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Veröffentlicht am 18.02.2018

beeindruckendes Buch

Die Rose von Tibet
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Als ich das Cover gesehen habe, und den Klappentext gelesen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Tibet im allgemeinen wirkt sehr faszinierend auf mich aus. Und wenn bei einer Expedition am Mount ...

Als ich das Cover gesehen habe, und den Klappentext gelesen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Tibet im allgemeinen wirkt sehr faszinierend auf mich aus. Und wenn bei einer Expedition am Mount Everest einige Europäer verloren gehen, und man über deren Verbleib nichts erfährt, klingt das erstmal spannend. Unter den vermissten Europäern ist auch der Stiefbruder von Charles Huston ist unter den Vermissten, die für tot geglaubt werden. Aber Charles zweifelt an dem Tod seines Stiefbruders, und begibt sich auf die Reise nach Indien, um dort mehr über den wahren Verbleib seines Bruders herauszufinden. Doch er wird immer wieder von Beamten, Ärzten oder anderen Zeugen vertröstet, muss sich mühsam nach und nach Infos zusammen suchen. Als er auf jungen Sherpa Ringling trifft, begibt sich Huston mit Ringling sich auf die Suche nach seinem Bruder, doch er ist nicht ganz vorbeitet auf das, was ihn während der Reise erwartet. Seine Zeit in einem Kloster prägt ihn für sein restliches Leben.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch recht gut gefallen. Auch wenn ich im ersten Moment doch eher die Hoffnung hatte, dass dies eher ein kompletter Kriminalroman werden könnte, wurde ich nicht enttäuscht. Diese Mischung aus Krimi, Reisebericht, aber auch Biographie hat mir sehr gut gefallen. Die Landschaftsbeschreibungen, die Zeiten, in denen Davidson mit seinen Reisebegleitern unterwegs ist, war beeindruckend, und man kämpfte gefühlt mit ihnen ums Überleben. Auch den Frust, den Huston empfand, weil er keine Infos von den Regierungsbeamten bekam, oder erst durch lange Umwege, kann man nachvollziehen. 

Ich habe nur nicht ganz die religiösen, bzw. esoterischen Erlebnisse, die dieses Buch mitsich bringt, erwartet. Wenn man sich aber darauf einlassen kann, dass die Esoterik und die buddhistische Religion in Tibet bzw. in diesem besagten Kloster eine entscheidende Rolle spielen, kann man in die wundersame Welt des Himalayas eintauchen. 

Was mir ebenso gut gefallen hatte, war der geschichtliche Einzug, den Davidson gut mit ins Buch hat einfließen lassen. Einerseits die Nachkriegszeit in Europa, aber ebenso die gewaltsame Übernahme Chinas von Tibet. So kommt es, dass Huston sich vor den Chinesen verstecken muss, und die Chinesen in seiner Flucht nach Hause berücksichtigen muss. 



Da mir manchmal der esoterische Teil zu stark ausgeprägt war, ziehe ich dem Buch einen Stern ab. Dennoch vier Punkte. Ein schönes Buch. 

Veröffentlicht am 02.01.2018

Angenehmes Buch zum Zeitvertreib

Lieber Daddy-Long-Legs
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In "Lieber Daddy Longlegs" von Jean Webster geht es um die Waise Jerusha Abbott, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr im Waisenhaus aufwächst.

Das Waisenhaus wird von einer Stiftung getragen, der viele wohlhalbende ...

In "Lieber Daddy Longlegs" von Jean Webster geht es um die Waise Jerusha Abbott, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr im Waisenhaus aufwächst.

Das Waisenhaus wird von einer Stiftung getragen, der viele wohlhalbende Männer beiwohnen. Jeder der Unterstützer kann einem Waisenkind eine Ausbildung finanzieren, dass diese Kinder eine gute Bildung erhalten. 

Mr. Smith unterstützt in der Regel nur Jungs, da er Mädchen nicht mag. Aber irgendwie schafft es Jerusha, genannt Judy, Mr. Smiths Aufmerksamkeit zu erreichen. Und so kommt es, dass Mr. Smith Jerushas Ausbildung finanziert. Die einzige Bedingung, die er stellt, ist, dass Judy ihm jeden Monat einen Brief schreibt, wie das Studium voran geht. Doch Judy soll nicht erwarten, dass Mr. Smith ihr antwortet. 



