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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2016

"Typischer zweiter Teil"

Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel
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"Die seufzende Wendeltreppe" von Jonathan Stroud hat mich vollends überzeugt. Ich habe das Buch in nur wenigen Tagen durchgelesen. Keine Frage, da musste auch der zweite Teil her.
Leider hat mich dieser ...

"Die seufzende Wendeltreppe" von Jonathan Stroud hat mich vollends überzeugt. Ich habe das Buch in nur wenigen Tagen durchgelesen. Keine Frage, da musste auch der zweite Teil her.
Leider hat mich dieser nicht so überzeugt wie der erste Teil. Das erste Buch hat mich von der Thematik her noch mehr überzeugt und ich fand es viel spannender. Irgendwie hat mir im zweiten Teil das Gefühl gefehlt unbedingt weiterlesen zu müssen.
Die Idee des Spiegels, der vernichtet werden muss ist typisch für Geistergeschichten - finde ich. Dennoch ein gutes Thema, mit dem sich Lucy, George und Lockwood befassen. Auch Flo Bones, die in diesem Buch auftritt hat mich sofort überzeugt und ich habe ihren Charakter tatsächlich lieb gewonnen, da sie etwas ganz besonders hat und auch wahnsinnig gut von Jonathan Stroud beschrieben wurde.
Auch George tritt mehr in den Vordergrund und wird vom nervigen Klugscheißer und einem süßen und herzallerliebsten Klugscheißer.
Selbst über Lockwood erfährt man zum Ende des Buches hin noch einiges, so dass man gar nich drum herum kommt, auch den dritten Teil der Reihe zu lesen.

Ich werde mir "Die raunende Maske" auf alle Fälle kaufen und lesen!

Veröffentlicht am 29.09.2016

Super interessanter Schreibstil!

Dark Memories - Nichts ist je vergessen
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Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, wenig Thrill hat das Buch tatsächlich. Dennoch muss ich der Autorin ein dickes Lob aussprechen, denn es ist wahnsinnig interessant zu lesen, was der Psychologe ...

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, wenig Thrill hat das Buch tatsächlich. Dennoch muss ich der Autorin ein dickes Lob aussprechen, denn es ist wahnsinnig interessant zu lesen, was der Psychologe über die ganze Geschichte denkt.
Er hat wirklich einige bemerkenswerte Gedankengänge und gerade das hat mich so gefesselt. Dieser Schreibstil ist wirklich etwas besonderes und allein das ist schon das Lesen wert.
Schade fand ich es, dass man es gar nicht mitbekommen hat, wie Jenny die Medikamente verabreicht wurden. Meiner Meinung nach ging das viel zu schnell. Zu lange hingegen wird nach dem Täter, bzw. nach dem gewissen Pullover gesucht.

Man sollte auf jeden Fall mal hinein schnuppern!

Veröffentlicht am 31.08.2025

Musikalisch verhallende Töne

Durch das Raue zu den Sternen
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"Durch das Raue zu den Sternen" von Christopher Kloeble wurde mir in meiner Lieblingsbuchhandlung als absolutes Highlight empfohlen, sodass meine Erwartungen entsprechend hoch waren. Umso bedauerlicher ...

"Durch das Raue zu den Sternen" von Christopher Kloeble wurde mir in meiner Lieblingsbuchhandlung als absolutes Highlight empfohlen, sodass meine Erwartungen entsprechend hoch waren. Umso bedauerlicher ist es für mich, dass mich der Roman letztlich nicht so erreichen konnte, wie ich es erhofft hatte.
Der sprachliche Stil ist zweifellos besonders. Kloeble schreibt poetisch, arbeitet mit verschachtelten Sätzen und verleiht dem Text eine gewisse Musikalität. An sich mag ich solche Sprachgewalt sehr, hier jedoch empfand ich sie als nicht ganz passend. Denn die Geschichte wird aus der Sicht von Arkadia, genannt Moll (ein 13-jähriges Mädchen), erzählt. Ihre jugendliche Stimme wirkte auf mich nicht authentisch im Zusammenspiel mit dieser literarischen Schwere.
Arkadia selbst war für mich ein weiterer Knackpunkt. Sie ist überzeugt davon, musikalisch hochbegabt zu sein und verhält sich dabei oft rotzig, frech und rüpelig. Grundsätzlich schätze ich Figuren mit Ecken und Kanten, doch in diesem Fall konnte ich keine Nähe zu ihr aufbauen. Ich empfand sie nicht als sympathisch oder besonders berührend, sondern eher anstrengend – und das trotz ihrer schwierigen Kindheit. Ihre Mutter hat die Familie Hals über Kopf verlassen, ohne dass die Hintergründe für mich ausreichend genug beleuchtet wurden. Auch die Beziehung zum Vater bleibt distanziert und spannungsgeladen, teilweise sogar erschütternd. Das hätte viel emotionales Potenzial geboten, wurde für mein Empfinden aber nicht genügend entfaltet.
Ein zentrales Element des Romans ist die Musik. Arkadia möchte unbedingt im Knabenchor singen. Hier erlebt sie Aufstieg und Herausforderungen und das Thema durchzieht die gesamte Handlung. Für Leser:innen, die selbst eine Nähe zur Musik haben, mag dies eine große Bereicherung sein. Da ich jedoch selbst völlig unmusikalisch bin und weder mit Noten noch mit Chorgesang etwas anfangen kann, blieb mir vieles fremd und unzugänglich. So wurde die Lektüre für mich zu einer zähen Erfahrung.
Bei aller Kritik möchte ich dennoch betonen, dass der Roman literarisch ambitioniert ist und gewiss seine begeisterte Leserschaft findet. Für mich persönlich waren die knapp 240 Seiten jedoch anstrengend und nur schwer greifbar. Der Titel und die Grundidee haben mir sehr gefallen, doch insgesamt konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.

