David auf einer inneren Reise, die zuerst im Außen beginnt. Jung, erfolgreich, effizient und dynamisch strandet er in einem Wald, der ihm physisch wie psychisch an seine Grenzen bringt, denn er findet den Weg zurück und damit raus aus dem Wald nicht mehr. Seltsame Begegnungen vermischen sich mit Erkenntnissen und körperlichen Strapazen. Gekrönt wird die Reise durch die Auseinandersetzung mit folgenden vier Bereichen: Ängsten, Mitgefühl, Verbundenheit und Zeit. Das Buch liest sich leicht und flüssig, erinnert in der Erzählweise an ein Traumgeschehen oder Tranceerfahrungen. Die Autoren vermitteln dem Leser, welche essenziellen Dinge im Leben wirklich zählen. Das Rad wird hier nicht neu erfunden und so richtig packen konnten mich die Weisheiten nicht. Dennoch ist es ein schönes Buch, das ich vor allem Menschen ans Herz legen würde, die sich noch nicht allzu viel mit dem Thema Selbstreflexion beschäftigt haben.

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