Und so studiert Judy fleißig, und schreibt noch fleißiger Mr. Smith Briefe. Da sie ihn nur einmal noch zu Zeiten des Waisenhaus von hinten gesehen hatte, und er sie aufgrund seines schlankes und großen Körperbaus an einen Weberknecht hält, spricht Judy Mr. Smith als einen Weberknecht an (Weberknecht = Daddy Long Legs auf Englisch). 



Wenn Anweisungen an Judy kommen, werden diese von dem Sekretär des Spenders ausgerichtet. 

Während Judy erfolgreich ihr Studium beendet, erzählt sie im Laufe der Zeit ihre Ängste und Sorgen, ihre Erfolge und anderen Erlebnisse, die sie erlebt. Sei es Bälle, Inhalte der Studienfächer, Freundschaften, Ferien, usw. Doch Mr. Smith, der diesen Namen nur zur Tarnung trägt, und so nicht heißt, bleibt unsichtbar. 



Das Buch fand ich im Großen und Ganzen gut. Leider war für mich das Ende etwas arg  herbeigerufen, als hätte der Autor nur ein begrenztes Kontigent an Seiten gehabt, die plötzlich aufgebraucht war. 

Was mir gefallen hat, war dass Judy alles mit ihrem Förderer teilt. Gefühle, sei es die guten wie die schlechten. Sie hat Wünsche und Träume, und sogut es geht, versucht Mr. Smith diese Wünsche Judy zu erfüllen. Judy ist für diese Geschenke sehr dankbar, aber es ist ihr auch peinlich, da Judy sehr sparsam ist, und dankbar ist für das, was sie hat. Sie möchte Mr. Smith nicht mehr als nötig zur Last fallen, da sie auch die Schulden abzahlen möchte.

Lieber Daddy-Long-Legs hat etwas von Tagebuchcharakter, da Mr. Daddy Long-Legs im Verborgenen bleibt, und höchstens zur Ferienplanung oder durch Geschenke mit Judy Kontakt aufnimmt. 



Ein schöner Klassiker, der mit seinem Alter - das Buch ist aus dem Jahre 1912 - nicht hausieren geht. Die Sprache wirkt nicht altbacken, und dennoch ist durch verschiedene Handlungen zu erkennen, dass das Buch Anfang des letzten Jahrhunderts spielt. 



Definitiv ein Buch, was man gelesen haben sollte, allein wegen der Aufmachung. Das Buch hat ein sehr buntes, aber wundervoll passendes Cover, und selbst im Innenteil sind Seiten gefüllt mit Rosenblüten, oder Zeichnungen der Autorin. 



Must-Have!

Veröffentlicht am 03.08.2025

Auftaktband

Signs of Magic 1 – Die Jagd auf den Jadefuchs
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Abraham Kadabraham alias Albert ist ein eher mittelmäßiger Zauberer. Seine Gäste verzaubert er zwar, aber der große Zauberstar ist er nicht. Dabei würde er so gerne davon leben. Seine Kosten für den Alltag ...

Abraham Kadabraham alias Albert ist ein eher mittelmäßiger Zauberer. Seine Gäste verzaubert er zwar, aber der große Zauberstar ist er nicht. Dabei würde er so gerne davon leben. Seine Kosten für den Alltag bestreitet er mit dem Ausfahren von Pizzas. Seine Lebensgefährtin Patty ist von seinem Lebensstil nicht ganz so begeistert. Ihre Familie ist sehr reich, und eigentlich findet Pattys Familie den vermeintlichen Schwiegersohn ziemlich unwürdig für ihre Tochter.

Durch Zufall trifft Albert auf Matilda. Diese hat sich für die Jagd auf den Jadefuchs angemeldet und braucht für ihr Team noch einen Zauberer. Allerdings einen anderen als einen Trickzauberer. Denn würde sie die Jagd gewinnen, stände ihr ein hoher Geldbetrag zu. Den brauch sie mehr als dringend. Ihre Familie war sehr wohlhabend, doch der Vater hat durch seine Alkoholsucht alles verspielt und so steht das Anwesen auf Messers Schneide. Es beginnt eine Jagd, nicht nur die auf den Jadefuchs, sondern Matilda wird selbst zur Gejagten. Dabei kann sie sich auf ihren ehemaligen Hausmeister verlassen. Die Jagd wird zur Prüfung, auch für Albert, der bei dieser Jagd sogar sein wahres Talent entdeckt, und somit seine Berufung.