"Durch das Raue zu den Sternen" ist sprachlich kunstvoll und thematisch ungewöhnlich, doch meine Erwartungen konnte es nicht erfüllen. Ich vergebe dafür 3,5 Sterne – wissend, dass andere Leser:innen darin ein großes Highlight sehen, während es mir leider fremd blieb.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Verloren im Sanatorium

Frauen im Sanatorium
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Das Buch „Frauen im Sanatorium“ hat mit zuerst durch das zarte, wunderschöne Cover aus sich aufmerksam gemacht. Es hat etwas Weiches, Einladendes. Die Kommentare auf dem Buchrücken und im Schutzumschlag ...

Das Buch „Frauen im Sanatorium“ hat mit zuerst durch das zarte, wunderschöne Cover aus sich aufmerksam gemacht. Es hat etwas Weiches, Einladendes. Die Kommentare auf dem Buchrücken und im Schutzumschlag haben meine Neugier weiter geweckt. Hier ist von Liebe die Rede, die uns Menschen gleichzeitig unglücklich macht und beglückt und von der Zerbrechlichkeit des Glücks.
Die Autorin Anna Pritzkau erzählt von vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen in einem Sanatorium leben. Alle haben eine Vergangenheit, die Narben hinterlassen hat. Jede dieser Geschichten ist geprägt von einer bestimmten Form der Liebe – zur Familie, zum Kind, zu anderen Menschen, zu Worten oder zur Musik. Neben dieser Liebe ein alle Frauen auch, dass sie in ihrer Seele „brüchig“ geworden sind. Gerade dies sollen die Lesenden in dem Buch erfahren.
Doch leider konnte mich das Buch emotional nicht ganz erreichen. Es fällt mir schwer zu sagen, woran es genau liegt. Vielleicht daran, dass mir die Figuren alle recht unsympathisch blieben – obwohl ich selbst bereits einmal in der Psychiatrie gearbeitet habe und mit vielen Menschen in Kontakt war, die ich ins Herz geschlossen habe. Hier jedoch wirkten die Frauen distanziert, teils egoistisch und überhaupt nicht einfühlsam und sozial. Ich konnte nicht mit ihnen fühlen.
Hinzu kommt, dass sich mir der Sinn hinter dem Buch nicht ganz erschlossen hat. Es bleibt vieles vage. Es gibt kein Nachwort, keine Einordnung der Autorin, keine Reflexion darüber, was ihr besonders wichtig war. Die Geschichten berühren stellenweise und zeigen ganz gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen auf. Doch es fehlte mir die verbindende Botschaft, die mich als Leserin ergriffen hätte. Es bleibt alles eher oberflächlich.
Was ich dem Buch aber sehr zugutehalte, ist der Stil. Denn die Sprache ist ruhig und es ist beeindruckend, wie die Autorin in knappen Sätzen komplexe Lebensgeschichten andeutet. „Frauen im Sanatorium“ ist ein leises Buch mit subtiler Spannung. Vielleicht muss dieses Buch daher noch etwas nachhallen und findet dann seinen Wert bei mir erst im Nachklang.
Trotz meiner inhaltlichen Kritikpunkte ließ sich das Buch überraschend schnell weglesen. Am schönsten waren für mich die Szenen, in denen Anna mit dem Flamingo spricht, da dies etwas Tröstliches an sich hatte und sogar poetisch wirkt.