„Die Jagd nach dem Jadefuchs“ fällt für mein Empfinden unter die Rubrik leichte Fantasy. Der Weltenbau ist einfach gehalten, wir finden uns in England wieder, sowie in einem Wald, in dem die Jagd nach dem Jadefuchs stattfindet. Also keine komplexe fremde Welt. Die Protagonisten sind überwiegend überzeugend, wobei mir Matilda leicht auf den Nerv ging. Sie war mir teilweise zu ambitioniert. Auch wenn ihre Gründe ehrenwert und verständlich sind, war sie mir zu verbissen. Ich konnte mich mit ihr einfach nicht so recht anfreunden.

Ich hatte die Hörbuch-Version gehört, und muss sagen, die zwei Hörbuchsprecher haben wirklich gute Arbeit geleistet. Der Wechsel der Sprecher war sehr angenehm und beide konnten das, was Mikkel Robrahn uns erzählt hat mit seiner Geschichte, gut rüber bringen.

Das Grundsetting des Buches finde ich interessant, es ist auch teilweise recht humorvoll umgesetzt, was wohl auch an dem Tollpatsch Albert liegt. Und doch hat mich das Buch nicht ganz überzeugt, da mir etwas Spannung und der letzte Funke für den Wow-Effekt gefehlt hat. Ein angenehmes Buch für zwischendurch, aber halt kein Pageturner.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Solider Thriller

Nachtwald
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Lizzy wird nach ihrer Therapie in einer Entzugsklinik von ihrer Mutter Claire, deren neuen Mann George sowie Lizzys Bruder Liam abgeholt. Das Verhältnis untereinander ist angespannt, da der leibliche Vater ...

Lizzy wird nach ihrer Therapie in einer Entzugsklinik von ihrer Mutter Claire, deren neuen Mann George sowie Lizzys Bruder Liam abgeholt. Das Verhältnis untereinander ist angespannt, da der leibliche Vater die Familie mit einem Schuldenberg und einem Selbstmord allein gelassen hat. Lizzy selbst hat ihren Frust und Kummer im Alkohol ertränkt, und bei einem Unfall fast ihren Bruder getötet. Damit das Vertrauen wieder aufgebaut wird, fahren die vier nach Butler Hall, einem alten Anwesen, dass George gehört. Dieses renoviert er Stück für Stück, so wie die finanzielle Situation es zulässt. Dort wartet auch die Tochter Freya von George mit ihrem Ehemann auf die Gruppe. Gemütlich wollen sie die Hochzeit von George und Claire feiern. Doch ein unerwarteter Gast in Form von Lizzys Vater Declan taucht auf, und bringt damit die Stimmung entgültig zum Kippen. Denn Declan hat nicht vor, die Familie so mal eben einem anderen zu überlassen und die Situation eskaliert. Ab diesem Abend ist in diesem Haus keiner und nichts sicher. Nicht mal das Familiengeheimnis von Butler Hall.

Das Setting von Nachtwald ist recht überschaubar. Die Anzahl der Protagonisten ist übersichtlich, so dass man sich die Namen und Personen recht gut merken kann. Auch der Schauplatz des Wochenendes ist gut beschrieben, so dass man nicht die Orientierung verliert. Gerade bei der Hörbuchversion, die ich gehört habe, sehr angenehm. Dass hier das Gebäude bzw. Anwesen als geschlossener Ort fungiert, mag ich. Auch die düstere Stimmung durch den Wald und die entsprechend nicht bzw. nicht fertig renovierten Gebäude kommt gut zur Geltung. Die Story selbst war spannend beschrieben, so dass man dabei blieb. Für mein persönliches Empfinden war mir aber stellenweise zu viel in diesem Buch an Action geboten. Ja, die Story wurde in sich schlüssig aufgelöst, jedoch waren mir hier zu viele Päckchen untergebracht. Die Geschichte des Familienvaters Declan ist für sich schon eine Hausnummer, zusätzlich kam noch die Familiengeschichte Georges hinzu, die sich auch noch auf seine Tochter erstreckte und vermutlich auch für ein einzelnes Buch gereicht hätte. Zudem scheinen mehr Menschen in die Machenschaften manches Protagonisten verstrickt, so dass es für mich mit der Anzahl der Protagonisten fast an der Grenze von zu viel war. Vielleicht hätte es mit einem Protagonisten weniger auch gereicht, oder bei einer Familiengeschichte weniger Dramatik. (Um hier genauer zu beschreiben, was mich konkret gestört hat, würde ich zu viele Details verraten, daher hoffe ich, dass das an Begründung ausreicht). Dennoch ein durchaus spannender Thriller, bei dem ich für mich sagen kann: meckern auf hohem Niveau.