Was ich aus dem Buch mitnehme, ist vor allem der Gedanke, dass wir oft viel zu schnell über Menschen urteilen. Wir bewerten Verhalten, ohne dessen Ursprung zu kennen. „Frauen im Sanatorium“ erinnert daran, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steckt und dass jedes Verhalten seine Gründe hat. Vielleicht liegt darin die eigentliche Botschaft.
Insgesamt würde ich dem Buch 3,5 Sterne geben. Es ist sprachlich schön und atmosphärisch, aber emotional hat es mich leider nicht so tief erreicht, wie ich es erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 13.07.2024

Der Dornröschen-Effekt: Ein Thriller zum Einschlafen

Anna O.
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„Anna O.“ von Matthew Blake entfaltet sich als komplexer Thriller, der die Lesenden in ein undurchsichtiges Netz aus Geheimnissen und psychologischen Rätseln verwickelt. Im Mittelpunkt steht Anna O., eine ...

„Anna O.“ von Matthew Blake entfaltet sich als komplexer Thriller, der die Lesenden in ein undurchsichtiges Netz aus Geheimnissen und psychologischen Rätseln verwickelt. Im Mittelpunkt steht Anna O., eine mysteriöse Patientin, die seit vier Jahren im „Koma" liegt und deren Schicksal auf tragische Weise mit dem Tod zweier Freunde verknüpft ist, deren Morde sie angeklagt werden soll.
Das Buch besticht durch seine ansprechende Gestaltung und die interessante Erzählweise, die sich durch kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven auszeichnet. Die Verwendung von Tagebucheinträgen und verschiedenen Zeitebenen verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe und bietet einen vielschichtigen Blick auf die Geschehnisse. Der Schreibstil von Matthew Blake ist präzise und detailreich, was besonders in den medizinischen und psychologischen Aspekten der Geschichte zur Geltung kommt. Seine sorgfältige Recherche und authentische Darstellung der psychologischen und medizinischen Details fügen sich harmonisch in die Handlung ein und tragen zur Komplexität der Geschichte bei.
Der Einstieg in die Geschichte ist jedoch etwas holprig. Die Vielzahl an Charakteren und die detaillierten medizinischen Informationen können zunächst überwältigend wirken. Die anfängliche Verwirrung weicht jedoch zunehmend einer klareren Struktur, je weiter man in die Geschichte eintaucht. Die Enthüllungen rund um Anna O. und die Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Figuren und Ereignissen sorgen für einige überraschende Wendungen, die die bisherigen Vermutungen ins Wanken bringen.
Ein faszinierendes Element des Buches ist das psychologische Thema des Schlafens. Matthew Blake nutzt die Thematik des „Schlafs“ nicht nur als Plot-Gerüst, sondern auch als psychologisches Motiv. Diese Darstellung verleiht der Geschichte Tiefe und eröffnet interessante Perspektiven auf das menschliche Unterbewusstsein und die Wirkung von Schlafstörungen bzw. dem Nachtwandeln. Die subtile Spannung wird durch den Schreibstil konsequent aufgebaut, doch der große Plot-Twist, der oft das Herzstück eines Thrillers bildet, blieb aus. Während alle Handlungsstränge am Ende zusammengeführt werden und die Wahrheit ans Licht kommt, fehlt der erhoffte Gänsehaut-Moment. Besonders enttäuschend war der Tod eines Charakters, der die Möglichkeit einer vollständigen und befriedigenden Auflösung des Falls verhinderte. Die Wahrheit wird den Lesenden offenbart, bleibt jedoch den Charakteren im Buch verschlossen, was die emotionale Verbindung zur Auflösung trübt.
Der Hype um „Anna O.“ ist für mich nur ansatzweise nachzuvollziehen. Obwohl das Buch wie ein True-Crime-Podcast oder -Video wirkt und eine interessante, wenn auch komplexe Handlung bietet, fehlte mir der Page-Turner-Effekt, der für das Thriller-Genre typisch ist. Zu keinem Zeitpunkt war ich so gefesselt, dass ich die Nacht durchlesen wollte. Die Geschichte hat zwar interessante Elemente und eine tiefgründige Handlung, bleibt jedoch in puncto Spannung und Schockmomente hinter meinen Erwartungen zurück.

Fazit
„Anna O.“ von Matthew Blake ist ein vielschichtiger Thriller, der mit seiner durchdachten Handlung und den psychologischen Aspekten besticht. Der präzise Schreibstil und die detaillierte Darstellung medizinischer und psychologischer Themen verleihen dem Buch Tiefe, während die subtile Spannung und die unerwarteten Wendungen das Interesse aufrechterhalten. Der große Thrill bleibt jedoch aus und die Auflösung lässt einen offenen Eindruck zurück. Insgesamt ist „Anna O.“ ein lesenswerter Thriller, der durch seine komplexe Handlung und seine psychologische Tiefe besticht, jedoch in der Ausführung der Spannung und der finalen Überraschung nicht ganz überzeugt.

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