Die Hörbuchsprecherin Christiane Marx hat das Buch übrigens toll eingesprochen, und für die entsprechende Stimmung gesorgt. Das Cover selbst ist gut gestaltet, gibt für mich aber nicht ganz die Stimmung wieder, die ich bei dem Buch erwartet hätte, es ist mir etwas zu hell und intensiv.

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Veröffentlicht am 28.04.2023

Frauenpower

Zwischen den Meeren
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Kiel, Ende des 19. Jahrhunderts: es steht eine große Veränderung an. Es soll der Nord-Ostsee-Kanal gebaut werden. Viele Menschen werden dafür gebraucht: Ob Planer, Geldgeber oder Arbeiter. Hier wird mit ...

Kiel, Ende des 19. Jahrhunderts: es steht eine große Veränderung an. Es soll der Nord-Ostsee-Kanal gebaut werden. Viele Menschen werden dafür gebraucht: Ob Planer, Geldgeber oder Arbeiter. Hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Um Land, um Arbeitsplätze und um Ideen.

In dieses Setting setzt uns die Autorin Lena Johansson. Zwischen den Meeren ist eine Geschichte über vier junge Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen. Zum einen ist da Stine, deren Vater ein Kolonialwarenladen hat. Doch die Zeiten ändern sich, und Stines Vater baut den Laden aus, um beim Bau des Kanals mithalten zu können. Er will unbedingt zu einem der Baustellenversorger zu werden. Es ist aber auch die Geschichte von Mimi. Deren Vater hat schon einst Schleusen geplant und gezeichnet. Doch mit dem Nord-Ostseekanal will er nichts zu tun haben und so nimmt Mimi das in die Hand, und überreicht heimlich die Pläne dem Planungskomitee.

Das Hörbuch befasst sich mit den Anfängen des Nord-Ostseekanals. Hier finden die ersten Planungsgespräche statt, und die ersten Unteraufträge werden vergeben. Jeder muss seinen Platz finden. Dieses Bauvorhaben kann nicht ohne Frauen funktionieren. Selbst wenn sie nicht direkt an den Bauarbeiten beteiligt sind: sie können dennoch ihren Teil am Ganzen leisten. So erkämpfen sich Mimi, Stine und Regina ihre ersten kleinen Teilerfolge. Doch sie sind längst nicht so weit, wie sie gerne wären.

„Zwischen den Meeren“ ist der erste Teil einer Reihe über den Nord-Ostsee-Kanal, dessen Ausmaße in der damaligen Zeit nichts in dem nachsteht, was heute gebaut wird. Es geht um Naturschutz, um Landschaftsveränderungen, um Nachhaltigkeit, aber auch um die Rolle der Menschen in so einem großen Projekt. Korruption ist damals wie heute an der Tagesordnung und es wird um jedes Stücken Geld und Land gekämpft. Hier finden sich die vier Frauen wieder: jede handelt aus den unterschiedlichsten Motiven. Jede möchte sich, aber auch die Familie weiter bringen, und muss dafür das ein oder andere Opfer bringen.

Svantje Rascher war einer der Hauptgründe, warum ich dieses Hörbuch zu Ende gehört habe. Mir hat bei der Sprecherin sehr gut gefallen, dass sie auch die regionale Aussprache betont hat. Leider habe ich bei den vier Frauen irgendwann den Überblick verloren, wer zu wem gehört. Stine und Mimi sind mir hängen geblieben, Regina rückte für mich schon schnell an den Rand und Sanne fügte sich irgendwo bei Stine und Mimi ein. Es hätte für mein Empfinden ein Erzählstrang der Damen weniger gut getan, und der Geschichte besser folgen zu können. Es passierte mir immer mal wieder, dass ich ich nicht mehr folgen konnte, welche der Damen nun dran war.

Auch wenn die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals eine spannende ist, ich muss für mich sagen, dass dies ein bisschen zu seicht für mich persönlich war. Dennoch: wer auf ein bisschen Liebe mit Geschichte steht, wird hier perfekt fündig werden.

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